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 Tenzifa

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AutorNachricht
Arynah
Gestaltwandler
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mi Jul 03, 2013 3:49 pm

Nach einem weiteren Male abschnecken entsschied ich, dass der Eintopf fertig war und ich ihn gleich von der Flamme herunternehmen konnte. Vater würde erst sehr spät wiederkommen, weshlab ich davon ausging, er würde sie den Rest irgendwann nachts selber warm machen.
So so, Sin war also schon sehr viel herumgekommen. Schon durch Wüsten und sogar durch die eiskalten Ebenen Hiyalfinns war er gezogen. Das passte ja auch zu einem ehemaligen Zigeuner. Ich schlug gedanklich meine flache Hand vors Gesicht. Das hätte mir eigentlich auch klar sein können, nachdem, was ich bisher von dem guten Herrn hier erfahren hatte.
"Na dann kannst du gern helfen und wir sind viel schneller fertig." ich lächelte und deckte den Tisch wie gewöhnlich mit zwei tiefen Tellern, einem Löffel für Sin und einer Gabel für mich. Es schien vielleicht merkwürdig, aber ich hasste Löffel über alles und ich weigerte mich stets von ihnen zu essen. Ich wusste nicht genau, woher dieser Hass rührte, aber fest stand, dass ich es schon als kleines Kind einfach nicht wollte. Von einem Löffel essen meine ich. Also fischte ich immer alles aus der Brühe mit der Gabel heraus und schlürfte den Rest vom Teller herunter ... Nicht besonders schön, dafür aber für mich zufriedenstellend und eine gute Alternative. Kurz darauf platzierte ich auch den groen Topf auf dem Tisch und füllte uns beiden auf.
"Dann wünsche ich dir guten Appetit. Lass es dir schmecken." sagte ich und begann damit, die Gemüse- und Fleischstücke aus der Brühe zu fischen. Ich musste gestehen, dass ich einen Eintopf schon besser hinbekommen hatte, aber dieser hier war auch akzeptabel und sicherlich genießbar, wenn man noch keinen besseren Eintopf gekostet hatte. Ein wenig enttäuscht von mir selbst schaute ich zu Sin herüber, der mir gerade erklärte, dass er auf dem Boden schlief. Seltsame gewohnheiten hatte der Kerl. Das musste man schon sagen. Andererseits war das ganz gut. Wir hatten eh kein Bett. Weder für Vater und mich, noch eines für Gäste, geschweige denn ein Gästezimmer.
"Du kannst entweder im circa ein Quadratmeter großen Abstellraum schlafen, oder bei meinem Vater oder mir im Zimmer nächtigen." ich grinste breit, weil ich auf die Antwort gespannt war. Das Zimmer meines Vaters war etwas kleiner als meines und auch mit viel mehr Möbeln bestückt. Neben einem Schreibtisch waren bei ihm noch Regale und eine ganze Menge Bücher zu finden. Das hing damit zusammen, dass sowohl er als auch ich gerne lasen und ab und zu auch mal selber schrieben. Sogesehen war sein Zimmer zugleich auch ein Arbeitszimmer.
In meinem Zimmer waren längst nich so viele Bücher und Regale zu finden. Bloß eine Schlafecke, die ich mit Decken ausgelegt hatte, ein kleiner Schreibtisch und meine Unterlagen aus der Uni. Besonderes Prachtstück war aber mein Plakat, welches in an der großen Wand angebracht hatte. Ich habe es mal auf einer Demonstration mitgehen lassen. Das Schriftstück war mit Blut von Demonstranten bespritzt, halb eingerissen und zerknittert und trug den Schriftzug "Der Mensch als Zexions Ebenbild wird nicht vor Omnis fliehen können." Ich fand das sehr zutreffend und zudem die Tatsache, dass beinahe ausschließlich Gestaltwandler für das Wohl der niedergewalzten Natur kämpften, an diesem Tage brutal zurückgeschlagen wurden, ziemlich zutreffend. Das Plakat jedenfalls hatte sich deshalb einen Platz an meiner Wand verdient. Als Zeichen der Vergeltung, dass ein damals guter Freund sein linkes Bein verlor. Wahrscheinlich ist auch sein Blut auf dem Plakat gelandet, wer wusste das schon? Nach der Aktion damals habe ich auch ihn nie wieder gesehen. Ein wenig gedankenverloren schlürfte ich scließlich noch die restliche Brühe vom Teller und überkreuzte die Beine.
"Okay, ich bin für die nächsten vier Tage pappsatt." scherzte ich und grinste dabei.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mi Jul 03, 2013 5:49 pm


Nach ein paar Minuten und mehreren Versuchen, wo sie den Eintopf abschmeckte, war er endlich fertig und es konnte aufgetischt werden. Währenddessen stimmte sie meinem Vorschlag zu, dass ich ihr in der Schmiede half, was mich freute. Also irgendwie, wie mir die Emotion der Freude nun einmal möglich war. Irgendwann gingen Gefühle unter, wenn man so oft mit dem Tod in Kontakt kam. Sie deckte den Tisch und legte Geschirr und Besteck hin. Als sie sich setzte tat ich es ihr gleich. Ich fragte nicht, warum sie statt eines Löffels eine Gabel benutzte, es ging mich nichts an und vielleicht würde ich es mit der Zeit noch heraus finden. Ich jedenfalls ergriff den Löffel und genoss den Eintopf. Er war gelungen, das sagte zumindest mein Magen und meine Zunge, denn ich hatte selten etwas besseres gegessen. Aber es war auch schon etwas länger her, dass ich etwas vernünftiges gegessen hatte, geschweige denn etwas selbst gemachtes. Mir schien, dass selbst gekochtes noch immer das Beste war. Schade, dass ich selbst nicht kochen konnte, aber ich hatte zumindest genug Erfahrung um ein Feuer zu machen, ein Tier zu jagen und zu häuten, es anschließend seiner unbrauchbare Eingeweide zu berauben und dann zu braten. So hatte ich mich Tagelang über Wasser gehalten, wenn ich auf der Jagd gewesen bin. Meine Fähigkeiten als schwarzer Magier halfen mir dabei. Ich konnte die Tiere vor Angst erstarren lassen. Dann war es ein leichtes sie zu töten.

Als ich hörte, welche 3 Möglichkeiten ich hatte überlegte ich nicht lange. In einem 1 Quadratmeter großen Raum müsste ich im Stehen schlafen, bei ihrem Vater hätte ich einen Weg zurück zu legen wenn es Probleme bei ihr gab, also würde ich bei ihr schlafen. Ganz einfach. »Ich denke, es macht am meisten Sinn, wenn ich bei dir schlafe.« sagte ich kurzerhand und schlürfte die Suppe weiter. Sie war schneller fertig als ich, denn ich genoss diese Speise wirklich. Als auch ich fertig war lehnte ich mich zurück und war zufrieden, denn der Hunger war weg. Und wenn ich satt war, war ich auch gleich viel besser gelaunt. »Ich auch.« erwiderte ich auf ihre letzte Aussage. Das hat wirklich gut getan! »Wann darf ich damit rechnen, dass du aufstehst am nächsten Morgen?«
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Arynah
Gestaltwandler
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jul 04, 2013 9:45 am

Ich konnte ein breites Grinsen nicht vermeiden, weil Sin tatsächlich mit in meinem Zimmer schlafen wollte. Das würde eine ziemlich ungewohnte Nacht werden, weil ich eigentlich noch nie mit einem Fremden in einem Raum geschlafen hatte, geschweige denn, in meinem eigenen Zimmer. Dennoch musste ich gestehen, dass mein Zimmer noch immer das Gastfreundlichste war und demnach auch das einzige, bei welchem ich mich nciht schämen würde, wenn ein Gast es zu Gesicht bekäme. Zudem konnte ich Sin auch gut nachvollziehen. Bei seinem Auftraggeber würde ich auch ungern nächtigen. Aber wahrscheinlich sah der pflichtbewusste Söldner bei alledem bloß die Tatsache, im Ernstfall schnell zur Stelle sein zu können und nicht erst noch durch die halbe Hütte jagen zu müssen, um überhaupt bei mir anzukommen. Bei dem Gedanken an mich als den Schützling ... wurde mir erneut irgendwie komisch. Warum um alles in der Welt brauchte ich überhaupt einen Beschützer? Ich hatte zwar den einen oder anderen Feind, aber ich war doch bestimmt auf niemandes Abschussliste oder? Jedenfalls hatte ich schon häufiger darüber nachgedacht, wer oder was hinter mir her sein könnte, dass mein eigener Vater mir einen Beschützer engagierte. Ich war anfangs zu dem Entschluss gekommen, dass mein alter Herr bloß verrückt geworden war und Dinge sah, die es überhaupt nicht gab. Aber aus irgendeinem Grund, wollte ich das nicht wirklich glauben. Mein Vater war vielleicht etwas eigen, aber verrückt ganz bestimmt nicht. Er war jemand, der sich sehr auf seine Sinne und sein Gefühl verließ, und wenn er solch eine Maßnahme hier veranlasste, dann sicherlich nicht ganz ohne Grund. Ob ich ihn in einer ruhigen Minute erneut danach fragen sollte?

"Okay, dann machen wir das so. Und du brauchst wirklich keine Decke, Kissen oder dergleichen?" hakte ich der Höflichkeit zuliebe noch ein mal nach und begann, nachdem auch Sin fertig war mit essen, den Tisch abzuräumen. Den noch halbvollen Topf stellte ich zurück auf den kühler werdenden Herd und das Geschirr stellte ich vorerst in die Spüle. Ich würde es ein anderes Mal abwaschen, oder einfach darauf hoffen, dass Vater sich dazu durchringen konnte, das selbst zu erledigen, wenn er irgendwann nachts Heim kommt.
Ich lächelte Sin an, der anscheinend zufrieden mit der Mahlzeit war. Natürlich war auch ein so subtiles Lob wie dieses, dass er einfach satt wirkte, für mich ein schönes Lob, welches mich wahrscheinlich bei zu häufiger Kenntnisnahme irgendwann auf Wolke sieben der zufriedenen Köche schweben ließ.
"Nun meist stehe ich etwa um halb vier auf. Weil es da in den Ste..." ich hielt inne. Wollte ich Sin wirklch verraten, dass ich morgens erst ein mal tierischer Weise Mäuse fing oder etwas dergleichen? Nun ja, ich wusste nicht, weshalb ich mich für meine Natur schämen sollte oder diese gar verheimlichen. Das war schließlich für mich etwas völlig normales und Sin war selbst auch kein allzu normaler Typ. Schließlich futterte er die Seelen von Lebewesen, das war bestimmt auch verrückt genug, um es mit meiner halb menschlichen und halb tierischen Lebensweise zu vergleichen.
"...Steppen rund um die Stadt noch ruhig und idyllisch ist. Die Arbeit beginnt dann aber erst um sechs. Also wenn es nicht gegen deine beruflichen Pflichten verstößt, dann kannst du auch gerne bis dahin schlafen und dich ausruhen." ich lächelte und wischte noch ein mal den Tisch ab, der es eigentlich auch nicht mehr verdiente, geputzt zu werden. Das leicht aufgequollene Holz hatte teilweise schon tiefe Risse und was sich darin verfing war für immer verloren. Meist nutzte das Abwischen bei diesm alten Möbelstück bloß noch um Brotkrümel zu entfernen.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jul 04, 2013 1:28 pm


Ich stand auf, als sie begann den Tisch abzuwischen und merkte erst im Stehen, wie sehr mich das Essen doch gesättigt hatte. Ich fühlte mich ein wenig schwer und träge, aber das schon lang nicht mehr verspürte Gefühl beruhigte mich ein wenig. Schließlich war die Nahrungseinnahme ein Grundbedürfnis, welches bei mir schon länger nicht mehr erfüllt worden war und vielleicht deswegen eine solche Zufriedenheit mit sich brachte. Jedenfalls für den Moment. Dabei plante ich innerlich für die nächsten Tage. Wenn jeder Tag so ablief, dass sie früh morgens aufstanden und arbeiten gehen würden, dann würde es nach gewisser Zeit doch langweilig werden. Aber das musste ich als Söldner eben in Kauf nehmen. Solange ich meinen Sold bekam... Aber wenn jede Gefahr so ähnlich ablief, wie die 3 Jungen am Nachmittag, dann könnte ich diesen Auftrag auch gleich als Urlaub sehen. Und doch hatte ich es irgendwie im Gespür, dass dieser Auftrag doch noch mehr werden konnte, als ich derzeit dachte. Irgendetwas musste ja hinter dem Mädchen stecken, dass ich es beschützen soll. Bestimm würde ich noch herausfinden was. Alles kam mit der Zeit. Und wenn nicht, dann frage ich eben nach. Denn das Gespräch wurde ja durch besagte 3 Jungen unterbrochen, was mich jetzt im Nachhinein doch ein wenig ärgert.

