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 Vor den Stadtmauern

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BeitragThema: Vor den Stadtmauern   Mi Jan 22, 2014 7:59 pm


Wir verließen die Stadt und endlich waren wir weg von den Menschenmassen. Nur noch wenige wanderten die Straße entlang, Händler mit ihren großen, reichlich beladeten Karren, die versuchten ihr Geschäft am Laufen zu halten oder einsame Wanderer, die nur umher zogen um das Abenteuer zu suchen. Oder auf der Suche nach ihrer Heimat waren, ähnlich wie Aatraxa und Ich. Nur mit dem Unterschied, dass wir theoretisch wussten wo unsere Heimat ist, nur nicht wissen, wie wir wieder dorthin kommen. Ich grummelte etwas unverständliches vor mich hin. Es war eine Mischung aus milden Flüchen und Verwünschungen über die anderen Götter, die mich verbannt hatten. Sie gab mir ein paar ihrer Beeren in die Hand. Sie funkelten wie Juwelen, vermutlich hatten sie auch einen vergleichbaren Wert. Etwas ähnliches gab es auf Idon weit und breit nicht, das wusste er. Selbst in den Gärten im Götterreich würden die Beeren und Früchte vermutlich nie so gut schmecken, außer besagte Gärten wären von Aatraxa selbst. Wenn man lange hier lebt, und das tat ich nun wirklich schon zu lange, dann weiß man die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Und wenn es eben diese kleinen Beeren waren. Ich nahm eine in den Mund und biss zu. Der fruchtige Saft schoss in den Rest meines Mundes und meinem Gaumen schien es eine Freude zu sein. Der leicht säuerliche Geschmack prickelte auf der Zunge und ließ mich grinsen. »Einfach göttlich.« murmelte ich, ohne groß nachzudenken. Ich aß noch ein paar weitere, bis mich Aatraxa fragte, was mein Plan wäre, um wieder zurück zu kommen. Ich überlegte eine kleine Weile, während wir weiter gingen. Ich überlegte nicht, ob ich ihr die Wahrheit erzählen würde oder nicht, es stand für mich außer Frage. Ich überlegte, wie ich es allgemein und verständlich in Worte fassen konnte. In meinem Inneren kannte ich den Plan, doch ich hatte mir niemals die Mühe gemacht ihn in Worte zu fassen. Ich hielt an, nahm meine Kapuze ab, stellte mich ihr gegenüber und sah ihr in die Augen. Meine Miene war vollkommen ernst.

»Ich bin mir bewusst, dass das, was ich zu Hause tat dem Gleichgewicht schadete. Mir war langweilig und ich wollte etwas Spaß haben, das war der einzige Grund für mein dummes und naives Handeln. Aber als Gott hat man eine große Verantwortung, man hält Leben und Tod in der Hand, das solltest du nur zu gut wissen. Ich will unseren Oberhäuptern zeigen, dass meine Fähigkeit zwar von Grund auf böser Natur ist, ich allerdings auch etwas damit bewirken kann, dass für das Gleichgewicht spricht. Zwar kann ich mich bei dem Gleichgewicht immer nur für eine Seite entscheiden, in unserem Fall ist es nun die Natur, der wir helfen wollen, aber wenn eine Seite der Gleichgewichts keine Chance hat, dann, so denke ich, ist es nützlich, wenn ich Partei ergreife. Vielleicht werden die Götter zuschauen und verstehen, dass ich etwas einsichtiger geworden bin, als ich es damals war. Wir Götter altern nicht mit der Zeit, wir altern an Situationen und Erfahrungen, die wir machen. Ein Gott, der nie in seinem Leben etwas getan hat, der ist vergleichbar mit einem kleinen Kind. Das war ich früher vielleicht, aber jetzt nicht mehr.« Ich machte eine kleine Pause und atmete tief durch. Dann fuhr ich fort.

