StartseiteStartseite  PortalseitePortalseite  KalenderKalender  SuchenSuchen  FAQFAQ  MitgliederMitglieder  NutzergruppenNutzergruppen  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  






Tritt ein in eine Welt, die durch die Laune mancher Götter ins blanke Chaos gestürzt wurde.
 
Herzlich Willkommen in Idon , an alle Neulinge. Denkt an eure Steckbriefe. Wendet euch bei Fragen immer gern an das Team.
Unsere gemietete URL idon-rpg.com ist abgelaufen. Das Forum ist normal über http://idon-rpg.forumieren.com erreichbar.

Austausch | 
 

 Der blaue Eber

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : 1, 2  Weiter
AutorNachricht
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Der blaue Eber   Mi Mai 29, 2013 3:18 pm

Der blaue Eber gehört zu den älteren Gasthäusern der Stadt und hat im Laufe der Zeit schon mehrfach den Besitzer gewechselt, Aufruhr im Schankraum mitgemacht und einen Brand überstanden und steht trotz ereignisreicher Vorgeschichte immer noch in guten Ansehen bei den Bewohnern und wird vor allem von Reisenden, die ihn aufgrund seiner Lage an einer der Hauptzugangsstraßen durch Kuran Khel schätzen regelmäßig frequentiert. Das Essen und die Getränke sind schmack- und nahrhaft, die Zimmer zwar klein, aber bequem und frei von Ungeziefer, die Preise auch für den kleinen Reisegeldbeutel erschwinglich und die stämmige Wirtin ist umgänglich solange man die Finger von ihrer hübschen Tochter, welche die Getränke ausschenkt, lässt. Alles in allem ist es kein Wunder das die Zimmer im blauen Eber häufig belegt sind.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Do Mai 30, 2013 1:25 pm

Pp Kuran Khel – Marktviertel
Ein wenig außer Atem blieb Roye eine Straßenecke vor dem Gasthaus stehen und nahm sich die Zeit sich dem Käfig zuzuwenden, in welchem sein neuer Begleiter immer noch festsaß. Irgendwie bezweifelte er das ihn die Wirtin ohne ein wenn und aber mit dem Tier ins Haus lassen würde und der Käfig war zu groß um ihn zu verstecken, also musste er sich daran versuchen ihn irgendwie aufzubekommen. Leider war der Händler in seinem etwas flotten Abgang nicht mehr dazu gekommen Roye den Schlüssel zu übergeben, weshalb er sich mit seinem Taschenmesser behelfen musste. Glücklicherweise war das Schloss nicht sonderlich kompliziert oder stabil, daher gelang es ihm die Tür zu öffnen und dem Anachal aus seinen Ketten heraus zu helfen. Das Tier gab eine Art zufriedenes Schnurren von sich als Roye es mit einer Hand herausholte und den Käfig achtlos zur Seite warf. Er kraulte seine neue Begleitung kurz zwischen den Ohren, ehe er einem plötzlichen Einfall folgend das Tier auf seine Schulter setzte und die Kapuze seines Mantels aufzog. So sollte es Möglich sein Ima ohne Probleme auf sein Zimmer zu schmuggeln.

Roye wich geschickt den erheiterten Menschen vor dem Gasthaus und im inneren das Schankraums aus, um sich zur Theke vor zuarbeiten und der Wirtin kurz zuzunicken, ehe er sich die Treppe nach oben in den nächsten Stock und schließlich ohne Probleme auf sein Zimmer begab. Der Raum war klein und spärlich möbiliert mit einem Bett, einem kleinen Tisch samt einer Kerze darauf und einem Stuhl, aber immerhin hatte er ein kleines Fenster und war warm. Erschöpft warf Roye seinen Rucksack unter den Tisch, zog seinen Mantel aus und hängte ihn über den Stuhl um sich anschließend auf selbigen fallen zu lassen. Sein Anachal sprang in Protest über die Ruckartige Bewegung auf, um ihn einen entnervten Blick zuzuwerfen und sich auf dem Tisch zusammenzurollen, was ihr lediglich ein Grinsen seitens Roye einbrachte. Der junge Mann streckte eine Hand aus um die Kerze zu entzünden und erst in diesem Moment merkte er das er nicht alleine im Raum war, sondern eine gewisse andere Person bereits auf dem Bett saß. „Sereena?!“ fragte er überrascht und schob es auf die Anstrengungen der vergangenen Stunden das er sie nicht früher bemerkt hatte. Nach einer Weile jedoch begann er zu realisieren wie es wohl dazu gekommen war das sie in seinem Zimmer endete und er musste ein wenig kichern. „Ich schätze die Wirtin hat da etwas falsch verstanden.“ meinte Roye immer noch mit einem Grinsen im Gesicht. Der Gedanke das jemand sie für ein Paar halten könnte war ihm bisher noch gar nicht gekommen und schien einfach absurd.
Nach oben Nach unten
Sereena
Gott
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Do Mai 30, 2013 2:01 pm

cf: Malad Lin - Marktviertel

Leider sah es in dem Gasthaus nicht wirklich besser aus als davor. Der Schankraum war überfüllt mit Leuten, die sich ihren Saufgelagen hingaben und mit dem hübschen Mädchen hinter der Theke flirteten. Unsicher trat ich ein, mein Ziel war die Getränkeausgabe. Doch natürlich blieb mein Auftreten nicht unbemerkt. Schon bald erhob sich der erste und zog mich unsanft an den langen Haaren zurück. "Nanana, wen haben wir denn hier? Ich hab dich noch nie in dieser Stadt bemerkt Mädchen." lallte er mich zu und zwang mich ihm ins Gesicht zu sehen, indem er mein Gesicht zu sich zerrte. Sein alkoholisierter Atem hauchte mir entgegen und ich wurde davon fast selbst schon betrunken.

"Lass mich gefälligst in Ruhe! Wie kannst du es wagen mich so zu behandeln!" Fuhr ich ihn an, obwohl ich eigentlich nur von ihm weg wollte und keinen Streit suchte. "Sie hatn ganz schön freches Mundwerk die Kleine!" Grölte sein Tischnachbar und die anderen verfielen in schallendes lachen. Dies schien dem anderen nicht zu passen, denn er verstärkte seinen Griff um meinen Kiefer zunehmenst. Allerdings gab ich keinen Schmerzlaut von mir, sah ihm nur tief in die Augen und hoffte, dass er mich bald losließ.

"Was ist hier los!" Ein weibliche, aber sehr dominante Stimme schallte durch den Raum und sofort ließ der seltsame Typ von mir ab und drehte sich zu der Quelle um. Auch ich drehte meinen Kopf und erblickte eine etwas stämmigere, hübsche Frau die sich am anderen Ende des Raumes aufgebaut hat. Selbstsicher Schritt sie durch die Massen, die Leute wichen ihr geradezu aus. Mit einer Kelle in der Hand stellte sie sich vor uns beide hin. Das Küchengerät ließ sie unsanft auf die Brust des Typen schnellen. "Wie oft habe ich dir gesagt, dass du die Pfoten von meinen Gästen lassen sollst!" bellte sie und der Mann ihr gegenüber, welcher locker ein bis zwei Köpfe größer war, schien in sich zusammenzuschrumpfen. "Mädchen! Komm mit!" Ihr Ton duldete keine Widerworte, weshalb ich ohne zu zögern ihr folgte. An der Schenke erst drehte sie sich um, mit einem verschmitzten lächeln im Gesicht. "Tut mir leid für den ruppigen Empfang. Wie kann man dir helfen?" Ihre Stimme war nun sanfter und freundlich.

"Ich.. ich benötige ein Zimmer." Wie Roye schon richtig vermutet hatte, erklärte mir die Wirtin, dass ihr Haus schon sehr voll war. Als ich aber Royes Namen erwähnte, nickte sie mir verstehend zu. "Es ist das 3 Zimmer von Rechts im ersten Stock." Erklärte sie mir und lächelte. Ich zahlte schon vorab bei ihr, bedankte mich herzlich und floh dann geradezu aus dem Schankraum in mein Zimmer. Es war nicht gerade groß und wirklich nur sehr notdürftig mit einem Bett, einem Tisch, auf welchem eine Kerze stand und einem Stuhl eingerichtet. Aber ich war damit mehr als zufrieden und ließ mich erschöpft in das Bett fallenl. Der Tag heute war einfach zu viel für mich.