Sie fragte mich, ob ich Kissen oder Decken bräuchte um zu schlafen. Im Prinzip nicht, ich konnte überall, jederzeit irgendwie schlafen, wenn ich es wollte. Ob mit oder ohne Decke war mir gleich. Aber natürlich war es komfortabler, einmal wieder mit Decke und Kissen zu schlafen. Das letzte mal war es in einem Gasthaus gewesen, dass ich so etwas wie ein Bett gehabt hatte. Aber ich würde dem Mädchen auch nicht die Sachen nehmen, die sie zum Schlafen brauchte, nicht wenn ich sie nicht zwingend verwenden musste. Das war eine Sache der Logik. Und vielleicht auch ein wenig der Höflichkeit. Obwohl ich wirklich Etikette nie wirklich gelernt habe. Weder von meinen Eltern, noch in der Zeit von der Straße und erst recht nicht von den Zigeunern. Nicht, dass diese unhöflich gewesen sind, aber es waren eben keine Edelmänner und -Frauen. Entweder schien er es ein bisschen im Blut zu haben oder er hatte es sich unbewusst von manchen Personen abgeschaut. Vielleicht beides. Ich sah das Mädchen an und überlegte noch einmal kurz, dann schüttelte ich den Kopf. »Nein, ich brauche wirklich nichts. Am nächsten Morgen wirst du wissen warum. Es würde zu lange dauern, es dir zu erklären.« sagte ich dann und verschränkte die Arme vor der Brust.

Ich hörte ihr weiterhin zu, bis sie auf die Zeit, an der sie aufstand stockte. Ich runzelte etwas die Stirn, weil ich die Unterbrechung nicht verstand. Verheimlichte sie mir etwas? Ich würde es ihr nicht übel nehmen, wir kennen uns erst seit ein paar Stunden und wirklich viel Vertrauen erweckt habe ich auch noch nicht, das wusste ich. Und wenn ich so an meine Persönlichkeit appellierte, dann würde das auch länger so bleiben. Aber ich erwartete ja auch nicht von ihr, dass sie mir alles erzählte. Jeder hatte Geheimnisse und das war auch gut so. Ich hatte immerhin auch welche. Und da hatte sich auch kein Mensch einzumischen, und auch nichts anderes... Wer weiß schon was es noch für Wesen da draußen gab. Ich kannte bei weitem nicht alle Rassen, die hier hausten, doch manchmal hatte ich schon eigenartige Gestalten gesehen, die nicht so schnell aus der Erinnerung geblasen wurden. Man sagt auch, dass Dämonen und Götter, gefallene Götter hier ihr Unwesen treiben. Der Gedanke, dass vielleicht ein gefallener Gott mein Feind sein könnte machte mir dann doch ein wenig Angst. Wer konnte schon etwas gegen einen Gott ausrichten? Ich schüttelte mich kurz, dann sprach Arynah auch schon weiter. Ich nickte aufmerksam und als Zeichen, dass ich verstanden hatte. Sie stand also früher auf, damit sie sich einen ruhigen und schönen Morgen gönnen konnte. Das war, fand ich jedenfalls, eine nette Eigenschaft. »Ich werde mit dir aufstehen. Einerseits weil es gegen meine beruflichen Pflichten verstoßen würde, andererseits, weil ich schon lange keinen idyllischen Morgen mehr gehabt habe.« antwortete ich. Ich sah noch einmal zu dem Eintopf der wieder auf dem Herd stand. Der Vater musste wirklich ein glücklicher alter Kauz sein. Er hatte eine Tochter, die sich um ihn sorgte, die ihm bei der Arbeit half und die, wie jeder andere auch in ihrem Alter, mal ein wenig Unfug trieb. Gut, sie wohl mehr als alle anderen, denn ich hatte mir im Vergleich nie wirklich etwas zu schulden kommen lassen, als ich in ihrem Alter war. Jedenfalls nicht so, dass ich mal kurz ins Gefängnis musste oder dergleichen.

»Es scheint, dass dein Leben bisher recht gut verlaufen ist. Du hast einen Vater, du hast eine Bleibe, du hast eine Arbeit...« stellte ich fest, wartete allerdings auf ihr Statement. Was sagte sie dazu, wie sah sie ihr eigenes Leben. Und im gleichen Moment stellte ich mir die Frage, was ich wohlantworten würde, wenn sie nach meinen Eltern fragen würde...
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Arynah
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jul 04, 2013 4:24 pm

Ich musste schon zugeben, dass ich gerne im Haushalt mitwirkte. Nun ja, ich hatte es auch nicht anders gelernt, weil Vater und ich ja schon fast immer alleine waren und keine andere Frau im Haushalt helfen konnte. Denn was das anging, waren wir doch eindeutig mehr Mensch als Tier. Während Vater viel arbeitete, sorgte ich für warmes Essen und wenigstens eine gewisse Grundordnung, die man vielleicht vorzeigen konnte, wenn man Gäste erwartete ... mit wenig hohen Ansprüchen. Letztendlich würde es Vater und mir auch reichen, wenn wir eine kleine Höhle hätten, in der wir nachts sicher schlafen konnten. All diese menschlichen Gewohnheiten und Tugenden haben wir uns bloß abgeschaut, weil es einfacher war, sich damit anzupassen. Für mich stand jedenfalls fest, ich würde meine Kinder weniger menschlich erziehen als mein Vater mich.
"Nagut, wie du möchtest." sagte ich, weil Sin tatsächlich darauf bestand, ohne irgendwelche Kissen oder Decken auszukommen. Jedem das seine. Auch wenn ich es sicherlich nicht gerne hatte, in menschlicher Gestalt auf kalten, hartem Boden zu schlafen. Das war nicht nur unbequem, sondern auch wirklich kalt. Nachts war es ja ohnehin kalt in wüstenartigen Gegenden, aber dann auch noch auf unserem glatten Betonboden? Wir empfanden das Verlegen von irgendwelchem Böden als überflüssig, deshalb wird es auch nicht warm auf dem Boden, weil irgendein toller Belag darauf war. Aber Sin war alt genug, um selbst zu entscheiden, was und wie er nächtigen wollte. Da mischte ich mich ganz bestimmt nicht ein. Wahrscheinlich hatte er schon schlimmere Unterkünfte gehabt, die nicht ein mal ein halbwegs akzeptables Dach über dem Kopf boten. Also war das hiesige schon annehmbar.
Ich warf noch einen prüfenden Blick durch die Küche und deutete dann auf einen engen, kurzen Flur, der links und rechts eine Tür hatte und ganz am Ende noch eine. Mehr Räume gab es ohnehin nicht, bis auf ein kleines Bad, welches von der Küche aus zu betreten war.
"Dort links ist dann auch mein Zimmer." sagte ich und  ging voran. Inzwischen war es schon spät, sodass das Mondlicht nunmehr die Straßen erleuchtete. Wir hatten wohl doch länger gegessen als gedacht. Wahrscheinlich würde auch bald Vater Heim kommen.
Ich betrat dann also mein Zimmer und schob den Schreibtisch etwas zur Seite, sodass Sin sich wenigstens an eine Wand anlehnen konnte, wenn ihm danach war. Ich selbst, und das war wohl normal bei Gestlatwandlern, schlief in meiner wahren Gestalt in der hinteren linken Ecke des Raumes. Dort hatte ich mir eine Decke hingelegt, die ich schon immer hatte. Ich glaube, dass ich diese Decke noch von damals habe, bevor der Vulkan ausbrach. Sie ist so eine Art Erinnerungsstück an meine Mutter und meinen Bruder.
"So, also dort kannst du dich gern niederlassen ... oder hier" ich deutete in die Mitte des Raumes und dann machte ich eine kreisförmige Bewegung mit dem Zeigefinger "Oder wo auch immer du möchtest." ich zuckte mit den Schultern. Solange er sich nicht auf meine Decke legte, war ja alles in Ordnung. Ich würde es mir nicht nehmen lassen, mich dreister Weise einfach auf ihn drauf zu legen, wenn er vielleicht doch mal auf meine Decke schlafwandelte oder dergleichen. Der Gedanke, Sin würde schlafwandeln, ließ mich grinsen, ehe ich leicht den Kopf schüttelte um diese lustige Vorstellung los zu werden. Fakt aber war, dass ich mich irgendwie schon auf den nächsten Morgen freute, auf die angekündigte Erkenntnis, warum Sin keine Decke und kein Kissen brauchte. Was stellte er denn bitte nachts an, dass es eine so ausführliche Erklärung bedürfe? Nun ja, morgen früh wäre ich schlauer.
"Okay, dann kann ich dich ja wecken. ... Außer du schreckst dann hoch und versuchst mich reflexartig umzubringen? ... Ich sollte dich vielleicht mit einem Stock aus sicherer Entfernung anstubsen." scherzte ich und wandte mich Sin zu.
Mein Leben bisher ganz gut verlaufen? Etwas verblüfft schaute ich ihn an, als ich darüber nachdachte, was er sagte. Ja, mein Vater war ein toller Mann und ich liebte ihn über alles, was nicht zuletzt an dem Familienzusammenhalt lag, dem wir instinktiv folgten. Meine Bleibe war zwar nicht die Beste, aber man konnte sich hier aufhalten ohne von der ganzen Nachbarschaft begafft zu werden und letztendlich war meine Arbeit auch ... akzeptabel. Ich begann zu lächeln.
"War das ein Kompliment? Dann bedanke ich mich mal. Wobei ich gestehen muss, dass ich die Ausbildung in der Schmiede nicht ganz freiwillig mache. Eigentlich hatte ich hier an der Uni studiert ..." ich rollte mit den Augen "Aber man hatte mich nicht vorgewarnt, welch arrogantes Pack sich dort herumtreiben würde." Tatsächlich waren viele der Studenten nicht damit klar gekommen, dass ich noch so jung war und ich konnte ihren Neid spüren, den sie mit jedem Blick auf mich, mit jeder Bemerkung hinter meinem Rücken zeigten. Das war offensichtlich. Schlimmer noch war, dass ich diese meist weniger freundlichen Bemerkungen immer hören konnte. Ich war eigentlich doch ganz froh, dass ich das Studium abbrechen und die Ausbildung beginnen konnte.
"Aber jetzt kommen wir mal zu dir. Ich weiß eigentlich kaum etwas über euch Schwarzmagier." ich schaute in seine auffallend roten Augen und setzte mich schließlich an die Wand gelehnt auf den Boden meines Zimmers. "Wie wird man zu einem Schwarzmagier? Man wird nicht als einer geboren oder?" interessiert spitzte ich die Ohren und wollte mir unbedingt merken, was er nun sagte. Sicherlich konnte mir all das Wissen irgendwann mal von Vorteil sein.


Zuletzt von Arynah am Di Jul 09, 2013 12:27 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tenzifa    So Jul 07, 2013 7:08 pm


Ich schüttelte gleich den Kopf um die Antwort festzulegen. »Nein, als Einer geboren wird man nicht. Aber so ziemlich jeder kann zu einem werden, wenn ich das bisher richtig gedeutet habe. Indem du dem Gott Tenebrae, dem Herrn der Dunkelheit huldigst und nicht den anderen Göttern. Ich denke, wenn man es lang und intensiv genug macht, dann wird er dich erhören und dir die nötige Macht geben, die Magie in deinem Inneren anzuwenden. So war es jedenfalls bei mir. Eines Tages gab er mir das Wissen und die Macht dazu und seitdem versuche ich dazu zu lernen.« erklärte ich. Dann dachte ich jedoch über ihre Behauptung nach. Was wäre, wenn sich ein Schwarz-Magier und eine Schwarz-Magierin zusammen taten? »Es könnte natürlich sein, dass man als Schwarz-Magier geboren wird, wenn man der Nachkomme zweier solcher Magier ist, aber das weiß ich nicht. Ich habe nie einen anderen Schwarz-Magier kennengelernt.« fügte ich dann noch an und dachte weiter nach.