»Keine verdrehten Spielchen mehr. Ich nutze meine Fähigkeiten ab sofort .. konstruktiv. Wäre es für mich konstruktiv dich zu hintergehen? Nicht wirklich, was?« Nun konnte ich nur hoffen, dass sie an meinen Augen sah, dass ich es wirklich ernst meinte. Ich würde es ihr nicht übel nehmen, wenn sie mir weiterhin misstrauen würde, aber vielleicht war das ein Schritt in die richtige Richtung. Und auch wenn es mir wirklich schwer fiel dieses Geständnis einer Gleichgesinnten abzulegen, in meinem Inneren wusste ich es von Anfang an.
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BeitragThema: Re: Vor den Stadtmauern   Sa Jan 25, 2014 8:29 pm

Gazir in all seiner Verdorbenheit lag endlich weit hinter uns und die Wege, die uns in Richtung Dogota führen sollten – was ich natürlich immer noch nicht wusste, da ich lediglich Zexion hinter lief – wurden schon bewachsener, was mich froh stimmte. Selbst die braunsten und verwelktesten Gräser waren immer noch schöner als kahler, toter Boden, den es hier leider zur Genüge gab. Dies war damit wohl ein Indiz dafür, dass er mich auf dem richtigen Weg führte, was ebenso schön war, wie die Tatsache, dass er meine Beeren genoss. Anerkennung fühlte sich immer gut an und vielleicht war es auch die Anerkennung, die Zexion zu dieser kleinen Martin-Luther-King-Rede verführte, als er sich plötzlich vor mich stellte und einen tragischen Monolog abhielt. Ich wusste nicht, was ich trauriger finden würde: die Tatsache, dass er gerade vielleicht sein bestes gab, um mich zu manipulieren, was absolut nicht klappte oder die Tatsache, dass er gegebenenfalls sogar die Wahrheit sprach und ich ihm nichts abkaufte. Welch schreckliches Leben es sein musste, wenn niemandem einem mehr Glauben schenken mochte. Auf seine Frage, ob es für ihn konstruktiv wäre mich zu hintergehen, antwortete ich: „Nein, sicherlich nicht, aber vielleicht macht es ja Spaß.“ Ich zwinkerte ihm zu und ging in einem kleinen Bogen, damit meine Dornen nicht seinen Umhang zerrissen, an ihm vorbei, was soviel heißen sollte, wie ‚gehen wir weiter‘. Ich muss zugeben, dass ich es ein wenig genoss ihn zu triezen, aber dennoch bewies ich meiner Meinung nach genug Vertrauen indem ich ihm seit einer geraumen Weile folgte. So unzufrieden konnte er nicht sein und die Sache mit den Beeren würde mich schon bald mehr Vertrauen aufbringen lassen, da war ich mir mehr als nur sicher.
Dogota war mittlerweile in guter Sichtweite, wurde aber nicht von mir betreten, weil ich ebenso gut einen Wald – oder was davon übrig war – erkannte und selbst die Führung übernahm. Sehnsüchtig wanderte ich drauf zu und vernahm die ersten Rufe der Pflanzen. Ihr sanftes Flüstern erfüllte die Luft und ein freundliches Begrüßen schallte leise im Wind, was mich sofort lächeln ließ. Trautes Heim, Glück allein.
Immer tiefer trieben mich die Stimmen in den dunklen Wald, fast wie in Hypnose, und darauf achtend, dass mir Zexion nicht verloren ging. Es wurde langsam dunkel und das Mindeste, das ich tun konnte, um mich ein wenig dankbar zu zeigen, war es meinen Götterkollegen nicht allein zu lassen, vor allen Dingen nicht, wenn er es sich sowieso schon mit den Bewohnern dieses Kontinents verscherzt hatte. Ich konnte unmöglich wissen, wen er belogen, betrogen oder gemeuchelt hatte und das war gerade jetzt gut zu wissen, also fragte ich: „Sag mal, hast du den armen Dryaden, die über dieses Wäldchen wachen, jemals etwas getan? Ich hoffe nicht, denn wir werden sicherlich bald auf eine oder sogar mehrere treffen – so sagt es zumindest das Gras unter deinen Füßen. Halt die Augen und Ohren offen, denn sie sind manchmal sehr scheu. Gerade bei den Menschen, die hier ihre Bahnen ziehen, ist es auch nicht verwunderlich.“ Während der Suche wurde es immer und immer dunkler, was ein Hindernis werden könnte, wenn ich nicht noch ein Ass im Ärmel hätte. Mit dem Ausspielen wartete ich allerdings, da ich sehen wollte, wie sich mein Begleiter bei Dunkelheit verhalten wird.
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BeitragThema: Re: Vor den Stadtmauern   So Jan 26, 2014 9:25 pm


