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 Der blaue Eber

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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Fr Jun 06, 2014 9:19 pm

Wie Ash erwartet hatte versuchte Ayliya nicht einmal sie abzuwimmeln. Sie schien eine wirklich liebe Frau zu sein, andere hätten sich vermutlich darüber empört. Andererseits hatte Ashabellana ihr gerade etwas ausgegeben, konnte man da überhaupt „nein“ sagen?
Zumindest war der Wechsel in die Offensive um einiges erfolgreicher als die vorangegangene Frage nach der Kellnerin. Schließlich saß Ashabell nun sogar an ihrem Tisch und konnte ein direktes Gespräch mit ihr führen. Selbstzufrieden ließ sie sich in ihren Stuhl sinken, das überschlagene Bein dabei freudig auf und ab wippend. Ja, dies war wirklich ein guter Tag.

Als nächstes bedankte sich Ayliya mit großen Worten und betitelte Ashabellanas Tat als selbstlos. Diese winkte daraufhin zwar nur lächelnd ab, schließlich war das Apfelmuß hier nicht besonders teuer, doch wurde sie trotz dessen ein bisschen rot. Es dauerte ein wenig, bis ihr endlich eine vernünftige Antwort darauf einfiel. „Nun also, das mache ich doch gern.“ sagte sie mit schrägem Lächeln und blickte ausweichend auf den Holztisch vor ihrer Nase. Gleichsam zupfte sie an ihrem Kleid und brachte es in Ordnung. Die wippende Bewegung ihres Beins hatte hingegen nachgelassen.

Glücklicherweise kam sogleich die Schankmaid mit dem begehrten Dessert zu ihnen und erlöste Ash dadurch von ihrer Verlegenheit. Sie konnte sich nun voll und ganz auf ihre Leibspeise konzentrieren. Nachdem sie höflich einen guten Appetit gewünscht hatte, war sie eifrig über ihr Essen hergefallen, ziemlich flott war da der halbe Teller leer gegessen.
Dieser Eifer schien auch ihrem Gegenüber aufgefallen zu sein, so äußerte diese ihre Verwunderung darüber und ließ eine leichte Frage in ihrer Feststellung mitklingen.
Ashabellana blickte daraufhin auf und nickte bestätigend. „Ich liebe Apfelmuß. Es ist mein absolutes Leibgericht.“ Wieder musste sie erröten, befürchtete sie doch mit ihrer Freude ein wenig übertrieben zu haben. „Da kann ich mich manchmal nicht halten...“
Entschuldigen tat sie sich aber nicht. Es tat ihr schließlich nicht leid, vielmehr genoss sie es, die Seele ein wenig baumeln zu lassen und einfach nur zu genießen!
Ob ich mir noch eine Portion genehmigen sollte? Langsam wurde ihr Teller schließlich immer leerer.... und leerer...

Doch dann wurde sie jäh aus ihren oberflächlichen Gedanken gerissen, als Ayliya wieder ihre Stimme erhob. Kurz blinzelte Ashabellana, hörte aufmerksam zu und.... errötete wieder einmal!
Sie und wohlhabend? Sie und ein Ehemann? Und überhaupt... Aylyia hatte sie beobachtet? War sie wirklich so auffällig? Ja, sie fühlte sich jetzt schon ein wenig wie eine reife Tomate. Allerdings musste sie jetzt etwas sagen, auch wenn sie nicht erwartet hätte mit so einer These konfrontiert zu werden. Das hieß aber nicht, dass sie dieses Kompliment nicht zu schätzen wusste, welches definitiv auch in Ayliyas Worten steckte. Nein, sie fühlte sich wirklich geschmeichelt, als wohlhabende Frau angesehen zu werden und das obwohl sie nicht einmal ihren geliebten Schmuck angelegt hatte.
Schließlich lächelte die Schneiderin belustigt und legte ihren Löffel beiseite. „Oh, das ist wirklich sehr schmeichelhaft von Euch. Eigentlich bin ich nämlich nicht so wohlhabend, wie Ihr glaubt.“ ein leises Lachen folgte ehe sie mit leiserer, beschämter Stimme fortfuhr. „Einen Ehemann... habe ich leider auch nicht...“ Sie räusperte sich. „Nein, ich bin eigentlich hier, um ein wenig zu entspannen. Mein Name ist übrigens Ashabellana und ich bin Schneiderin von Beruf.“ Nun kam ihr Lächeln wieder zum Vorschein.
„Um genau zu sein, bin ich derzeit auf Reisen, um ein wenig die Welt zu sehen, wisst Ihr. Allerdings habe ich noch nicht viel gesehen. Ich bin erst seit ein paar Wochen unterwegs. Aber genug von mir, wie sieht es bei Euch aus? Seid Ihr von hier?“
Nun war es wirklich wieder an der Zeit den Löffel in die Hand zu nehmen. Es gab schließlich noch einen halben Teller voll Muß!

Doch dann kam plötzlich ein kleiner Junge in die Taverne gerannt. Einfach so, ohne Vorwarnung. Er schrie irgendetwas, einen Namen vermutlich, und stolperte so hektisch durch die Tür, als sei der Teufel hinter ihm her. Ash erschreckte sich dabei so sehr, dass sie ihren fast letzten Happen Muß abrupt hinunter schluckte und kurz darauf einen üblen Schluckauf bekam. Der Junge seinerseits, stieß mit voller Kraft gegen Ayliyas Stuhl, nur um dann ein „'tschuldigung!“ zu rufen und anschließend hinter dem Tresen zu verschwinden. Wieder brüllte er einen Namen, den Ashabellana wieder einmal nicht verstand. „*hick* Was zum.... *hick* Teufel?“ Sofort hielt sich die junge Frau die Hand vor den Mund, hickste dabei aber weiter. „Alles *hick* okay bei Euch? *hick*" fragte sie schließlich, konnte sich dabei aber kein Grinsen verkneifen. Diese Situation war einfach zu komisch.
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Sa Jun 07, 2014 3:02 am

Die Antworten die ich auf meine Fragen, die ich an Ashabellana - nun konnte ich sie endlich bei Namen nennen, erhielt waren nicht unbedingt die die ich mir erhofft hatte, doch machten sie die Sache auch ein wenig interessanter, so war sie nun Mysteriöser als ich mir das vorgestellt hatte.
Bis auf die Tatsache mit dem Apfelmus. Das liebte sie wie ich es vermutet hatte. Sehr liebte sie es. Fast schon tat es mir leid das Apfelmus zu essen was sie mir ausgegeben hatte - immerhin schmeckte es mir bei weitem nicht so gut wie ihr, wenn es auch lecker war, würde es für mich niemals so gut sein wie für Ashabellana. Ashabellana - ein Spitzname muss dafür her. Aber geziemt sich sowas? Einfach jemanden den man gerade kennengelernt hat einen Spitznamen zu geben? Vorerst sollte ich das eher auf meine Gedanken beschränken. Also...Ashabel. Nein das ist nicht das ware. Asha? Schon besser aber klingt immer noch nicht so toll. Ash! Ja genau. Das passt perfekt.