Ich war eigentlich nicht in der Stimmung etwas zu erzählen. Das war einer dieser typischen Fälle, in denen ich denke, dass es die anderen Leute einfach nichts angeht. Ich bin nun mal ein Schwarz-Magier, aber das muss nicht jeder wissen. Ich war ihr auch keine Rechenschaft schuldig. Und das würde ich auch tunlichst vermeiden, wenn ich könnte. Ich hasse es, wenn ich jemandem etwas schuldig bin. Sei es nun Rechenschaft oder etwas anderes. Schulden machten mich abhängig. Und ich will von niemandem abhängig sein. Ich werde alles allein schaffen. Das habe ich mir geschworen, als ich gegangen bin. Und noch einmal, als ich verstoßen wurde. Ich werde diesen Schwur nicht brechen. Und außerdem war das Wissen über einen Magier gefährlich. Für mich als auch für sie. Ich vertraue keinem so schnell, dass ich ihm nach wenigen Momenten solche Dinge erzähle. »Aber mehr musst du auch nicht wissen.« beendete ich die Märchenstunde recht schnell und setzte mich an die gegenüberliegende Wand von ihrem Schlafplatz. Die Schwerter legte ich neben mich, damit ich sie jederzeit griffbereit hatte. Man weiß ja nie, wann etwas passieren kann. »Je weniger du über mich weißt, desto besser. Ich hab einige Feinde, die für das Wissen nach dem du fragst töten würden. Ich will kein Risiko eingehen.« erklärte ich dann doch und verfluchte mich innerlich dafür. Schon wieder leistete ich Rechenschaft ohne dass ich es musste.
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Arynah
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Di Jul 09, 2013 12:57 pm

Da saßen wir nun also, auf em kühlen Boden in meinem eher spartansich eingerichteten Zimmer. Und das Ganze auch noch ohne ein wirkliches Gesprächsthema. Denn wenn man mal ehrlich darüber nachdachte, dan wurde einem doch schon schnell klar, dass es einfach unangenehm war, sich anzuschweigen und einander mit den Blicken aus dem Weg zu gehen, weil man sich einfach nichts zu sagen hatte. Also dachte ich kurz nach. Zum einen über das von ihm Gesagte, dass das Wissen über Schwarz-Magier mich in Gefahr bringen könnte und zum anderen suchte ich nach einem anderen Thema. Warum aber fühlte ich mich dafür verantwortlich, ein Thema in den Raum zu werfen? Ich war zwar gastgeber - mehr oder weniger freiwillig - aber ich war ebenso wenig wie er Kindermädchen. Also, wenn jemandem nach Reden war, konnte er ja etwas sagen. Ich hingegen entschied mich dafür, dass ich zum einen kein neues Thema wusste und zum anderen hatte ich auch nicht die Geduld, mir jetzt etwas auszudenken. Also schwieg ich und schaute einen kurzen Moment zu dem Söldner herüber. Ob seine roten Augen in der Dunkelheit leuchteten? Ich fänd es äußerst interessat, das herauszufinden. Sicherlich würde ich darauf achten, wenn ich morgen früh aufstehe. Er würde wahrscheinlich auch schnell aufwachen, und das nicht, weil ich so unglaublich laut war und wie ein Elefant im Porzellanladen bbuchstäblich alles umwalzen würde, sondern, weil er bestimmt nicht allzu fest schlief und immer ein offenes Ohr hatte. Musste ja eigentlich auch schrecklich sein so, aber ich konnte es mir bei ihm nicht anders vorstellen. Jemand der wie er Feinde hatte und niemanden, der ein Auge auf ihn warf, musste selbst auf sich aufpassen und das immer. Rund um die Uhr, jeden Tag ... Inzwischen war es schon recht spät geworden und ich merkte, wie auch mich die Müdigkeit packte. Normalerweise waren Füchse ja eher nachtaktiv und wurde zu dieser Zeit erst richtig wach, aber das Leben unter Menschen und in der Stadt hatte meinen Rythmus beeinflusst und irgendwie von der natürlichen Reihenfolge abgebracht. Natürlich fand ich das schade, weil ich das ja eigentlich mehr als alles andere hasste, aber einige kleinere Kompromisse musstee ich leider eingehen, wenn ich dieses Leben weiter leben wollte. Während ich mich also streckte und ein leises, eher piepsiges Gähnen von mir gab, richtete ich mich auf und schaute dann zu Sin herüber, dessen Schwester griffbereit direkt neben ihm lagen. Man, der Kerl überlässt wirklich nichts dem Zufall. dachte ich und verzog kurz das Gesicht. Mit Sicherheit war er nicht zu irgendwelchen Spontaitäten zu bewegen. Genoss er das Leben überhaupt noch? Oder lebte er bloß noch um Geld zu verdienen und der Dunkelheit treu ergeben zu sein? ... Auch wenn er nicht gern darüber redete, war meine Neugier gegenüber der schwarzen Magie geweckt. Besonders die Tatsache, dass er so verschwiegen deshalb war und nicht mehr viel darüber erzählen wollte, machte mich neugierig. Wahrscheinlich eben deswegen ... das ist ein grundlegendes, psychologisches Phänomen. Was man nicht haben kann oder wissen soll, will man haben oder wissen. Deswegen war es auch stets so verlockend, Regeln zu brechen, eben weil man es nicht durfte. In meinem Fall steckte da zwar meist noch eine Ideologie dahinter, aber ich war mir bewusst, dass ich mich bestehenden Regeln und Gesetzen wiedersetzte. Wohl oder übel würde ich in der kommenden Zeit meinem neuen Begleiter viele Fragen stellen, die einen mehr, die anderen weniger subtil.
"Ich werde jetzt schlafen gehen, denke ich." sagte ich und streckte mich im Stehen erneut, weil ich mich heute irgendwann irgendwie verspannt hatte. Ich kreiste kurz die Schulter, dückte dann gezielt gegen das ziepende Gelenk und schwupps ... ein leises Knacken bekundete, dass jetzt wohl wieder alles an der richtigen Stelle zu sein schien. Sehr schön.
"Ich wünsche dir eine gute Nacht, Sin." ich lächelte noch ein mal freundlich, wie ich eben war und ging dann herüber zu meiner Decke. Davo blieb ich kurz stehen, verwandelte mich zurück in meine wahre Gestalt, in der ich leider nicht sprechen konnte, und rollte mich gemütlich auf der Kuscheldecke ein. Ich wusste nicht, warum ich das machte, aber ich liebte es, eingerollt, wie eine Kugel zu schlagen und dann den buschigen Schwanz vor meine Schnauze zu legen. Das war unglaublich gemütlich und ich liebte es.
Morgen früh musste ich wahrscheinlich meinen werten Herrn Begleiter nicht wecken, aber falls doch, so hatte ich mir bereits einen kleinen Notfallplan zurechtgelegt, den ich im schlimmsten Falle tatsächlich so durchführen würde. Die Frage war jedoch, ob ich das ganze überleben würde, weil Sin bestimmt eine eventuelle Gefahr auch im Halbschlaf erledigen könnte, obwohl ich mich nicht als Gefahr einstufen würde. Mein Plan sah nämlich folgendermaßen aus: Ich würde mir ein Buch aus den unteren Fächern der Regale schnappen, möglichst kein allzu dickes Buch mit etlichen Seiten, sondern ein dünneres, leichtes Buch, welches ich auch gut in meiner kleinen Schnauze tragen könnte. Dieses würde ich dann - und das ist dann auch der komplizierte, gefährliche Teil - gekonnt auf Sin werfen und er würde aufwachen. Tja und weil ich das Buch geworfen habe und damit auch in sicherer Entfernung bin, hätte ich genügend Zeit zu fliehen, noch bevor er mich umbringen könnte. ... Okay, ich musste zugeben, der Plan war Müll. Aber er war auch noch nicht ausgereift und ohnehin war ich nicht sicher, ihn jemals anwenden zu müssen. Ich müsste mich wohl einfach vom kommenden Tag überraschen lassen ...
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Di Jul 09, 2013 11:51 pm


Ich sah zu ihr hinüber, unverholen und sah ihr zu, als sie mir sagte, dass sie nun schlafen würde. Ich sah ihr zu, bis sie sich eingerollt hatte und die Augen schloss. Es sah niedlich aus, wie sie als vergleichsweise kleiner Fuchs dort lag, eingerollt wie ein Kätzchen. Für Katzen hatte ich eine Menge übrig. Allgemein hatte ich einen gewissen Draht zu Tieren. Nicht, dass ich sie über alles liebte, aber sie waren Teil der Natur, wie die Dunkelheit, wie das Licht. Ich hatte mich der Natur schon früh ergeben. Nicht, dass ich je gegen die gekämpft hätte, um Himmels Willen. Aber ich habe gesehen, zu was die Natur in der Lage ist. Und ich sehe, was viele Menschen mit der Natur anrichten. 2 Gründe, warum ich mich auf die Seite der Natur geschlagen habe. Sie hilft mir und ich versuche ihr zu helfen. Sie ist wie eine Mutter, die sich um alles und jeden sorgt, selbst wenn man Mist gebaut hat oder ein böser Mensch ist. Ich hatte eine ordentliche Portion Respekt vor der Natur und ich denke, dass ist auch gut so, denn wer weiß, wann die Natur die wirklich bösen Menschen... beseitigt.

Ich wartete noch ein paar Minuten, bis ich sicher war, dass sie ganz eingeschlafen ist. Dann sah ich kurz zu dem Fenster, in die Nacht. Die Sonne war schon lang untergegangen. Der Mond war nun das Gestirn und erleuchtete die Nacht, jedoch nicht wie die Sinne, hell und fröhlich, sondern eher düster und matt. Und auch wenn das Mondlicht weitaus dunkler war fand ich es schöner, als das der Sonne. Ich schloss für einen Moment meine Augen und brachte meinen Atem bewusst zur Ruhe. Immer langsamer und tiefer ging er, bis es schon fast beängstigend wurde, wenn man nicht wusste was ich tat. Doch es war ja keiner hier. Jedenfalls keiner bei Bewusstsein. Ich hob ein Schwert auf und zog die Klinge langsam und leise aus der Scheide. Ich wog es in der Hand und seufzte kurz. Dann hob ich den Ärmel meines Gewandes an und setzte die scharfe Seite der Klinge an meinen Oberarm. Dort waren viele kleine Striche, Narben, zu sehen. Kurz drückte ich die Klinge in den Arm und ein feiner Schnitt verblieb dort. Eigentlich tiefer, als ich beabsichtigt hatte, doch das machte im Grunde nichts. Es war wie eine Art Ritual für mich, dass jedes Mal zu tun, bevor ich mich zur Ruhe begebe. Die kleine Wunde hilft mir bei Bewusstsein zu bleiben. Und bis zum nächsten Morgen war die Blutung gestoppt. Durch das schwarze Gewand konnte man das Blut nicht wirklich sehen, außer man befand sich mit dem Auge direkt vor dem vom Blut getränkten Punkt. Doch warum sollte sie sich dahin begeben? Ich schüttelte den Kopf, wischte das Blut von der Klinge und steckte es wieder in die Scheide. Ich legte es wieder an seinen alten Platz, dann legte ich mich neben die Wand, meinen Kopf an der Ecke. Ecken waren immer am vorteilhaftesten für mich, denn so war ich sicher, dass sich keiner von hinten anschleichen konnte. Alles was von vorne kam war für mich kein wirkliches Problem, das meiste konnte ich abfangen und vernichten, wenn es mir böses wollte. Meine Augen starrten auf die Decke, doch langsam fiel ein schwarzer Mantel über meine Sicht. Meine AUgenlider blieben offen, doch das Rot wurde matt und leuchtete nicht mehr. Allein die Tatsache, das meine Augen nachts aufblieben schreckte schon manche ab, was nur zu meinem Vorteil war. Alle Sinne fuhren sich langsam herunter und wurden auf das Minimum beschränkt, so wie es sein sollte. Das sickernde Blut und der kaum spürbare Schmerz halfen dabei, dass meine Sinne nicht komplett absackten. Ich war zufrieden. Und ein kleines Lächeln rann über mein Gesicht, bevor ich mich gänzlich der Ruhe widmete.
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Arynah
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jul 11, 2013 9:59 am

Ich bekam nicht mehr mit, was Sin noch machte und schlief ziemlich schnell ein, um dann einen durchaus verwirrenden Traum zu haben. Mein Unterbewusstsein ließ wohl den Tag revue passieren und so war ich schon wieder auf der Flucht vor drei Verfolgern. Diesmal aber in einer komplett anderen Umgebung und ich meiner wahren Gestalt. Meine drei Verfolger waren schwer bewaffnet und schneller als sie es wirklich waren. Mit erhobenen Schwertern verfolgten sie mich und schossen ab und zu sogar mit Pfeil und Bogen nach mir. Panisch rannte ich natürlich davon und versuchte mich zu verstecken, was in der Wüste aber schwieriger war, als man zu erst annehmen würde. Ich rollte eine Düne herunter und als ich unten ankam, standen auch schon die drei Verfolger dort und erzählten mir, ich habe den Marktplatz verwüstet und müsse jetzt dafür geradestehen. Völlig verwirrt dementierte ich den Vorwurf und versuchte wieder davon zu rennen, aber das ging nicht, die drei hatten mich umstellt. Ich fluchte in mich hinein und schaute meine ungewollten Gegner zähnefletschend an. Tja und plötzlich war da irgendeine Stimme, die mir sagte, dass ein Fuchs irgendwann auch mal kmpfen müsse, weil man nicht immer fliehen könnte.