Ich war etwas enttäuscht, dass mein Versuch ihr Vertrauen zu erlangen nicht nur scheiterte, sondern auch eine neue Lücke für Aatraxas Sticheleien bot. Als sie an mir vorbei ging drehte ich nur meinen Kopf und sog ihren Duft ein, den sie hinter sich her zog. Frisch. Unberührt. Rein. Ich senkte etwas den Kopf und lachte in mich hinein. 'Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er doch die Wahrheit spricht...' rezitierte er das alte Sprichwort der Menschen. Und sie behielten Recht damit. Es schockierte mich etwas, als ich bemerkte, dass es nichts Neues für mich war. Erst in solchen Momenten wird mir klar, welche Nachteile meine Berufung doch mit sich brachte. Hätte ich einen Begleiter, der mich nicht kannte, dann würde das alles viel einfacher sein. Im gleichen Moment dachte ich daran, mir unter den Menschen eine neue Identität zulegen zu müssen. Wenn ich mit dem Namen Zexion herum stolzierte könnte das gegebenenfalls für Probleme sorgen. Etwas frustriert aß ich eine weitere Beere. Ich drehte mich um und folgte ihr wieder. Sie hatte den Wald gesehen, schließlich war es auch schwer einen Wald NICHT zu sehen, und sie übernahm die Führung. Ich trabte hinter ihr her, in Gedanken versunken, für wen ich mich ausgeben konnte. Ich hatte das Aussehen eines Menschen, also brauchte ich einen guten, menschlichen Namen. Dazu eine passende Geschichte und jeder würde mir Glauben schenken außer die, die wussten wer ich war. Plötzlich fragte sie mich, ob ich es mir jemals mit den Dryaden verscherzt habe. Ich hob den Kopf wieder und dachte kurz nach. In der langen Zeit, in der ich hier nun schon weilte habe ich nur wenige Dryaden gesehen und wenn überhaupt, dann nur flüchtig. Also eigentlich sollte nicht auf dem Kriegsfuß mit ihnen stehen. Ich schüttelte den Kopf, bevor ich mir in Erinnerung rief, dass sie mich nicht sah. »Mit den Dryaden hatte ich bisher nichts am Hut. Sicher wäre es ein guter Anfang, wenn ich mich mit diesem Volk etwas anfreunde. Oder viel mehr wir, wenn sie dich nicht schon verehren.« sagte ich, mit einem leichten, unabsichtlich bitteren Unterton.
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BeitragThema: Re: Vor den Stadtmauern   Mi Jan 29, 2014 12:32 pm