Ich wusste nicht wie lange ich vor mich hindöste, geschlafen hatte ich jedenfalls nicht. Plötzlich aber trat jemand durch die Tür, was mich unweigerlich dazu brachte, dass ich mich versteifte. Was, wenn es der Typ von vorhin war?! Ich bewegte mich kaum mehr und wagte es nicht mal zu Atmen. Ich hörte Schritte, das scharren eines Stuhles und dann nichts mehr. Doch wurde es plötzlich heller in diesem Raum. Jemand hatte die Kerze entzündet. Vorsichtig lugte ich über den Rand der Decke, bis mir auffiel, dass ich diese Person ja schon kannte. Und er mich ja auch. "Roye?! Du hast mich tierisch erschreckt." Ich atmete erleichtert aus und krabbelte aus dem Bett. "Ja das glaube ich auch." Unsicher kam ich auf meine Beine, die sogleich protestierten. Plötzlich fiel mir etwas ins Auge. Ein kleines Braunes Wesen, welches mir durchaus bekannt war. Anachal nannte man diese Rasse. Es waren kleine Tiergeister, sehr aufgeweckte Lebewesen.

"Wie niedlich! Hast du dir dieses Tierchen am Marktplatz geholt? Wie heißt es?" fragte ich und streckte meine Hand entgegen, damit das kleine Wesen daran schnüffeln konnte. Es sollte schließlich keine Angst haben.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Do Mai 30, 2013 4:59 pm

Verzeih, das war nicht meine Absicht.“entschuldigte sich Roye und setzte ein verlegenes Lächeln auf. Sereena sah wirklich etwas mitgenommen aus und er konnte es ihr nicht verdenken, war es doch alles in allem ein langer Tag gewesen. Irgendwas sagte ihm jedenfalls das sie normalerweise wahrscheinlich nicht so viel Zeit mit Rennen verbrachte.
Nicht überraschend hingegen war ihre Reaktion sobald sie das Anachal erblickte und sogleich aufgeregt zu schnattern begann. Andererseits es war zugegebenermaßen schwer den Charm des Tierchens zu widerstehen, welches vorsichtig den Kopf hinausstreckte um an der dargebotenen Hand zu schnuppern. „Ganz sicher wer eigentlich wen erstanden hat bin ich mir nicht..“ gab Roye mit einem Grinsen zu während er beobachtete wie Ima sich langsam und würdevoll erhob, scheinbar bewusst der Aufmerksamkeit welche ihr gerade zuteil wurde und ein wenig in Richtung Sereena schwebte. „Ich denke ich nenne sie Ima. Und ja ich hab sie auf dem Marktplatz gesehen und konnte sie nicht einfach in diesem Käfig sitzen lassen.“ führte er weiter aus und lehnte sich in senem Stuhl zurück.
Roye gab den beiden etwas Zeit sich miteinander Vertraut zu machen zumal ihm gerade nicht sonderlich nach reden war. Allerdings gab es da immer noch das Problem das sie sich scheinbar ein Zimmer mit nur einem Bett teilen würden. Das heißt wenn es für Sereena überhaupt ein Problem war, da er durchaus bereit war auf dem Boden zu schlafen. Verglichen mit den manchen Nächten die er schon unter freien Himmel verbracht hatte, war ein sauberer Boden ohne irgendwelche vielbeinigen Krabbeltiere mehr als annehmbar. „Uhm mir würde es nichts ausmachen das Zimmer zu teilen wenn es dich nicht stört. Du kannst das Bett natürlich für dich haben.“ sagte Roye ein wenig verlegen und sah zu ihr herüber. Er hatte keinen blassen Schimmer wie wichtig ihr ihre Privatsphäre war oder was sie von einer männlichen Begleitung hielt, nicht das er interessiert wäre. So wollte er ihr Aussehen oder ihren Character keinesfalls anzweifeln, allerdings war sie von Royes Interessengruppe entfernt. Weit entfernt.
Er starrte Geistesabwesend auf seine Hände während ihm diese Gedanken durch den Kopf gingen und wurde erst wieder durch Ima in die Gegenwart gerissen, die scheinbar Genug von Sereenas Zuneigungsbekundigungen hatte und ihn mit einer Pfote an stupste.
Nach oben Nach unten
Sereena
Gott
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Sa Jun 01, 2013 12:09 pm

Verstehend nickte ich und beobachtete die kleine Ima wie sie sich elegant durch den Raum bewegte. Ein Anachal einzusperren, dass war beim besten Willen nicht einfach. Sie waren gerissen und konnten einfach durch Wände hindurch. Natürlich gab es Leute, die es beherrschten Räume und Häuser zu bannen, sodass die Tiere nicht eintreten konnten aber bestimmt nicht viele. Welche möglichkeiten es noch gab diese Tierchen festzuhalten, dass wusste nichteinmal ich.

"Ähm... Äh... Ich hab schon ein bissichen geschlafen... Und das reicht mir auch... Also brauchst du dir um mich keine Sorgen zu machen." flunkerte ich und lächelte verlegen. Niemals nie würde ich mich in der nähe eines anderen Menschen schlafen legen. Lieber würde ich morgen mehr tot als lebendig durch die Stadt trotten, als das! Ich streckte mich kurz und schüttelte mich. Es würde eine lange Nacht werden. Mist. Die Götter hassten mich doch allesamt. Dabei hatte ich mir schon Hoffnungen gemacht.

"Also wenn du dich hinlegen möchtest dann kannst du das gerne tun." Ich nestelte verlegen an meinen Ärmeln herum und besah mir meine nackten Zehen. Das war irgendwie eine komische Situation. Ziemlich ungewohnt und... einfach seltsam. Im Götterreich jedenfalls wurde ich mit sowas noch nie konfrontiert. Aber ich glaubte die Situation damit zumindest etwas gerettet zu haben. Sicher war ich mir allerdings nicht.

"Tut mir leid.. Ich war noch nie in so einer Situation." Gab ich dann schließlich zu und seufzte laut auf. Schlafen jedenfalls war für mich keine Option mehr. Egal wie verlockend das warme und weiche Bett nun war. Niemals könnte ich es ertragen, dass mich jemand darauf anspricht. Nicht ohne dann weinend und zitternd irgendwo in einem Eck zu kauern. Das hatte ich schon nach kurzer Zeit hier unten schmerzlich erfahren müssen. Und das war eine Erfahrung auf die ich gut und gerne hätte verzichten können. Nun setzte ich eben alles daran, dass diese sich nicht wiederholte.



Sorry das er so kurz is x.x der nächste wird länger D:


Zuletzt von Sereena am Di Jun 04, 2013 2:04 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Sa Jun 01, 2013 1:50 pm

Eigentlich konnte Roye dem Seufzen nur zustimmen. Sereena fühlte sich bei der ganzen Sache kein bisschen wohler als er, allerdings war es unwahrscheinlich das er zu dieser Stunde noch eine Herberge mit einem Zimmer finden würde das seiner Preisklasse entsprach selbst wenn er es versuchte. Mal ganz abgesehen davon das ihm bewusst war das es nicht die cleverste Idee war Nachts durch eine Stadt zu laufen in der er sich nicht auskannte.
Verärgert stand Roye auf und lief unruhig einige Schritte in dem kleinen Raum auf und ab, es war doch lächerlich. Sie hatten es durch eine dunkle Mine verfolgt von einem Schleimmonster geschafft ohne dabei einer der zahlreichen Möglichkeiten eines frühzeitigen Ablebens zu erliegen und jetzt konnten sie nicht mal eine Nacht im selben Zimmer verbringen? Erst Ima die ein verärgertes Fauchen von sich gab brachte ihn darauf das sein im Kreis laufen nicht gerade zur Entspannung der Situation Beitrug und so setzte er sich mit einem frustrierten Kopfschütteln wieder. Es musste doch eine Möglichkeit geben die Stimmung wieder aufzubessern.
Dir reichen knapp anderthalb Stunden Schlaf am Tag?“ erwiderte Roye auf ihre Aussage und zog eine Augenbraue nach oben. Zugegeben er schlief selber nicht gerade viel, allerdings kaufte er Sereena das einfach nicht ab, war es doch viel wahrscheinlicher das sie nicht in seiner Gegenwart schlafen wollte.
Roye seufzte erneut, nicht daran interessiert das Thema zu vertiefen und machte sich stattdessen daran seinen Rucksack unter dem Tisch hervorzuziehen, die Kerze zur Seite zu stellen und seine Einkäufe daraus auszubreiten. Das Leder hatte weder die beste Qualität, noch das beste Erscheinungsbild aber es würde für seine Zwecke reichen. Dennoch war er bereit ohne weiteres zuzugeben das er lieber mit etwas Pelz arbeiten würde, nur war dies eindeutig außerhalb seiner Kaufkraft. Ohne große Erklärungen machte Roye sich daran Linien auf dem Material einzuzeichnen wobei er gelegentlich seine linke Hand als Vorlage benutzte. Er war Sereena dankbar das sie seiner Narbe keinerlei Beachtung geschenkt oder sie zumindest nicht erwähnt hatte.