Dabei fällt mir ein das ich Ash ja noch eine Antwort schuldig bin. Was ich hier mache und ob ich die Stadt besser kenne als sie, die auch scheinbar nur auf der durchreise ist.
"Ich bin jetzt den zweiten Tag in dieser Stadt. Die erste Stadt von so einer Größe die ich je betreten habe. Und muss gestehen das in diesen beiden Tagen bis jetzt viel mehr passiert ist als ich mir hätte vorstellen können.
Aber von hier bin ich nicht. Meine Heimat liegt von ihr weit entfernt. Aber ich wünschte mir die Welt zu erkunden und so brach ich von Zuhause auf ohne großes Ziel und fand mich schließlich hier ein."
gewohnt offen und gutgläubig beantwortete ich die Frage wohl doch ausführlicher als Ash das von mir gedacht hätte. Sogar mehr als ich es selber von mir erwartet hätte. Aber in mir machte sich in diesem Gespräch ein seltsames Gefühl von Vertrautheit breit - das ich noch nicht so recht zu ordnen konnte.

Aber auch diese Ausführung wurde je unterbrochen - in dieser Stadt wird es aber auch niemals ruhig. Den Jungen der panisch durch die Tür herein kam bemerkte ich erst als er meine Stuhl anrempelte. Leicht erschrocken schaute ich sofort zu ihm. Dieser reagierte fast gar nicht auf seine grobe Geste sondern ließ nur ein kurzes 'tschuldigung' für mich da und rannte weiter und schrie irgendeinen Namen. Was er nur hat? Aufjedenfall ist er kein gut erzogenes Kind - oder ist etwas passiert und das brachte ihn so in Panik? Wirklich sagen konnte ich dies noch nicht. Aber schon wieder machte sich in mir ein Gefühl breit was ich nicht wirklich ein ordnen konnte - dieser Tag würde wahrscheinlich noch mehr Überraschungen für mich parat halten als mir lieb ist.
Von dem Jungen gänzlich abgelenkt bemerkte ich erst jetzt das Ash sich verschluckt hatte. Dennoch erkundigte sie sich nach meinem Wohlbefinden. Was mich verwunderte immerhin ist mir doch weitaus weniger passiert als ihr? "Bei mir ist alles in bester Ordnung. Er ist ja nur leicht gegen meinen Stuhl gelaufen. Hoffentlich hat er sich dabei nicht mehr weh getan. Aber nun zu euch...alles okay? Ihr wirkt nicht mehr ganz so gut?" doch dann sah ich das Ash grinste. Ihr schien diese Situation zu gefallen. Und auch ich musste mir eingestehen das ihr Schluckauf doch belustigend ist. Auch wenn ich wusste das es sich nicht gehört andere auszulachen so lachte ich ja immerhin mit ihr - zumindest ein wenig.

Diese komische Situation sollte allerdings nicht all zulange Anhalten, den schon kam der Junge begleitet von der Schankmaid aus dem hinteren Zimmer hervor - also ist doch etwas passiert? Der Junge machte immer noch einen Panischen Eindruck und auch die ruhige Schankmaid schien ihr Besonnenes Gemüt nicht mehr gänzlich aufrecht halten zu können...was würde nun auf uns zukommen?
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   So Jun 08, 2014 12:04 am

Ashabells Augen verengten sich zu Schlitzen. Zwar hörte sie aufmerksam zu, doch vor ihrem Inneren Auge spielten sich zeitgleich die Ereignisse der letzten Nacht ab. Sie verstand, was Ayliya meinte. Niemandem gönnte sie ein solches Ereignis, besonders nicht am Anfang einer hoffnungsvollen Reise. Allerdings konnte sie dies nicht zugeben, nein, sie durfte es nicht einmal wissen! Nachdem Ayliya also geendet hatte, setzte Ash zu einer Frage an. Doch noch ehe ihre Lippen ein einziges Wort formen konnten, stockte sie.  So etwas fragte man doch nicht, oder?
„Ich... eh...“ Nein, du sagst jetzt nicht, dass du sie verstehen kannst oder dass du weißt was sie meint! Jetzt sei ein braves Mädchen und sag bloß nichts Dummes! „Was meinst du... Eh... ich meine natürlich... was meint Ihr damit?  Gibt es hier vielleicht ein Fest auf dem ich noch nicht war?“ Ein Fest? Oh weh, das musste einfach nur ironisch in Ayliyas Ohren klingen, aber was blieb der Schneiderin für eine andere Wahl? Wenn sie ihre Identität wahren wollte, musste sie die Unwissende spielen. Das konnte sie ziemlich gut, schon als kleines Kind konnte sie dadurch immer den Verdacht von sich ablenken. Folglich war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie auch die Jägerin überlisten konnte. Was Ayliya aber ihrerseits gut konnte, war andere zu überraschen. Ja, auch jetzt, innerhalb ihres noch recht kurzen Gesprächs, konnte sie Ash verwundern, schließlich war sie im Begriff über eine sehr traumatische Erfahrung zu sprechen, die man im Normalfall vermutlich nicht einmal seinen engsten Freunden anvertrauen wollte. War sie vielleicht doch aus härterem Holz geschnitzt als Ashabell bereits vermutet hatte? Auch jetzt zeigte sich in den Zügen der Jägerin kaum ein Zeichen von Schrecken oder Angst.

Schließlich wurden ihre Überlegungen aber auch das Gespräch mit ihr unterbrochen als ein kleiner Junge zur Tür herein gerannt kam, Ash erschreckte, Ayliyas Stuhl anrempelte und anschließend schreiend im Nebenraum verschwand. Neben eines leicht erhöhten Pulses blieb der Schneiderin von diesem Erlebnis nur ein aufgeregter Schluckauf.
Ayliya schien nichts passiert zu sein, viel eher machte sie sich Sorgen um den Jungen und um sie.
Das Grinsen in Ashabellanas Gesicht war jedoch Antwort genug. Die beiden lachten gemeinsam über diese Situation, ehe sich Ash wieder einfing und verwundert feststellte, dass sie als Schneiderin Ayliyas Namen noch nicht erfahren hatte. Das musste sie schleunigst ändern, damit sie es nicht vergaß und dieser Umstand sie später vielleicht verriet.
„Haha... * hick* darf ich eigentlich fragen * hick*  wie Eurer Name lautet?  * hick*“ Grinsend hielt sie sich die Hand vor den Mund.

