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 Tenzifa

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AutorNachricht
Arynah
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BeitragThema: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:23 pm

Dieser Stadtteil von Xenerub ist genauso von der Industrie geprägt, wie der Rest der Stadt. Der Dampf und Rauch der Maschinen liegt an manchen windstillen Tagen in den Straßen, die von den vielen Wohnhäusern zu Schluchten geworden sind und macht dem ein oder anderen empfindlichen Wesen das Atmen schwer. Dieser Stadtteil liegt etwas abseits und beherbergt die weniger reiche Bevölkerung der Stadt. Viele Arbeiter der Fabriken wohnen hier in kleineren Hütten und teilen sich oftmals mit mehreren Mitbewohnern die kleinen Räume.
Dennoch hat der Stadtteil auch eine weitaus schönere Seite: Die kleinen Märkte bieten ein lebhaftes, buntes Treiben und zudem die Möglichkeit, frische Waren zu kaufen. Das meist schon familiäre Auftreten der freundlichen Menschen an den Ständen gibt dem Stadtteil einen besonderen Charm und macht ihn durchaus auch für Familien attracktiver.
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Arynah
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:26 pm


F I R S T P O S T

Ich musste schon zugeben, dass ich diese Aktion nicht allzu sorgfältig geplant hatte. Eigentlich, um genau zu sein, war das eher eine spontane Handlung und ich bezweifelte langsam, dass es meine beste Idee war, mich heute mit diesen Typen hier anzulegen. Ursprünglich wollte ich nämlich bloß einkaufen, ich wurde jedenfalls damit beauftragt. Mein Vater hatte noch einige Keile zu schmieden, weshalb er keine Zeit hatte, selbst einzukaufen. Und weil die Bestellung recht kurzfristig kam, aber schnell fertig gestellt werden musste, schob mein alter Herr gerade Überstunden. Auf meiner Liste stand zum Glück aber nicht allzu viel. Bloß einige Gewürze und etwas frisches Gemüse und Fleisch. Ich war meistens zu Fuß unterwegs, weshlab ich dann auch heute zu einem kleinen Laden ging, der zwar etwas weiter von zu Hause entfernt lag, aber dafür immer durch die tolle Bedienung und vor allem durch die wundervolle Besitzerin bestach. Ich wusste zwar ihren Namen nicht, aber die ältere, fröhlich strahlende Gestaltwandlerin wirkte auf mich einfach wie eine nie gehabte Großmutter. Ich konnte sie sehr gut leiden, das stand jedenfalls schon mal fest. Ich bog gerade rechts ab, als ich auf der anderen Straßenseite sah, wie eine Gruppe von drei jungen Männern achtlos ihren Müll auf den Boden schmissen und laut pöbelnd irgendetwas anbrüllten. Natürlich kam ich nicht umhin, etwas genauer hinzuschauen, weil ich wissen wollte, weshalb die Truppe so abwertend auf den Boden spuckten. Ich ging also etwas näher und schüffelte leicht in der Luft. Das roch gewaltig nach Ärger! Dennoch, ich war ein zu neugieriges Wesen, um das hier jetzt einfach so geschehen zu lassen. Ich ging noch etwas näher und dann sah ich es, den Grund, warum die Gruppe sich so widerlich verhielt. Anscheinend hielten die drei Menschen sich für etwas viel Besseres als einen armen Obdachlosen Dämon. Sie spuckten auf das graubraune, kleine Kerlchen am Boden und traten ihn sogar. Entschuldige, Vater. Aber der Einkauf wird warten müssen. ich atmete ein mal Mut schöpfend tief ein und stapfte dann sicheren Schrittes auf die Drei zu.
“Hey ihr da!“ rief ich mit wütendem Unterton “Was bildet ihr euch eigentlich ein?!“ zischte ich und trat zwischen die drei Unruhestifter und den völlig fertigen Kerl am Boden. Der war sicherlich dankbar für meine Hilfe, ich glaubte nur noch nicht so ganz, dass ich das wirklich gemacht hatte. Normalerweise wäre eine so offensichtlich gefährliche Situation für mich ein Grund einen großen Bogen darum zu machen. Aber hier war einfach die Tatsache im Spiel, dass ich Arroganz – besonders der Menschen – hasste wie die Pest. Und was diese Kerle hier anstellten war weiß Gott nichts, was ich gut heißen konnte.
“Hat man euch keinen Respekt gelehrt?! Macht, dass ihr hier weg kommt!“ fuhr ich die drei an und schaute sie durch böse funkelnde Augen an. Ich hatte natürlich darauf gehofft, dass die Gruppe nicht mit einem so selbstsicheren  Auftritt gerechnet hätte und einfach Reißaus nehmen würden. Das war anscheinend nichts weiter als ein Wunschdenken. Das wurde mir dann klar, als der größte der Jungs plötzlich zu Lachen anfing und bedrohlicher Weise näher kam und schon durch seine Körperhaltung klar machte, dass er keine Scheu davor hatte, mich einfach umzuhauen. Arynah du dummes Ding! Verdammter Mist...! mein gedanklicher Tadel half jetzt nicht unbedingt weiter, riss mich aber aus der kurzzeitigen Starre heraus. Und das sogar rechtzeitig, denn wie erwartet, war nun die schmächtige Blondine das Ziel.
„Was willst du denn Plüschi?! Du solltest dich nicht in Dinge einmsichen, die für dich eine Nummer zu groß sind!“ seine Stimme war beängstigend ernst und augenblicklich lief es mir eiskalt den Rücken hinunter und der anfängliche Mut war schneller verschwunden als er überhaupt gekommen war.
Dennoch kam ich nicht umhin, ihm frech die Zunge heraus zu strecken. Wohl eher eine Trotzreaktion. Die Antwort war dann ein direkter Fausthieb von ihm, den ich zwar nicht komplett blocken konnte, aber so weit abfangen, dass ich nicht zu Boden fiel. Aber autsch! Das hatte echt wehgetan und würde sicherlich einen blauen Fleck an den Rippen zur Folge haben. Der Dämon hatte sich inzwischen leise aufgerappelt und war davon gerannt. Na danke, dass du mich jetzt allein lässt... aber lange wollte ich mich jetzt auf keinen Fall mehr hier aufhalten und rannte davon, als gäbe es keinen Morgen mehr. Die drei folgen mir natürlich und waren auch ziemlich schnell unterwegs, nur – und da kann ich von Glück reden – einfach nicht so wendig wie ich. Ich schnitt die Kurven enger als sie und sprang über Hindernisse, um die sie herumlaufen mussten. Ich war schon fast an meiner Haustür angekommen als ich mich ein letztes Mal umdrehte und die drei noch immer sah, wie sie mit fiesen Fratzen hinter mir her rannten und mir Flüche an den Kopf schmissen, die ich Gott sei Dank nicht ganz verstehen konnte, weil mein Herz viel lauter schlug als sonst. Die Hintertür unserer Bruchbude war zu und weil mein werter Herr Vater Wert auf Sicherheit legte bestimmt abgeschlossen. Ich suchte also mit zittrigen Händen nach dem Schlüssel in meiner Hosentasche, bekam ihn aber nicht zu fassen und stand plötzlich da. Vor der verschlossenen Tür, panisch, weil ich einer Tracht Prügel natürlich entgehen wollte, und völlig ausgeliefert. Und jetzt hasse ich Menschen noch mehr als eh schon fuhr mir der Gedanke durch den Kopf als ich mich ängstlich umdrehte und …


Zuletzt von Arynah am Di Jul 09, 2013 12:23 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:29 pm


Sinist || Schwarz-Magier || Arynah

»Aller Anfang ist schwer«


Ich bemerkte von drinnen, als ich mit meinem Klienten sprach, dass sich an der Hintertüre etwas tat. Jemand versuchte anscheinend hinein zu kommen. Ich unterbrach den alten Herrn in seinem Satz, was zwar unhöflich, aber in diesem Moment mehr als nötig war. Schließlich wollte ich hören, was da vor sich ging... Also brachte ich ihm mit einer weiteren Handbewegung zum Schweigen und hörte hin. Stimmen. Fremde Stimmen. Ich nickte ihm kurz zu, als Zeichen, dass ich mich schnell darum kümmern werde. Ich ging also schnell durch den Vordereingang, schließlich wollte ich den Fremden nicht in die offenen Arme laufen, falls diese böse Absichten hegen sollten. Nein, Überraschung war ein Effekt, der in jedem Kampf von Vorteil ist. Außer wenn man selbst überrascht war. Aber wie dem auch sei, ich lief schnell um das Haus herum, damit ich auch schnell genug bei der Sache war. An der letzten Ecke angekommen spähte ich schnell um genau diese um einen kurzen Blick auf die Situation zu bekommen. Durch meinen leichten Kimono hatte ich keine Geräusche gemacht. Ich sah 3 Jungen, die auf ein Mädchen zu gingen. Ich lachte in mich hinein. Wie schwach war man, wenn man zu dritt gegen ein einztiges Mädchen kämpfte... Wie erbärmlich das doch war. Natürlich war das Lachen ebenso sarkastisch und kühl wie der folgende Kommentar.