Irgendwelche Pläne für morgen? fragte er während er weiterarbeitete. „Ich würde mir gerne den Tempelplatz ansehen. Sonderlich religiös bin ich zwar nicht, aber ein gewisser Priester soll dort in letzter Zeit ganz schön für Aufsehen gesorgt haben. Abgesehen davon sollen die Tempel selbst sehr beeindruckend sein. redete er weiter und wischte ein paar Mal mit dem Handrücken über einer Linie die ihm missfiel. Religion hatten sie bisher noch gar nicht angesprochen, aber sonderliches Interesse daran hatte er allerdings nicht. „Und dann gibt es natürlich noch die Akademie. Ich würde gerne ein paar andere Magier treffen, aber irgendwo bezweifle ich das sie mich überhaupt reinlassen werden.“ Roye lachte ein wenig verbittert. Mit seiner abgenutzten Kleidung und ungepflegten Aussehen würde er wohl kaum Erfolg auf dem Gelände haben, auch wenn der Gedanke einer Lesung beizuwohnen oder sich einfach mit anderen Wassermagiern zu unterhalten durchaus seinen Reiz hatte. Er hatte viele Fragen auf dem Gebiet der Magie die ihm bis jetzt unbeantwortet geblieben waren.
Als er schließlich den letzten Strich gesetzt hatte, hob er das Leder hoch und betrachtete seine Vorgaben skeptisch, wobei ihm eine neugierige Ima über die Schulter schaute. Schließlich lies er es mit einem Seufzen wieder sinken, er konnte schon jetzt sagen das sein neuer Handschuh kein Meisterstück werden würde, aber es würde Genügen.
Nach oben Nach unten
Sereena
Gott
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Di Jun 04, 2013 2:39 pm

Ich zuckte unmerklich zusammen, als er mich darauf hinwies, dass er mir meine Worte nicht ganz abkaufte. Doch was sonst hätte ich sagen sollen? Tut mir leid, ich kann nicht mit einem anderen Menschen in einem Zimmer schlafen, weil mich Nachts schlimme Alpträume heimsuchen die mich zu einem Wesen degradieren, das kaum mit einem Menschen vergleichbar ist.. Geschweige denn mit einer Göttin! Neinneinnein.. er und der Rest der Menschheit sollte davon verschont bleiben.

"Na... Naja.. ich bin es gewöhnt sehr wenig und unregelmäßig zu schlafen in letzter Zeit. Deshalb ist das nicht so schlimm." Wenigstens der Großteil meiner Aussage entsprach der Wahrheit. Es tat mir zwar wirklich im Herzen weh, dass ich nicht ehrlich zu ihm sein konnte, doch tat ich es ja eigentlich zu unserer beider wohl. Zu meinem Glück ließ er das Thema damit schnell auf sich beruhen und harkte nicht weiter nach. Stattdessen kramte er in seinem Beutel herum und zog wenig später etwas Leder hervor. Gespannt beobachtete ich, was er damit vorhatte. Er legte seine Hand auf den Streifen und fuhr sorgfältig die Umrisse nach. Schnell war mir klar, dass es ein Ersatz für seinen Handschuh werden sollte, der nun in dem Schleimmonster steckte.
Ich beobachtete noch eine Weile seine Arbeit, bis mir wieder die Narbe an seiner Hand auffiel. Ich hatte sie schon einmal bemerkt. Allerdings hatte ich keine große Zeit darüber nachzudenken. Ich öffnete meinen Mund, die Frage der Fragen schon auf den Lippen. Doch bremste ich mich im letzten Moment selbst. Narben waren meist unangenehme Erinnerungen für Ihre Träger. Wie groß war die Gefahr, dass ich ihn auf etwas hinwies, dass er innerlich versuchte zu verdrängen. Also schloss ich meinen Mund wieder und versuchte die Narbe auszublenden um nicht doch meiner Neugier zu verfallen.

"Ich... nein... eigentlich nicht. Ich wollte einfach nur etwas durch die Stadt laufen, mir alles ansehen und so. Ich hab ja einen kleinen Teil gesehen und er war zwar sehr hektisch.. aber dennoch unglaublich! Es gab so viele tolle Sachen." Ich verfiel wieder ins schwärmen und kicherte leise vor mich hin. "Aber das was du mir da erzählst klingt schon sehr interessant." Ich malte mir die Tempel und die Akademie aus, welche wohl beide noch größer waren als die Häuser am Marktplatz oder etwa das Gasthaus hier. Morgen würde wohl ein langer Tag werden.. Ob ich die Stadt überhaupt an einem Tag durchkämmen konnte. Am liebsten wäre ich gleich wieder hinaus geschritten. Doch war es stockfinster draußen und ich hatte keine Lust wieder solch einem komischen Kerl unter die Augen zu laufen.

"Ach, denk nicht so negativ. Warum sollten sie dich denn nicht hineinlassen? Magier ist Magier." Winkte ich ab und versuchte ihn etwas aufzubauen. In der Zeit in der wir uns unterhalten hatten, hatte er unermüdlich an seinem Handschuh gearbeitet. Zusammen mit ihm und seinem kleinen Anachal starrte ich auf die grobe Skizze. "Darf ich fragen, wo du das gelernt hast? Also, das Lederverarbeiten?" Fragte ich und war schon gespannt darauf, wie er weitermachen würde. Mein Wissen über die Herstellung von Kleidung war ziemlich beschränkt. Aber es interessierte mich schon. Für ihn musste ich wohl wirken wie ein kleines Kind, dem man alles beibringen und zeigen musste. Ich hoffte ja, dass ich ihm nicht auf die Nerven ging....
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Di Jun 04, 2013 7:05 pm

Denk nicht so negativ?“ wiederholte Roye und sah zu Sereena hinüber. „Du scheinst keine Vorstellung davon zu haben wie eingebildet diese Akademiker sein können.“ erwiderte er mit einem Grinsen. Zugegeben er hatte bei dem Wort selbst hauptsächlich seinen Vater vor Augen, welcher immer unverständlich sorgfältig mit seinen Papieren und Büchern umgegangen war und den jungen Roye nie auch nur in die Nähe seines Studienzimmers lassen wollte, allerdings hatte er festgestellt das manche dieser Eigenschaften scheinbar auf die meisten Menschen oder Magier die sich selbst als Gebildet bezeichneten zutragen.
Entsprechend groß war schließlich auch die Enttäuschung des Mannes gewesen als er feststellen hatte müssen, das er seinen Sohn zwecks Mangel aus alternativen wohl in eine Handwerkslehre schicken musste, da es keine Institute vergleichbarer Art in der Nähe gab und ein Umzug für ihn außer Frage stand. Roye hatte sich darüber nie beschwert, die Arbeit hatte ihm sogar Spaß gemacht, auch wenn er sich an den ein oder anderen Tadel den sein Lehrmeister austeilte durchaus gut erinnern konnte.

Er seufzte vernehmlich und wandte sich wieder der Gegenwart zu. Roye konnte nicht abstreiten das diese Art von Arbeit jede Menge Erinnerungen wach rief. Dennoch war es wohl empfehlenswert sich auf das hier und jetzt zu konzentrieren wenn aus dem Handschuh tatsächlich noch etwas werden sollte. So zog er sein Taschenmesser, ein einfaches und unbeachtliches Ding welches zweifelsfrei ein Werkzeug und keine Waffe war, aus seiner Manteltasche und machte sich daran das Leder zuzuschneiden. Eine Schere wäre vielleicht präziser gewesen, allerdings reiste Roye nur mit leichten Gepäck und auch der Stauraum seines Mantels hatte seine Grenzen. Es würde eben ohne gehen müssen. „Magier zu sein allein sorgt nun mal nicht für Einkommen und die Berufsauswahl in meinem Heimatort war begrenzt.“ erklärte er seiner Begleiterin während er arbeitete. „Nicht das ich mich darüber beschwere, es hat seine Vorteile ein paar Dinge fixen zu können. Hast du irgendeine Ausbildung gehabt? fragte Roye und machte ohne auf eine Antwort zu warten mit seiner Arbeit weiter, da er den Handschuh wenn möglich noch diesen Abend fertig haben wollte. Daneben stand es ihm nicht wirklich zu sie mit Fragen zu Löchern, es war ihre Entscheidung was sie über sich Erzählen wollte oder nicht. Genauso wie er nicht weiter nach ihren Schlafgewohnheiten fragen würde, oder ihre Rasse oder …
Roye unterdrückte einen Fluch, er war gedanklich schon wieder abgeschweift und hatte sich prompt selbst geschnitten. Etwas verlegen schielte er zu Sereena herüber, sagte jedoch nichts dabei sondern wischte lediglich kurz mit seinem Ärmel über die kleine Schnittwunde und machte sich daran den Rest des Leders zuzuschneiden. Abgesehen von diesem kleinen Fehler war das Ergebnis sogar recht annehmbar, bedachte man das er zu später Stunde bei Kerzenlicht mit einem mehr oder minder stumpfen Messer gearbeitet hatte. Roye gähnte und lies das Messer wieder in seiner Manteltasche verschwinden um seine Aufmerksamkeit Ima zuzuwenden, die sich ausgestreckt am Boden niedergelassen hatte, und sie zwischen den Ohren zu kraulen.
Nach oben Nach unten
Sereena
Gott
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Do Jun 06, 2013 6:22 pm