Doch dann war der Spaß vorbei. Der Junge tauchte erneut auf, und mit ihm die Schankmaid, die verwirrt und gleichsam verunsichert wirkte. Irgendetwas schien vorgefallen zu sein, denn der Kleine führte die Frau hinaus auf die Hauptstraße. Eh... und wer passt dann auf das Bier auf? diebische Gedanken machten sich bereits in ihrem Kopf breit, eingedenk der Tatsache, dass die Taverne nun vermutlich keinen Aufpasser hatte, doch musste sie sich beherrschen. Die derzeitige Situation war nun wirklich nicht dafür geschaffen einen Diebstahl zu begehen. Viel eher war es nun Zeit neugierig zu werden. Trotz andauerndem Schluckauf, stand Ash also auf und schaute den beiden hinterher. „Was da wohl * hick* los ist? Was ist geschehen? * hick*“ Wann wurde sie diese Überreaktion ihres Körpers denn endlich los? Konnte nicht noch ein Junge schreiend in die Taverne kommen und sie erschrecken? Vielleicht würde ihr dieser Gefallen schneller erfüllt werden, als ihr lieb war. Natürlich wollte sie den Teufel nicht an die Wand malen, aber man wusste schließlich nie, was einen erwartete. Vorsicht war die Mutter der Porzellankiste und Ashabell hatte schon häufig genug die Erfahrung gemacht, dass dieses Sprichwort nicht von ungefähr kam.
Sie schaute noch kurz zu Ayliya zurück, dann setzte sie sich in Bewegung.

Mit knarrendem Laut wurde Ashabells Erscheinen auf der Hauptstraße angekündigt. Niemand drehte sich zu ihr um, oder schenkte ihr anderweitig Beachtung. Da waren nur drei Gestalten die sich vor dem blauen Eber unterhielten und den Rest der Welt einfach passieren ließen. Die Schankmaid, der Junge und ein Mann, den die Schneiderin auf gute 30 Jahre schätzte. Er schien sauer zu sein, denn seine Augenbrauen ragten ihm tief ins Gesicht und seine Kiefer pressten angestrengt die Zähne aufeinander. War er wohl wütend auf die Schankmaid? Oder auf den Jungen?
„Er sagt er will das Gasthaus verbrennen!“ Das waren die ersten Worte, die Ashabell von dieser Konversation mitbekam. Und plötzlich fing ihre Narbe an unangenehm zu jucken.
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   So Jun 08, 2014 4:01 pm

Mein Versuch ein Gespräch aufzubauen sollte mir nicht so recht glücken, wie ich leider feststellen musste. Scheinbar bin ich doch nicht in der Lage ein normales Gespräch mit jemanden zu führen - davon bin ihn nun mehr als je zuvor überzeugt. Aber was hatte ich mir auch erhofft? Genau genommen wusste ich das selber nicht. Eine Freundin auf der langen Reise zu finden wäre sicherlich das größte aber auch das vermeintlich schwerste.
Dann fragte Ash mich ob hier ein Fest stattfinden würde - obwohl diese Frage doch recht abrupt und auch ein wenig nervös klang. Allerdings woran das liegt konnte ich nicht sagen. Könnte Ash am Ende doch schüchtern sein? Und ist es deshalb so schwer ein Gespräch mit ihr anzufangen?
"Nein, von einem Fest wüsste ich nichts. Es waren andere Ereignisse auf die ich anspielte - letzte Nacht um genau zu sein." gab ich ihr schließlich als Antwort.

Dieses Gespräch sollte aber nicht länger von belang sein nachdem der Junge meinen Stuhl angestoßen hatte. Ash schien es, trotz ihres Schluckaufs gut zu gehen - wenn man diesen nervigen Begleiter einmal beiseite legt.
Als sie mich dann hicksend nach meinem Namen fragte, konnte ich mir ein grinsen und ein leises Lachen nicht verkneifen, es klang einfach zu komisch.
"Ich bin..Ayliya. Da ihr mir auch euren Beruf genannt habt. So würde man mich doch als ehestes als Jägerin bezeichnen, wenn das doch auch für mich ein anders geprägter Begriff ist als für die meisten." gab ich ihr dann als Antwort, immerhin schien es mir angemessen ihr auch etwas über mich zu erzählen, wenn sie schon so frei über sich selber gesprochen hat. Oder war sie daran vielleicht gar nicht interessiert und wollte einfach nur meinen Irrtum aus Freundlichkeit aus dem Weg räumen? Ich glaube das werde ich noch früh genug in Erfahrung bringen. Hoffte ich zumindest.

Aber von diesem Gespräch kamen wir dann doch recht schnell wieder ab, den sowohl ich als auch Ash - so schien es mir zumindest, waren dann doch mehr daran interessiert wieso der Junge und die Schankmaid nun so lange hinten verschwunden sind - der Laden war nun schließlich unbewacht und auch mögliche Neue Gäste könnten hier nicht bewirtet werden - was nun doch nicht der Zweck eines solchen Lokales ist oder?
Diese Überlegung wurde dann aber je unterbrochen als die beiden wieder nach vorne kamen, aber nicht um wieder das Geschäft zu eröffnen sondern sie gingen zielstrebig zur Tür und verließen so das Gasthaus. Was war den los? Es schien mir alles sehr verwirrend und auch nicht sonderlich normal zu sein was sich hier gerade abspielte.
Ash schien sich für Weg bereits entschieden zu haben als sie aufstand und mich beiläufig noch fragte was ich mich auch schon die ganze Zeit fragte. Ja was ist wohl geschehen das ist eine gute frage, auf die ich auch gerne eine Antwort hätte. Aber war es überhaupt eine gute Idee den beiden hinterher zu rennen und sie mehr oder weniger zu belauschen? War sowas erlaubt?
Aber ehe ich mir darüber weiter den Kopf zerbrechen konnte war Ash auch schon auf dem Weg aus dem Gasthaus hinaus. Ich griff mir meinen Bogen und meinen Köcher platzierte beides wieder auf meinem Rücken, wo es seinen Platz hatte und folgte ihr dann schließlich.