»Ihr habt auch nichts besseres zu tun als einem Mädchen zu folgen.« Ich ging um die Ecke, eine Hand an den Griff eines der beiden Katanas gelegt. Es war keine Position um dieses zu ziehen, auch wenn ich das schnell hätte ändern können. Nein, meine Hand ruhte auf dem Knauf, mehr eine Provokation als alles andere. Und innerlich hoffte ich, dass sie diese unmissverständliche Warnung, die sie entweder durch meine Aussage, wenn nicht mindestens durch meine Gestik, in den Wind schlugen. Und das taten sie. Ich lächelte. Alle 3 gingen nun auf mich los und mir entfuhr wieder ein leises Lachen. Als der Eine gerade bei mir war und zu einem Schlag ausholte bog ich meinen Körper ein wenig nach links. Der Schlag ging ins Leere. Gleichzeitig hob ich mein Knie an, dass direkt zwischen Brustbein und Bauchmuskeln traf, ein empfindlicher Punkt, der einem die Luft aus dem Magen treiben kann. Der Junge fiel um und lag keuchend am Boden. Ich wusste, dass dieser Punkt tödlich sein konnte, wenn dieser zu stark getroffen wurde, doch so stark hatte ich nun wiederum auch nicht zu getreten. Die anderen beiden Fatzken hatten anscheinend nicht dazu gelernt und gingen ebenfalls auf mich los und dachten vermutlich dass sie eine Chance hätten wenn sie mich gleichzeitig angriffen. Welch amüsanter Akt. Sie griffen mich jeweils von links und Reachts an. Ich ging einen Schritt nach hinten und als beide direkt vor mir zum Stehen kamen damit sie nicht in sich selbst hinein rannten nahm ich ihre Köpfe und schlug sie kräftig gegeneinander. Keine ernsthafte Verletzung, aber ihnen würde erst mal eine Weile schwindelig sein. Außer wenn... Ich sah zu dem Mädchen.
»Du entscheidest über Leben oder Tod.« sagte ich, ging wieder zum dem Ersten und zog mein Schwert aus der Scheide. Das Geräusch gefiel mir immer wieder, wie der kalte Stahl aus dem Leder fuhr und dieses leise hallende Klirren verursachte. Ich hielt es dem Jungen an die Kehle, der wieder seine Luft gefunden hatte. Aber jetzt machte er keine Anstalten sich zu bewegen, aus Angst der Klinge zum Opfer zu werden.
»Also?«
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:30 pm

Ich drehte mich also zitternd um und erwartete direkt eine Faust auf mein Gesicht zu jagen, aber das passierte nicht. Keine Schimpferein mehr und auch keine Drohungen, was man mir alles antun würde. Nichts von alledem, was ich erwartet hatte, traf ein. Völlig verwundert und verwirrt sah ich den Mann an, dem ich das zu verdanken hatte. Seine fast schon angsteinflößende Stimme erfüllte die Luft und ich war wie festgenagelt. Meinen Verfolgern ging es wahrscheinlich noch etwas schlechter als mir, nachdem sie nacheinander fast schon mühelos von dem Fremden umgehauen wurden. Wer zur Hölle ist das? verwundert schaute ich zu dem schwarz gekleideten Mann mit dem Katana in der Hand und dann zu meinen drei Verfolgern, die außer Gefecht gesetzt wurden. Meine Güte, das ging schnell, wer war der Kerl? Und warum half er mir? Beziehungsweise, warum fragte er mich jetzt, ob die Jungs leben oder sterben sollten? Ich hatte doch nicht im Ansatz die Position inne, darüber entscheiden zu können. Fragend legte ich die Ohren leicht an und ging etwas näher, um dann unsicher noch ein mal zu dem Fremden auf zu schauen, und mich dann vor den regungslosen, vermeindlichen Anführer der Bande zu knien. Eins stand nämlich so weit schon mal fest: Der Fremde hier mit dem Katana war sicherlich nicht mein Feind.
“Du solltest dich nicht in Dinge einmischen, die eindeutig zu groß für dich sind.“ zitierte ich ihn von vorhin und richtete mich dann wieder auf. Ich konnte sie sehen, die Angst vor dem Tod, ganz tief in seinen dunkelbraunen Augen. Dann wanderte meine Aufmerksamkeit erneut zu dem Fremden. Der war ja schon fast unheimlich.
“Ähm ... ich glaube, die drei haben ihre Lektion gelernt.“ denke ich ich schaute mit den Schultern zuckend zu dem Fremden hinauf und hoffte, er würde tatsächlich auf mich hören und den armen Kauz am Boden und seine Freunde gehen lassen. Die hatten sicherlich ihre Lektion gelernt. Aber es schien als hätten meine Worte schon gereicht um die Jungs davon zu überzeugen, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt zum flüchten gekommen war. Schneller als sie vorher gelaufen waren, waren sie jetzt aufgesprungen und davon gerannt. Naja mehr oder weniger elegant, der eine hatte sicherlich noch Probleme beim Atmen und den anderen schmerzte der Kopf wohl mehr als ihnen lieb war. Natürlich wollte ich jetzt nicht so dicht bei diesem komischen Mann in Schwarz stehen bleiben und wich einige Schritte zurück.
“Wer seid Ihr?“ fragte ich dann zögerlich und noch immer dazu bereit, sofort weg zu rennen, weil das Adrenalin noch immer in meinen Venen tobte und meinen Fluchtinstinkt verrückt machte. Es war durchaus anstrengend sich dagegen durchzusetzen und möglichst ruhig stehen zu bleiben. Aber wer war der Mann und wieso half er mir? Okay, das hatte sicher der Dämon wohl vorhin auch gefragt, aber ich zweifelte irgendwie daran, dass dieser Mann hier aus reiner Nächstenliebe handelte.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:33 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
»Söldnertum«


Ich sah den 3 Jungen hinterher und rümpfte noch einmal abfällig die Nase. Was für Weicheier. Ich habe noch nie solche Waschlappen gesehen und ich habe schon viele Waschlappen gesehen. Sehr viele Waschlappen. Aber das war wirklich die Höhe. Wie konnte man nur so feige sein? Und anschließend auch noch dumm? Aber wie dem auch sei, jetzt war es vorbei. Schade eigentlich, gegen ein wenig Blut und 3 kleinen Seelen hätte ich wirklich nichts einzuwenden. Ich drehte mich wieder zu dem Mädchen um und schulterte das Katana, statt es zurück in die Scheide zu stecken. Ich bemerkte, dass sie ein wenig auf Abstand gegangen ist. Immerhin war sie ein wenig vorsichtig, das war schon einmal gut.

»Dieser junge Mann ist dein zukünftiger Leibwächter. Er ist Söldner und sehr gut darin, auf jemanden aufzupassen, der sich ganz gerne mal in Schwierigkeiten bringt.« sagte plötzlich eine Stimme hinter dem Mädchen. Aus dem Hintereingang war der Vater des Mädchens getreten, Mernos. Er hatte die Arme verschränkt und lächelte. Ich nickte ihm nur stumm zu und sah dann wieder das Mädchen an.
»Ich war nicht sicher ob du die Tochter von ihm bist. Aber anscheinend bist du es. Ich bin Sinist. Oder nenn' mich Sin. Vollkommen egal. Ich werde dich wohl etwas länger begleiten.« fügte ich noch an. Eigentlich konnte ich auch für mich allein reden und es machte mich irgendwie sauer, dass Mernos mir das Wort genommen hatte. Doch Kunde war Kunde und Kunde bedeutet Geld. Und Geld ist momentan alles was ich brauche, nichts anderes. Ich sah mich kurz um, dann wieder zu dem Mädchen.
»Ich hoffe du hast nichts gegen mich. Wenn doch, haben wir ein Problem.«
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:36 pm