Ich schüttelte den Kopf. In der Tat hatte ich wirklich keine Ahnung, ob 'diese Akademiker' eingebildet waren oder nicht. Allerdings wusste ich, dass es nicht schön ist einem solchen Menschen gegenüber zu stehen. Wirklich alles mussten sie einem unter die Nase reiben.. Verstanden nicht einmal, dass andere sich angegriffen fühlen oder dadurch verletzt werden. Solche Leute mochte nicht und ich hatte mich auch schon ein paarmal dabei erwischt, wie ich Träume solcher Leute manipuliert habe... alles hatte ich ihnen genommen, auch ihren Stolz und ihre Würde. Vielleicht mag es für andere grausam klingen.. doch ich habe gesehen, was sie ihren Opfern angetan haben... was sie Nacht für Nacht träumen. Ich hatte es also nicht grundlos getan!

"Ah.... ich... nein.. Wir haben so etwas nicht." Erklärte ich und kratzte mich verlegen hinter meinem linken Ohr. "Jeder von uns hat eine Aufgabe, die er zu erfüllen hat. Es gibt keine Diskussion ob derjenige das auch tun möchte... Er muss es einfach machen. Daran ist sozusagen sein Leben gekoppelt." Und sicher war dieses System auch das Beste. Würde jeder frei entscheiden können was er machen wollen würde, dann gäbe es wohl 100 Götter alleine für einen Posten. Und sowas war unnötig. Also erschuf uns die Höhere Macht und teilte uns gleichzeitig unsere Aufgaben zu. Somit gab es keine Streitigkeiten.

Die ganze Zeit über hatte ich aufmerksam zugesehen, wie er seinen neuen Handschuh aus einem Lederstreifen fertigte. Abgesehen davon, dass er sich selbst einen kleinen Schnitt zugefügt hatte - scheinbar war es nicht weiter schlimm, da er sich sofort wieder an die Arbeit machte - war seine Arbeit sehr gründlich und sorgfältig. Noch immer war ich davon fasziniert, wie man aus der einen Sache eine andere machen konnte und das ganz ohne Zauber oder göttliche Macht. Die Menschen wurden mit einer Intelligenz von den Göttern gesegnet... doch ich bin mir fast sicher, dass diese Lebewesen die Erwartungen übertroffen haben. Für ein Problem fand sich hier auf diesem Planeten meistens eine Lösung.

„Ich würde das auch sehr gerne können. Doch leider war ich in sowas noch nie besonders geschickt. Meine Begabungen liegen… eher in meinem Kopf. Nicht das ich sonderlich intelligent bin oder so… Ich bin sehr… fantasiereich.“ Und das musste man auch sein, als Göttin der Träume. Je mehr Ideen man hatte, desto schöner konnte man einen Traum gestalten und noch schlimmer einen Alptraum. Irgendwie vermisste ich meinen Posten im Reich der Götter schon jetzt sehr. Dabei war meine Verbannung noch gar nicht so lange her. Wie sollte ich nur die restliche Zeit überstehen?

Nebenher beobachtete ich wie Roye seine neue Begleiterin kraulte. Für mich stand fest, dass ich mir hier ebenfalls einen tierischen Begleiter zulegen würde. Und wenn ich früher zurückkehren durfte, dann würde ich ihn mitnehmen. Doch wusste ich bisher noch nicht, welchen Begleiter ich mir wohl anschaffen würde. Es gab so viele Tiere. Aber weich und kuschelig sollte er sein.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Fr Jun 07, 2013 5:06 pm

Nun hatte er nur noch die einzelnen Teile zusammenzunähen und schon würde er einen neuen Handschuh in den Händen halten. Wobei schon vielleicht etwas Untertrieben war, saß Roye alles in allem doch schon eine Weile an seiner Arbeit. Also schnappte er sich eine Nadel und die Rolle roten Fadens, welche ihnen heute schon einmal ausgeholfen hatte. Es war ein netter Gedanke das er diesen erneut zur Hilfe nehmen konnte, wenn auch etwas sentimentaler als es sonst Royes Art war. Er kniff ein Auge zusammen während er das Ende einfädelte und brauchte mehr als einen Versuch, bevor es ihm im spärlichen Kerzenlicht gelang. Dieser Teil der Arbeit gefiel ihm zwar am wenigstens, erst recht wo ihn mangelnde Lichtverhältnisse und Müdigkeit die Sache erschwerten, aber er gehörte nun mal dazu. Sereena musste eine etwas auf ein Antwort warten bis er die ersten Stiche gesetzt hatte und die restlichen einfacher von der Hand gingen.

Auch wenn ich nachvollziehen kann das diese Methode durchaus Vorteile für eine Gesellschaft hat, fällt es mir schwer dies zu verstehen. erwiderte er, durchaus angetan von der Diskussion die sich ihnen auftat. „Während es dadurch nicht dazu kommt das euch ein Beruf fehlt, wer kann schon entscheiden für welche Aufgabe ein Kind geeignet ist? Außerdem wäre jemand der sich für sein tun begeistert denn nicht mit mehr Eifer bei der Sache und somit Produktiver? Mal ganz davon abgesehen das ich mich nicht in eine Bestimmte Rolle zwängen lassen würde.“ gab Roye seine Gedanken dazu Preis und lachte kurz auf. Seine Begleiterin hatte vermutlich eine völlig andere Kindheit als er gehabt. Ihm drängte sich die Frage nach ihren Heimatort auf, allerdings lies er sie wieder fallen so schnell sie gekommen war. So zögerlich wie Sereena bei der Frage nach ihrer Rasse gewesen war würde sie darauf sicherlich ebenfalls nur verhalten antworten.

Roye war gerade dabei zwei Lederstücke zusammenzunähen die einmal ein Zeigefinger werden würden als die Nadel an einer dickeren Stelle des Leders brach. Er fluchte nicht sonder starrte nur ein wenig perplex hinab, hatte er doch keinen Ersatz dabei. Abgesehen davon hätte sein Lehrmeister ihm diese Stücke hinterher geworfen da er die Stiche durchaus besser hätte setzten können. Mit einem seufzen packte Roye seine Sachen zusammen, vielleicht war es tatsächlich an der Zeit schlafen zu gehen. Stumm sah er eine Weile der flackernden Kerze zu die bald herunter gebrannt sein würde. „Verzeih, ich wollte dich nicht wachhalten.“ entschuldigte wobei seiner Stimme der übliche Schwung fehlte. Roye fühlte sich mit einem Mal unwohl.
Er streckte seinen Arm aus um die Flamme zwischen Daumen und Zeigefinger zu ersticken und stand auf, wobei er seinen Mantel vom Stuhl zog. Diesen breitete er am Boden aus um sich darauf zu legen und seinen Rucksack als Kopfkissen zu benutzen, eine Art auf die er schon viele Nächte auf seinen Reisen verbracht hatte. Er seufzte innerlich und stellte sich auf das übliche Tauziehen mit seinen Gedanken ein, welches ihn ebenfalls viele Nächte begleitet hatte.
Nach oben Nach unten
Sereena
Gott
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Sa Jun 08, 2013 7:48 am

Oh wie nur sollte ich ihm erklären, dass wir keine Kindheit hatten? Götter konnten nicht so einfach schwanger werden. Zudem selbst die Kinder wurden bei uns schon auf ihre Aufgaben zugeschnitten, damit sie diese einwandfrei beherrschten. Mit den Kindern auf Idon waren sie kaum zu vergleichen, was ich insgeheim etwas Schade fand. Hier hatten sie Spaß, alberten herum und spielten mit ihren Freunden... Bei uns war dies eher nicht der Fall... Ich begann schon wieder an einer Strähne meines Haares zu spielen und überlegte mir gründlich, wie ich ihm das nun beibrachte ohne mich nun gleich als Göttin erkennen zu geben.