Ruckartig riss ich sie Augen auf und nahm den Schwanz vor meiner Schnauze weg, damit ich alles um mich herum ein mal genau beobachten konnte. Gut, ich hatte nur ziemlich realistisch geträumt und dann auch noch so einen Unfug. Sin lag mit gruselig geöffneten Augen auf dem Boden und ... roch ich da etwa Blut? Ich ließ es mir zu dieser frühen Stunde nicht nehmen, aufzustehen, mich kurz zu strecken, und dann näher auf den leicht nach Blut riechenden Söldner zu treten. Einige Zentimeter vor ihm blieb ich stehen und schnupperte konzentriert. Tatsächlich, er riecht nach Blut. stellte ich fest und trat einige Schritte zurück. Das war wirklich komisch, hatte er sich das selbst angetan? Leicht verwirrt entschied ich mich dazu, ihn das nachher auf jeden Fall zu fragen, weil er im ersten Moment einfach keinen Sinn für mich ergab. Vielleicht war er auch einfach nur blöd gegen eines seiner Schwester gekommen. Zwar steckten die in einer Scheide, aber dennoch konnte es ja passieren, dass er es im Schlaf herausgezogen hatte und sich verletzte. Seltsam, aber möglich. Jetzt musste ich ihm nur noch zu verstehen geben, dass ich jetzt die Hütte verlassen würde, weshalb ich mich von meinem gestern Abend geschmiedeten Plan abwendete und einfach ganz offensichtlich einen Weckruf startete. Weil ich mir sicher war, er würde ganz leicht aufwachen, fiebste ich einfach nur ein paar mal und setzte mich vor sein Gesicht. Natürlich mit einigem Sicherheitsabstand. Während ich nun also dort saß und dreimal fiebste, schaute ich in seine Augen, die derweil tatsächlich nicht leuchteten oder dergleichen. In diesem Licht wirkten sie schon fast ein wenig braunrot. Hörte ich seinen leisen Atem nicht, hätte ich gedacht, er wäre tot, weil in seinen Augen überhaupt kein Leben teckte.
Na komm Schlafmütze, aufstehen." dachte ich und schwenkte sanft den Schwanz hin und her.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jul 11, 2013 1:26 pm


»Wie lang willst du noch fiepsen?« fragte ich und der Glanz kehrte augenblicklich in meine Augen zurück. Sie leuchteten kurz auf, dann waren sie so rot wie immer. Meine Augen huschten zu ihrem kleinen Fuchs-Körper, mein Kopf jedoch bewegte sich nicht. Ich sah sie dennoch etwas fragend an. Ich hatte sie schon gehört, als sie aufgestanden war und sich gestreckt hatte. Ich wäre ihr auch gefolgt, ohne dass sie mir Bescheid gesagt hätte, nachdem die Tür ins Schloss gefallen wäre hätte ich mich erhoben. Oder wie auch immer sie ihr Zimmer verließ, vielleicht auch durch das Fenster. Ich drehte meinen Kopf dann doch noch zu ihr und hob ihn leicht an. Sie war schon ein wenig niedlich, wie sie so als Fuchs da stand. Ich legte meine Hände neben meinen Kopf, die Handflächen auf den Boden. Ich nahm Schwung und es wirkte zuerst so, als würde ich eine Rolle rückwärts machen. Doch als sich meine Beine über meinem Köper befanden drückte ich mich mit meinen Armen ab. Ich streckte die Beine wieder aus und landete auf meinen Füßen. Ich fand es vorteilhaft. Man stand schnell wieder auf und es durchlebte gleich den ganzen Körper, ich war bereit für den Tag. Ich streckte mich einmal, dann klaubte ich die Schwerter vom Boden auf und setzte sie wieder an meine Seite. Als ich sicher war, dass sie hielten sah ich wieder zu Arynah.

»Also? Du gehst vor.« sagte ich und verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust. Meine Sinne waren noch nicht ganz wieder da, aber sie waren schon einsatzbereit.

(Out: Sorry wenn ich gerade nicht viel schreiben kann. Ich denke du weißt warum.)
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Sa Jul 13, 2013 10:19 pm

Ich war mir gerade nicht ganz sicher, ob mir das jetzt einfach peinlich sein sollte, oder ob ich mich bloß in meinem Verdacht bestätigt fühlen sollte. Mein netter Weckversuch kam anscheinend nicht so gut an, was mich natürlich im ersten Moment schon ärgerte, weil ich es ja bloß nett gemeint habe. Also verdrehte ich die Augen und schaute Sin dabei zu, wie schwungvoll er aufstand und sich fertig machte, aufzubrechen. Ich schaute ihn noch einen Moment blöd an und tapste dann mit erhobener Schnauze an ihm vorbei, hin zum geöffneten Fenster und sprang heraus. Er sah schon ein wenig arrogant aus, wie er dort mit verschränkten Armen stand und mich anschaute als würde ich nicht in die Puschen kommen. Ich entschied mich dazu, ihn heute Morgen einfach ein bisschen zu ärgern und ihm etwas zutun zu geben. Schließlich sollte er mich ja nicht aus den Augen verlieren und als kleine Rache wäre ein Parkurlauf durch die Straßen und Gassen Tenzifas doch passend. Letztendlich wollte ich eh die Stadt verlassen, weil man in den Randgebieten hier wirklich gut jagen konnte. Also nahm ich einen kleinen Umweg. Ich schaute noch ein mal zurück, ob mein arroganter Begleiter mir folgte und zischte dann los. Da es noch so früh war, war es auch ziemlich dunkel und es war keine Menschenseele auf den Straßen unterwegs. Das liebte ich so daran, wenig Schlaf zu benötigen und dann die Zeiten zu nutzen, in denen kaum einer wach war. Außer eben jener Wesen, die nachtaktiv waren. Was ich ganz nebenbei eigentlich auch war, wenn ich mich nicht an andere Tagesabläufe gewöhnt hatte.
Ich rannte also noch recht offen sichtbar durch die Straßen, sogar in der Mitte, und wurde erst ein mal richtig wach. Ich war nicht wie Sin der Typ, der immer halb schlief und jederzeit wach sein konnte. Ich wachte zwar früh auf, aber ich brauchte einen kleinen Moment, um mich zu sammeln und meine Umgebung richtig wahrnehmen zu können. In meinem Falle hieß das, dass ich derweil erst in einigen Sekunden komplett an das Sehen in der Dunkelheit hier gewöhnt war. Ich ging davon aus, dass mein Plan, Sin zu ärgern ohnehin nicht allzu gut laufen würde. ich war zwar schnell und flink, aber Sin war ein Magier der Dunkelheit. Also ging ich - auch ohne wirklich viel über seine Fähigkeiten zu wissen - einfach mal davon aus, er würde in der Dunkelheit ganz ausgezeichnet sehen können. Nach etwa hundert Metern war ich dann auch an die Dunkelheit gewöhnt und konnte Konturen und Umrisse von Hindernissen recht gut erkennen, sodass ich mich blitzschnell dazu aufmachte, in irgendwessen Gärten zu schlüften, durch Lücken in Gartenzäunen zu rennen und dann irgendwann oben auf den Hausdächern weiter zu laufen. Von dort aus konnte man viel mehr sehen und was ich sah, war mein Weg raus aus Tenzifa. Flink hüpfte ich dann auf niedrigere Gebäude, rannte über Wäscheleinen, die zwischen den Häusern gespannt waren, und landete dann unten auf sicherem Boden.
Hier endete dann die Stadt und ich setzte mich geduldig auf einen größeren Findling und schaute ruhig atmend über die Steppe, was dort schon wach war und eventuell fressbar war.

(out: gar kein problem)
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Fr Aug 02, 2013 2:36 pm


Ein netter Versuch des Mädchens mich auf Trab zu halten. Ohne ein Wort und mit erhobenem Kopf, der schon fast arrogant und überheblich wirkte, sprang sie aus dem Fenster und machte sich auf den Weg zu ihrem morgendlichen Lauf, den sie mir schon gestern mitgeteilt hatte. Ohne zu zögern sprang ich ebenfalls aus dem Fenster und rollte mich geschickt ab. Ich musste mich nicht wirklich an die Finsternis gewöhnen, denn meine Augen ermöglichten mir, in der Dunkelheit zu sehen, als würde die Sonne scheinen. Ein weiterer Vorteil, den ich in vollen Zügen genoss, doch er brachte auch einen Nachteil mit sich. Denn meine roten Augen leuchtete in der Dunkelheit wie 2 kleine Laternen, jedoch nicht so groß wie eine Laterne und lange nicht so beruhigend. Eher das Gegenteil, auf viele Menschen... oder andere Wesen, wirkte dieses Leuchten einfach nur beängstigend. Doch da Arynah die Tatsache bisher nicht gestört hat, dass ich ein Schwarz-Magier war, würde sie auch das vermutlich nur interessant finden. Zu meinem Glück, denn ich wollte mir gar nicht vorstellen was gewesen wäre, wenn sie so ein Typ Charakter hätte, der sich vor allem fürchtet was er nicht kennt. Solche Wesenszüge empfand ich selbst als störend und sie behinderten mich bei der Arbeit.

Ich war lange nicht so schnell wie sie. Füchse waren flink, wogen nicht sonderlich viel und hatten dennoch einige Muskelmassen, die sie nur umso schneller machte. Ich hatte Mühe ihr zu folgen, denn proportional gesehen hatte sie mehr Muskeln als ich, wenn man die Körpermasse als Variable mit einbezieht. Doch ich tat mein bestes sie nicht aus den Augen zu verlieren. Durch die Gärten konnte ich ihr nicht folgen, das hätte vermutlich viel zu viel Lärm gemacht, doch die Hausdächer waren kein Problem für mich und ich war mit wenigen Sätzen wieder hinter ihr her. Nebenbei hierlt ich die beiden Schwerter zusammen, damit sie nicht laut klapperten. Als sie auf den Wäscheleinen lief sprang ich wieder auf den Boden und begleitete sie von dort aus. Als sie sich nach einiger Zeit dann endlich auf einen größeren Felsen setzte kam ich neben ihr zum Stehen und -so ungern ich das auch zugebe- atmete schwer. Morgendlicher Sport war also hiermit abgehakt.