Auf der Hauptstraße angekommen fand ich ein Szenario vor das mich doch in gewisser Form an gestern Nacht erinnerte. 3 Personen, die Schankmaid und der Junge sowie ein Mann, mittleren Alters wie ich ihn einschätzen würde, der aufgrund seines Verhaltens doch ein größeres Problem mit den beiden zu haben schien. Ich platzierte mich neben Ash und schaute mir dann das Schauspiel erstmal weiter an, ob das so eine gute Idee sein wird? Vermutlich nicht.
Es fing an hitziger zwischen den beiden Parteien zu werden, was dort bis jetzt gesagt wurde bekam ich nicht mit, schien aber nichts gutes zu sein.
"Ich werde eure gesamte Existenz vernichten. Euren gesamten Besitz. Ich habe euch genug Chancen gegeben es wird nun endlich mal Zeit euch zu zeigen das ihr euch an Abmachungen halten müsst." fing der Mann dann an, er wurde ruhiger, schien nicht mehr zu schreien und auch Gesicht spiegelte eine andere Ausdrucksweise wieder, er schien zu grinsen - freute er sich? Die Drohung klang für mich aufjedenfall nicht so als wenn das ganze hier auf irgendeine weise ein gutes Ende nehmen wird.
Ash schien von irgendetwas beunruhigt - was genau los war wusste ich nicht und konnte ich auch nicht näher sagen. Sollte dies aber nur allzu bald erfahren wie mir schien.
Der Junge und die Schankmaid in dessen versuchten mit allem was sie hatten den Mann zu beruhigen - zu vertrösten, so schien es schon fast.
Hatten sie schulden bei ihm? Oder arbeitete der Junge für ihn und auch, wie das doch manchmal in diesem Alter üblich ist, Unfug getrieben? Ich wusste es nicht und auch war es mir auch relativ gleich. Das sollte nicht mein Problem sein.

Doch dann überschlugen sich die Ereignisse, der Mann, er schien die Geduld nun endgültig verloren zu haben und schubste die Schankmaid zur Seite - sie fiel hin und schien sich auch leicht am Arm verletzt zu haben. Der Junge sprang sofort zu ihr - war sie seine ältere Schwester oder gar seine Mutter? Wirklich beantworten konnte ich dies nicht. Dann ging der Man auf das Gasthaus zu. Das grinsen in seinem Gesicht hat sich in ein finsteres, deutlich bedrohlicheres verwandelt. Was hatte er nur vor?
Erst jetzt schien er die Anwesenheit von mir und Ash zu bemerken und schaute uns beide an.
"Wer seid ihr? Die Aufpasser dieses Ladens? Dann seid ihr entweder lebensmüde oder arbeitslos. Vielleicht auch schlimmeres. Also verschwindet lieber wenn euch euer Leben lieb ist." richtete er an und fing an zu lachen. Er schien sich wirklich Mächtig zufühlen.

"Bitte helft uns, alles hängt von diesem Gasthaus ab. Es ist alles was wir haben. Bitte." richtete sich dann die immer noch am Boden liegende Schankmaid an uns beide. Was sollten wir nun tun? Zu sehen wie ein vermutliches Verbrechen begangen wird. Den der Mann schien definitiv vor zuhaben das Lokal zumindest Umzugestalten.
Ich selber wollte nicht schon wieder in Probleme geraten, aber zeitgleich konnte ich doch auch nicht einfach nur zusehen wie jemanden unrecht getan wird, während ich in der Lage bin dies zu verhindern oder?
Aber wenn ich mich gegen den Mann stellte, mit welcher Gefahr musste ich rechnen? Wird es überhaupt mit Worten gelöst werden können? Würde hier noch mehr Gewalt stattfinden - mir war schon übel aufgestoßen als der Mann die Maid zu Boden warf.
Ich schaute zu Ash - sie schien sich ebenfalls nicht wirklich schlüssig zu sein und hatte wohl auch noch etwas anderes auf dem Herzen, irgendetwas schien sie zu beschäftigen.

"Wartet. Es muss doch einen Weg geben das hier ohne weitere Gewalt zu beenden. Es gibt immer einen besseren Weg. Da bin ich mir sicher." erhob ich dann meine Stimme in Richtung des Mannes, der nun schon nur noch zwei Schritte vor dem Gasthaus stand. Dieser drehte sich um, er schaute mich an, mit blicken die mich durchbohrten - so kam es mir zumindest vor.
Doch als bald bereute ich diese Worte, den als er sich nun mit seinem kompletten Körper zu mir umdrehte und ich in seiner rechten Handfläche eine kleine Flamme tanzen sah. War ich mir sicher. Das hier wird kein Gewaltfreies Ende finden.
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   So Jun 08, 2014 6:08 pm

Letzte Nacht. Es gab kein Fest sondern vielmehr eine unerfreuliche Begegnung. Es hätte noch viel schlimmer enden können, aber da kam Ashabellana und hatte den Tag, oder vielmehr die Nacht, gerettet. Jetzt aber konnte sie nicht behaupten eine Heldin zu sein. Die Situation, der sie sich nämlich jetzt gegenüber sah, glich in keinster Weise ihrer gestrigen Lage.

Ein Mann, ein kleiner Junge, eine junge Frau, Ayliya und sie selbst. Die Jägerin hatte kurz zuvor bestätigt eine eben jene zu sein, so konnte Ash sie nun definitiv als solche ansprechen, doch vermerkte sie sich Ayliya diesbezüglich noch einmal zu fragen. Schließlich hatte sie auch noch geäußert den Beruf des Jägers anders zu verstehen als so manch anderer. Jagte sie also vielleicht auch... Kriminelle? Nein, das konnte nicht sein. Allein schon deswegen nicht, weil sie die Diebin gewähren ließ als diese Seran ausgeraubt hatte.

Doch das waren Gedanken, die Ashabellana eilig beiseite schob. Die Drohung des Mannes übertönten ihre Erinnerungen gekonnt und ließen ihr Herz vor Schreck erstarren. Er würde das Gasthaus verbrennen? Ihre Narbe juckte, das ließ sie zusammen zucken und zurück weichen. Ihre Augen weiteten sich in Anbetracht der Tragweite seiner Worte. Doch konnte er so etwas einfach tun? War denn keine Stadtwache zur Stelle, um diesen Verrückten aufzuhalten? Wie gebannt beobachtete die Schneiderin das Schauspiel und hoffte inständig, dass ein Feuer vermieden werden würde. Selbst der Geruch eines solchen ließ ihr jedes Mal die Galle hochkommen, ganz zu schweigen von ihrer Narbe, die bereits bei leicht erhöhten Temperaturen anfing zu brennen.

Auf einmal schubste der Erzürnte die Schankmaid beiseite, sie fiel gen Boden und verletzte sich leicht. Der Junge war sofort an ihrer Seite und versuchte ihr aufzuhelfen. Doch Ashabllana interessierte sich derzeit nur für ihr eigenes Schicksal. Der Mann kam nämlich direkt auf die beiden Frauen zu und drohte ihnen mit bedrohlicher Stimme. Bei Ash zeigte dies kaum Wirkung, viel eher machten ihr ihre eigenen Gedanken unglaublich viel Angst, da diese sich derzeit um das damalige Ereignis drehten, welches ihr Leben für immer verändert hatte.
Würde nun etwas ähnliches folgen? Wenn es so weit kommen würde, wollte die Schneiderin über alle Berge sein. Weit fort von diesem Ort! Doch dann hörte sie die wehleidige Stimme der Schankmaid neben sich. Sie bat um Hilfe. Flehte die beiden Frauen geradezu an. Doch was hatte Ash damit zu tun? War sie vielleicht Schuld daran, dass manche Leute ihre Schulden nicht bezahlen konnten? Oder war sie vielleicht der Grund dafür, dass es manche Menschen gab, die es einfach übertreiben mussten? Die sich nicht beruhigen ließen?
Sie biss sich auf die Unterlippe und wich noch ein Stück weiter zurück. Was war nun zu tun?