"Na...naja wie gesagt.. So einfach ist es nicht. Der Beruf wird dir aufgetragen und dafür bist du vorhanden. Wenn du dich weigerst wirst du ersetzt... Doch unser System bietet keinen Platz für verweigerer... Manchmal hat man Glück und man bekommt dann etwas anderes.. Aber wenn nicht ...." Ich stoppte aprupt, sicher konnte er schon denken, was dann geschah. Sicher glaubte er nun ich würde einer extrem seltsamen Rasse angehören, die ihre Kranken und Alten den Wildtieren überlässt, wenn sie nicht mehr arbeiten konnten. Zumindest vermutete ich das. Doch wusste er ja nicht das Götter weder alt noch krank wurden und es aus diesem Grund keine solcher Ausfälle gab.

Seine Arbeit schien bald am Ende zu sein, doch bevor dies so war brach er ab und erhob sich. Er löschte die Kerze, schritt durch den Raum und legte sich auf den Boden. "Wi.. Wieso legst du dich denn dort hin!" rief ich empört aus und starrte auf Roye hinab. "Ich sagte doch ich würde nicht mehr schlafen! Also kannst du dich ruhig ins Bett legen." Erklärte ich und deutete auf den Hölzernen Kasten. Ich würde sowieso nicht schlafen können, also wäre es unsinnig, dass er auf dem Boden liegen blieb. Ich hingegen setzte mich auf den Stuhl und starrte durch das dunkle Zimmer.

"Glaube mir morgen wird es etwas anstrengend. Sicher nicht so wie heute aber dennoch nicht einfach. Etwas Energie davor zu tanken ist sicher nicht verkehrt." Erklärte ich und lächelte sanft auch wenn ich wusste, dass er es nicht sehen würde. Ich wollte so vieles sehen und konnte mich jetzt schon nicht entscheiden wao ich als erstes hinwollte. Am liebsten wäre ich wohl überall gleichzeitig doch das würde meine Göttliche Kraft maßlos übersteigen. Doch hatten wir ja Zeit und somit war dies auch nicht von Nöten. Nur gedulden musste ich mich eben etwas und ich wusste, dass dies schwierig war. Meine Neugierde war ziemlich angefacht und nun wollte sie besänftigt werden.


Zuletzt von Sereena am Mo Jun 10, 2013 5:37 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Sa Jun 08, 2013 8:05 pm

Zwar hatte Roye deutlich gehört und verstanden was Sereena ihm sagen wollte, allerdings bestand seine Antwort lediglich daraus das er sich auf die andere Seite drehte. Es war einfacher nichts zu sagen als sich mit mühsamen Erklärungen herumschlagen zu müssen, zumal er sich nicht sicher war wie er es ihr verständlich machen konnte das er diese Art zu schlafen vorzog, war es doch einfacher eher wach zubleiben oder am nächsten Morgen auf die Beine zu kommen wenn man nicht gerade auf einen Haufen Federn gebettet war. Davon abgesehen hatte er die Hoffnung das Sereena sich selbst vielleicht etwas komfortabler fühlen würde, sobald er eingeschlafen war, nicht das es sich dabei um etwas handeln würde, dem er freudig entgegen sah.
So verbrachte Roye die nächsten Stunden, oder waren es nur Minuten sein Zeitgefühl war alles andere als zutreffend in diesen Moment, damit ausdruckslos an die Wand zu starren, auch wenn er selbst im mangelnden Licht feststellen konnte das es sich dabei um nichts außergewöhnlicheres als eine Wand mit weißer Farbe handelte. Zumindest Ima war es gelungen Ruhe zu finden, das kleine Tier hatte sich neben ihm auf seinen Mantel zusammengerollt, die Augen geschlossen und atmete gleichmäßig. Ein lächeln schlich sich für einen Moment auf Royes Gesicht, es war gut zu sehen das Ima recht schnell Vertrauen zu ihm gefasst hatte, verschwand dann aber genauso schnell wieder als er den Kampf gegen seine Müdigkeit fortsetzte.

Leider musste Roye schnell genug feststellen das die ganzen Strapazen des Tages einen Eindruck hinterlassen hatten und schon bald befand er sich nicht mehr in dem schlichten Zimmer sondern saß am Boden, am Ufer eines idyllischen kleinen Sees umgeben von Bäumen. Zwar war ihm schlagartig Bewusst das er sich in einem Traum befand, den der Ort den er vor sich sah existierte in diese Form nicht, allerdings beruhigte dies Roye keineswegs. Er konnte nicht aufwachen wenn er wollte, außerdem blieb es dabei selten so friedlich wie jetzt. Den trotz der Ruhe die dieser See eigentlich ausstrahlte konnte er das Gefühl des Verlustes den er erlitten hatte einfach nicht abstreifen. Roye stand auf um sich dem Wasser zu nähern und eine Hand nach einer darauf schwimmenden Pflanze auszustrecken aber bevor er sie erreichen konnte zog sich das Wasser zurück. Der junge Mann folgte, begann zu laufen und zu rennen allerdings gelang es ihm nicht sein Ziel zu erreichen bis er schließlich außer Atem in der Mitte des nun trockenen Gewässers stand, knöcheltief in schwarzen Matsch. Verwirrt blickte er sich um nur um festzustellen das von dem See und sogar den Bäumen nichts weiter als verkohlte Überreste geblieben waren. Mit einem kurzen Aufschrei fiel Roye auf die Knie. Musste er diesen Traum den wirklich erneut durchleben?
Nach oben Nach unten
Sereena
Gott
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Mo Jun 10, 2013 6:46 pm

Ich stieß ein lautes Seufzen aus. Wenn er stur bleiben wollte, bitte! Ich konnte das aber auch. Also blieb ich so wie ich war auf dem Stuhl sitzen und starrte nach draußen auf die Sterne, die am Himmel hingen. Von unten drangen gedämpfte Stimmen in den Raum und ließen erahnen wie es unten nun aussehen musste. Sicher war, dass ich da unten nicht sein wollte. Einmal Kontakt mit diesem Volk hatte mir für heute wahrlich gereicht.

Wie lange ich nun so dasaß und im Prinzip nichts tat als die Sterne anzusehen und über dieses und jenes nachzudenken wusste ich nicht. Allerdings wurde ich plötzlich aus meiner 'Starre' gerissen. Ich lauschte dem ungleichmäßigen Atmen von Roye und sah seinen Leib leicht zucken. Natürlich wusste ich sofort, dass er einen Traum hatte. Und ein schöner schien es auch nicht zu sein. Vorsichtig stand ich auf, schritt langsam über den Boden, welcher sich leise über die Last beschwerte und ging neben ihm in die Hocke. Behutsam berührte ich seine Schläfe und ließ den kümmerlichen Rest meiner Macht in seinen Traum fahren.

Verwirrt blickte ich mich um. Die komplette Umgebung wirkte abgestorben.. nein, eher abgebrannt! Ein paar kümmerliche Reste von Bäumen waren zu erkennen und nicht weit entfernt eine Grube aus Matsch. In dieser kniete Roye und er schien geradezu paralysiert, machte sich nicht die Mühe sich aus dieser Pampe zu kämpfen oder etwas dergleichen. Zu meinem Glück konnte er mich nicht sehen, denn um mich zu materialisieren reichte meine Macht nicht aus. Aber vielleicht konnte ich ihm helfen. Zuerst ließ ich den Schlamm verschwinden, der ihn geradezu gefangen hielt. Es war nicht leicht, erforderte viel Konzentration und ich spürte schon, wie es an meinen Kräften zehrte, aber ich schaffte es. Als nächstes betrachtete ich die trostlose Umgebung. So konnte es nicht bleiben. Nochmals setzte ich meine Macht ein, ließ diesmal Grashalme sprießen und kleine Bäume aus der Erde brechen. Die Natur begann sich zu erholen. Als letztes erschuf ich einen Windstoß, der ihm auf die Füße half und nach vorne trug. Es sollte ihm zeigen, dass er nicht zurück sondern lieber nach vorne blicken sollte. Zumindest in dieser Nacht dürfte er also Ruhe vor seinen Träumen haben.