Minute um Minute wurde es dunkler im Wald und Zexion schlenderte nur eingeschnappt hinter mir her. Er schien sich darüber allerdings weniger Gedanken zu machen, was mich kurz drüber grübeln ließ, ob er nicht vielleicht sehr gut in der Dunkelheit zurecht kam, weil er sich schließlich schon lange in ihr tarnte. Fest stand lediglich, dass wir uns nicht einfach für ein nettes Schläfchen hinlegen konnten, bis die Sonne wieder aufgeht, sondern weitergehen mussten, direkt in Richtung der Dryaden, die uns sicher freundlich aufnahmen. Ich antwortete ihm zwischendurch: „Verehren ist sicher das falsche Wort, aber die meisten schätzen mich sehr.“ Ich erwischte mich hier tatsächlich bei einer kleinen Lüge, weil viele dieser Waldgeister mir tatsächlich Verehrung entgegenbrachten, aber ich wollte irgendwie doch nicht, dass sich der arme Kollege allzu schlecht fühlte.
Die Stimmen der Pflanzen hier waren sehr leise, was es schwerer machte ihnen zu lauschen und den richtigen Weg einzuschlagen. Verständlich war es allerdings schon, dass sie in dieser Umgebung – auch, wenn sie freundlicher war als Gazir – nicht mehr die Kraft hatten sich lautstark zu äußern. Die armen Dinger. Dennoch ging ich weiter durch das Unterholz und griff schließlich nach ein wenig trockenem, toten Gras, welches mir als Fackel dienen sollte. Es würde auf meiner Haut angebracht wieder wachsen und zwar schnell genug, um mich nicht zu gefährden und gleichzeitig eine ewig brennende Flamme zu sein. Doch gerade als ich mit Hilfe der letzten Lichtstrahlen des roten Horizonts den Boden nach Feuersteinen absuchte, setzten sich Glühwürmchen in großen Mengen auf den fast schwarzen Texturen der Umgebung ab und ersetzten somit die verschwindende Sonne. Es war fast so, als ob die kleinen Insekten dies nur taten, um uns erkennbar zu machen. Mir war sofort klar, was dies bedeutete: die Dryaden sind nah, denn Tiere mögen mich nicht mehr so richtig seit meiner Verbannung und würden mir sicher nicht den Boden erleuchten. Dryaden sind die Wächter der Wälder und werden ebenso von den Pflanzen und Tieren beschützt, wie sie sie beschützen. Frei nach dem Motto eine Hand wäscht die andere also. Wahrscheinlich war es sowieso zu gefährlich in diesen trockenen Regionen eine Fackel in einen Wald zu tragen, also sprach ich einfach ins dunkle Nichts hinein: „Guten Tag, ehrenwerte Dryade. Ich bin Aatraxa, die Göttin der Natur und werde begleitet von Zexion, dem Gott der Intrigen und wir sind hier, um der Natur zum Gleichgewicht zu verhelfen.“ Die Antwort kam schneller als gedacht und hinter einem Baum hervor, der sich links neben Zexion befand. „Guten Tag,“, sagte eine zarte, aber doch irgendwie schrille, Frauenstimme und alle Glühwürmchen flogen zu ihr hin. „ich bin Arale, eine Sumpfdryade und ehrlich gesagt erstaunt hier in dieser trostlosen, toten Gegend auf gleich zwei Götter zu treffen. Es ist mir wahrlich eine große Ehre!“, sagte sie und machte einen kleinen Knicks. „Umso mehr erfreut es mich allerdings, dass ihr scheinbar hier seid, um zu helfen. Folgt mir, ich bringe euch zu den anderen!“
Die lediglich 1,45 m große Dryade würde uns schließlich zu ihren Freundinnen führen, wahrscheinlich in irgendein Versteck im Nadelwald oder tieferen Sumpfgebiet, und dort über die Mission aufklären, die sie wohl im Kopf hatte. Hier würde Zexion wohl auch endlich mehr in seinem Element sein, da es darum ging mit der Oberaufseherin zu verhandeln, was wir, während wir bleiben, an Nahrung und Unterkunft bekommen. Vielleicht wird sogar um eine Missionsbelohnung gefeilscht, ich weiß es nicht. Das einzige, was mir gleich klar war, war die Tatsache, dass Dryaden, die auf solche verkommenen Wälder aufpassen mussten sicher nicht im Reichtum schwammen, wie ihre Artgenossen aus Galan’Den.

[OOC: Das hier wäre für mich der erste Questpost. Ab jetzt müssen also mindestens 500 Wörter geschrieben werden! Ein paar Infos zu der Belohnung sind schon dem Questtext entnehmbar, den du eigentlich in deiner Sig haben solltest XD Aber nun werd kreativ und denk dir was tolles für die Dryaden und deren Heimat und wie wir noch eine Belohnung rausschlagen wollen aus! Brauchst ja nicht direkt morgen oder heute noch posten. Razz]
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BeitragThema: Re: Vor den Stadtmauern   Fr Feb 07, 2014 12:17 pm

»Es würde ja auch fast Blasphemie gleich kommen, wenn sie es nicht täten. Schließlich bist du für das verantwortlich, was sie so abgöttisch lieben.« antwortete ich auf ihren ersten Kommentar mit etwas düsterer, schon fast bitterer Stimme. Einmal mehr bemerkte, wie Zexion neidisch auf Aatraxa war. Sie war imstande zu erschaffen. Zexions Fähigkeiten beschränkten sich lediglich darauf, zu zerstören. Eigentlich sollte man meinen, dass er Freude daran hätte und früher war dem sicherlich auch so gewesen, doch mittlerweile wusste er, dass es nicht mehr nur um ihn ging. Natürlich hatte er bemerkt, dass Aatraxa nicht ganz die Wahrheit sagte, so etwas hatte er im Blute wie kein Anderer, doch er machte sich nichts weiter daraus. Obwohl er es doch auf eine merkwürdige Art und Weise amüsant fand, wie sie versuchte den Gott der Lügen und Intrigen übers Ohr zu hauen.