Ayliya war schließlich diejenige die das Wort ergriff. Sie versuchte die Situation abzukühlen, die erhitzten Gemüter zu beruhigen, doch da hatte sie sich geschnitten. Mit Schrecken begriff Ashabellana, um was es sich bei diesem Mann handelte. In seiner Hand formte sich ein lodernder Ball aus Feuer und Zerstörung, der immer größer und größer wurde.
Wo war denn endlich die Stadtwache? Tat denn niemand etwas? Ashas Blick wanderte umher, doch die Leute trieben weiter eifrig an ihnen vorbei, als sei nichts passiert. Sie hatten Angst oder wollten mit dieser Angelegenheit nichts zu tun haben. Andere blieben jedoch in beträchtlichem Abstand stehen und begafften die Szene.  Ashas Herz machte einen Sprung und dann einen noch gewaltigeren. Immer heftiger schlug es gegen ihren Brustkorb, als wollte es aus seinem nervös zitternden Gefängnis ausbrechen. Ihre Beine machten sich bereit, gleich würde sie laufen. Egal ob sie dadurch einen schlechten Eindruck machte, sie wollte mit dieser Sache beim besten Willen nichts zu tun haben!
Also drehte sie sich um und rannte. Ihre Beine flogen schon fast über den unebenen Grund, doch sollte ihre Flucht nicht lange währen, denn noch ehe sie sich versah knallte sie gegen etwas hartes und viel rücklings zu Boden. „Argh!“ gab sie von sich, denn auch ihre Narbe schrabbte dabei ungünstig über Stein und Kies. Nachdem sie sich wieder aufgerichtet hatte, sah sie auf und bemerkte, dass sie mitten in einen Ritter gelaufen war, der ihr nun mechanisch die Hand hin hielt. Er hatte einen Helm auf, sie konnte seine Züge also nicht erkennen, doch hörte sie ein blechernes: „Entschuldigt, habt Ihr euch verletzt?“ etwas überrumpelt griff sich die Schneiderin schließlich die angebotene Hand und wurde sogleich mit einer immensen Kraft in die Höhe gezogen. Leicht errötet blieb Ashabell neben ihm stehen, während er die Situation entschärfte. Als der wütende Gläubiger nämlich den kleinen Trupp Soldaten erblickte, klappte sein Mund auf und die Flamme in seiner Hand verschwand abrupt. „Was geht hier vor?“
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   So Jun 08, 2014 8:01 pm

Ich war überrascht als Ash mit einmal die Flucht ergriff und los rannte. Was war den nur in sie gefahren? Vielleicht hatte ich sie aber auch überschätzt? Immerhin schien diese Situation nun doch immer gefährlicher zu werden und auch ich wusste nicht wie ich mit einem Feuermagier umgehen soll.
Bevor ich meinen Bogen herausholen könnte würde ich wahrscheinlich schon in Flammen aufgegangen sein und das wäre nun auch wahrlich nicht was ich vor hatte. Aber einfach davonlaufen? Wahrscheinlich die beste alternative. Aber ich konnte doch auch nicht die armen Leute ihrem Schicksal überlassen nur um meine eigene Haut zu retten oder? Wäre es wirklich das richtige genau wie Ash die Beine in die Hand zu nehmen und zu rennen als wenn es kein Morgen mehr geben wird?
Nein ich kann nicht ich muss versuchen das ganze hier und jetzt zu lösen.
Doch gerade als mir überlegen wollte wie ich einen Kampf mit dem Magier überleben oder am besten sogar vermeiden könnte ließ dieser die Flamme in seiner Hand wieder verschwinden als wenn sie niemals da gewesen wäre - Magie ist wirklich beängstigend.
Aber wieso? Erst jetzt bemerkte ich die kleine Truppe der Stadtwache die auf uns zu gelaufen kommt und mit Ash im Schlepptau, hatte sie die Stadtwache geholt und ist deshalb los gerannt? Ich habe sie wohl unterschätzt.

Der Feuermagie seinerseits lief zur Schankmaid und dem Jungen und flüsterte ihnen etwas für mich unverständliches ins Ohr. Die Maid und der Junge schauten kurz zu mir und nickten dann leicht verlegen dem Feuermagier zu - was passiert nun? Ein sehr unwohles Gefühl machte sich in mir breit und ich wusste das diese Sache ein anderes Ende nehmen wird als ich mir das nur vorstellen könnte.
Dann stand die Stadtwache und ihr Anführer mit seiner Rüstung - er schien ein wahrer Held zu sein, so wie er dort mit seiner glänzenden Rüstung stand. Zumindest dachte ich das für den Moment den die nächste Situation sollte all dies nur all zu schnell wieder ändern.
Nachdem der Ritter anfing seine Frage zu stellen nachdem was hier abgelaufen ist, reagierte der Magier blitzschnell. "Diese beiden Frauen haben das Gasthaus überfallen. Als der Junge entkommen konnte und mich zur Hilfe holte, eilte ich so schnell es konnte hierher und fand die Maid schon auf dem Boden liegend vor ihnen. Ich bin froh das sie so schnell hierher kommen konnten um diese gefährlichen Kriminellen festzunehmen!" erklärte er die Situation.
Sofort schwärmte der kleine Trupp Soldaten aus um die Fluchtwege zu versperren - es kostete den Ritter nur eine Handbewegung dies zu Befehlen. Danach befragte er den Jungen und die Maid ob diese Situation, wie sie der Magier schilderte der Wahrheit entspricht.
Sie nickte nur und bejahte es.