»Du bist verflucht schnell.« gab ich zu und lehnte mich neben besagtem Felsen um wieder zu Atem zu kommen. Wurde ich doch schon alt? »Was kommt jetzt?« fragte ich dann und erwartete die Antwort, mit der sie sich aber auch ruhig Zeit nehmen konnte...
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mo Aug 05, 2013 9:28 am

Natürlich schaute ich ab und zu doch mal nach hinten, wo denn mein Beschützer war und ob er hinterher kam. Erstaunt war ich allemal, als ich ihn doch jedes Mal wahrnahm. Sei es nun sein Geruch, wenn er einen etwas anderen Weg als ich einschlug, oder eben er selbst. Dafür, dass ich in diesem Moment wirklich recht fies war und besonders die Vorgärten der etwas hübscheren Häuser nutzte, konnte er wirklich gut Schritt halten und noch mehr: Er war recht schnell darin, sich eine neue Rute auszudenken und somit mit zu halten. Dafür hatte er auf jeden Fall schon mal meinen Respekt verdient, weil ich das eigentlich nicht so ganz erwartet hatte. Als ich dann also erst mal wieder zum Stehen kam, beziehungsweise auf diesem großen Stein oder fast schon Felsen Platz nahm, kam er auch wenige Sekunden später an und sah sichtlich ... angestrengt aus. Währe ich in der Lage eine klar erkennbare Mine zu ziehen, dann hätte ich wohl ein vermitztes Grinsen nicht unterdrücken können. In dieser Form aber war Mimik nicht ganz so gut erkennbar, sodass ich ihn einfach nur ausdruckslos durch meine Kulleraugen anschaute.
»Du bist verflucht schnell.« sagte er recht schwer atmend und lehnte sich dann an den Felsen. Ich saß ja nun oben drauf und war damit etwa auf Höhe seines Kopfes. Ich musste schon sagen, dass aus dieser Perspektive seine Augen noch weitaus interessanter wirkten. Und obwohl gerade der Sonnenaufgang im Gange war, leuchteten seine Augen noch ein wenig in der allmälig verschwindenden Dunkelheit. Ich schaute kurz in seine Augen und hopste dann elegant vom Felsen herunter. Meine Güte, als Fuchs war ich wirklich weitaus kleiner als Sin. Ich reichte nicht ein mal bis zu seinen Knien. Nun ja, aber ich kannte es ja auch nicht anders, Inaris sind nun mal kleiner als Menschen und abgesehen davon war Sin nicht mal ein kleiner Mensch. Er war sicherlich über einen Meter und achzig. Nun ja, aus dieser Perspektive könnte ich ihn aber auch auf über drei Meter schätzen ohne mir dabei doof vorzukommen. »Was kommt jetzt?« fragte er dann schließlich und ich konnte schon ein wenig heraushören, dass er wieder ruhiger zu atmen begann. Gewohnter Weise wollte ich natürlich sofort antworten und öffnete die kleine Schnauze, wo jedoch nur ein Fiebsen herauskam. Entgeistert ließ ich die Ohren nach unten sinken. Na super. Füchse besaßen so einen Sprachapparat wie Menschen nicht und selbst wenn ich wusste, wie man sprach, so konnte ich es in diesem Körper eben nicht. Wenn ich mit meinem Vater zusammen in dieser Gestalt unterwegs war, war das natürlich kein Problem, aber so? Wie konnte ich mich verständlich machen, ohne wieder in die menschliche Gestalt zu wechseln? Mal abgesehen davon ... Wäre ich jetzt in der menschlichen Gestalt nackt. Und das in Kauf zu nehmen, nur um Sin zu sagen, wie mein morgendlicher Spaziergang weiter ging, wollte ich wirklich nicht. Ich überlegte also kurz und schmiegte mich dann zwischen seinen Beinen hindurch, wie es Katzen für gewöhnlich machten. In diesem Fall eine Geste die ihm bedeutete, dass er noch einen Moment verschnaufen konnte, ehe ich wieder davonlaufen würde. Also setzte ich mich dann wieder kurz hin und schaute hinaus in die zunehmend karg werdende Landschaft. Kaum machte sich die Sonne über dem Horizont breit, wurde es auch deutlich wärmer. Ich ließ mir einige Zeit die noch schwache Sonne ins Gesicht scheinen und schaute dann hinauf zu Sin. Das muss jetzt aber reichen. Ich biss ganz sanft in sein Hosenbein und zog daran in Richtung Steppe. Das sollte als Zeichen reichen um ihm zu bedeuten, dass ich nun weiter wollte. Ich trabte voraus und schnüffelte dabei recht häufig mit erhobener Nase in der Luft, um herauszufinden, wo sich in der Nähe gerade eine potenzielle Beute aufhielt. Ich schnupperte also und roch vorerst nichts außergewöhnliches. Bloß mich, Sin und die vertrocknenden Gräser, die ab und zu mal auftauchten. Doch dann nach einigen Metern des Trabens erschnüffelte ich doch mal etwas anderes. Ich richtete augenblicklich die Ohren auf und schlich dem Geruch nach. Das roch doch eindeutig nach ... Maus.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Di Aug 06, 2013 11:39 am


Sie war schon ziemlich niedlich, wenn sie mich als Fuchs so ansah. Der Versuch zu sprechen bestätigte mich nur in dieser Meinung. Doch ein Lächeln spielte sich nicht über meine Lippen, wie es vielleicht bei anderen Menschen (oder Wesen) der Fall gewesen wäre. Einzig und allein der positive Gedanke an eine Emotion, die anders war als Hass, Wut, Trauer oder Verbitterung. Es war schon komisch. Ich war seit dem Vorfall mit meiner eins Geliebten und der Karawane in eine Gleichgültigkeit abgestürzt, in der ich dachte, dass ich nie mehr heraus kommen würde. Und ich habe auch nicht erwartet, dass das hier und jetzt bei diesem Auftrag passieren würde. Aber allein der Gedanke, dass ich etwas 'niedlich' fand, überraschte mich ungemein.

Sie sprang nach unten und schlich sich um meine Beine, drückte sich etwas dagegen. Ich hatte mittlerweile auch verstanden, dass sie nicht sprechen konnte. Eigentlich galt mein erster Gedanke ihrer Menschengestalt, in der sie ja eigentlich sprechen konnte. Doch bevor sich in meinem Kopf tausende Fragen bildeten beließ ich es dabei, nicht weiter nachzudenken und abzuwarten. Früher oder Später würde ich es vermutlich heraus finden und wenn nicht, dann könnte ich immer noch nachfragen. Falls ich es mir dann noch in Erinnerung behalten habe oder es mich noch interessieren sollte. Ich nutzte die Zeit um noch etwas zu verschnaufen, mein Puls legte sich wieder auf ein normales Maß.

Nach kurzer, wirklich kurzer Zeit zupfte sie mir dann an meinem Hakama und ich sah nach unten. Daraufhin ging sie weiter auf die Weise. Ich nahm das als Zeichen, dass es weiterging. Ich schüttelte kurz meine Arme durch, dann folgte ich ihr. Mir fiel auf, das wenn das Gras nur ein wenig höher wäre, dass ich sie vermutlich kaum noch sehen können würde. Ich folgte ihr weiter, fragte mich was sie wohl vor hatte. Plötzlich sah ich jedoch eine Veränderung, ihre Ohren richtete sich auf und sie schien die Nase ein wenig in die Luft zu halten und etwas zu riechen. Ich ging sofort in die Hocke, nahm die Hand an den Griff eines Schwertes und bereitete mich vor, meinen Eröffnungs-Schlag zu verwenden. Eine Technik, die auf Geschwindigkeit und Zielgenauigkeit basierte, nicht unbedingt auf Kraft. Doch sie war nicht minder tödlich. In meinem Kopf formten sich die Worte für einen magischen Angriff. »Was ist los, Arynah?« fragte ich angespannt und meine Augen sahen sich auf dem ganzen Feld um.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Di Aug 06, 2013 2:37 pm

Es war wirklich ungewohnt, wenn nicht schon zu sagen komisch, mit jemandem auf der Jagd zu sein, der kein Tier war. Das hatte ich noch nie in meinem Leben gemacht und irgendwie gestaltete sich das gesamte Unterfangen doch schwieriger als gedacht und das lag nicht zuletzt daran, dass wir uns einfach nicht absprechen konnten. Ich musste mir irgendetwas überlegen, um entweder in der Fuchsgestalt reden zu können oder ihn meine Sprache verstehen zu lassen. Gedanklich schrieb ich mir dies als kleine Notiz auf und heftete sie an die Pinnwand der Dinge, die ich noch zu tun hatte. Direkt nach meinem derzeit noch in den Kinderschuhen steckenden Plan der Rachr an der Uni. Nun gut, jedenfalls musste sich da irgendetwas tun, wenn er und ich auf unbestimmte Zeit zusammen arbeiten sollten. Oder eher mussten. Das traf es doch besser. Auch wenn ich seine Anwesenheit zwar noch immer als etwas, nun ja, seltsam beurteilte, war er keine schlechte Gesellschaft. Ganz im Gegenteil, er war ja auf seine "Ich bin ein gefährlicher Söldner" Art und Weise durchaus eine sehr angenehme Gesellschaft. Ich lächelte in mich hinein bei dem Gedanken daran, dass er von Anfang an Klartext geredet hatte und mir sagte, ich könne trotz Hausarrest das Haus verlassen, wenn ich ihm Bescheid gäbe. Das als Söldner, war doch eigentlich ein Beweis dafür, dass er dennoch irgendwo tief in seiner vereisten Seele noch einen Funken Mitgefühl parat hatte.
Die Fährte der Maus war zwar schwach, aber wenn ich mich nicht völlig täuschte, dann war das nicht bloß ein Nager. Wahrscheinlich eine Maus und ... hmm, das ließ sich wirklich schwer deuten. Ich ließ es auf eine Überraschung ankommenn und hörte auf so intensiv zu schnuppern. Das würde mich nicht weiter bringen. Und auch Sin nicht, der offensichtlich nicht allzu viel damit anfangen konnte, was ich hier tat. Ich wandte mich zu ihm herum, als er in die Hocke ging und direkt die Hand an sein Schwert legte. Meine Güte, dem würde ich wirklich nicht gerne als Feind begegnen. Der war mit Sicherheit ganz bestimmt kein leichter Gegner. Ich wusste nun auch nicht so genau, was ich ihm antworten sollte oder wie ich ihm bedeuten konnte, dass ich bloß eine Maus und keinen dicken, schwitzenden Räuber gerochen hatte. Nun am besten wäre es, ihn jetzt erst mal im kalten Wasser planschen zu lassen und ihm später vielleicht erklären, was und wieso und all sowas.
Ich tapste also weiter der Spur nach und hielt mich der Gewohnheit halber dabei stetig geduckt und versuchte einfach nicht aufzufallen. Das war eigentlich nicht schwer, wenn eine kein schwarz gekleideter Magier folgte. Natürlich war er auch darin geübt, unbemerkt zu sein und nicht aufzufallen, wenn das sein musste, aber gelang ihm das auch in der recht kargen Gegend außerhalb der Stadt? Nun ja, ich dachte nicht weiter darüber nach, er wäre nciht von Vater angeheuert worden, wenn er das nicht auch könnte. Mal abgesehen davon, dass ich noch immer keinen blassen Schimmer hatte, warum es überhaupt nötig war, ihn zu engagieren. Es war ja nun nicht so, dass ich mich mit der Mafia angelegt hatte. Vielleicht mit ein paar Banden Kleinkrimineller ... aber die waren doch alle so strohdoof, die würden niemals herausfinden, wer ich war und wo ich wohnte.

Vorsichtig folgte ich also meiner Nase und rätselte noch immer darüber, was das für ein weitere Geruch war. Der stach schon fast in der Nase und roch vielmehr nach Moschus als nach Maus. Was um himmelswillen war das? Vielleicht ein anderer Räuber, der die Beute gefunden hatte? Haha, der konnte schon mal reißaus nehmen, schließlich war ich diejenige mit einem Sin im Schlepptau und bestimmt nicht der andere Pechvogel da draußen. Wir kamen schon viel näher und es trennten uns vielleicht nur noch zwanzig Meter in etwa, als ich plötzlich zum Stehen kam. Das laute Quiecken der Maus war zu hören und des Weiteren auch der mir jetzt erst eindeutig bekannte Geruch sichbar. Beziehungsweise jene Kreatur, die diesen Geruch eben mit sich trug. Na super. Begeisterung sah anders aus. Das Fien schaute hatte blitzschnell die Maus gepackt und mit dem spitzen Schnabel erstochen. Oh nein mein Lieber! Ich hatte doch nicht mein emfindliches Näschen strapaziert, nur um zu sehen, wie meine Beute vor meiner Nase weggeschnappt würde! Das Fien war zwar größer als ich und hatte vielleicht auch schärfere Krallen und konnte zudem fliegen ... aber ich war ein stolzer Fuchs und ganz und gar nicht begeistert, wenn man mir meine Beute klaute. Ein Knurren bahnte sich den Weg meine Kehle hinauf und machte erstmals das Fien auf uns aufmerksam. Ups. Es sah nicht so aus als würde es eingeschüchtert werden und davon rennen. Im Gegenteil es setzte sogleich zum Angriff an. Na das hatte ich ja wieder mal super hingekriegt. Lustiger Weise überlegte ich nicht lange und machte mich daran, Kampfstellung einzunehmen. Denn dieses Mal würde ich aus Prinzip nicht fliehen. Das lag einfach daran, dass ich mich zum einen an Sin´s Worte erinnerte, dass auch dder schlaueste Fuchs nicht immer fliehen konnte (okay ich hätte es in dieser Situation gekonnt) und zum anderen lag es daran, dass ich einfach in meinem Stolz verletzt war. Ich wollte diese blöde Maus, komme was da wolle und auch ein wild gewordenes Fien konnte mich nicht davon abhalten. Als das Fien jedoch näher kam und wirklich nicht so freundlich aussah als würde es freiwillig aufgeben, huschte ich blitzschnell hinter Sin und hoffte, er würde seinen Job auch weiterhin gut erledigen.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mi Aug 07, 2013 12:41 am


Mein Körper war angespannt. Jeder Gedanke zählte nur noch dafür, alles und jeden, der eine Gefahr darstellte, in wenigen Atemzügen den Garaus zu machen. Oder zumindest handlungsunfähig. Je nach dem, was auf sie (und somit auch mich) zukommt. Jedes Mal, wenn ich diese Haltung einnahm erinnerte ich mich an den Anfang meines Trainings mit dieser Waffe, dem Katana. Es war hier in Khleom gewesen. Ich bin hier allein umher gezogen, ohne wirklichen Anhaltspunkt, noch nicht einmal mit einem Ansatz von Orientierung. Ich war froh, wenn ich mal eine Stadt, gar ein Dörfchen erblickte, an dem ich mein Wasser wieder auffüllen konnte, was ohnehin in den nächsten Minuten wieder warm wurde. Aber immerhin war es besser als Nichts.