Also wenn ich mal ganz ehrlich zu mir war, dann musste ich gestehen, dass der Kerl auf mich zwei Wirkungen hatte: Einmal war er gerade mein Retter gewesen und hatte mir geholfen, was ihn durchaus sympathisch machte. Andererseits war er mir suspekt, er war ein Fremder und zudem auch noch jemand, der den Umgang mit Schwertern offensichtlich beherrschte. Dafür musste ich als angehende Schmiedin nicht den Einsatz im Kampf sehen, es reichte schon die Art und Weise ... die Selbstverständlichkeit, mit der er seine Waffen trug. Als gehörten sie zu seinem Körper. Und nur jemand, der viel Zeit mit seiner Waffe im Training und Kampf verbracht hatte, hatte eine solche Wirkung. Ich mir also noch nicht sicher, was ich von ihm halten sollte. Jedenfalls nicht bis zu dem Moment als ich die Stimme meines Vaters hinter mir hörte. Erschrocken fuhr ich kurz zusammen und drehte mich dann zu ihm um. Mit verschränkten Armen stand er dort in der Tür und schaute uns an als wäre seine Entscheidung genau die richtige und niemand könnte ihn von etwas Anderem überzeugen. Ungäubig starrte ich ihn an. Der werte Herr da drüben sollte also mein Leibwächter sein?! "Wer bringt sich denn hier bitte in Schwierigkeiten ..." fragte ich eher rhetorisch und schaute dann meinem Vater ins Gesicht. Mein Vater sah mir in der menschlichen Gestalt eigentlich kaum ähnlich. Er hatte braunes Haar, war groß und kräftig gebaut mit einem breiten Kreuz und starken Armen. Ein Schmied eben. Ebenfalls hatte er nichts, was ihn als Gestaltwandler verriet. Bloß die etwas krallenartigen Fingernägel fielen auf, die konnte man aber wenigstens irgendwie verdecken. "Nein jetzt mal im ernst. Vater, wie kommst du auf die Idee, ich bräuchte einen Leibwächter? Ich komme schon zurecht." mir war klar, dass mir das keiner der beiden abkaufte, aber ich wollte doch keinen Babysitter an meiner Seite haben. "Abgesehen davon können wir das Geld sicherlich besser investieren!" sagte ich mit einer Geste in Richtung des Daches unserer Hütte. Das würde in der nächsten Regenzeit kaputt gehen und wir säßen auf den Kosten fest. Warum also hatte mein Vater, der für Geld wirklich hart arbeitete, einen Leibwächter für mich engagiert? Ich wusste keine Antwort darauf. War das noch als Vater-Tochter-Liebe zu verstehen? Mein Widerspruch stieß auf taube Ohren, denn die meines Vaters wollten keinen hören. Blitzschnell wies er mich zurecht, auf unsere Art und Weise eben - die Augenfarbe änderte sich ganz kurz und er schaute mich wütend an. "Schluss damit!" Entgeistert ließ ich die Schultern hängen. Na gut, da kann man nichts machen. Wenn er das Geld gerne aus dem Fenster werfen wollte, dann hielt ich ihn nicht davon ab. Er musste wissen, was er tat.
Dann wanderte mein Blick zu dem Herrn neben mir. Sinist also. Ein Söldner. Hätte ihn jemand anderes angeheuert und ihm aufgetragen mich zu töten, dann hätte er das auch getan. Vielmehr fragte ich mich jetzt also ob ich diesem jungen Mann so viel Vertrauen als Wächter schenken konnte, dass ich nicht fürchten musste, er würde mir für einen höheren Lohn ein Leid antun. Um es auf den Punkt zu bringen: War Sin loyal oder korrupt?
Misstrauisch, weil ich mich dem Urteil meines Vaters fügen und einen Leibwächter akzeptieren musste, wandte ich mich dann an Sin. "Hallo Sin, ich bin Arynah. Du kannst mich Ary nennen, ... wenn du willst." das war eigentlich unsinnig, ihm meinen Namen zu sagen, denn den wusste er wahrscheinlich eh schon, weil mein Vater sicherlich mit ihm über mich geredet hatte. Aber ich war höflicher Natur, auch wenn ich gerade etwas sauer war und mich durchaus missverstanden fühlte.
"Nein Sin, ich habe nichts gegen dich. Ich verstehe nur nicht wa..." mein Vater warf mir einen weiteren tötlichen Blick zu und ich unterbrach den Satz. "... warum wir nicht rein gehen. Hier draußen hört doch jeder zu, der gute Ohren hat." ich war ja unglaublich schlagfertig, das musste ich schon zugeben ... Okay, Sarkasmus beiseite. Ich schob mich an meinem Vater vorbei und setzte mich an den Küchentisch, auf dem noch zwei Gläser standen, aus denen die beiden wohl eben noch getrunken hatte, als sie besprachen, um was es hier genau ging. Schön, dass ich von nichts eine Ahnung hatte. Mein Vater drehte sich kurz herein und griff sich dann seinen Schlüssel für die Schmiede "Ich gehe jetzt arbeiten. Die Keile müssen fertig werden. Bis später." Ziemlich trostlos winkte ich ihm zu und war jetzt auch noch alleine mit Sin. Dem fremden Söldner. Mein Vater flüsterte noch etwas an meinen Beschützer gerichtet und machte sich dann auf den Weg, in der Hoffnung ich hätte ihn nicht gehört. Eigentlich sollte er wissen, dass ich ihn sehr wohl gehört hatte. "Sie wird das Haus heute nicht mehr verlassen." ... Jaja.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:37 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
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Auf diese 'Anweisung' knurrte ich nur. Es war nichts bestätigendes, aber auch nichts, was sagen konnte dass ich die Anweisung missverstanden hatte. Obwohl ich Anweisungen nicht mochte. Nein, ich hasste sie. Abgrundtief. Anweisungen waren... erniedrigend. Und ich bin kein niederer Mann! Aber ich zeigte nichts von der leicht aufschäumenden Wut, die sich ohnehin in den nächsten Sekunden wieder verflüchtigen würde. Ich schloss für einen Moment die Augen. Bevor wir rein gegangen waren hatte ich das Schwert wieder dahin gesteckt wo es eigentlich hingehörte, an meine Seite. Die Blicke des Mädchens sind mir nicht entgangen, aber sie störten mich auch herzlich wenig. Sie sollte mich ruhig studieren, sie sollte mich kennen. Wenn wir länger zusammen sein würden, dann wäre es besser, wenn wir einander verstehen. Auch wenn sich alles Innere in mir genau dagegen sträubt. Ich konnte keinen Schützling gebrauchen, der sich meiner verwehrt. Die gute Miene zum Bösen Spiel wie man so schön sagte. Ich öffnete die Augen wieder und lächelte ein wenig. Ich versuchte es jedenfalls. Ich habe schon lang nicht mehr gelächelt.Immer nur dieses gespielte, aufgesetzte Lächeln, wenn ich mit Kunden sprach.. oder mit Opfern. Aber ein richtiges ehrliches Lächeln habe ich seit Jahren nicht mehr zustande gebracht. Und auch nicht zustande bringen wollen. Es war mir fremd geworden.
»Pass auf, ich bin nicht dein Moral-Apostel, du kannst in meiner Gegenwart alles tun und lassen was du willst, mir ist der Großteil egal. Und da ich dich vermutlich ohnehin nicht aufhalten könnte, wenn du raus wollen würdest, versuche ich es erst gar nicht, sondern bitte dich darum einfach Bescheid zu sagen, damit ich dich begleiten kann. Ich bin dafür zuständig, dass dir nichts passiert, ich bin kein Erzieher.« sagte ich ihr etwas leiser, nachdem ich etwas näher zu ihr geschritten bin. Ich wollte sicher gehen, dass der Vater das nicht unbedingt mitbekam, denn sonst würde mein Lohn vermutlich etwas geringer ausfallen als behauptet. Dann setzte ich mich auf einen der Stühle und legte einen Ellbogen auf den Tisch.
»Oder wir lernen uns ein wenig kennen. Mir ist es ziemlich egal, solange du nicht dafür sorgst dass du ins Gras beißt.« fügte ich noch mehr nebensächlich an. Ich strich mir mit der Hand einmal seufzend durch die Haare und kratzte mich dann am Hinterkopf. Es war eher die Gewohnheit als eine Art Juckreiz. Warum auch immer ich das tat, ich tat es und das war es auch schon.
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Arynah
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:38 pm

Ich schmunzelte hoffentlich unentdeckt, als Sin Vaters Anweisung mit einem mürrisch klingenden Knurren quittierte und dann hinein kam. Er sammelte gerade wahrscheinlich unbewusst Pluspunkte. Mein Vater machte sich also an die Arbeit und würde sicherlich erst wieder kommen, wenn er mit der Bestellung fertig war, was also sehr spät werden konnte. Viel Zeit also, um Blödsinn zu treiben. Ob ich das wirklich wollte, wusste ich noch nicht ganz, aber das offene und ehrliche Ansprechen des Rotäugigen sagte mir wirklich zu. Er machte mir sogar ein kleines Kompliment damit, dass er sagte, ich würde ihm entwischen können, wenn ich es darauf anlegte. Das hatte ich zwar nicht erwartet, dass er das sagte, aber ich empfand es als eine sehr freundliche Äußerung und lächelte deshalb leicht. Die Zweisamkeit bot es jetzt aber auch an, etwas miteinander zu sprechen und sich kennenzulernen, weil wohl keiner von uns wusste, wie lange wir aneinander gefesselt waren. Ich seufzte nachdenklich als ich mich an den versäumten Einkauf erinnerte und die Tatsache, dass wir nichts zu Essen da hatten. "Nein, nein. Ich habe auch nicht vor, dir zu entwischen. Du machst bloß deinen Job und den muss ich dir ja nicht noch schwerer machen als er ohnehin schon ist. Nur müssten wir später noch einkaufen gehen, wir haben kaum noch was Essbares da." sagte ich und strich mir dann eine der blonden Strähnen aus dem Gesicht. Ich schaute ihm noch ein mal in die auffallend roten Augen und fragte mich, ob er einfach nur ein ungewöhnlich aussehender Mensch war oder doch eher ein Magier? Offen gestanden wirkte er nicht sonderlich wie jemand, der viel mit Magie am Hut hatte, aber dennoch war er auffällig. Das war eher so eine Aura die ihn umgab und sagte: Ich zeige es zwar nicht absichtlich, aber ich weiß ganz genau, was ich kann.
"Kennenlernen scheint mir vorerst ein guter Plan zu sein. Ich weiß ja nicht, was du bisher schon mit meinem Vater besprochen hast und schon über mich weißt, deswegen würde ich mich erstmal eher für dich interessieren. Was bist du genau, wenn ich fragen darf? Ein Magier vielleicht?" ich wusste, dass ich mit der Aussage, freundlicher Tonfall hin oder her, durchaus mit der Tür ins Haus fallen könnte, wenn es Sin nicht passte, wenn man ihn ausfragte. Aber ich war eben ein vorsichtiges Wesen und da war ich auf Informationen angewiesen. Sonst konnte es ja ganz schnell passieren, dass ich mich verkrieche und erst wieder heraus komme, wenn das Unbekannte nicht mehr da ist. Und eigentlich hatte ich da keine Lust drauf.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:38 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
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Sie kam mir entgegen mit der Aussage, dass sie mir meine Arbeit nicht unnötig schwer machen wollen würde. Ich atmete etwas entspannter und ließ die Schultern etwas hängen, die vorher angespannt gewesen waren. Und das mit dem Einkaufen würde sich sicher auch vereinbaren. Schließlich war Essen ein Grundbedürfnis und das musste erfüllt werden, Hausarrest hin oder her. Ich bemerkte, wie sie mich betrachtete und entschloss mich auch sie einen Moment länger in Augenschein zu nehmen. Ihre großen blauen Augen waren markant und ein Merkmal, dass ich mir merken würde. Wer weiß wann ich sie mal suchen müsste und sie vielleicht an den Augen erkennen würde. Die blonden Haare stimmten diesen hellen Farbton harmonisch und friedlich ein, es gab nichts aggressives. Die nicht-menschlichen Ohren waren ebenfalls auffällig und würden mir helfen sie ausfindig zu machen, wenn ich sie aus den Augen verliere. Ihre Gestalt wirkte zierlich und schwach. Ich neige dazu, andere zu unterschätzen, dass weiß ich, aber sie sah wirklich nicht nach viel aus. Ansonsten war sie eine hübsche junge Frau. Was meinen Auftrag umso gefährlicher machte, denn hübsche junge und vor allem wehrlose Frauen waren in Städten sehr beliebt...

Ihr Frage über mein Wesen warf mich aus meinen Gedanken. Ich blinzelte sie etwas verdutzt an. Ein Magier? Woher wusste sie...? Innerlich fasste ich mir an die Stirn und lachte wieder ein wenig. Na klar, die roten Augen. Wie vergesse ich die immer nur? Ich bin wohl etwas zerstreut... Aber anstatt auf normale Art und Weise zu antworten hob ich meine Hand, die Handfläche nach oben und konzentrierte mich für einen kurzen Moment. Dann tauchte eine dunkle Kugel bei ihr auf, nur wenige Fingerbreit über meiner Haut schwebend. Von der Konsistenz hatte sie Ähnlichkeit mit einer Flamme, doch sie loderte nicht nach oben sondern mehr in sich hinein. Es war ein nicht zu verstehendes Spiel, die Dunkelheit. Aber ich war mit ihr geboren und so würde ich sie immer in mir tragen. Ich ballte die Hand zur Faust und die Kugel verschwand. »Ein schwarzer Magier. Ab diesem Satz gehen alle einen Schritt zurück, schlagen die Hände vor dem Mund zusammen, zeigen mit dem Finger auf mich und klagen mich an.« sagte ich mit bitterem Unterton. Ich senkte den Kopf und schüttelte ihn einmal.
»Falss du jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben willst, kann ich das verstehen. Ich bin es gewohnt.« hing ich noch an und rieb mir die Schläfen. Das fing ja gut an...
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Arynah
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:39 pm