"Was?! Wir haben gar nichts getan, wir waren nur einfache Gäste und sind euch zur Hilfe gekommen als ihr diese Verlangt habt!" brachte ich etwas aus meiner ruhe gebracht der Maid entgegen. Ja ich war wahrlich verletzt - ich wollte helfen und wurde nun so hintergangen? Ist die Welt wirklich nur voll mit solchen Gestalten? Voll mit Menschen die einem erst die Hand zur Hilfe reichen nur um dir im nächsten Moment einen Dolch in den Rücken zu stoßen? Ich konnte es einfach nicht glauben. Ich schaute mich um. Suchte einen Ausweg aus dieser Situation - ich musste hier weg. Aber ich kann Ash nicht alleine zurücklassen. Nein ich muss sie ebenfalls Retten - zumindest ich will niemanden in den Rückenfallen.
Der Anführer des Trupps von der Stadtwache schien sie sicher zu sein mit mir und Ash die richtigen Täter zu haben.
"Gut. Dann werden diese beiden Frauen auf Geheiß der Stadtwache von Kuran Khel festgenommen und sollen in den Kerker gebracht werden bis ihr Prozess beginnt." wieder erhob er seine Hand und die anderen Wachen machten sich sofort daran auf Ash und mich zu zugehen um uns festzunehmen.
Genau in dieser Situation erkannte ich eine Lücke. Eine Chance zu entkommen. Wie konnte es nur zu dieser Situation kommen? Wie konnten sich die Seiten in dieser Geschichte nur so schnell vertauschen? Wie konnten wir zu den gejagten werden? Wieso? Schnell schüttelte ich diese Gedanken wieder ab. Es war nicht die Zeit dafür. Wir müssen diese Chance ergreifen - die Stadt verlassen, zumindest vorerst. Dann könnten wir uns einen Plan für weiteres vorgehen überlegen.
Zielsicher griff ich Ash's Hand und flüsterte ihr ins Ohr "Vertrau mir jetzt bitte. Wir müssen rennen - so wie du es noch nie im Leben getan hast." ich war mir zwar immer noch nicht im klaren ob uns der angedrohte Prozess wirklich bestrafen würde oder wie genau das ab jetzt ablaufen würde. Aber ich war mir sicher das es nicht gut sein könnte. Das ich jetzt hier nicht meine Reise aufs Spiel setzen kann.

Ich rannte los - rannte in die Richtung der Stadt von der ich wusste das ich von dort aus der Stadt heraus kommen werde. Wenn wir raus sind können wir uns überlegen wie es weiter geht. Ganz sicher. Aber erstmal müssen wir weg - weit weg am besten.
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   So Jun 08, 2014 8:54 pm

Zunächst fühlte sich Ashabellana sicher. Der Ritter zu ihrer Linken verströmte eine so autoritäre Austrahlung, dass selbst ein gesetzestreuer Mensch schuldbewusst das Haupt senkte, wenn er an ihm vorbei ging. Sie hingegen befand sich derzeit in einer so unschuldigen Situation, dass sie nichts zu befürchten hatte. Doch dieses Gefühl sollte sich bald ändern.  

Noch ehe Ayliya, die Schankmaid oder sonst irgendjemand das Wort erheben und die Situation erklären konnte, erhob der Magier die Stimme und bezichtigte die beiden Frauen des versuchten Überfalls am Gasthaus. Nun gut, halbwegs hatte er damit ja Recht. Ashabellana war eine Kriminelle, aber der Rest seiner haarsträubenden Lügen waren natürlich erfundener Mumpitz! Natürlich würde der Ritter das einsehen, es war doch so offensichtlich, dass er log, das sah man ihm schließlich an der Nasenspitze an! Doch als Ash zum Ritter aufblickte, er war schließlich einen halben Kopf größer als sie, starrte dieser nur ungerührt in die Richtung des Gasthauses und schien die Worte des Feuermagiers zu verarbeiten. Dann hob er die Hand und Ashabellana spürte instinktiv, was dies zu bedeuten hatte.
„Nein.... NEIN!“ rief sie und bewegte sich eiligst von der wandelnden Rüstung fort. „Seht Ihr denn nicht, dass er lügt?“ Doch das Schicksal hatte scheinbar andere Pläne mit ihnen. Selbst der Junge und die Schankmaid unterstützten des Magiers Intrigen. Ayliya hingegen versuchte die Schuld von sich zu weisen. „Richtig! Dieser Mann wollte das Gasthaus verbrennen! Er ist ein Magier mit jähzorniger Ader, ihn solltet Ihr festnehmen!“ Ihre Augen weiteten sich, Panik machte sich in ihr breit. Dies war die schlimmste Situation, die sie sich je hätte ausmalen können. Wie konnte ein so wunderbarer Tag auf einmal so schlimm werden? War es Hohn und Spott der Götter? Wurde sie nun für all ihre Sünden bestraft? Aber warum wurde dann auch noch Ayliya in diese Sache hineingerissen? Vermutlich war die Welt einfach nur grausam und die Unschuldigen mussten am meisten darunter leiden.

Es war als höre man den beiden nicht zu. Keiner kam ihnen zu Hilfe, nicht einmal die Schaulustigen schalteten sich ein,  es war als spielten sie hier ein Theaterstück deren tragische Rollen niemand spielen wollte. Schließlich besiegelte der Ritter das Urteil und erließ den Befehl der Festnahme. Ashabellana schloss die Augen. Sie war kurz davor die Fassung zu verlieren. „Nein... nein... nein...“ ihr Puls raste immer schneller, bis sie sogar anfing zu hyperventilieren. Ihr schlimmster Alptraum wurde also wahr und zwar nicht weil sie etwas gestohlen hatte und vermummt von Dach zu Dach sprang, sondern weil sie einer Tat bezichtigt wurde, die sie nie begangen hatte. Die Ironie des Schicksals.

Doch dann spürte Ashabell eine Hand, die ihre ergriff. Abrupt riss sie die Augen auf, in der Angst einem Soldaten entgegen zu blicken doch stattdessen hörte sie ein Flüstern nahe an ihrem Ohr. Eine Stimme, die ihr Hoffnung schenkte. „Ja...“ hauchte sie zur Antwort, da sie nicht einmal wagte ihren Kopf zu bewegen. Die Soldaten hatten sich überall postiert und ihnen damit den Weg abgeschnitten, doch scheinbar hatte Ayliya in diesem Gebilde aus Rüstungen einen Durchlass erspäht. Ashabell sah diesen zwar nicht, aber es war durchaus abzusehen gewesen, dass diese wenigen Männer keinen wirklich abgeschlossenen Kreis bilden konnten. Da sie selbst also keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte und ihr Korsett vor lauter Aufregung und Atemnot fast zu platzen drohte, vertraute sie in diesem Moment voll und ganz auf ihre Begleitung, die im nächsten Augenblick zu ihrer Heldin werden sollte. Mit einem Ruck setzte sich die Jägerin in Bewegung und zog Ashabellana mit sich. Sie rannten schnurstracks Richtung Stadtausgang, wurden dabei aber von so manchem Passanten gestört. Die Wachen hingegen setzten sich ebenfalls in Bewegung, waren sie doch ein solches Verhalten von Kriminellen gewohnt. Sie würden nur ähnliche Probleme haben vorwärts zu kommen wie die verfolgten Damen und das könnte ihnen ein wertvoller Vorteil sein.

tbc: Die Straße nach Piasir
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Rauly
Feuermagier
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Sa Jan 24, 2015 9:47 am

cf: Malad Lin -> Kuran Khel - Marktviertel

Mit überschwänglicher Freude öffnete ich die Tür zum Gasthaus. Unweigerlich blickten alle Insassen gen Tür, als sie mich allerdings erspäht hatten, widmeten sich die meisten wieder ihren Essen oder Gesprächspartner. Ich war schon öfters hier, für diese Leute war ich mittlerweile 'Langweilig'. Unerhört meiner Meinung nach, aber das mit der Freundlichkeit hatten wir ja schon. Nur ein paar einzelne starrten uns etwas länger misstrauisch an, aber nach direkten Augenkontakt hatte sich das auch schnell erledigt. Dabei möchte ich doch nur höflich sein....