Erschöpft taumelte ich nach oben und ließ mich dann ins Bett plumpsen. Meine Kräfte waren am Ende und das ließen sie mich spüren. Meine Beine wollten mich nicht tragen und selbst mein Kopf schien zu schwer um ihn überhaupt anzuheben. Ungleichmäßig atmete ich ein und aus, versuchte neue Kräfte zu mobilisieren und nicht der Müdigkeit nachzugeben. Es war wirklich nicht einfach, aber zumindest das Schwindelgefühl und die Kopfschmerzen verschwanden nach einer Weile. Meine restliche Zeit verbrachte ich damit, an die Decke zu starren und mich daran zu erinnern, dass ich jetzt nicht schlafen durfte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Mo Jun 10, 2013 10:16 pm

Anfänglich realisierte Roye gar nicht das die Last die ihn nach unten zog zusammen mit den Schlamm verschwunden war. Verwirrt blinzelte er und sah sich um. Nicht nur wirkten die Überreste des Sees wesentlich weniger matschig und der boden weniger verbrannt, auch die Pflanzen schienen wieder zum Leben erwacht zu sein. Das Bild das sich ihm bot war anders und stimmte keinesfalls mit den Erinnerungen an sein Heiligtum überein, allerdings hatte es durchaus etwas gelassenes. Doch bevor er dazu kam seine Umgebung zu betrachten traf ihn ein weiterer Gedanke. Was wenn das nur ein weiterer Trick seiner grausamen Eingebung war um ihn Hoffnung schöpfen zu lassen nur um ihn gleich noch so härter zu treffen? Resigniert schloss er die Augen und wollte sich schon wieder zu Boden sinken lassen, als plötzlich eine sanfte Brise aufkam und ihn nach vorne Trieb. Roye war damit zwar immer noch nicht schlauer und musste sich erstmals die Haare aus dem Gesicht streichen, allerdings schien irgendetwas zu wollen das er weiterging und wer war er schon um sich zu widersetzten? Es folgte ein langer Spaziergang, vorbei an jungen Bäumen und Gräsern die einen Wald so anders als die uralten Pflanzen seiner Heimat bildeten und kein Geräusch außer seinen eigenen Schritten war zu hören, dennoch fühlte Roye sich zum ersten Mal seit langer Zeit gelassen und entspannt.

Als er schließlich die Augen aufschlug schienen bereits die ersten Sonnenstrahlen durch das kleine Fenster. Es war ein seltsames Gefühl ausgeruht zu sein, nachdem er tatsächlich eine Nacht überstanden hatte ohne mit den verbrannten Überresten … Roye schüttelte den Kopf, er würde den Tag sicher nicht mit solchen Gedanken beginnen. Er stand auf und sammelte seinen Mantel vom Boden auf, nicht ohne Beschwerden seitens Ima die dadurch zwangsweise aus ihrem Schlaf gerissen wurde und ihrem Unmut durch einen verärgerten Blick Luft machte. Entschuldigend strich Roye kurz durch ihr weiches Fell, ehe er sich nach Sereena umsah. Sie lag auf dem Bett und sah müde und erschöpft aus aber war wach. Roye räusperte sich. „Schlecht geschlafen?“ fragte er mitleidig und trat ein wenig näher an sie heran. „Ich würde das wunderbare Frühstück das es hier gibt zwar nur ungern verpassen, aber wenn du dich noch ein wenig ausruhen willst ist das ok.“ fügte er hinzu und kam nicht daran vorbei die dunklen Ringe unter ihren Augen zu bemerken.
Roye lies ihr Zeit für eine Antwort und beschäftigte sich lieber damit seinen Mantel mit einer schwungvollen Bewegung, die wie er zugeben musste einstudiert war, anzuziehen und anschließend die Ergebnisse seine gestrigen Arbeit in seinen Rucksack zu stopfen. Es würde heute einiges zu tun geben, allerdings musste er sich eingestehen das was ihn im Moment am meisten beschäftigte der Gedanken an die ausgezeichneten Spiegeleier welche es im Stockwerk unter ihnen geben würde, war.
Nach oben Nach unten
Sereena
Gott
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Mi Jun 12, 2013 9:38 pm

Die ersten Strahlen der Sonne kitzelten meine Nase und ich schlug die Augen auf. Ich hatte es geschafft diese Nacht über nicht zu schlafen, doch ich merkte schon kurz darauf, dass mein Körper sich rächte. Meine Lieder waren schwer, als wären sie mit Blei behangen worden und meine Gliedmaßen fühlte sich seltsam steif an. Am liebsten wäre ich im Bett geblieben, doch für was hatte ich mir heute die Nacht um die Ohren geschlagen, wenn ich jetzt nicht in die Stadt gehen würde? 

Ich wartete still bis auch Roye aus seinem Schlaf erwachte, so wollte ich ihn nicht unnötig früh wecken. Erst als ich die ersten Bewegungen seinerseits wahrnahm, regte auch ich mich.. Nur weit kam ich nicht und drehte lediglich den Kopf in seine Richtung. Artig wünschte ich einen Guten Morgen, so wie es die Erdgeschöpfe immer taten. Jedoch musste ich sofort feststellen, dass meine Stimme leise und erschöpft klang.. Diesen Eindruck hatte ich eigentlich nicht vor zu vermitteln. 

"Naja... Nicht wirklich." Gar nicht geschlafen traf es wohl eher. Aber wie sollte ich ihm erklären, warum ich nicht geschlafen hatte? Es wäre schrecklich kompliziert, dies alles zu erklären. Und auch die Erinnerungen wollte ich mir eigentlich ersparen. Um also einem Gespräch darüber zu entgehen setzte ich mich vorsichtig auf und kam dann wackelig auf die Beine. Fast schon wollten sie versagen und unter mir wegknicken, doch ich hielt mich tapfer auf ihnen.

"Frühstück klingt super! Das ist genau das, was ich jetzt brauche." Das war nicht einmal übertrieben. Nahrung war eine Energiequelle und auch sehr wichtig. Zudem fühlte sich mein Mund furchtbar trocken an, sicher hatten sie auch etwas zu trinken im Schankraum. Etwas das nicht mit Alkohol gemischt ist, versteht sich. 

"Ich hoffe nur inständig, dass dieses Pack von gestern nicht da unten rumstreunt. Einmal hat es mir völlig gereicht mit ihnen 'kommunizieren' zu müssen. Auf ein weiteres mal will ich verzichten. Ich weiß zwar, dass Alkohol sehr einflussreich ist... aber so etwas Rüpelhaftes habe ich auch noch nicht erlebt." Ich schimpfte leise vor mich hin und trat ans Fenster um nach draußen zu sehen. Ich sah ein paar Menschen, die an dem Gasthaus vorbeizogen, allerdings war die Versammlung vor der Türe verschwunden. Mit etwas Glück würde also auch der Schankraum leer sein.

"Also gehen wir nun runter?" Diesmal schaffte ich es meine Stimme unbekümmert klingen zu lassen, einfach weil ich mich auf das Essen und die Stadt freute. Sicher würde der Tag heute lustig werden, auch wenn mein Körper da anderer Meinung zu sein schien. Doch er würde schon noch seine Pause bekommen... Früher oder Später musste es ja so geschehen.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Fr Jun 14, 2013 4:26 pm

Roye schüttelte kommentarlos den Kopf. Er konnte es zwar mehr als nachvollziehen das jemand nicht schlafen wollte, allerdings schien Sereena dies in Extremen zu betreiben die sein eigenes Schlafverhalten schon fast normal wirken ließen. Dennoch lies er das Thema fallen, es war es nicht wert eine Diskussion anzufangen. Stattdessen öffnete er die Tür, nur um im Rahmen stehen zu bleiben und sich umzudrehen. Er hätte Ima beinahe vergessen. Das Anachal schwebte unbekümmert im Raum umher, allerdings würde es wohl nicht ganz so unbekümmert sein wenn die freundliche Wirtin ihm mit einem freundlichen Küchengerät hinterherjagte. Während er grübelnd seine kleine Begleiterin anstarrte schien diese jedoch ihre eigene Lösung für das Problem zu haben und verschwand kurzerhand vor den verblüfften Augen Royes. „Wusstest du das?“ fragte er Sereena ein wenig perplex, derweil machte Ima sich scheinbar geräuschlos über seine Planlosigkeit lustig, ehe sich das kleine Tier auf seinen Schultern niederließ.
Mit diesem Problem aus dem Weg und dem festen Vorsatz bei Gelegenheit mehr über Imas Rasse herauszufinden machte sich Roye schließlich daran den Gang entlang und die Treppe hinunterzusteigen.