Zu meiner Zufriedenheit hatte Sin anscheinend keine Einwände gegen mein Vorhaben noch einkaufen zu gehen, was mich natürlich freute. Ich hatte mich ja schon aufs Kochen eingestellt und inzwischen schcon richtig Lust darauf bekommen. Zwar würde Vater sich das alles später dann selbst warm machen müssen, weil er wahrscheinlich sehr spät wieder Heim wäre, aber dennoch würde es ihm schmecken. Ich war ja keine allzu schlechte Köchin. Ich sah Sin an, dass er sich langsam entspannte und nicht mehr so verkrampft dasaß. Die langsam entspannter hängenden Schultern ließen ihn irgendwie jünger wirken. Wie alt war er überhaupt? Mit der Statur und dem Aussehen schätzte ich ihn auf Ende zwanzig, aber auf keinen Fall älter. Ich würde ihn bei Gelegenheit mal danach fragen, wenn es nicht zu unhöflich wirkte. Im Allgemeinen waren es ja die Frauen, die man nicht nach dem Alter fragen sollte, aber ich empfand es immer als unangenehm für mich selbst, wenn ich andere danach fragte. Vielleicht war es aber auch besser, wenn ich es in diesem Falle überhaupt nicht wusste.
Meine Frage, was er denn nun genau war, schien ihn im ersten Moment wirklich zu überraschen, seine Pupillen weiteten sich ein mal blitzartig. War die Frage denn so ungewöhnlich oder war es mein Vorschlag eines Magiers der ihn aus der Bahn warf? Jedenfalls antwortete Sin erst mal nicht mit Worten sondern mit Taten. Er öffnete seine Hand und zeigte mir was er konnte. Wahrscheinlich nur eine minimale Demonstration seiner Künste, aber dennoch beeindruckend. Eine Kugel aus .. Dunkelheit. Das hörte sich vielleicht im ersten Moment unwirklich an, aber es stimmte. Einem Magier seiner Art bin ich bisher persönlich noch nicht begegnet, was ihn plötzlich um einiges interessanter für mich machte. Ich lächelte den sichtlich etwas deprimierten Sin an. Anscheinend machte es ihm irgendwo tief in ihm drin zu schaffen, dass die Leute ihn beziehungsweise seine Art für grundsätzlich bösartig hielten und sie lieber mieden.
"Ich wurde nicht nach dem Glauben erzogen, dass Magier meine Feinde sind. Im Gegenteil, viele Magier sind gebildete Leute und wichtig." ich lächelte erneut und schaute dann sichtlich gespielt ernst: "Und mal angesehen davon .. selbst wenn ich nichts mehr mit dir zu tun haben wollte, würde ich dich bei passender Bezahlung meines Vaters ohnehin nicht los." ich grinste ihn breiter an als zuvor und lehnte mich dann wieder zurück um dann etwas sprunghaft aufzustehen. Diese Küchenstühle waren unglaublich unbequem.
"Na komm, lass uns aufbrechen, mein Dad ist ..." ich horchte ein mal konzentriert nach draußen und zuckte leicht dabei mit den Ohren "... schon weit genug weg um meinen angekündigten Fluchtversuch nicht zu bemerken." ich atmete ein mal tief durch und suchte in einem der Schränke unter der Arbeitsfläche nach einem passenden Beutel, den ich dann griff und mich bereit zum Losgehen vor die Tür stellte.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:40 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
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Ich sah sie etwas überrascht an. Ich hatte viele Reaktionen vermutet. Darunter vielleicht auch ein paar positive, auch wenn diese ins Feld der eher Unwahrscheinlichen gerückt sind. Aber eine solch freudige und begrüßende, schon faszinierte Reaktion? Das habe ich noch nicht kennen gelernt... Wieder blinzelte ich verdutzt mit den Augen. Das Mädchen überraschte mich zum zweiten Mal in Folge. Das hat bisher keine so schnell geschafft. Dabei kannte ich sie ja nicht einmal richtig... Wieder schüttelte ich den Kopf um die schlechten Gedanken aus meinem Kopf zu fegen. Das war Mal zu Mal schwieriger, denn die schwarze Magie hatte auch Nachteile. Aber darum würde ich mich bald wieder kümmern können. Ich... oder sie musste einfach nur in eine brenzlige Situation kommen und dann hätte sich das mit den schlechten Gedanken auch erledigt. Allerdings schien sie anzunehmen, dass schwarze Magier ähnlich wie die Elementar-Magier waren... Ich würde sie wohl ein wenig aufklären müssen. Aber das hatte Zeit. Ich stand ebenfalls auf, etwas langsamer und bequemer als die junge Gestaltwandlerin und folgte ihr.
»Ich folge dir, ich kenne mich hier ohnehin nicht aus. Solange du mir nicht weg läufst... Hehe.« Ja, ich konnte mir sogar ein kleines Lachen abringen. Es klang zwar immer noch nicht wirklich echt und überzeugend, aber es war schon mehr als ein falsches Lächeln. Ich musste nur noch üben. »Wer waren die 3 eigentlich, die dich vorhin bedroht haben?«
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Arynah
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 5:41 pm

Wie erwartet stand Sin auf und folgte mir. Beziehungsweise er ließ mich nicht aus den Augen. Aber ich war ihm wirklich dankbar dafür, dass er sich meinem Vater widersetzte und mich das Haus doch verlassen ließ. Schließlich musste er nicht so nett zu mir sein, er hatte auch keinen Grund dazu. Ich schloss die Tür also hinter uns ab und ging vor in Richtung Markt. Ich hatte mich dazu entschlossen den Laden den ich vorhin ansteuern wollte lieber nicht noch mal aufzusuchen heute. Also entschied ich mich für den Marktplatz. Da war viel mehr los und sicherlich auch eine größeere Auswahl, nur eben auch viele Geräusche und all die Dinge, die mich ab und zu mal in den Wahnsinn treiben konnten. Das war aber ein Risiko, welches ich gerne einging, um einer weiteren Hetzjagd zu entgehen.
Mir war nicht entgangen, dass Sin sich an einem Scherz versuchte. Das wirkte ein wenig aufgesetzt, sodass ich mich fragte, wie er wohl aussähe wenn er tatsächlich mal amüsiert wäre. Ich fand diese Art aber ganz gut bei jemandem wie ihm. Bei einem Söldner sollte man nicht davon ausgehen, dass er vor Emotionen nur so strotzt. Nunja, ich hatte aber bisher auch noch nicht allzu viele Söldner kennengelernt weshalb ich mir ein solches Urteil eigentlich gar nicht erlauben durfte. Ich schob diese Gedanken beiseite und wandte mich dann meinem Begleiter zu, den es anscheinend interessierte, welche neuen Freunde ich mir da vorhin angelacht hatte. Ich rollte verlegen die Augen und schob erneut eine Haarsträhne nach hinten. Mir war mal aufgefallen, dass ich diese Geste ziemlich häufig machte, meist dann, wenn ich nervös war oder nicht genau wusste, was ich sagen oder machen sollte. Ich sollte damit aufhören, das verriet doch viel zu schnell meine Unsicherheit in manchen Dingen. "Die drei habe ich bei meinem ersten Versuch einzukaufen heute kennengelernt." sagte ich zögernd und suchte gleichzeitig nach passenden Worten für das was ich antworten wollte. "Ich glaube, sie fanden es einfach nicht so schön, dass ich ihr Verhalten kritisiert habe." ich zuckte mit den Schultern. Irgendwie wollte ich ihm nicht sagen, dass ich jemandem hatte aus der Patsche helfen wollen. Das war zwar durchaus eine noble Tat meinerseits gewesen, aber irgendwie wollte ich das nicht zur Sprache bringen. Der Gedanke damit vielleicht sogar anzugeben, unterbewusst versteht sich, sagte mir einfach nicht zu. "Und bedroht haben sie mich vorhin am Haus gar nicht. Da wollten die mich einfach nur noch in die Finger kriegen und mir buchstäblich das Fell über die Ohren ziehen." ich kicherte, weil ich meinen Sinn für offensichtlich schlechten Humor mochte.
"Aber ich glaube, ohne eine helfende Hand wäre ihnen das auch gelungen." ich lächelte erneut, diesmal aber weitaus verlegener. Ich hatte ihm schließlich zu danken, auch wenn er bloß seinen Job getan hatte.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 6:15 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
»Angst vor dem Tod«


Ich hörte ihr zu und folgte ihr stumm. Ich ging neben ihr her. Meine Gedanken schweiften ab und ich dachte darüber nach, was sie gesagt hatte. Das Verhalten kritisiert... Ob das wirklich ein Grund ist, ein Mädchen zu... bedrängen? Für mich nicht. Kritik ist für mich elementar! Wie sollte ich mich verbessern, wenn mir nicht gesagt wird, was ich schlecht mache? Diese 3 Jungen schienen nicht sonderlich kritikfähig gewesen zu sein, das hat man an ihrem handeln gesehen. Und noch mehr an ihrer Angst. Der Geruch von Angst ist unerträglich und ätzend. Ich hasse es. Die Angst vor dem Tod... Ich verstehe manche Menschen einfach nicht. Wieso hat man Angst vor dem Tod? Der Tod ist genau wie das Leben. Er kommt nur einmal. Und dann ist alles vorbei. Ich begleite den Tod schon lang. Er war stets ein Partner für mich, der mich durch mein Leben führte. Kein besonders netter Geselle möchte ich sagen, aber er hat mir in vielen Sachen geholfen. Man sollte keine Angst vor ihm haben. Mehr Respekt und Achtung.