Ich ließ mich auf eine Bank, nahe einem Fenster sinken und bot Mikado den Platz mir gegenüber an. Das hier war mein Lieblingsplatz, denn man hatte immer einen Überblick über das Gasthaus und gegebenenfalls einen etwas unbequemen Fluchtweg. Diesen hatten ich zuvor zwar nie gebraucht, aber man konnte ja nicht wissen, ne? Nur wenig später kam die doch recht passable aussehende Tochter der Wirtin zu uns. "Na Jungs, was darf ich euch zu trinken bringen? Mögt ihr auch etwas Essen?" Sie schenkte uns ein warmherziges Lächeln und wartete geduldig. Sie war wirklich ein nettes Ding... aber auch nur weil ihre Mutter sie behütete wie einen Diamanten. War ein Gast zu aufdringlich, lernte er schneller das große Hackbeil der Küche kennen als ihm lieb war. Müsste sie sich täglich alleine mit den aufdringlichen Gästen herumschlagen, wäre sie sicher nicht so gut drauf und freundlich zu den Gästen. Insgeheim war ich ja fest der Überzeugung, dass sie extra so nett war und nur darauf wartete, dass ihre Mutter wieder zuschlug. Stille Wasser waren ja bekanntlich tief... vielleicht fand sie das ja besonders lustig? Irgendwie... könnte ich ihr das leider zutrauen.

"Wir haben heut früh zwei Gänse, ein halbes Schwein und etwas Rind bekommen. Sagt mir welches Fleisch euch lieber ist und meine Mutter macht euch daraus einen unvergesslichen Festschmaus." Das Gasthaus hatte keine Speisekarte, sondern sie kochten das, was der Schlachter ihnen früh vorbei brachte. Hier konnte man sich zumindest sicher sein, dass das Fleisch frisch war und nicht schon ein paar Wochen herumlag. Ein weiterer Grund, warum ich dieses Gasthaus allen anderen in Malad Lin vorzog.

"Bring mir bitte ein Bier. Wenn ihr noch etwas von der Gans da habt, dann würde ich die gerne nehmen.."   Sie nickte und blickte dann Mikado erwartungsvoll an. Da er noch nie hier war, wollte ich ihm etwas unter die Arme greifen. "Pst. Das Geflügel ist hier wirklich super, wenn du etwas essen möchtest. Ist gut gewürzt und das Fleisch ist sehr weich."  Nicht, dass das andere Essen schlecht schmecken würde... Aber Rindfleisch war persönlich nicht mein Geschmack und Schweinefleisch... ach nein, das Geflügel war hier schlichtweg das Beste.
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Mikado
Shevae
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Mo Apr 06, 2015 10:49 am

cf: Malad Lin / Kuran Khel / Marktplatz

Mikado ließ es kalt, dass Raulys zugegeben überschwängliche Ankunft in dem Gasthaus, mit nur wenig Aufmerksamkeit vergolten wurde. Vermutlich war er schön öfter hier oder es war einfach schon viel zu viel interessanteres geschehen, als dass man einen ziemlich bunten jungen Mann und einen - vermutlich nicht sofort als solchen erkannten - Shevae noch groß aufregend fand. Eigentlich fand es der Blonde ganz angenehm, nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Ohnehin schien es in Malad Lin ungewohnt einfach zu sein, unauffällig zu bleiben. Nur zu seinem Vorteil natürlich. Unweigerlich musste er lächeln, als die wenigen Blicke, die noch auf Rauly lagen, sich bei direktem Augenkontakt abwandten.

Schweigend, aber noch immer vor sich hin lächelnd, wenn auch nur leicht, folgte er seiner Bekanntschaft - die er doch allmählich zu mögen begann - zu einm Platz und ließ sich ihm gegenüber nieder. Als sie die Aufmerksamkeit eines vermutlich doch recht hübschen Mädchens - Mikado hatte da andere Maßstäbe - bekamen, hörte er sich das Angebot an. Ganz davon abgesehen, dass er keine warmen Mahlzeiten oder Getränke zu sich nehmen dürfte, wollte er sich nicht selbst Schmerz zu fügen, hatte er auch keinen großen Hunger. Mit einem Lächeln, das seine Augen wie so oft nicht erreichte, hob er abwehrend beide Hände und schüttelte mit dem Kopf. "Ich verzichte, danke." Das Mädchen wollte sich schon zum Gehen wenden da hielt Mikado sie doch noch einmal zurück. "Jedoch, eine Frage hätte ich, wenn ihr erlaubt?" Sein Lächeln wurde charmant, ließ sogar seine gold-orangenen Augen erstrahlen. "Wisst ihr, ob ein junger Mann hier vorbeikam? Er müsste um die 25 gewesen sein, dunkle Haare und Augen, fast schwarz wenn man so will. Und er war höchst wahrscheinlich bewaffnet, Schwert und Bogen soweit mir bekannt ist." An mehr erinnerte sich der blonde Killer beim besten Willen nicht, sein Rivale war aus seinem Kopf verschwunden, warum auch immer. Das Mädchen aber schüttelte mit dem Kopf und Mikado gab seine leicht angespannte Haltung, durch die er sich etwas aufrechter gesetzt hatte, wieder auf. "Zu Schade, dennoch danke ich euch vielmals."

Nachdenklich stützte er die Arme auf den Tisch und legte das Kinn in die linke Hand. Wenn er doch nur den Namen des Mannes wüsste, dem er so viel verdankte - unter anderem seinen Tod. So lange suchte er ihn nun schon und noch immer gab es keine Spur, wie nur konnte das sein. Er war doch nie gut darin gewesen, unbemerkt zu bleiben und sich vor Mikado zu verstecken, das hatten sie viel zu oft erprobt. Ob er in Khleom war? Oder in Galan 'Den? Er würde keine andere Wahl haben, als weiter zu suchen. Oder er kehrte nach Hiyallfyn zurück und versuchte dort einen Platz zu finden, an dem er noch nicht gesucht wurde. Immer noch überlegend sah er zu Rauly und wartete, ob dieser etwas sagen würde.