Der Schankraum war der frühen Stunde entsprechend leer, lediglich ein einzelner Gast in einer Ecke und die selbst noch verschlafen drein blickende Wirtinstochter waren zu sehen. Roye lächelte ihr im vorbeigehen zu und suchte sich den nächstbesten Tisch aus um dort mit Sereena Platz zunehmen. Er teilte dem her übereilenden Mädchen mit das sie beide gegen ein gutes Frühstück nichts einzuwenden hatten und sah ihr nicht weiter nach als sie auch schon in Richtung Küche verschwunden war. „Du glaubst nicht wirklich das diese Kerle um die Zeit schon wach, geschweige denn in der Lage sich fortzubewegen sind oder?“ fragte Roye und lachte auf. Er selbst hatte lediglich einmal die Nachwirkungen einer durchzechten Nacht erlebt und der Morgen war ihm noch gut genug in Erinnerung das er diese Erfahrung wohl für eine ganze Weile nicht wiederholen würde. Es war ihm ein Rätsel wie jemand dies Freiwillig jeden Tag durchmachen konnte.
Schließlich wandte er sich wieder Sereena zu und schenkte ihr einen mitleidigen Blick. Ein gutes Frühstück würde sie bestimmt aufheitern, wenn nicht schon die Aussicht darauf ihren Teil dazu beigetragen hatte. „Und weißt du inzwischen wo du heute hin willst? Mir kam der Gedanke die Bibliothek zu besuchen und vielleicht etwas über unsren schleimigen Freund von gestern in Erfahrung zu bringen.“ meinte Roye der sich an ihre gestrigen Eskapaden erinnerte. Inzwischen kamen ihm die Ereignisse durchaus komisch vor. Er wägte für einen Moment ab ob er seine Begleiterin danach Fragen sollte wie es eigentlich kam das sie sich auf Wanderschaft befunden hatte, schob den Gedanken allerdings zur Seite.
Nach oben Nach unten
Sereena
Gott
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   So Jun 16, 2013 1:28 pm

Ich kicherte leise vor mich hin, als das kleine Anachal sich unsichtbar machte und Roye damit verblüfft dastehen ließ. "Ja. Es sind Tiergeister. Sie zeigen sich nur dem, dem sie sich zeigen wollen. Aus diesem Grund sind sie auch furchtbar schwer zu fangen. Es gibt nur wenige Menschen, die diese Methoden kennen. Einmal gefangen sind diese kleinen Geschöpfe dann machtlos. Sie können sich nicht mehr durch Wände oder Türen bewegen und sind dazu verdammt auszuharren. Sie tun mir sehr leid... Es sind so bewegungsfreudige Tiere und sie lieben die Natur und frisches Wasser. Bei diesen Händlern werden sie völlig falsch behandelt." erklärte ich und warf Ima einen wehleidigen Blick zu. Wie lange musste sie wohl warten, bis Roye sie gerettet hatte? Zum Glück hatte wenigstens sie es nun besser. Sicher würde er gut auf sie acht geben.

In der Zwischenzeit sind wir nach unten in den Schankraum gegangen. Erstaunt blickte ich durch den Raum. Gestern war mir gar nicht aufgefallen wie groß dieser eigentlich war. Er hatte so klein und überfüllt gewirkt. Nunja letzteres stimmte wohl auch jetzt noch. Ich lief Roye hinterher der uns zu einem Platz führte und bei der Dame welche gestern eisern hinter der Theke kämpfte etwas zu essen bestellte.
"Ich hatte gehofft das dem so sein wird und scheinbar haben wir Glück. Es ist so schön ruhig hier." Natürlich hatte ich oben schon bemerkt, dass sich der Lärm von unten irgenwann legte. Aber dennoch... So richtig bewusst wurde es mir jetzt erst. Nach ein paar Stunden schaffte man es wohl, nervige Hintergrundgeräusche auszublenden und merkte dann auch nicht richtig, dass sie gar nicht mehr da waten. Es wurde einem schlichtweg egal.

"Ja das klingt nach einer Idee. Sicher ist auch das Gebäude an sich interessant." Ich lächelte und dachte an die vielen Bücher die es dort gab. Vielleicht gab es sogar ein Buch über mich! Ich bin der personifiziert Traum.... Man musste mich ja wohl kennen. Wenn nicht war ich wohl ein unwichtiger Gott für diesen Planeten. Doch fragte ich mich dann, warum ich mir solche Mühe machte ihn zu retten. Inzwischen kam das junge Mädchen zurück und brachte zwei Teller mit Eiern, Butter und Brot. Bei dem Anblick knurrte mein Magen und mir lief fast das Wasser im Mund zusammen. Dennoch wartete ich artig bis sie das essen abgestellt hatte, ein Danke über meine Lippen brachten und sie ging, biss ich mir das Messer griff und mit einer dicken schicht Butter bestrich. Ich biss hinein und hätte fast Tränen in die Augen bekommen so gut schmeckt allein das Brot. Auch die Eier waren sehr delikat und so war mein Teller fast zur Hälfte leer bis die Getränke dazu kamen. Es wunderte mich selbst, das ich mich nicht verschluckte, da ich mich gar so beeilte. Doch hatte ich erst jetzt realisiert wie hungrig ich war.

"Puh jetzt bin ich satt." Schwärmte ich und nahm dann den letzten Schluck aus meinem Glas. "Entschuldige bitte meine Hektik, aber der Hunger hatte sich über dem Essen bemerkbar gemacht." Ein rötlicher Schimmer zeichnete sich auf meinem Gesicht ab. Wer war ich denn!? Sicher keine Göttin die ihre Manieren verlor und doch ist es so gekommen. Beschämend. Allerdings war dies nun nicht mehr änderbar.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   So Jun 16, 2013 11:09 pm

Auf Worte verzichtend, lies Roye lieber die Umgebung für sich sprechen und lehnte sich bequem in seinem Stuhl zurück, kaum das das Mädchen verschwunden war. Er konnte Sereena eigentlich nur zustimmen dies war bei weitem der angenehmste Teil des Tages in einer großen Stadt wie dieser, wenn von den Straßen noch kein Lärm her eindrang und sämtliche Leute die einem anderweitig auf die Nerven gehen würden noch in ihren Betten lagen.
Dennoch gelang es ihm nicht völlig nicht auch noch an die anderen Seiten zu denken wie Beispielsweise die Menschenmengen auf den Straßen denen sie unweigerlich begegnen würden oder auch einfach nur die Tatsache das sich ein längerer Aufenthalt hier vorallem in den Geldbeuteln bemerkbar machte. Roye war sich nicht sicher wie lange er in der Lage wäre hier zu bleiben sollte es ihm nicht gelingen eine Anstellung zu finden die etwas zuverlässiger war als das Aufsammeln von Spitzhacken, allerdings war er ebenso weniger sicher ob er überhaupt für viel länger bleiben wollte. Bestimmt hatte die Stadt noch eine Menge zu bieten das er noch nicht gesehen hatte, allerdings fühlte er sich auf der Straße einfach wohler als zwischen so vielen Menschen.

Zwei Teller beladen mit Essen rissen ihn aus seinem Gedanken und er wandte sich seinem Frühstück zu, wobei er sich im Gegensatz zu Sereena allerdings Zeit lies und jeden einzelnen Bissen genoss. Es war eine freudige Abwechslung von seinem normalen Reiseproviant und daher kostete Roye es aus. Abgesehen davon war ihm jede warme Mahlzeit willkommen da seine eigenen Kochkünste mehr als nur bescheiden waren. „Wenn es Gebäude sind die dich interessieren dann sollten wir uns den Tempelplatz ansehen. Am besten solange es noch früh ist und nicht allzu viele Leute dort unterwegs sind.“ erwiderte Roye über seiner Mahlzeit wobei er sich gelegentlich umsah um ein Stückchen Brot oder Ei unauffällig an Ima zu reichen, welche immer noch unsichtbar auf seiner Schulter saß und dem Essen auch nicht abgeneigt zu sein schien.
Schließlich hatte er ebenfalls sein Frühstück beendet und kramte in seiner Tasche nach einigen Münzen um das überarbeitete Mädchen bezahlen und noch ein kleines Trinkgeld obendrauf geben zu können. Er lächelte Sereena kurz zu, die ihre Mahlzeit wesentlich früher als er beendet hatte und stand vom Tisch auf um sich Richtung Tür zu bewegen. „Oder wir sehen uns etwas ganz anderes an, ich überlasse nämlich dir heute die Führung.“ meinte Roye knapp und hielt seiner Begleiterin die Tür offen, ihre gestrigen Exkursionen und die Aufregung mit welcher sie alles und jedes Betrachten wollte noch lebhaft in Erinnerung.