In einem Dorf wurde ich mit Ach und Krach vertrieben, wegen meiner roten Augen. Dabei wollte ich tatsächlich nur Wasser vom Brunnen holen und dann weiter ziehen. Aber die Einwohner meinten, dass ich das Wasser mit meinen unheiligen Händen vergiften würde. Ich wollte sie zuerst davon überzeugen, dass es Schwachsinn wäre, doch sie ließen sich nicht von diesem haltlosen Argument abbringen. Ich sollte ohne Wasser weiterziehen? Das würde interessant werden. Doch bevor ich wirklich los gehen konnte kam mir ein alter Mann entgegen. Er war schon ergraut und hatte keinen geraden Rücken mehr. Er winkte mich heran und sagte, dass er mir Wasser geben würde, wenn ich ein Tag bei ihm bleibe. Eigentlich passte das nicht in meinen Zeitplan, doch einen Tag würde ich entbehren können. Er sagte, dass er etwas wichtiges aus seiner Familie weitervermitteln müsste, und das diese Lehre nicht verloren gehen sollte. Ich solle einen Tag da bleiben, einen Tag damit er mich davon überzeugen kann diese Lehre anzunehmen. Und der alte Kauz schaffte es tatsächlich.

Er brachte mir ein sonderbares Schwert, dass er Bokken nannte. Es war anders gebogen als Säbel, aber sie waren erstaunlich handlich. Und er brachte mir bei, wie man damit umging. Er nannte es 'Fia no hane ryu', die Lehre der Klinge der Furcht. Es war jahrelanges Training, doch bald ernannte er mich zu einem Meister dieser Lehre. Er selbst schien weitaus mehr zu sein, als ein Meister, obwohl ich nicht weiß was es noch größeres gab. Aber ich war ihm dankbar und würde ihn eines Tages wieder besuchen, damit ich mich mit ihm messen konnte...

Die Erinnerung blitzte in wenigen Herzschlägen durch meinen Kopf und ließ mich lächeln. Der alte Kauz hatte mir weitaus mehr beigebracht, als nur das Kämpfen. Ich nahm die Klinge so, dass die Spitze Richtung Boden zeigte, die Klinge zeigte nach vorn, was auch immer dort lauerte. Ich sah, wie Arynah sich weiter anschlich. Ich hoffe nur, dass es nichts gefährliches war, oder sie schnell laufen könnte. Ich wartete geduldig ab, schließlich wollte ich nicht voreilig handeln. Voreiliges handeln konnte große Folgen haben, aber ich denke einmal mehr über zu offensichtliche Dinge nach. Kleingeistig bin ich nun auch nicht. Dennoch fragte ich mich, was Ayrnah gefunden oder gerochen hat. Ich fand es ungemein interessant, wie sich nicht nur ihr Körper, sondern auch ihre Sinne verändert haben. Ich frage mich, wie sich das anfühlt. Ich frage mich, in welcher Form sie sich wohler fühlt... Ich frage mich ziemlich vieles, seit ich diesen Auftrag bekommen habe. Irgendetwas scheint mit der ganzen Situation nicht zu stimmen. Ich bemerke an mir selbst, dass sich irgendetwas in meinem Inneren herum wühlt, was vorher nicht da war. Und es fängt an mich zu ärgern.

Ich legte meine Konzentration wieder auf das Schauspiel vor mir. Jetzt sah ich den Übeltäter, den Arynah gefunden hatte. Ein Fien! Arynah schien nicht sonderlich erfreut, denn sie knurrte, dass hörte ich bis hierher, obwohl uns viele Schritte trennten. Wollte sie diesem weitaus größeren Tier Angst einjagen? Ich wunderte mich ein bisschen. Sie wirkte in ihrer Fuchsgestalt nicht sonderlich bedrohlich. Ob ihr das so bewusst war? Plötzlich huschte sie hinter mich und ich wusste instinktiv, dass SIE nicht gegen den Fien kämpfen würde. Und außer MIRR war kein anderer da, der das hätte übernehmen können.

Na toll, mein schönes Schwert an einen Fien zu verschwenden, der ihr Angst macht... Aber Auftrag ist Auftrag. dachte ich etwas gereizt, dann drückte ich mich kräftig ab, das Schwert raste mit meinem Körper auf den Fien zu. Im selben Moment dachte ich, dass ich das Tier eigentlich nicht töten müsste. Blitzschnell drehte ich das Schwert so, dass ich nun mit dem stumpfen Schwert-Rücken zuschlagen würde. »Fia no Hane yru! Teibu Kara!« rief ich, was auch gleichzeitig der Name des Angriffs war. Den Namen beim Angriff zu brüllen sollte den Effekt verstärken. Das Schwert traf den Fien sofort an der Schulter. Ich spürte wie der Knochen fast widerstandslos nachgab. Der Angriff war schnell und hart, er wurde von unten nach oben geführt und mehr gedrückt, als geschlagen. Der Fien konnte dem Druck nicht standhalten und viel mehrere Schritte in die Richtung, in die ich es gedrückt hatte. Ich kniete an der Stelle, an der gerade eben noch das Tier stand.

Sofort stand ich auf, steckte das Schwert in die Schneide und eilte zu dem verletzten Tier um zu sehen, ob es noch leben würde können oder nicht. Denn wenn nicht wäre es grausam es noch am Leben zu lassen...
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mi Aug 07, 2013 9:22 am

Also um das ein mal ganz klar zu sagen: Angst hatte ich nicht. Nicht wirklich. Ich hatte mich selbst in diese Situation gebracht und letztendlich war ich ja auch gar nicht alleine hier und da war es doch bloß fair, wenn man sich auch mal auf die Hilfe und Mitarbeit der Begleitung verlässt. Weil ich ohnehin davon ausging, nun ja, ich wusste es ja schon beinahe, dass Sin die Sache schon klären würde, das war immerhin ein Job.
Kaum hatte ich mich hinter ihn geschlichen, reagierte er und schien direkt zu wissen, was zutun ist und griff das Fien an. Er sprang auf es zu, ja beinahe konnte man das schon fliegen nennen und schlug es nieder. Mit einem Quiecken fiel das Tier zu Boden und war keine Gefahr mehr. Ich für meinen Teil war natürlich zufrieden, auch wenn das Fien mir leid tat, schließlich kam ich jetzt noch an meine Beute. Also während Sin auf den Boden landete, war ich schon an ihm vorbei gehuscht und hatte die Maus im Maul, um dann katzenartig zu ihm hin zu stolzieren. Das war nicht wirklich meine glorreichste Jagd, aber ich benötigte kein Frühstück mehr. Ich machte mich daran die Maus zu fressen, um zu verhindern, dass noch ein weiterer Dieb ankam und mir meine Beute klauen würde. Das wäre wirklich blöd und ganz sicher wäre dieser Tag dann auch einer der schrecklichsten diese Woche. Schrecklicher als der gestrige Tag mit den drei Tölpeln.
Von der Maus war ziemlich schnell nicht mehr viel zu erkennen, nur ab und zu knackte es, wenn ich einen der kleinen Knochen durch biss. Ich musste sagen, dass ich unter anderem eines der wenigen Tiere war, die gerne den schwanz aßen. Der war zwar sehr knochig, aber irgendwie mochte ich das. Ich hatte mir von meinem Vater deswegen schon mal den einen oder anderen fiesen Blick ansehen müssen. Er fand das nämlich wirklich nicht lecker und schon gar nicht angenehm anzuhören. Ich grinste dann immer bloß in mich hinein und ignorierte seine Meinung darüber, es war letzen Endes meine Sache, wie und was ich aß.
Ich tapste schließlich zu Sin herüber, der bei dem Fien war und anscheinend nachsah, ob es noch lebte und wenn ja, ob es noch lange leben könnte. Weil ich selbst ja auch ein Tier war und mal abgesehen von der Räube-Beute-Beziehung wirklich die Tiere und die Natur mehr schätzte, als Menschen und andere Wesen, hätte ich das Fien auf jeden Fall am Leben gelassen und ihm wenn nötig geholfen. Aber irgendwie interessierte es mich, was Sin machte und wie er in einer solchen Situation handelte. Also setzte ich mich hin und beobachtete ihn, um ihn einfach machen zu lassen.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mi Aug 07, 2013 4:14 pm


Ich sah mehr aus den Augenwinkeln, dass sie sich noch etwas schnappte und dann damit wieder einige Schritte hinter mir war, doch ich achtete nicht darauf. Als ich bei dem Tier war schien es bewusstlos. Doch kaum, dass ich es an der Schulter berührte wachte es auf undb rüllte mich an, allerdings unfähig sich wirklich zu bewegen. »Bleib ruhig verdammt.« murrte ich zornig und funkelte das Fien finster an. Es schien zu verstehen, wenn nicht meine Worte, dann meine Stimmlage. Es beruhigte sich wieder. Ich war ohnehin vollkommen überlegen. Ich sah mir die Verletzung weiter an. Der Knochen war sauber gebrochen wie es schien, ich hoffte, dass es nicht gesplittert war. Aber eigentlich war auf diesen Angriff Verlass. Da ich wusste, wie sehr ein Bruch schmerzen konnte, überlegte ich, wie ich das Leid lindern konnte. Ich war kein Mediziner, ich wusste nichts über Pflanzen oder bestimme Praktiken zur Linderung von Schmerz. Aber eines konnte ich und das klappte immer: Angst. Angst konnte Schmerzen lindern, auch wenn die Angst in diesem Fall noch einen unerwünschten Nebeneffekt hat. Das Fien könnte dann vielleicht zurück laufen, wo es Hilfe bekam. Vielleicht bei Artverwandten.