»Es waren Idioten.« murrte ich nur, was meine Meinung über die 3 Jungen mehr oder minder widerspiegelte. Ich ging weiter. Die beiden Schwerter an meiner Seite klapperten, wenn sie bei jedem Schritt aneinander schlugen. Ich müsste sie alsbald wieder schärfen. »Wieso hast du dich nicht gewehrt?« fragte ich dann. Ich wollte wissen, ob sie das überhaupt konnte. Wenn nicht, dann würde ich es ihr beibringen. Ob sie wollte oder nicht, denn ich werde auch nicht immer da sein können. Und dann soll es nicht an mir liegen, wenn sie sich nicht verteidigen kann.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 6:40 pm

Ich war normalerweise nicht der schnelle Geher, genoss also viel lieber die Umgebung, wie sie sich stetig veränderte und beobachtete die Leute, was sie so machten. Deshalb war der rasche Schritt, den ich jetzt anschlug irgendwie fremd für mich. Aber ganz hinten in meinem Kopf da spuckte der Gedanke umher, dass mein Vater schon bald vielleicht wieder zu Hause war, weil er doch schneller voran kam als gedacht und dann wüsste er plötzlich, dass wir das Haus verlassen hatten. Zwar konnte ich meinen Vater nur schwer anlügen, aber ich glaubte Sin zuliebe würde ich vorgeben, geflohen zu sein.
Das Klappern der Schwerter, die Sin immer offen sichtbar mit sich herum trug, war mir inzwischen auf aufgefallen, aber ich mochte das Geräusch. Zwar hörte es sich etwas grell an und würde es plötzlich ertönen, würde ich sicherlich völlig erschrocken zusammen zucken, aber so als monotones Hintergrundgeräusch mochte ich das metallerne Klackern schon leiden. Es erinnerte mich an meine Arbeit, wenn der Hammer auf das glühende Metall krachte und dabei auch einen lauten Knall von sich gab. Irgendwie ein heimisches Geräusch. Jedenfalls schien Sin meine drei Verfolger nicht besonders gut leiden zu können und bezeichnete sie bloß liebevoll als Idioten, die sie auch zweifellos waren. Ich grinste ein mal zustimmend, beließ das Thema dann aber dabei. Die Jungen waren einfach eingebildet, von sich überzeugt und völlig falsch erzogen worden, eigentlich konnten sie nichts dafür, dass sie so geworden sind. Nur fragte ich mich, ob Sin dem einen Kerl wirklich einfach so den Kopf abgeschnitten hätte. Das wäre eigentlich ziemlich falsch, auch wenn sie mir etwas antun wollte, ich glaubte nicht, dass sie mich einfach getötet hätten. Aber Sin war eben wer er war: Jemand, der manchmal auch durch Töten sein täglich Brot verdiente. Doch, er hätte es getan ... ich schaute etwas schräg zu ihm hinauf und musterte ihn und seine roten Augen kurz. Wenn er Schwarzmagier war, dann war ihm das Leben sowie auch der Tod ein ständiger Begleiter. Also auch ziemlich normal. Das Töten gehörte zu ihm einfach dazu durch das, was er war.
"Wehren? ..." wiederholte ich mit gespitzten Ohren. Ja, warum hatte ich mich nicht gewehrt? ... Achja, ich war ein kleiner niedlicher Fuchs, kein Bär. Ich zuckte mit den Schultern. "Weil ich schnell bin und flüchten kann. Die großen und dicken laufen nicht weg, weil die es nicht können - die müssen dann kämpfen." meine waghalsige Theorie wurde von einer Geste unterstützt. Die Finger nachdenklich am Kinn reibend schaute ich ohne wirkliches Ziel nach oben. "Ja, das müsste es sein." ich grinste.
Dann schaute ich ihn aber direkt an und ließ diese scherzhafte Haltung bleiben, weil ich schon bemerkt hatte, dass das eine ernste Frage von Sin war. Und so genau konnte ich ihn ja nicht einschätzen, würde ich ihm auf die Nerven gehen, könnte er mir verbieten, meinem Hausarrest zu entfliehen.
"Nagut ... eigentlich kämpfe ich einfach nicht gerne, besonders nicht wenn ich in der Unterzahl bin. Vielleicht bin ich auch einfach nicht so gut darin." ich zuckte erneut mit den Schultern und wartete darauf, was Sin sagen würde. Denn ich konnte mir schon gut vorstellen nur mal so aus Spaß mit ihm etwas zu üben, weil er bestimmt besser darin war, sich gegen irgendwen zu verteidigen als ich.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 7:03 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
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»Ab morgen gibt es Unterricht.« legte ich mit hartem Ton fest und schloss die Augen. Ich ging dennoch weiter, ich hatte mir die paar Meter, die ich mit demonstrativ geschlossenen Augen gehen würde eingeprägt. Unterricht... Ich hatte noch nie jemanden unterrichtet. Ich wusste nicht, ob ich das gut konnte oder nicht. Ich würde einfach versuchen ihr das beizubringen, was mir beigebracht wurde. Ich hatte viel gelernt. Auch im waffenlosen Kampf. Aber es kam nur noch selten die Situation in der ich keine Waffe hatte. Oder in der ich keine Waffe benutzte. Ich müsste überlegen mit was ich anfange. Grundlagen würde sie beherrschen müssen, also würde ich mit den Grundlagen anfangen. Mir war es egal, ob sie gern kämpfte oder nicht. Mir war es auch egal, ob sie das Wegrennen dem Kämpfen vorzog. Aber wenn sie mal nicht wegrennen konnte und ich nicht da war... Dann würde sie kämpfen müssen, ob sie wollte oder nicht. Denn es interessiert Söldner nicht ob ihre Opfer kämpfen können oder nicht. Es interessiert Feinde nicht, ob sie kämpfen kann oder nicht. Es interessiert keinen außer mich und ihr Vater. Und das ist das Schlimme. Das ist das Leben. Und das Leben ist grausam, wenn man nicht kämpfte. Sehr grausam.

»Und selbst ein Fuchs kann einen Bären bezwingen.« fügte ich noch an. Ich wusste, dass ich sie nicht meine Art des Kämpfens lehren konnte. Sie war schnell und beweglich und ich war stark und brachial. Sie klettert über Wände, während ich mit dem Kopf voraus durchstürmen würde. Sie konnte ihre immense Geschwindigkeit ausnutzen. Aber das würde ich alles noch heraus bekommen, wenn das Training erst einmal anfängt. Ich öffnete die Augen wieder, denn ab hier endete die Erinnerung an den Weg und ich musste wieder sehen können. »Es gibt eine uralte Technik, die es dir ermöglicht gegen jede Übermacht zu bestehen. Jedenfalls wenn du genug Ausdauer hast.« erzählte ich dann weiter.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 7:24 pm

"UNTERRICHT?!" platzte es völlig überrascht aus mir heraus. Er wollte mich im Kämpfen unterrichten? Mein Lehrer sein? Was mich so überraschte war der Tonfall des Söldners. Er ließ keinen Widerspruch zu und stellte das als eine Tatsache fest, der ich gar nicht aus dem Weg gehen konnte, auch wenn ich es noch so gerne wollte. Aber waurm machte er das? Er war angestellt bei meinem Vater, bekam Geld dafür, dass ich nicht verletzt wurde, warum soll ich dann bitte kämpfen?
Ich blieb stehen und schaute ihn völlig entgleist an. "Das ist doch nicht dein Ernst, oder?" doch er war völlig in seinem Element, die Augen geschlossen marschierte er ohne sich beirren zu lassen weiter. Schnell holte ich wieder zu ihm auf und schaute den noch immer blind gehenden Magier an. "Und selbst ein Fuchs kann einen Bären bezwingen." widerholte ich ihn gedanklich und war noch immer irgendwie völlig neben der Spur. Ich war zwar nicht abgeneigt, meinem Willen Nachdruck zu verleihen, aber ich war doch niemand, der jemanden angriff. Das würde schlimm werden. Sehr schlimm. Unglaublich schlimm ... die Hölle! Sin hatte zwar etwas Entspanntes an sich, aber dennoch war er bestimmt kein allzu geduldiger Lehrer und ich bestimmt nicht die beste Kämpferin. Ich fühlte mich plötzlich wieder wie ein Kleinkind, dem man zum ersten Mal Besteck zum Essen gab. Völlig überfordert.
Sin öffnete nach einigen Metern die Augen wieder und ich starrte ihn noch immer fassungslos an. "Der Fuchs ist gerissen genug, um zu wissen, dass es klüger ist, den Kampf zu meiden." sagte ich eher leise und seufzte dann.  Irgendetwas sagte mir, dass Sin nicht von seinem neuen Gedanken abzubringen war und dessen war ich mir so sicher, obwohl ich ihn kaum kannte. Er wollte mich eine Technik lehren, die uralt war und damit wohl auch mächtig. Gegen Übermächte bestehen? ... Ich hatte von vielen Wesen gehört, die Magie in sich trugen, aber bisher war ich alles, aber ganz bestimmt nicht magisch begabt. Ich hatte noch nie irgendetwas Magisches in mir gespürt, außer die Tatsache, dass ich zwei Gestalten hatte. Aber das war doch eher etwas Physisches als etwas ... Übermächtiges. Ich war verwirrt. Wieso wollte er so viel Mühe investieren? Na vielleicht ging er nciht davon aus, dass ich bei solchen Dingen ein langsamer Lerner war.
"Muss das denn wirkllich sein?" fragte ich eher kleinlaut und steckte ja schon fast schmollend die Hände in die Taschen. Ich hatte nicht die Uni verlassen, um jetzt wieder die Schulbank zu drücken.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Do Jun 27, 2013 9:13 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
»«


»Natürlich muss das sein. Was ist denn, wenn der Fuchs mal nicht den Kampf meiden kann? Ich denke, dass ein Rudel Wölfe einen Fuchs nicht so einfach davon kommen lässt.« redete ich weiter auf sie ein und verschränkte die Arme hinter dem Rücken, wie es mein Meister immer getan hatte, wenn ich mit ihm diskutiert habe. Nur dumm, dass er unsere Diskussionen immer gewonnen hatte... Aber das spielt jetzt keine Rolle. Ich hoffe derzeit nur, dass ich gut in die Rolle eines Meisters hinein passe. Und selbst wenn, ich denke, dass ich es auch noch lernen werden.