Ich folgte ihr weiter durch den Wald. Die nahende Dunkelheit machte mir nichts aus. Ganz im Gegenteil, ich begrüßte sie sogar ein wenig. Es wurde etwas kühler, was in Khleom nun wirklich ein Segen war, und mein schwarzer Mantel wurde fast eins mit der immer mehr werdenden Schwärze. Das einzige, was mich noch kenntlich machte, waren meine eiskalten Augen, die in der Dunkelheit praktisch zu leuchten schienen. Ich beobachtete, wie Aatraxa versuchte für Licht zu sorgen und ich musste gestehen, dass ich überrascht war, als sie sich als lebende Fackel versuchte. Doch bevor sie das Gedachte in die Tat umsetzen konnte tauchten ziemlich viele Glühwürmchen auf und spendeten uns Licht. Beruhigt atmete ich aus. Ich vertraute Aatraxa zwar, dass sie wusste wo die Grenze ihrer Fähigkeiten lag, dennoch war mir das mit der lebenden Fackel nicht geheuer. Die Sonne verschwand nun gänzlich hinter dem Horizont und durch das schwache Licht der Glühwürmchen wurde das kleine Stück Wald indem wir uns befanden in Zwielicht getaucht. Im ersten Moment dachte ich, wie wunderschön das doch ist, dann schüttelte ich diese Gedanken wieder ab, weil ich erkannte, was das zu bedeuten hatte. Wir sollten gesehen werden. Jede Muskelfaser meines Körpers spannte sich an, jederzeit bereit zu voller Kontraktion gezwungen zu werden um sich zu verteidigen. Mein eisiger Blick suchte die düstere Umgebung an, entdeckte jedoch nichts. Und durch Bäume hindurch sehen konnte ich noch immer nicht. Ich musste mich also auf Aatraxa verlassen. Diese schien seelenruhig herum zu stehen. Ich sparte mir das Verwirrt-sein und schaute hinter uns. Da war auch nichts. Plötzlich fing die Göttin an zu sprechen. Ich drehte mich wieder um und musste nach wie vor feststellen, dass niemand da war. Dreht sie jetzt vollkommen durch?! Mit wem spricht sie da?! dachte ich etwas gestresst. Meine Miene, nebenbei bemerkt, ließ natürlich nichts davon sehen. Für Außenstehende würde es so aussehen, als würde ich mich ein wenig umsehen. Und als hätte die Göttin es gewusst - Nein, wahrscheinlich hat sie es sogar gewusst! - trat aus dem Schatten eine kleine Dryade. Ich wusste, dass die Dryaden ein kleines Volk waren. Allerdings hatte ich mir nie ein richtiges Bild davon machen können. Ich verschränkte die Arme und hörte zu, was sie zu sagen hatte. Anscheinend fassten die Dryaden sehr schnell Vertrauen zu Göttern, oder vielleicht war Arale auch nur das schwarze Schaf der Familie, wer wusste das schon. Wichtig war, dass sie uns zu den Anderen Dryaden führte und dort wahrscheinlich auch die Anführerin sein würde. Oder welche Regierungsform dieses Volk auch immer hatte. Zu ihnen mussten wir, wenn wir dem Gleichgewicht helfen wollen.