Ich streckte die Hand aus und legte es auf den Kopf des Fien. Ich schloss die Augen und brachte die Magie in mir zum Fließen. Sie strömte durch meine Hand zu dem Kopf des Fiens. Ich brauchte nicht die Angst des Tieres zu kennen, das tat die Magie von allein. Die Augen des Tieres weiteten sich und es fing an ängstlich zu quieken. Ich öffnete meine Augen, die noch einmal kurz rötlich aufblitzten, dann stand das Fien auf, als würde ihm nichts mehr weh tun und rannte so schnell es konnte. Ich selbst stand gelassen auf und wischte mir demonstrativ den Dreck von meiner Schulter. Jetzt sah ich wieder zu Arynah. »Ich sehe, das Training wird immer dringender.«
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mi Aug 07, 2013 10:14 pm

Ich beobachtete genau, was Sin tat und wie er sich dabei bewegte. Im ersten Moment dachte ich, er üwrde den kleinen einfach erschlagen, weil es ja die verpöhnte , menschlichste Lösung wäre. Aber er tat es nicht. Kein Schlag auf den Kopf oder dergleichen. Das Fien schon also doch weiterleben zu dürfen. Ich hatte gar nicht genau gesehen, was dem Kerlchen denn fehlte, aber wenn Sin es nicht für nötig hielt, es von seinem Leid zu erlösen dann war es wohl auch nichts, was nicht heilen würde. Nachdem ich die Maus verspeist und damit auch mein Frühstück oder vielleicht auf Essen für den ganzen Tag bereits vertilgt hatte, schien Sin einen Plan gefasst zu haben. Er legte seine Hand auf das Tier und irgendetwas magisches musste dabei passieren, was ich nicht verstand. Nun ja, ich selbst hatte ja auch überhaupt keine magischen Fähigkeiten, bis auf die Tatsache, dass ich mich von einem Fuchs in einen Menschen verwandelte. Nun ja, nichts besonderes also. Was Sin da aber gerade tat, war durchaus etwas besonderes. unter Aufblitzen seiner roten Augen musste irgendetwas passiert sein, denn plötzlich riss das Fien die Augen auf, nahm die Beine in die Hand und rannte davon, als hätte es keinerlei Verletzungen erlitten. Ich staunte kurz dem Verletzten hinterher und wurde dann aber von Sin angesprochen, sodass ich zu ihm rauf schaute.
Als Mensch wäre mein folgender Ausdruck auf jeden Fall ziemlich divenhaft herüber gekommen, jetzt aber rollte ich bloß offensichtlich mit den Augen. Ich sehe, dass ich trotzdem bekommen hab, was ich wollte. Ich ließ die gesamte Szene einfach so im Raume stehen und machte mich wieder auf den Weg zurück nach Hause. Schließlich wollte ich nicht ewig, beziehungsweise konnte ich nicht ewig, hier in der Fuchsgestalt herumwandern. Ich hatte ja auch pflichten. Zum einen war da noch das angesprochene Training mit Sin und zum anderen musste ich auch noch arbeiten heute.

Ich ging wieder durch das kleine Fenster ins Haus hinein, aus welchem wir auch herausgekommen waren und schüttelte mich dann ein mal kräftig. Ich konnte es nicht leiden, wenn der ganze Sand durch das Oberfell in das Unterfell rutschte und dort dann auf die Haut gelangte. Das passierte hin und wieder mal, juckte aber gewaltig, wenn man sich nicht darum kümmerte. Also leckte ich ein paar mal noch darüber und ... schwupps ... das Jucken war weg. Jedenfalls fürs erste. Wahrswcheinlich wäre es schwer nachzuvollziehen, wie angenehm es ist, sich das Fell zu putzen, wenn man es selbst noch nie gemacht hat. Aber ich kann versichern: Putzen ist irgendwie wie eine Massage. Nach dem Rennen heute morgen war das wirklich eine willkommene Belohnung. Ich leckte ein paar mal an die Innenseite meines rechten Vorderbeins, sodass die Stelle dort leicht feucht wurde, und wischte dann das Beinchen hinter dem Ohr entlang und bis zur kleinen Schnauze. Schließlich kam ich dort nicht direkt mit der Zunge heran. Schließlich - und es hatte eigentlich auch nicht lange gedauert - war ich einfach in meinem Alltagstrott gefangen und handelte eher so automatisiert, wie man es tat, wenn man morgens noch im halbschlaf dennoch den Weg ins Badezimmer fand. Zufrieden und also total in Gedanken versunken, verwandelte ich mich dann einfach zurück in einen Menschen und stand, so wie es eben immer war, splitter faser nackt in meinem Zimmer und wuschelte mir dann, noch an die Bewegung des Putzens gewöhnt, durch das Haar. In meinem Zimmer war ich, beiläufig bemerkt, auch eigentlich immer allein. Heute aber war das anders und ich hatte das für einen Moment wirklich komplett vergessen. Als ich dann bemerkte, dass ich eben nicht allein war ... nun ja ...
"Ahhh!! kreischend schnappte ich mir sofort meine Klamotten und huschte damit hinter die geöffnete Tür. "Entschuldige ... ich war total in Gedanken!" hektisch zog ich die Unterwäsche und schließlich die restlichen Sachen an, die ich auf die Schnelle gegriffen hatte. "Das ist mir ja so peinlich ... wimmerte ich dabei vor mich hin und traute mich erst als ich sicher war, sowohl Hose als auch Shirt zu tragen, wieder hervor. Meine Güte, war das peinlich. Sin war kein Liebhaber von mir, er war ein angeheuerter Söldner! Das war mir unendlich peinlich und am liebsten wäre ich auf der Stelle im Boden versunken. Oder noch besser: Ein Vulkanausbruch würde mein Haus in die Luft sprengen.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Aug 08, 2013 3:45 pm


Ich bemerkte, wie sie zugesehen hatte. Ich weiß nicht, ob sie es für gut empfand, was ich getan hatte. Aber das interessierte mich auch nicht. Schließlich hing das Leben des Tiers von mir und nicht von ihr ab. Ich allein hatte die Entscheidung über Leben und Tod gehabt. Eine schwere Verantwortung, wenn so darüber nachdenkt. Natürlich hatte ich diese Gewalt nicht überall. Es gab Wesen, die weit überlegen waren, an denen ich mich nicht einmal ansatzweise messen könnte. In diesem Fall hatten sie noch eher diese Entscheidung zu tragen. Doch wenn einer der seltenen Momente kam, in denen ich allein diese Entscheidung fällen musste, dann stellte ich mir immer vor: 'Was würde ich selbst wollen, als Opfer?' Eine einfache Frage, wenn man bedenkt, dass ich das Leben schätze. Und über diesen Weg sage ich den meisten Opfern, dass sie leben dürfen. Außer es ist mein Auftrag sie zu töten. Aber dann habe ich ja auch nicht mehr die Entscheidung zu treffen. Jedenfalls erleichterte mir dieses Denken mein Sein als Söldner. Nicht ICH war Schuld an den Toden, die durch meine Hand verursacht wurden. Die, die den Auftrag gaben waren Schuld. Ein schlechtes Gewissen war somit fast zur Gänze aufgehoben.

Nach meiner Frage, die ich ihr gestellt hatte, und auf die ich keine Antwort erwartete, da sie nicht sprechen konnte, setzte sie einen merkwürdigen Blick auf. Ich konnte ihn nicht wirklich deuten. Allgemein konnte ich tierische Mimiken nicht so gut deuten wie menschliche. Eigentlich gar nicht, wenn ich so darüber nachdachte. Aber von ihr würde ich es sicherlich lernen. Mit der Zeit konnte man vieles lernen, wenn man nur bereit dafür war. Und intelligent. Ich würde nie behaupten, dass ich ein besonders schlauer Magier bin. Ich gehöre wohl mehr zu dem Teil, die sich Philosophen nennen. Aber auch da wäre ich vermutlich kein wirklich Guter. Ich denke viel über das Leben nach, über den Sinn von allem was passiert oder eben nicht passiert. Ich denke viel über Schicksal und Götter nach. Ich befasse mich nicht mit Mathematik oder anderen Studien, ich befasse mich mehr mit gedanklichem. Mit dem, was man nicht wirklich sehen, spüren oder lernen kann. Ich sage immer, dass jeder seinen eigenen  Weg finden muss und die Lehrer, die wir haben uns einen Weg zeigen, den sie vielleicht gegangen sind. Ich lasse mir von meinem Lehrer nichts vorschreiben, wie ich etwas zu machen habe. Ich lerne von ihm, wie man einen Weg gehen kann. Und dann gehe ich meinen Weg. Eine vielleicht sehr eigensinnige Meinung, aber zu mir passt sie.

Ich bemerkte, dass es wieder zurück nach Hause ging. Naja, zu ihr nach Hause. Auch wenn ich vermutlich die nächsten paar Nächste dort verbringen würde, kann ich momentan noch nicht sagen, dass ich mich heimisch fühlte. Ob das noch mit der Zeit kam oder immer so blieb war mir relativ egal, solange ich Essen und Schlaf bekam. Sie sprang wieder durch das Fenster. In ihrer kleinen Fuchsgestalt war das vielleicht einfach, aber für einen so großen Mann wie mich nicht gerade. Dieses Mal ließ ich mir etwas mehr Zeit, da wir nicht in Eile waren und stieg mehr gemütlich durch das Fenster, den Kopf geduckt, damit ich mich nicht stieß. Als ich jedoch wieder aufschaute sah ich, dass Arynah wieder ihre menschliche Form annahm. Und sie war nackt.

Ich muss sagen: Ich bin hart im Nehmen. Mich kann man kaum schockieren oder aus der Fassung bringen. Neben mir könnte einen Kanonenkugel einschlagen und ich würde noch immer die Ruhe in Person sein. In Kämpfen bewahre ich Ruhe und Konzentration, damit ich den Kampf gewinne, ich lasse mich nie provozieren. So etwas wie Aufregung gab es für mich nicht, man könnte meinen dass ich einen Ruhepuls von 20 hätte. Aber sie war nackt. Sofort stieg mir die Röte ins Gesicht, etwas das man bei mir absolut NIE sah. Ich stolperte nach hinten, stieß mir doch noch den Kopf als ich versuchte mich umzudrehen und fiel danach auf den Hosenboden. Ich hörte noch, wie sie ebenfalls aufkreischte und schnell das Weite suchte, doch in meinen Gedanken kursierte etwas ganz anderes als die Scham.

»Ist alles in Ordnung bei dir? Tut mir Leid!«

Nein, ganz im Gegenteil, ich war beeindruckt und erstaunt zugleich. Ich hatte nicht viel von ihr gesehen, zu schnell hatte ich mich umgedreht. Aber ein wenig hatte ich zu Gesicht bekommen. Sie war schlank und zierlich, fast zerbrechlich. Der Körper wohl geformt, helle sanfte Haut...

Ich riss mich aus den Gedanken! Ich durfte solche Gedanken nicht denken! Sie war mein Schützling, mehr nicht. Ihr gegenüber musste ich neutral bleiben! Es war mir nicht gestattet so etwas zu denken! Ich musste sie beschützen! Und so etwas zu denken stellte mich selbst ohne Verteidigung dar. Ich schüttelte energisch den Kopf und versuchte so, die Gedanken wieder aus meinem Kopf zu bekommen. Als das jedoch nicht klappte schlug ich mir zunächst selbst mit der flachen Hand vor sie Stirn und anschließend schlug ich meinen Kopf gegen die Wand. Vielleicht würden aufkeimende Kopfschmerzen die Gedanken verscheuchen. Aber dennoch wurde ich nachdenklich...


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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Aug 08, 2013 9:39 pm

Wäre ich ein Strauß, hätte ich mit Sicherheit bereits meinen Kopf in den Sand geschlagen und gehofft, keiner würde mich mehr sehen können. Aber ich war weder ein Strauss, noch war ich derweil auf sandigem Boden. Wenn einen mal eine peinliche situation erwischte, dann war sie aber wirklich so richtig peinlich und zwar deswegen, weil die bisher ersparten Peinlichkeiten dann alle auf ein mal zutreffen. Ich war jedenfalls rot angelaufen und spürte der Peinlichkeit wegen schon ein wenig die Tränen in meine Augen aufsteigen. Jedenfalls ganz kurz, es ging mir dann besser, als ich wieder bekleidet war und ein, zweimal tief durchgeatmet hatte.
Das Schlimmste an allem war nicht, dass ich einfach nackt gewesen war, es war die Tatsache, wie sin reagierte. War ich wirklich ein so erschreckender Anblick? Wenn ja, kränkte mich das schon ein bisschen, andererseits hoffte ich noch auf meinen Verstand, welcher mir sagte, dass eine solche Reaktion von meinem Leibwächter durchaus angebrachter war, als ein sexistische Kommentar.Sin jedenfalls war stolpernd nach hinten auf den Hosenboden gefallen und ich glaubte, dass ich als ich hinter der Tür war, irgendetwas Poltern hörte. Als würde er sich ... schlagen? Nun, er wollte sicherlich den schrecklichen Anblick aus seinen Gedanken vertreiben. Puh, ich sollte nicht darüber nachdenken, was er dachte, aber jetzt war mir gar nicht anders zumute, als mich darüber dumm und dämlich zu denken. Ich versuchte mich wieder zu konzentrieren und erlange für einen kurzen Moment so etwas, wie Fassung, sodass ich Sin wieder gegenüber treten konnte. Er saß noch immer dort auf dem Boden. Boah! Wie peinlich mir das war! Mein auch in menschlicher Gestalt nicht zu verbergender Schwanz schlängerte sich um meine Beine und ich wünschte mir, dass wir einfach so tun könnten, als wäre nichts gewesen, aber ich war nun mal nackt gewesen und er, ein durchaus attracktiver Mann hatte mich gesehen! Das war schrecklich. Würde mein Vater das herausfinden, wäre nicht nur Sin unbezahlt gekündigt, ich wäre auch noch einen Kopf kürzer. Ruhe bewahren und Haltung einnehmen.
"Ja, ja, es geht mir gut. Aber es tut mir Leid! Ich war wirklich völlig in Gedanken und habe einfach überhaupt nicht nachgedacht ... und" ich stockte, weil ich gerade in so etwas wie einen Redefluss geriet und so wie ich mich kannte, würde ich wieder etwas unüberlegtes sagen, was ich eigentlich eher denken würde als aussprechen. Also würgte ich mich selbst ab und schwieg dann, den Blick zu Boden gerichtet. Okay, ich konnte es mir nicht länger ausreden: Es interessierte mich wirklich, was er dachte. Aber das musste ich jetzt dennoch verdrängen. Auch wenn es schwer war und ich wirklich schlecht in sowas war. Um mich selbst irgendwie abzulenken und wieder runter zu kommen, strich ich mir ein mal durch das Haar, atmete ereut tief durch und reichte dann Sin meine Hand, um ihm hoch zu helfen.
"Na komm, wir haben einen strengen Zeitplan. Training und arbeiten." sagte ich doch erstaunlich gefasst und freute mich darüber, jetzt die Initiative ergriffen und mich irgendwie wieder von meiner Hektik befreit zu haben. Das war auch bitter nötig, wenn ich nicht in typisch menschliches Teenagerverhalten verfallen wollte.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Sa Aug 10, 2013 9:31 pm