[OoT: Tut mir Leid, ich werde ab jetzt wieder aktiver werden und versuchen auch wieder länger zu posten, ich muss mich erst wieder an Mikado gewöhnen.]
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Rauly
Feuermagier
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Mi Apr 08, 2015 9:46 pm

Ich blinzelte überrascht als Mikado eine potenzielle Mahlzeit ablehnte. Hatte er vielleicht erst gegessen? Aber dann könnte er doch wenigstens etwas trinken! Ist ja nicht so, als müsste er heute noch auf einem Rasgar durch die Wildnis preschen oder so. Anderweitig hätte ich das ja verstanden, diese blöden Viecher waren immerhin unglaublich bösartig. Gab man ihnen die Chance, wurde man sofort zum Spielball degradiert. Jedoch hatte ich keine Möglichkeit ihn darauf anzusprechen, denn er rief die Kellnerin fast im selben Moment zurück. Gespannt lauschte ich der kurzen Unterhaltung.

"Die gesuchte Person klingt ja ziemlich düster. Ich glaube mit der Beschreibung wirst du trotzdem nicht allzu weit kommen." Äußerte ich meine Vermutung und verschränkte meine Finger ineinander. Viele Leute waren relativ düster gekleidet um möglichst nicht aufzufallen. Bei mir war das ja nicht anders, doch würde ich trotzdem durch meine ungewöhnliche Haarfarbe herausstechen. Anderweitig wäre ich doch auch nur ein Gesicht von vielen. "Hat er sich wohl zuletzt in Kuran Khel aufgehalten oder suchst du einfach so ins Blaue hinein?" Diese Frage drängte sich mir auf, gleichzeitig flossen die Worte auch schon aus meinem Mund. Ach, dieses böse Bier... Mist, dass kommt ja jetzt erst.

Ich machte dem Mädchen Platz, sodass sie den Krug auf den Tisch stellen konnte. Dann teilte sie mir noch kurz mit, dass die Gans noch etwas dauert und war damit auch schon wieder verschwunden. Sie war wirklich sehr fleißig, dass musste man ihr lassen. "Nun ich möchte jetzt nicht Neugierig sein oder so, aber eine völlig offene Suche mit so wenigen Angaben ist.. schon etwas langwierig oder nicht? Ist das Leben nicht zu kurz um nach einer einzelnen Person zu suchen?" Fragte ich und war wirklich gespannt, welche Beweggründe es für seine Suche gab. Nicht das ich direkt nachfragen würde, aber vielleicht nannte er sie ja ganz von selbst. Gespannt wartete ich einfach ab und nahm indes einen kräftigen Schluck von meinem Bier.
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Mikado
Shevae
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BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Fr Apr 10, 2015 11:37 pm

Mikado tippte mit den Fingern der freien Hand sacht auf den Tisch und lauschte einen Moment dem leisen Trommeln, nachdem Rauly gesprochen hatte. Oh ja, mit dieser Beschreibung würde er nicht sehr weit kommen, das war ihm durchaus bewusst, aber was hatte er für einen anderen Anhaltspunkt? Seit guten zehn Jahren suchte er diesen Mann nun schon, nur dass letzterer alterte. Das erschwerte das ganze noch zusätzlich. Immerhin wusste der Blonde nicht, wie sein Rivale mit zunehmendem Alter aussah. Jetzt dürfte er sich noch nicht groß von damals unterscheiden, aber wenn diese Suche noch sehr viel länger andauerte könnte das zu einem Problem werden. Auch die Frage Raulys, ob sich der Gesuchte wohl zuletzt in Kuran Khel aufgehalten habe, war durchaus berechtigt. Er hatte ja keine Ahnung, wie lange er bereits suchte und vor allem, wie viel Zeit ihm noch blieb. Ging man davon aus, dass Mikado zu einer kurzlebigeren Rasse gehörte konnte es durchaus bedenklich sein, ihm bei seiner Suche zuzusehen.

Sollte er dem jungen Mann einen Hinweis geben? Konnte es ihm schaden, wenn er ihm noch ein paar Informationen zukommen ließ? Er wirkte nicht wie jemand, der versuchen würde ihn umzubringen, sobald er erfuhr, was er war. Solange er nicht um seine Arbeit und seine vergangenen Verbrechen wusste. Jedoch war diese Wahrscheinlichkeit überaus gering, schließlich war seine Geschichte nur eine von vielen. Und selbst wenn die Erzählung des herzlosen Killers von Hiyallfyn bis hier her gefunden hatte, war es unwahrscheinlich als genau dieser Killer erkannt zu werden oder auch nur, dass Rauly um diese Geschichte wusste. Ohnehin war es mehr ein Gerücht als sonst irgendetwas. Außer natürlich in seiner Heimat, wo man ihn vielleicht immer noch suchte. Sich über zehn lange Jahre seinen schlechten Ruf zu behalten war schon fast ein Kunststück. Besonders auf einer so großen Welt wie dieser.

Nichts ließ er sich von diesen Gedanken anmerken und unterbrach nur sein getrommel auf dem Tisch. Das Mädchen war inzwischen wieder da gewesen und auch der Mann ihm gegenüber begann wieder zu sprechen. Er wollte nicht neugierig sein? Beinahe hätte Mikado ihn unterbrochen, wollte er tatsächlich nicht neugierig sein, würde er erst gar nicht fragen. Doch er tat es nicht. Warum auch? Er empfand die Gesellschaft von Rauly als durchaus angenehm, davon abgesehen, dass es einfach war etwas vor ihm Geheim zu halten - bisher zeigte er zumindest nichts von dieser gruseligen Begabung, die seine Schwester allzu oft an den Tag gelegt hatte, einfach alles zu bemerken, egal wie sehr man auch etwas anderes versuchte. "Hm .. Nun, dein Leben mag vielleicht zu kurz dazu sein, jedoch suche ich ihn bereits seit zehn Jahren, ohnehin habe ich nicht viel anderes zu tun - und ich schulde ihm noch etwas", erklärte er. Mikado wusste, er hätte das nicht tun müssen, um die Frage seines Gegenüber zu beantworten, ihm war einfach danach. Offenbar nahte einer seiner sentimentalen, beinahe gutherzigen Momente, wie nervig. "Weißt du Rauly, die Zeit vergeht erstaunlich langsam, wenn man so viel davon zur Verfügung hat. Verzeih, wenn ich dir zu nahe trete, aber ich vermute, auch du bist kein Mensch?" Auch wenn er es als Aussage formulierte, war die Frage darin doch nicht zu überhören. Um aber einer unzureichenden Antwort zu entgehen, sprach er weiter ehe Rauly antworten konnte. "Und wenn ihr kein Mensch seid, was seid ihr dann?" Auf diese Weise würde Mikado ihm zwar ebenfalls eine Antwort schulden, aber er würde auch einen Teil seiner Neugierde stillen können - und wenn Rauly nicht antworten wollte, war ihm auch kein Schaden getan.
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