Während wir uns auf dem Weg befanden kam ich nicht umhin eine Frage zu stellen. »Wer ist euer Anführer? Wir müssen etwas wichtiges mit euch allen bereden.«
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BeitragThema: Re: Vor den Stadtmauern   Mo Feb 10, 2014 11:59 am

„Kommt mit, kommt mit!“, rief die Dryade immer wieder aufgeregt und huschte durch die vertrockneten Büsche und Sträucher. Sie selbst war allerdings das genaue Gegenteil der sonst so verdorrten Wälder, denn sie war lebhaft, quirlig und vor lauter Freude ganz aufgeregt, wie ein Teenager vorm Abschlussball. Wahrscheinlich dachte das Geschöpf mit den wasserstoffblonden Haaren, dass sie gerade über die Lösung all ihrer Probleme gestolpert sei, dabei waren Zexion und ich lediglich zwei gescheiterte Götter mit einem Bruchteil unserer alten Kräfte, was uns aber nicht als Ausrede dienen sollte. Wir folgten dem Mädchen und ihren alles erleuchtenden Glühwürmchen weiter und mein Kollege erwachte aus seiner Stille. Er fragte nach dem Anführer und Arale blieb stehen und drehte sich etwas besorgt, und wesentlich ruhiger als in den Minuten zuvor, um. Ihre kleinen Finger fassten nachdenklich an ihr Kinn und sie sagte: „Ja, ich denke ihr solltet wirklich noch etwas über unsere Herrin wissen. Sie ist die älteste von uns und war die erste, die diese Wälder besiedelte. Einst war ihr Geist froh und nett gesinnt gegenüber jedem, aber heutzutage spiegelt der Anblick dieses Waldes ihre Seele wieder. Sie ist verbittert und kämpft schon viel zu lange gegen die Unholde, die hier ihr Unwesen treiben, ist aber gleichzeitig zu stolz diese Gegend für die ruhigen und saftigen Ebenen von Galan’Den zu verlassen. Vielleicht wird sie ein wenig… naja, grantig auf euch reagieren oder abweisend, weswegen es viel Geduld und Nachsicht braucht, wenn ihr gleich mit ihr redet.“ Arale war nun viel nachdenklich als zuvor, bewegte sich jedoch immer noch flink weiter, immer begleitet von ihren glühenden Insektenfreunden.

Nach einer Weile des Wanderns war die nahgelegene Stadt Dogota nicht mehr zu sehen und die Dunkelheit hatte alles Licht verschlungen. Nur die eifrigen Würmchen beleuchteten den Weg – ähnlich wie eine Landebahn für Flugzeuge – vor uns, der durch trockenes Gras zu einem alten Dachsbau hin. Im Grunde war das Loch etwas größer als ein Dachsbau aber dennoch musste man sich ducken und in die Hocke gehen, um reinzukommen. „Wir leben unter der Erde, weil die Bäume uns kein Zuhause mehr bieten können.“, sagte Arale betrübt während wir drei durch das trockene Erdreich gingen, bis ein anderes Licht uns entgegen schien. Es war das orange-rote Leuchten von Kerzen, die überall in den Wänden aufgestellt waren und die Gesichter zweier Dryaden erleuchtete. „ARALE?!“, brüllte eine krächzende Stimme gleich und eine graue Dryade mit dunklem Haar ging strikt auf uns zu. „Wie kannst du es wagen Fremde mit in unser Versteck zu bringen?!“ „Aber Madame Maru ich bringe uns Götter! Sieh doch, es ist Zexion und unsere eigene Aatraxa!“ Die Alte, die scheinbar Madame Maru genannt wird, rünfte die Nase und betrachtete uns abschätzig von oben bis unten. Ihre Augen waren von feinen Falten umrandet, die Lippen waren rissig und die Haut grau wie Asche. Es war leicht ersichtlich, dass sie gelitten hat über die Jahre des Kampfes und nun schon so vertraut mit dem Gedanken war, dass sie untergehen würde. Das Auftauchen zweier Götter schien ihr mehr als nur willkommen, um mal etwas Dampf abzulassen. „Wo wart ihr die letzten 50 Jahre?“, war die Frage, die, egal was sie sagte, immer durchschimmerte. Eine so feindlich gesinnte Dryade kam mir noch nie unter die Augen und ich denke das konnte man auch gut an meinem Blick ablesen. Ihre andere Kollegin mit den braunen, wunderbar geflochtenen Haaren sah die ganze Zeit nur hilflos zu und traute sich nicht etwas zu sagen.
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