Während sie panisch den Raum verließ und ich mir den Kopf pausenlos gegen die Wand schlug, um diese aufkeimenden Gedanken, die anscheinend mehr meinem Instinkt entsprangen als meinem Verstand, nahm meine Röte wieder ab. Es war ja nicht so, dass ich noch nie eine nackte Frau gesehen hatte. Und Jungfrau war ich auch nicht mehr, wohl gemerkt. Dennoch war es eine intime Situation gewesen, mir war als Außenstehender keinesfalls gestattet sie nackt zu sehen. Wir kannten uns ja nicht einmal wirklich! Erst einen Tag und diesen Morgen! Wenn wir schon Jahre lang befreundet gewesen wären, dann wäre das vielleicht etwas anderes gewesen. Aber sie war mein Schützling und ich der Beschützer. Verdammt, das hätte nicht passieren dürfen!

Als ich hörte, dass sie wieder herein kam war mein Gesicht schon fast sofort wieder knallrot. Verdammt! Das passiert mir doch sonst nicht! Wieso jetzt?! Wieso vor ihr in aller Welt?! Bei jedem anderen wäre es mir egal gewesen, vermutlich hätte ich jeden anderen nämlich nie wieder gesehen. Doch sie würde ich noch sehr oft und sehr regelmäßig sehen. Meine Augen wurden zu schmalen Schlitzen. Konzentration! Das Schicksal wird sich etwas dabei gedacht haben. Nichts passiert ohne Grund, Tenebrae hat mir das beigebracht. Also wird es einen Grund haben, dass ich sie nackt gesehen habe. Irgendeinen verdammten Grund.

Als sie anfing zu sprechen drehte ich mich um. Jetzt hatte sie etwas an. erleichtert atmete ich aus, nur ein kleiner Teil, den ich eigentlich in die tiefsten Tiefen meiner Emotionslosigkeit verbannt habe, schien unzufrieden damit zu sein, dass sie wieder Kleidung trug. Aber diesen Teil spürte ich nicht wirklich. Erst im Nachhinein. Als sie sich selbst unterbrach runzelte ich die Stirn und legte den Kopf schief. So etwas mochte ich nicht. Wenn sie jemand selbst unterbrach. Ich bin selten neugierig, aber in solchen Situationen bin ich es definitiv. Doch bevor ich nachfragen konnte hielt sie mir ihre Hand entgegen und sagte, dass wir noch einiges zu tun hätten. Überrascht von dieser Wendung blinzelte ich sie ein paar Mal an. Wieder einmal war ich überrascht. Niemand hielt mir eine Hand entgegen. Schon gar kein kleines, schwaches Mädchen, dass von mir beschützt werden sollte. So überrascht wie ich war gab ich ihr meine Hand, bevor mir in den Sinn kam, dass sie mich niemals hätte anheben können. Aber die Hand zurück zu ziehen wäre auch unhöflich. Also stieß ich mich mit der freien Hand ab und nutzte das bisschen Kraft, dass sie auf wandte und stand auf. Ich war noch immer etwas irritiert.

»Dann lass uns keine Zeit verlieren...« sagte ich etwas monoton, dann schüttelte ich wieder energisch den Kopf um wieder zu Sinnen zu kommen. »Was kommst als erstes? Das Training?«
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Arynah
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mi Aug 14, 2013 9:27 am

Eigentlich war es doch eine blöde Idee gewesen, Sin hoch helfen zu wollen. Er war mit Sicherheit fast doppelt so schwer wie ich und da würde ich eher herunter gerissen, als er hoch gezogen. Aber ich war gerade ohnehin etwas neben der Spur und daher hatte ich überhaupt nicht so genau darüber nachgedacht, ob das jetzt sinnvoll wäre oder eher nicht. Die Höflichkeit verlangte einfach danach, außerdem würden wir dann vielleicht acuh einfach die peinliche Begegnung von eben vergessen oder wenigstens verdrängen können. Ich reichte ihm also meine Hand, e umschloss sie und ich zog ihn leicht mit hoch.
Sin war sichtlich ebenfalls noch etwas neben der Spur und daher wollte ich jetzt gar nicht mehr lnge in meinem Zimmer, oder gar hier zu Hause bleiben und einfach irgendwo hin, wo man sich auf neutralem Boden befand. Und das Training stand ja sowieso auf dem Plan. Das konnte man, so schätzte ich sien Vorhaben jedenfalls ein, überall machen, vorzugsweise aber nicht in meinem Zimmer.
"Na ich denk mal das Training." sagte ich dann und verließ es endlich, mein Zimmer, in welchem die Spannung inzwischen die Luft so schwer gemacht hatte, dass ich dort kaum noch vernünftig hatte atmen können. Ich betrat die kleine, eher spartansich eingerichtete Küche und blieb dann vor dem Essenstisch stehen. Außer mir hatte hier ja noch keiner wirklich etwas gefrühstückt. Ich wandte mich also zu Sin um, verengte die Augen zu Schlitzen und fragte dann wieder etwas selbstbewusster:
"Ähm ... hast du eigentlich noch Hunger?" Ichwar mir da nicht allzu sicher, denn Sin wirkte ja im Allgemeinen immer eher so, als würde er mit allem fertig werden und auch wenig Ansprüche an alles stellen. Er brauchte kein Bett, kein Kissen und nicht mal eine Decke und vielleicht ja auch einfach kein Frühstück? Eigentlich wusste ich nicht ein mal, ob ich ihm das alles eigentlich so anbieten durfte, ich hatte seit gestern nicht mehr mit meinem Vater gesprochen. Vielleicht wollte er ja gar nicht, dass Sin rund um die Uhr da war und wenn doch, vielleicht sollte er scih dann selbst um Verpflegung kümmern? Wenn wir später noch in die Schmiede gehen würde, müsste ich ihn unbedingt mal über einige Dinge ausfragen. Auch jetzt um diese Zeit war mein Vater schon wieder arbeiten, was eigetnlich für diese frühe Stunde nicht ungewöhnlich für ihn war, nur verwunderte mich, dass er wirklich pausenlos zu arbeiten schien. Irgendetwas war an der Sache faul, ich wusste eben nur noch nicht so genau, was.
"Also ... ich glaube, wir haben noch Brot da." fügte ich noch schnell hinzu und deutete dann auf den kleinen Brotkorb, der dort, von einem Leinentuch verdeckt, auf der zerkratzten Arbeitsfläche stand.
"Und wo gedenkst du dann eigentlich das Training zu beginnen?" ich merkte bereits, dass das Verlassen meinen Zimmers Früchte trug und ich schon gar nicht mehr so verklemmt war. Meine Redseeligkeit war manchmal eine Last und manchmal, so wie jetzt, da lockerte sie verspannte Situationen etwas auf. Zum anderen wusste ich ja wirklich überhaupt nicht, was er sich unter seinem Training vorstellte. Ich war schlließlich noch immer der Meinung, dass ich mit Weglaufen besser dran war. Das hatte man ja vorhin mit dem Fien gesehen. Ich war einfach kein Kämpfer. Naja, nicht mit den Muskeln, eher auf geistiger Ebene.

EDIT: Ohne, dass ich es erwartet hätte, tauchte plötzlich mein Vater auf und wandte sich an Sin. "Guten Morgen. Deine Dienste werden, wenn es dir passt, in einer Woche erst wieder gebracht. Die Dinge haben sich geändert." er trat näher, drückte Sin seinen Sold in die Hand und verließ wieder unsere Hütte. Ein etwas komischer Auftritt. Ich verabschiedete mich also von Sin und machte mich auf, ein wenig in Khleom herum zu schlendern.

tbc: Kajakal
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Kasuka Nikkii
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Nov 13, 2014 7:05 pm

Erschöpft ging Kasuka durch eine dunkle Gasse und trat in das viertel Tenzifa ein so wie es auf ein Schild an der Straße stand. Sie war aus Malad Lin "ausgewandert" um sich noch einen Namen in Khleom zu machen und sie wollte zuerst in dessen Hauptstadt anfangen, doch hatte sie nicht damit gerechnet das der weg nun so anstrengend sein würde. Nun war sie aber in Xenerub und dort im Viertel Tenzifa. Es war schon recht spät und von daher auch nur wenige Menschen auf der Straße zu sehen. Kasuka trat aus der dunkeln Gasse und sah sich einmal um, könnte aber nicht viel erkennen. Sie lehnte sich an die Hauswand und atmete einmal stark aus " Puhh... bin ich erledigt... es hat schon so seine zeit hier her gebraucht und ich weis ja nicht mal wie viele tage ich gelaufen bin... 3 4? bestimmt. Heute habt ihr glück... Heute lässt Kasuka euch leben " sie schloss ihre Augen und bewegte ihre Hand auf ihren Rücken wo unter einer lage Stoff von ihren Maid outfit ihr Messer versteckt war. In der derzeitigen position tat es am Rücken weh weil es genau auf die Narbe drückte, sie rückte es zurecht und sah sich noch einmal die straße auf und dann ab.
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Elizabeth
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Nov 13, 2014 7:20 pm

FIRST POST (OH MY GAWD)

Elize bewegte sich wie üblich in den Schatten fort. Seit ihre Experimente aufgeflogen und sie geächtet worden war hatte sie auch keinerlei andere Wahl, als sich bedeckt zu halten um nicht aufzufallen. Beinahe hätte sie vergessen, dass sie in diesem Viertel eine Lagerhalle besaß. Gekauft vor einigen Jahren und seit dem ungenutzt. Dementsprechend gab es auch keinerlei Aufzeichnungen mehr über diese, weswegen sie in dieser vorerst untergetaucht war um ihre letzten Forschungsergebnisse zu retten. Doch heute wollte sie auf Beutejagd gehen. Die Experimente schrien nach frischem Blut und schließlich wollte sie ihre erweitere Theorie einer Handprothese noch an einem lebenden Objekt austesten. Die Sonne sank bereits am horizont herab, neigte sich gar dem Ende entgegen, als sie eine junge Frau entdeckte. Die Kurzischtige kniff die Augen zusammen und musterte sie. Theoretisch könnte sie geeignet sein für die Tests... Sie bewegte sich weiter vorwärts auf den Rädern unterhalb ihrer Stiefel, langsam und lautlos. Aus der dunklen Gasse heraus sah sie zu ihr herüber, wie sie sich an eine Häuserwand lehnte. Nach einem kurzen ausspähen der Lage, war sie der Ansicht, dass keinerlei weitere Personen anwesend waren. Sie atmete noch einmal durch und fuhr dann blitzschnell zu der Person herüber. Hierbei griff sie sich einen ihrer Arme und drehte die Frau so, dass sie mit dem Rücken zu ihr stand. Dann erhöhte sie mit dem anderen Arm den Druck auf den Brustkorb und hielt sie fest, sodass sie nicht wegkam. "Sieh Mal an, was haben wir denn hier. Eine verirrte Seele? Hast du was dagegen wenn ich dir einen Arm nehme? Oder beide?"
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Tenzifa
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