»Was ist, wenn ich einmal nicht mehr da bin. Was ist, wenn du nicht laufen kannst, weil du keinen Ausweg hast. Ich bin nicht nur ein hirnloser Beschützer, der jedem den Kopf einschlägt, der dir zu Nahe kommt.« fügte ich noch an und ging erhobenen Hauptes weiter. Sie sollte ruhig wissen, dass ich kein Söldner bin, der nur Befehle entgegen nimmt. Ich folge nicht blind irgendwelchen Befehlen! Auch wenn meine Dienste käuflich sind. Meine Seele ist es nicht. »Wann sind wir da?« fragte ich dann.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Fr Jun 28, 2013 1:52 pm

Wenn der Fuchs den Kampf nicht meiden kann? ... widerholte ich gedanklich und begann zu grübeln. Er hatte Recht, wenn ich ein mal nicht mehr davon rennen könnte, was würde ich dann tun? Natürlich mich verteidigen, aber was, wenn der Angreifer stärker war als ich weil er kämpfen konnte? Zunehmend war Sin´s Argumentation für mich sinnvoll geworden und ich musste mir selbst eingestehen, dass ich - obwohl ich ungern jemanden verletzte - wenigstens die Selbstverteidigung beherrschen musste. Ansonsten sollte ich aufhören, ständig Leute gegen mich aufzubringen.
Mein Schweigen sollte Antwort genug sein, dass ich mich vorerst schon auf seinen Vorschlag (oder doch eher Befehl?) einlassen würde und offen dafür war, etwas dazu zu lernen. Auch wenn es eindeutig nicht meine Art war, so mit dem Kopf durch die Wand zu rennen.
Nach einigen weiteren Schritten konnte ich schon die Stimmen auf dem AMrktplatz zuordnen, die zuvor bloß ein wirres Getuschel darstellten. Aber mit dem zweiten Ohrenpaar auf dem Kopf war es ein Kinderspiel auf diese Distanz schon Gespräche zu belauschen ... Das tat ich natürlich nicht. Niemals. Auf gar keinen Fall. Okya manchmal schon, aber NUR, wenn es irgendetwas mit Schokolade zutun hatte.
"Dort die nächste Straße rechts, da ist direkt der Marktplatz." sagte ich und deutete mit einer raschen Geste auf die wenige Meter entfernte Kreuzung. Ich war schon oft hier gewesen auf dem großen Markt, auch als Kind und damals war das Getümmel und die vielen Leute ein noch schwieriger Zustand als heute. Kaum zischte, quieckte, kreischte oder schrie irgendwo etwas, hatte ich mich schon in einen Fuchs verwandelt und hinter meinem Vater versteckt. Heute bekam ich das etwas besser in den Griff und konnte bei genügend Konzentration durchaus bei menschlicher Gestalt bleiben.
"Sag mal Sin, wie bist du eigentlich Söldner geworden?" fragte ich, weil ich das Thema wechseln und mich auf ein Gespräch konzentrieren wollte. Wenn ich jemandem gezielt zuhörte, ließ ich mich weniger ablenken und das war auch gut so. Ich war nicht das größte Talent darin, zwei Leuten gleichzeitig zu zuhören. Wir bogen zum Markt ab und prompt lagen mindestens vierzig weitere Gerüche als bloß der rauchige Gestank der Industrie in der Luft und ich konnte mein Vorhaben, einem konzentrierten Gespräch nachzugehen wirklich vergessen. Auf der einen Seite roch es nach Fisch und Fleisch, auf der anderen Seite nach Obst und wieder von wo anders kam der Geruch von einem zu dick aufgetragenen Parfüm. Zielstrebig steuerte ich den Gemüsestand von Frau Hutsch an. Ich kannte ihren Vornamen nicht, aber sie trug ein Namensschild und da stand eben immer "Hutsch" drauf. Ich lächelte sie an und sie erwiderte die Freundlichkeit und begrüßte mich direkt. Sie war eine alte Bekannte meines Vaters, so eine Art "geben- und nehmen" Beziehung. Er war handwerkklich begabt und reparierte ab und zu Türen, Schränke und Ähnliches bei ihr und sie schenkte uns ab und zu übrig gebliebene Lebensmittel, bevor sie sie wegwerfen musste. "Hallo Ary! Wie geht es dir und deinem Vater? Ich hab euch schon länger nicht gesehen, alles in Ordnung? Die Leute reden ja immer so viel ... Ich hab gehört, dass du neulich im Gefängnis übernachten musstest?" ... ach ja, hatte ich erwähnt, dass sie eine alte Dame war, die viel sah, hörte und tratschte? Und sowieso viel redete, wenn man sie nicht ab und zu unterbrach?
"Hallo Miss Hutsch. Vater und mir geht es prächtig, wir haben bloß viel mit der Schmiede zu tun im Moment. Viele Aufträge." ich schaute auf ihrem breiten Tisch nach, wo der Lauch lag und zeigte darauf, sodass sie mir gleich ein paar Stangen zusammenband. "Hm ja, das war aber nichts Schlimmes, machen sie sich keine Sorgen. Dann bitte noch vier Hand Möhren dazu, das wars dann." ich deutete auf das orangene Gemüse und hoffte, sie würde nicht weiter nachfragen und mich vor Sin in Verlegenheit bringen.
"Dann passt gut auf euch auf, dass ihr auch mal Pause vom Arbeiten macht und sag bitte Mernos, er soll sich noch mal bei mir melden. Bei Zeiten." Ich lächelte, bezahlte und nahm ihr den Beutel mit dem Lauch und den Möhren ab, um den Stand zu verlassen.
"Ich hoffe, du magst Eintopf? Du isst doch mit oder?" fragte ich Sin schließlich, weil ich ja nicht genau wusste, ob er nun rund um die Uhr mein Beschützer sein sollte oder nicht. Und wenn er schon die ganze Zeit da war, dann konnte ich auch kochen, was er mochte. Das machte ich ja gerne.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Fr Jun 28, 2013 2:34 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
»Hunger der Vergangenheit«


Ich sah ihrer Geste nach und sah viele Menschen auf uns zukommen. In Gedanken sagte ich mir, dass ich das schon schaffen werde, doch irgendwie wurde mir allein bei dem Gedanken übel. Ich wusste, als Söldner hatte man viel zu tun, man musste auch Sachen tun, die einem nicht gefielen. Doch auch da gab es deutliche Grenzen. Und Menschenmassen waren für mich wirklich schlimm. So viele lästige, elende, nutzlose Menschen... Naja, nutzlos waren sie nun nicht ganz, die meisten arbeiteten ja und sorgten dafür, dass wir Essen kaufen konnten. Dennoch, für mich persönlich waren sie alle nutzlos. Und potentielle Seelen, die ich sammeln konnte. Oder fressen. Ein bisschen Geduld brauchte ich noch...

Ich wollte gerade auf ihre Frage antworten, als auch schon die Verkäuferin auf Arynah einredete. Diese Geschichte spar ich mir für später... dachte ich mir und ließ meinen Blick über den Markt schweifen. So viele Menschen, die alle auch eine potentielle Gefahr darstellen konnten. Ich war wieder ein wenig angespannt, aber auch nur für den schlimmsten Fall: Wenn Chaos ausbricht. Auch wenn das derzeit unwahrscheinlich war. Dennoch, die Möglichkeit bestand. Arynah und Frau Hutsch unterhielten sich ein wenig und ich bemerkte, dass sie sich schon länger zu kennen schienen. Nicht unbedingt, weil die Verkäuferin meinen Schützling 'Ary' nannte, sondern eher wegen dem Thema über das sie sprachen. Ich hörte aufmerksam zu, doch wirklich viele Informationen bekam ich nicht mit. Nur die Möhren weckten meinen stillen Hunger, mein Magen knurrte leise. Es war schon etwas her, seit ich das letzte Mal etwas gegessen hatte. Fasten stand bei mir zwar auch manchmal auf dem Plan, doch ich hatte erst letztens gefastet, was hieß, dass ich jetzt wieder schlemmen könnte sobald sich etwas schlemmbares in der Nähe von mir befand. Schon wieder knurrte mein Magen, dieses Mal lauter. Ich hatte gar nicht wirklich bemerkt, dass sie mich angesprochen hatte und sah sie etwas überrascht an. Ich war zu gedankenverloren, das war nicht gut! Doch ihre Frage hatte ich noch vernommen und ich nickte. »Ich esse alles, solange es essbar ist.« fügte ich noch als Bestätigung an. Ein wirkliches Lieblingsessen hatte ich nicht. Vor allem wenn ich Hunger hatte gab es bei mir nichts, was schmeckt. Wenn ich Hunger hatte schmeckte alles gut. Ich erinnerte mich an Zeiten, in denen ich mich von Fliegen und Würmern ernähren musste, weil nichts anderes da war. Doch wenn man Hunger hatte schmeckte auch das gut. Man musste sich in solchen Fällen nur überwinden.

»Du hast gefragt, wie ich Söldner geworden bin...« griff ich das Thema von eben gerade noch einmal auf und überlegte, wo ich am besten anfing. »Als ich älter war ging ich von Zuhause weg und lebte in einer Stadt. Und eines Tages kamen Zigeuner, die durch die ganze Welt gezogen sind. Ich war ziemlich begeistert davon, deswegen schloss ich mich ihnen an. Als sie mich schließlich verließen...« ich stockte. Dann begann ich erneut. »Sie verließen mich, weil ich schwarze Magie praktizierte. Sie meinten, dass ich schlecht wäre. Selbst mein Weib hat mich dann verlassen. Ich habe ihnen vertraut, aber ich wurde enttäuscht. Ich habe gedacht, dass ich Familie gefunden hatte. Doch das war ein Irrtum. Söldner wurde ich, weil das ein Beruf ist, bei dem ich viel machen kann. Es ist jedes Mal sehr individuell. Und vor allem: Ich arbeite allein. Damals habe ich mir geschworen, dass ich alles allein schaffen werde. Und das mache ich immer noch. Ich mache mich von keinem mehr abhängig. Das ist der Grund, warum ich Söldner geworden bin. Freiheit und Unabhängigkeit.« erklärte ich und im gleichen Moment fragte ich mich, warum ich ihr diese Frage beantwortet habe. Eigentlich bin ich ihr keine Rechenschaft schuldig. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig. Ich schüttelte nur den Kopf.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Fr Jun 28, 2013 8:10 pm

Mir war nicht entgangen, dass Sin große Menschenmengen ebenfalls irgendwie nicht geheuer waren. Im Augenwinkel hatte ich gesehen, wie er sich zunehmend verspannt hatte und jederzeit bereit war, anzugreifen oder zu verteidigen, wenn es nötig war. Und jetzt wurde mir auch zunehmend klar, dass mein Vater bei Sin seine gute Menschenkenntnis hatte spielen lassen. Jedenfalls war er mit diesem Söldner ein gutes Geschäft eingangen. Jemand, der seinen Job machte, mitdachte und trotzdem keine Fehler duldete. So schätzte ich ihn gerade ein. Jemand, der die Situation gerne im Griff hatte und bei so vielen Menschen war es nicht allzu einfach, das zu gewährleisten. Mir ging nicht aus dem Kopf, dass Miss Hutsch von meiner eintägigen Haftstrafe gehört hatte. Warum sprach sich so etwas herum? Ich hasste es, wenn die Leute über mich sprachen und dann auch noch wegen sowas? Das war ja schon fast erniedrigend. Kaum hatten wir uns dann abgewandt, antwortete Sin auch schon. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass er wenigstens irgendetwas nicht gerne aß, aber da war ich wohl bei ihm bei einer seltenen Ausnahme gelandet. Ein Glücksfall, denn so konnte ich alles kochen, was ich wollte und konnte sicher sein, dass es ihm bestimmt nicht missfallen würde.
"Das freut mich, dann brauche ich dich ja nicht immer fragen." ich lächelte sanft und sichtete auf der anderen Straßenseite schon den zweiten und letzten Laden, den ich nebenbei ansteuern wollte. Einige wenige Zutaten hatten wir ja noch zu Hause, ich brauchte bloß noch Fleisch. Sin schien meine Frage zum Glück nicht vergessen zu haben, denn die Antwort interessierte mich schon sehr, weil sie etwas über ihn verraten würde, etwas, das man so an sich gar nicht allzu schnell erkennen konnte. Und zwar, dass auch er verletzlich war und nich ausschließlich der mürrsich drein blickende Söldner, der alles und jedem im Blick hatte. Zigeuner?" widerholte ich gedanklich und wunderte mich. Sin hatte ich mir bei einer solchen Wanderergruppe gar nicht vorstellen können, aber jetzt wo er es ansprach, schien mir das durchaus plausibel. Er war ja an sich schon durch seinen Beruf sehr flexibel und in der Lage, sich an verschiedene Situationen anzupassen. Da war das Zigeunerleben gar nicht so abwegig.
"Du überraschst mich, Sin." gab ich zurück und hielt vor dem Fleischstand an. Der Geruch war so verlockend und aufdringlich, dass ich schnellstens hier weg wollte, um nicht die Nerven zu verlieren. Ich deutete dem Verkäufer, diesen kannte ich nicht ein mal vom Sehen, was ich haben wollte, bezahlte und drehte mich prompt wieder um. "Ich meine die Tatsache, dass du ein mal ein Weib hattest." das Wort 'Weib' hatte ich etwas abfällig betont, weil ich diesen Ausdruck eigentlich nicht gerne mochte. Er wirkte eher als Beleidigung, wenn man ihn so betonte. Jedenfalls lächelte ich ihn nun freundlich wie ich war an und stellte mir die Frau vor, die sich an seiner Seite wohl gefühlt hatte, bis sie erfuhr, was er war. Schade eigentlich und das musste zudem auch noch ein richtiger Schock gewesen sein. Nicht für sie, sondern für ihn. Dass seine Frau ihn doch nicht so liebte wie er sie. Ich wusste nicht, warum ich so viel in diese Geschichte des Söldners hinein interpretierte, aber das tat ich immer, weil ich mir ein Bild von dem machen wollte, was ich noch nicht kannte. Und am meisten half es einem eben dabei, wenn man sich da etwas feines ausdachte.
"Jetzt weiß ich mir eher vorzustellen, was du vorhin meintest. Dass die Leute dich meiden wegen dem was du bist. Aber mach dir keinen Kopf, du bist zwar ein Wesen, das Seelen frisst, Fakt aber ist, du hast selbst auch eine." ich lächelte ihn mitfühlender Weise an. Irgendwie dachte ich mir schon, dass er sich in manch einer Situation unwohl fühlte, weil die Leute ihn mieden. Klar, er konnte gefährlich sein. Sehr sogar, aber in diesem Falle wurde er dafür bezahlt, dass mir nichts passierte.
Die Einkaufstüten in der rechten Hand tragend, blieb ich aber dann plötzlich wie angewurzelt stehen. "Was war das?" fragte ich eher mich selbst, verzog das Gesicht und drehte mich wieder um. Kreischende und schimpfende Leute waren zu hören und schon tauchten die Wachen der Stadt auf, in ihren schweren Kettenuniformen. Mein Instinkt schubste mich dann zur Seite, sodass ich an einer Wand stand und einfach nur ruhig atmend beob achtete, was dort vor sich ging. So wie ich das sehen konnte, hatte gerade eine maskierte Bande das andere Ende des Marktplatzes bei ihrer Flucht verwüstet und war jetzt samt Polizeigefolge auf dem Weg zu uns. Beziehungsweise an uns vorbei. Die waren ziemlich schnell, das musste man ihnen schon lassen, sodass ich gar nicht allzu viel sehen konnte, außer eben die tatsache, dass sie alle maskiert waren.
Kaum war die laute Verfolgungsjagt an uns vorbei gedonnert, wandte ich mich verblüfft an Sin. "Wow. Wir haben echt Glück gehabt." ich deutete auf den verwüsteten Fleischstand und zuckte mit den Schultern.


Zuletzt von Arynah am Di Jul 09, 2013 12:25 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Sa Jun 29, 2013 1:22 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
»Seele eines Söldners«


Ich wollte gerade auf ihre Aussage antworten, die sie als letztes getroffen hatte, als sie plötzlich inne hielt. Was meint sie mit 'Was war das'? fragte ich mich gleich und drehte mich abrupt um. Ich hatte kein so gutes Gehör wie sie, das stand fest, doch meine Augen täuschten mich nicht. Ich sah, was da vor sich ging. Ich bemerkte aus den Augenwinkeln, dass Arynah sich an die Wand presste und instinktiv stellte ich mich schützend vor sie. Meine Hand schnellte an den Griff eines meiner Schwerter. Bevorzugt das Souruita, es hatte einen schwarzen Griff und war ein besonders geschmiedetes Schwert. Ich führte es in der rechten Hand, meiner Haupthand und mit ihm führte ich grundsätzlich die ersten Schläge aus. Das zweite, mit einem blauen Griff, war das Chisan-Sha. Es war um ein paar Fingerbreite kleiner und deshalb auch etwas leichter. Es folgte dem Souruita sofort. Zusammen konnten sie vernichtenden Schaden anrichten. Ich zog die Klinge ein wenig heraus, ein paar Zentimeter Stahl blitzten in der Sonne. Doch der maskierte Trupp als auch die Soldaten preschten an uns vorbei. Ich sah ihnen hinterher, bis sie wieder um eine Ecke verschwanden. Ich drehte mich wieder zu dem Stand, mein Blick wurde düster. Dort, wo wir eben gerade eingekauft hatten, lag das Fleisch nun im Staub. Ich brummte kurz und unzufrieden. Falls ich diese Leute mal erwischen sollte, dann werden sie sich wünschen, nie geboren worden zu sein. Einem Händler das Geschäft zu versauen galt für mich als Erniedrigung. Und grundlose Erniedrigung stand bei mir unter Todesstrafe. Allein weil ich selbst weiß, wie hart es ist an einem Stand zu arbeiten, den ganzen Tag dort zu stehen und versuchen sein Geld damit zu verdienen. Als ich noch Zigeuner war, da durfte ich das auch immer wieder machen. Doch falls sich jemand an meinem Stand vergriffen hat und nicht schnell genug gewesen ist, der hat es wahrlich bereut. Als wieder alles ruhig war, naja mehr oder minder, da viele Leute auch aufgebracht waren, drehte ich mich zu meinem Schützling um und nickte langsam.

»Das Glück scheint auf unserer Seite zu sein.« Dann deutete ich auf den Stand. »Aber auf ihrer nicht. Ich bin gleich wieder da. Bewege dich nicht von der Stelle.« Mit diesen Sätzen ging ich zu dem zerstörten Stand und dem verärgerten Händler, den ich genauso wenig kannte wie Arynah und griff in meinen Kimono. Ich holte ein paar Münzen heraus. Es war zwar nicht viel, aber es war genug um sich davon das Holz für einen neuen Stand zu kaufen. Da das meiste ohnehin zerbrochen und somit unnütz geworden ist. Ich nickte dem Händler zu und rückte ihm das Geld in die Hand, dann drehte ich mich wieder um und ging zu meinem Schützling zurück. »Da ich kein Geld für das Essen bezahlen muss kann ich es ja anderweitig investieren. Vielleicht bekommen wir beim nächsten Mal Rabatt.« sagte ich um eine potentiell aufkeimende Frage in ihr zu beantworten. Es war selten, dass ich Geld verschenkte, doch ich hatte tatsächlich Mitleid mit dem Händler, weil ich mich sehr gut in seine Situation hinein versetzen konnte. Das passierte zwar auch nicht oft, aber wenn ich es selbst schon erlebt hatte fiel das einfach. Doch jetzt konnte ich endlich auf ihre Aussage zurück kommen.

»Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich eine Seele habe. Sicher, eine weilt in meinem Körper... Aber ich weiß nicht ob sie mir gehört... oder Tenebrae.« antwortete ich.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mo Jul 01, 2013 10:21 am

Ich war nicht unbedingt ein Angsthase, ichempfand mich viel eher als vorsichtig, was sich ja auch nun wieder als durchaus sinnvoll bewährt hatte. Dass ich etwas abseits gegangen war, mich an die Wand stellte und damit schon mal alles was ich nicht sehen konnte als dennoch sicher vermerken konnte, stellte Sin sich schützender Weise vor mich. Das war wirklich ungewohnt, weil ich eigentlich alleine war und vor allem niemanden hatte, der sich für mich - außer meinen Vater - in eine gefährliche Situation begeben würde. Und obwohl ich wusste, dass Sin dafür bezahlt wurde, mich zu schützen, musste ich mich stets daran erinnern, um nicht zu glauben, er wäre einfach so nett zu mir, weil er mich mochte. Er war zwar nett und sympathsich, aber ob er mich auch schützen würde, würde er nicht dafür bezahlt, das war fraglich.
Jedenfalls war die Verfolgungsjagd nun vorbei beziehungsweise borbeigerannt und damit auch keine Gefahr mehr. Was blieb, war das Elend und der Ärger über die Verwüstung die bei der Flucht der Gruppe angerichtet wurde. Eigentlich wollte ich jetzt einfach weiter meines Weges gehen, sah aber rechtzeitig, dass Sin wieder zum Markt zurückkehrte. Was wollte er denn nun dort? Aufmerksam schaute ich ihm nach und fragte mich, was er vor hatte. Verblüffender Weise konnte ich erkennen, dass er dem Fleischhändler, der uns eben noch bedient hatte, Geld gab. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Er schien Mitleid mit dem Fremden zu haben und half ihm in seiner Misere. Denn die Tageseinnahmen waren gerade auf 0 gesunken. Sin kam wieder und ehe ich, noch immer ziemlich verblüfft, etwas sagen konnte, antwortete er auf meine unausgesprochene Frage.
"Ja, damit hast du wohl Recht." ich nickte zustimmend und war noch immer etwas verwundert, weil ich ihn schon wieder falsch eingeschätzt hatte. In diesem Punkt kam ich einfach nicht nach meinem Vater. Der schien einen siebten Sinn für sowas zu haben, der bei mir anscheinend völlig fehlte.
Wir gingen also weiter und Sin erklärte mir, dass er gar nicht so genau wusste, ob die Seele die in ihm steckte überhaupt seine war oder die der Dunkelheit. Ich schaute zu ihm auf und irgendwie war mir klar, dass er schon gerne war, was er war. Natürlich hatte das Ganze auch Nachteile, aber die Vorteile mussten ih nso positiv stimmen, dass es ihm eigentlich spaß machte, ein Schwarzmagier zu sein.
"Na irgendwem muss deine Seele ja gehören." gab ich zurück und zuckte mit den Schultern, denn ich kannte mich beim besten Willen nicht genug mit der schwarzen Magie aus, um jetzt eine sinnvolle Antwort zu geben. Also beließ ich es bei der wenig aufschlüssigen Antwort und lotste uns wieder zurück nach Hause. Zum Glück war mein Vater nicht wieder her gekommen und auch nicht früher wieder hier als er es hätte sein sollen, sodass ich mich direkt daran machen konnte, die Zutaten, die wir gekauft hatten, zu verarbeiten.
"Sag mal, wann möchtest du eigentlich mit dem Unterricht beginnen?" ich schnitt das Fleisch zurecht und ließ dann den herrlich duftenden Eintopf etwas vor sich hin köcheln, um mich dann an den Tisch zu setzen. "Ich mein, ich muss schließlich ab und zu auch mal arbeiten gehen und hab nicht immer einen so schön freien Tag, wie heute." ich lächelte und stand dann wieder auf, weil ich vergessen hatte, die Teller aus dem Schrank zu holen.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mo Jul 01, 2013 2:07 pm

Sinist || Schwarz-Magier || Arynah
»Seelenwanderung«


Ich dachte über das Gesagt nach. Irgendwem muss meine Seele ja gehören... Das war eine Aussage, die mich zunehmend nachdenklich stimmte. Irgendwem... Natürlich, zu einem Teil gehörte sie mir, sie wohnte noch immer meinem Körper inne und stellte auch das dar, was ich jetzt bin. Doch ich denke, wenn Gott Tenebrae es wollte, dann könnte er sie mir ohne weiteres nehmen und mich zu einem Sklaven machen. Ich konnte nun wirklich nicht die Absichten oder Launen eines Gottes voraus sehen, ich wusste auch nicht ob sie wirklich so besitzergreifend waren oder nicht. Niemand konnte die Launen der Götter wirklich deuten... Und deswegen war es wahrscheinlich der Grund, warum wir zu ihnen beteten. Damit sie uns vielleicht vor ihren bösen Launen schützen und sie diese nicht an uns ausließen. Jedenfalls war das eine Möglichkeit von vielen. Es war schon nicht einfach...

Sie führte uns wieder zu ihrem Heim. Irgendwie beruhigte es mich, dass ihr Vater noch nicht wieder da gewesen ist. Sonst hätte er vielleicht meinen Sold gekürzt. Und das wäre... unschön gewesen. Aber momentan brauchte ich den ja auch nicht wirklich. Ich hatte hier ein Bett, ich hatte etwas zu Essen... Mehr brauchte ich im Grunde auch nicht um zu leben. Eine Arbeit, wenn mir langweilig wurde oder vielleicht ein paar Unruhestifter, die ich bestrafen konnte... Aber irgendwie wäre das Leben dann auch ein wenig eintönig. Jeden Tag immer nur dasselbe? Nein, das Leben als Söldner war schon echt wunderbar, es gab immer etwas zu tun, es war immer wieder etwas anderes. So ließ es sich leben!

Sie fragte mich, wann ich mit dem Unterricht beginnen wollen würde. Eine gute Frage...
»Ich hatte gesagt, dass ich morgen damit beginnen werde. Oder wenn du magst auch gleich heute. Ist mir eigentlich egal. Aber wir werden viele freie Minuten mit dem Training verbringen, das verspreche ich dir. So was lernt sich nicht in einem Tag, dafür braucht man eine Menge Zeit. Und bei der Arbeit werde ich dir helfen, damit es schneller geht. Sonst wird mir noch langweilig, wenn ich dir dabei zusehen würde. Aber was machst du denn, wenn ich fragen darf?«
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Arynah
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Di Jul 02, 2013 7:54 pm

An manchen Tagen wünschte ich mir, mein Vater wäre statt eines Schmiedes ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden, der genügend Geld hatte um in einem nobleren Teil der Stadt zu leben und dort ein wunderschönes Haus zu haben. Ein wunderschönes Haus mit einer tollen Küche, in der ich kochen konnte, wie ich wollte und was ich wollte. Mit viel besseren Mitteln als ich es in ieser Küche hier konnte. Ich musste nämlich leider Gottes gestehen, dass ich diese Küche zwar schätzte, aber nicht liebte. Ich kochte hier weil ich keine andere Möglichkeit hatte und einfach gerne kochte. Jedenfalls träumte ich manchmal davon, in besseren Kreisen zu leben und das nicht wegen der schicken Umgebung oder Ähnlichem, sondern blo wegen der schönen Küche die ich dann sicherlich auch hätte. Zurück in der Gegenwart legte ich gerade Holz nach, damit der Herd auch weiterhin von der darunterliegenden Flamme erhizt wurde und seufzte innerlich darüber, dass wir keines dieses technisch auf dem neuesten Stand Geräte hatten ...
"Es ist schon Abend ... Wir könnten morgen vor der Arbeit anfangen, ich bin ohnehin ein Frühaufsteher." sagte ich nebenbei, während ich den Eintopf abschmeckte und noch etwas Salz hinzugab.
Ich konnte dann ein Schmunzeln nicht unterdrücken, als ich vernahm, dass Sin mir vielleicht bei der Arbeit helfen wollte, weil er sonst Langeweile hätte. Sin als Schmied? Das würde körperlich jedenfalls passen. "Ich arbeite in der Schmiede meines Vaters." lächelte ich und erwartete eine verblüffte Reaktion, weil ich persönlich mir nicht ansehen konnte, dass ich einen körperlich fordernden Beruf wie Schmied überhaupt bewältigen könnte. Ich würde mich vom optischen eher auf dem Markt sehen oder in einem Büro, um irgendetwas zu organisieren ...
"Aber da kannst du gerne helfen, weil wir gerade viel zutun haben, besonders was die Waffenproduktion angeht. Die ist ab morgen dran. Eine weitere große Bestellung." ich erinnerte mich an die jetzige große Bestellung und hoffte schon insbrünstig, dass wir damit schneller fertig werden würden.
"Es sei denn ... die knapp 45° sind dir zu warm zum Arbeiten." ich zwinkerte, weil ich absichtlich diesen Aspekt nannte und nicht das Schwingen eines Hammers. Das konnte er bestimmt mühelos, nur fragte sich, wie sein Körper auf die Temperaturen reagierte, die an den beiden Öfen herrschten und sich durch das ganze Gebäude zogen.
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BeitragThema: Re: Tenzifa    Mi Jul 03, 2013 2:29 pm


Also ein wenig überrascht war ich schon. Das ein so kleines, zerbrechliches Mädchen in der Schmiede arbeitete. Sie wirkte schwach und er würde im Leben nicht glauben, dass sie es schaffte einen richtigen Schmiedehammer überhaupt anzuheben. Doch er glaubte auch nicht, dass sie ihn anlügen würde. Dennoch fiel es ihm schwer sich sie am Ofen vorzustellen. Ich schaute weiterhin dabei zu, wie sie den mittlerweile lecker riechenden Eintopf zu kochen. Schon lange hatte ich keine richtige, schöne warme Mahlzeit gehabt. Sie warnte mich vor der Hitze, die an den Öfen herrschte, doch ich winkte unbeeindruckt ab. »Ich bin schon durch Wüsten gelaufen und auch schon durch die die Kälten von Hiyalfinn, ich denke Temperatur kann mich nicht wirklich mehr beeinträchtigen.« sagte ich mit meiner lockeren Stimme. Dann dachte ich wieder an die Zeit als Zigeuner zurück. Es war eine schöne Zeit gewesen. Damals hatte mir Risa alles gezeigt und mich jedem vorgestellt. Ich konnte mir niemals alle Namen merken, es waren sicher an die 70 Leute, die dort in einer Karawane mitgezogen sind. Aber nach ein paar Jahren, da gehörte ich einfach dazu... Risa war diejenige gewesen, die mich aus dieser Einsamkeit geholt hatte. Und wenn ich heute so darüber nachdenke weiß ich, dass ich mich unbewusst an sie geklammert habe. Ich habe mich abhängig gemacht. Auf einer Seite musste man sich natürlich auf die anderen verlassen können, Freunde waren mir damals wichtig gewesen... Doch seit ich verstoßen wurde, habe ich mich um alle Angelegenheiten allein gekümmert. Ich hab alles allein geschafft und all das, was mich nichts anging, das ließ ich in Ruhe. Jeder musste sich um seinen Kram kümmern. Und so hatte sich auch keiner in meine Angelegenheiten einzumischen, die ich gegebenenfalls zu regeln hatte. Meine Probleme ging keiner an. Ich schaffe das allein!

»Wenn wir schon beim Thema früh aufstehen sind, du müsstes mir nachher mal dein Zimmer zeigen. Ich werde wenig Platz einnehmen, ich schlafe auf dem Boden.« fiel mir nebenbei noch ein. Natürlich würde ich auch nachts bei ihr sein müssen um sie vor potentiellen Gefahren zu schützen, die sich des Nachts einschleichen könnten, wie zum Beispiel Einbrecher oder andere Gauner, die ihr Glück im Dunkeln versuchten. Aber vermutlich würde ich ohnehin nicht wirklich schlafen. Einerseits erlaubte mir die Magie keinen ruhigen Schlaf mehr, jedes Mal bekam ich Träume, die mir selbst Angst machten. Das lag daran, dass ich lange keine Seele mehr gefressen hatte. Ich würde nicht dem Wahnsinn anheim fallen! Ich hatte mir eine Art Halbschlaf angewöhnt. Die Sinne, die beim Schlafen normalerweise auf ein Minimum heruntergefahren wurden sind bei mir noch vollkommen aktiv. Und dennoch bekommt mein Körper genug Ruhe, damit ich am nächsten Tag ausgeruht und fit bin. Manchmal musste ich mit etwas Magie nachhelfen um meinen Geist ein wenig auf Trab zu bringen, doch irgendwann gewöhnte man sich an die Art des 'Schlafens'.
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Tenzifa
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