Tbc Tempelanlage


Zuletzt von Roye am Do Jun 20, 2013 9:50 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Sereena
Gott
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Mi Jun 19, 2013 8:12 pm

Meine Ohren zuckten leicht, als er den Tempelplatz erwähnte. Diese Gebäude hatte ich schon immer gemocht, denn sie zeigten, dass die Menschen die Götter ehrten, aber auch fürchteten. Sie dienten zur Besänftigung und gaben den Menschen meist sogar etwas Trost. Die Gebäude waren sehr groß und hatten etwas prunkvolles, was mir natürlich sehr gefiel. Aus diesem Grund begeisterte mich diese Idee auch sofort und ich musste mich wirklich selbst ermahnen um nicht gleich vom Stuhl zu hüpfen. Meine Müdigkeit schien wie weggeblasen, dafür steigerte sich meine Neugierde und meine Erwartungen nahezu ins unermessliche. Dennoch schaffte ich es solange auf meinem Sitz zu bleiben, bis Roye fertig war und wir gezahlt hatten. 

"Na okay, aber sag hinterher nicht, dass du es bereust!" Ermahnte ich ihn und sprang schon auf die Füße. Lachend tänzelte ich über das Parkett, den Sonnenstrahlen entgegen, die durch die Fenster schienen. Die Türe öffnete ich mit fast zu viel Schwung und ich summte glücklich ein Lied vor mich hin. In der Hoffnung, dass Roye mir nicht verloren ging schritt ich auf die Straße, welche schon recht gut besucht war. Allerdings war es noch geradezu leer, wenn man die Mittagszeit bedachte. 

"Dann würde ich sagen, besuchen wir erst die Tempel und dann suchen wir deine Akademie!" Wie zu erwarten war, hatte ich natürlich keine Ahnung wo nun was war. Aber im Moment war mir das auch relativ egal. Gut gelaunt und bis über beide Ohren grinsend schritt ich durch die Straßen und schlängelte mich graziel durch die Menge. Oh, das würde heute ein wunderbarer Tag werden.

Tbc: Malad Lin - Tempelanlage
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Mi Jun 04, 2014 10:10 pm

cf: Platz der Ruhe

Träge räkelten sich schlanke Arme über den trockenen Tresen hinweg während ein herzhaftes Gähnen erklang. Ashabells Augen waren noch nicht ganz von der kuschligen Umarmung des Schlafes befreit ebenso wie der Rest ihres Körpers. Die Schankmaid lächelte daraufhin nur, dieses Bild hatte sie schließlich schon häufig genug gesehen, besonders in der Kneipe hier, die sich „Der blaue Eber“ nannte. Asha wusste nicht wirklich was es mit diesem Namen auf sich hatte, bisher hatte sie aber auch nicht die Muße gehabt danach zu fragen. Eigentlich war es ihr auch recht egal. Das einzige was sie derzeit beschäftigte, war die Jägerin von letzter Nacht.
Ein Glas Wasser stand trinkbereit vor ihr, doch die Erinnerungen drängten sich vor ihr Inneres Auge, die sie alsbald träumen ließen.

Nachdem sie sich von Ayliya verabschiedet hatte, war sie zunächst in ein weiteres Haus eingestiegen, um dort weitere Kostbarkeiten einzusammeln. Dort hatte sie sogar Glück. Eine reichlich verzierte Kette und ein Amulett waren dort zu finden, die sie sorgsam in ihrer Beutetasche verwahrt hatte. Nach diesem kleinen Abstecher war sie dann zu ihrem hiesigen Schwarzhändler gehuscht, der zunächst nur widerwillig ihre Preisvorstellungen akzeptierte. Da sie aber einige gute Argumente vorbrachte und ihr Geschäftspartner ohnehin sehr interessiert an ihrer Ware schien, konnte sie genügend Geld ergattern, um sich damit ein neues Kleid und Nahrung zu beschaffen.
Die Nacht hatte sie dann in einem alten Dachstuhl verbracht, der zwar eine undichte Überdachung aufwies dafür aber einige Decken bereit hielt, die sie über den Schlaf hinweg warm hielten.
Am nächsten Tag hatte sie sich dann ein Kleid gekauft und war anschließend in ein Badehaus verschwunden, wo sie den Gestank der letzten Nacht abwusch. Anschließend trat sie als völlig neue Gestalt auf die Straßen Kuran Khels und niemand schöpfte verdacht. Ihre Haare lagen nun offen auf ihren nackten Schultern, die praktische Kleidung war einem hellgrünen Kleid mit braunem Korsett gewichen und statt der vielen kleinen Taschen, trug sie nun einen großen Beutel indem sie ihre Diebesausrüstung sowie spärlichen Proviant verwahrte. Es war nicht besonders klug die Sicheln und die Verkleidung direkt mit sich zu führen, aber da Ashabell derzeit kein eigenes Zuhause besaß, blieb ihr in diesem Punkt nichts anderes übrig. Zumindest ihre Waffen trug sie nicht in ihrem Beutel, folglich konnte sie sich noch damit herausreden, dass auch eine Dame Wechselkleidung brauchte. Ihre Sicheln jedoch waren geschickt unter ihrem Kleid versteckt, sodass niemand auch nur ahnen konnte, dass sie in Wahrheit eine gemeingefährliche Diebin war.

Ja, das war bis zu diesem Zeitpunkt ihr Tagesablauf gewesen. Ein kurzer Schluck aus dem Wasserglas erinnerten sie daran, dass dieser aber noch lange nicht vorbei war. Der Hunger hatte sie eingeholt, weswegen sie sich sogleich Käse und Fleisch bestellte. Sie hatte in der letzten Nacht eine verdammt gute Beute ergattert, da konnte sie sich auch zur Abwechslung mal teureres Essen bestellen. Nachdem die Schankmaid im Nebenraum verschwunden war, begann die Diebin zu grinsen. Ja, die letzte Nacht war nicht nur ereignisreich sondern auch erfolgreich gewesen. Gut, sie hatte sich ein anderes Ende für Ayliya und die Beziehung zu ihr vorgestellt. Eigentlich hätte sie nämlich wirklich gern gewusst, ob die Jägerin und sie nicht doch hätten Freunde werden können. Zumal sie am liebsten auch in Erfahrung gebracht hätte, ob Ayliya nicht doch eine Dryade war?
Nachdenklich blickte sie in ihr Wasserglas während sich wieder eine Strähne in ihr Gesicht stahl. Allerdings waren die Gedanken der Schneiderin viel zu weit weg, um sich darum zu kümmern.
Die junge Frau war beinahe allein im blauen Eber. Es waren nur ein Reisender, ein bereits Betrunkener und die Schankmaid im Raum, die Besitzerin des Gasthauses war hingegen nicht da.
Da sich aber jeder um seine eigenen Angelegenheiten kümmerte, scherte es auch niemanden dass Ashabellana bereits seit zwei Stunden im Schankraum saß und ihren Träumen nachhing. Seitdem ihre Schneiderei dem Feuer anheim gefallen war, hatte sie tagsüber nichts mehr zu tun und so hatte sie jede Menge Zeit, um über die ganze Welt nachzudenken. Manchmal machte sie auch neue Bekanntschaften, redete mit Fremden über deren Probleme oder stürzte sich ins Getümmel und gab sich dem Alkohol hin. Heute war ihr aber nach Träumen zumute, besonders da die vergangene Nacht eine so Haarsträubende und Abenteuerliche war. Wo war Ayliya wohl jetzt? Wurde sie erneut überfallen oder hatte sie eine sichere Taverne gefunden? Aber was noch viel wichtiger war: Befand sie sich gerade überhaupt noch in der Stadt?
Ein wenig spielte Ashabellana ja mit dem Gedanken, nach ihr zu suchen, doch da die Stadt so groß und Ashs Anhaltspunkte kaum bis gar nicht vorhanden waren, ließ sie diese Unternehmung bleiben und hoffte einfach, dass es der leichtgläubigen Fremden gut ging.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Do Jun 05, 2014 2:11 am

Als ich den Platz mit einem lachendem und einem weinendem Auge verlassen hatte, suchte ich nach einer Möglichkeit die Nacht zu verbringen, da ich die wenigen Galladen die bei mir hatte nicht für ein warmes Bett verschwenden wollte, sondern dafür lieber eine Mahlzeit oder ähnliches zu mir nehmen wollte - je nachdem was sich eben ergeben wird. Bestand also keine andere Möglichkeit für mich als draußen in der Nacht einen Platz zum schlafen zu finden.
Meine Gedanken waren dabei allerdings stets an die Situation von vorhin gerichtet. Ich wäre Fynn gerne hinterher gelaufen und hätte sie begleitet, jedoch schien es mir nicht so als wenn sie reges Interesse daran gehabt hätte, dementsprechend ließ ich es bleiben.

Nachdem ich nun einige Zeit durch die Gassen der Stadt gewandert bin und keinen wirklichen Platz zum schlafen finden konnte und die Nacht nun auch schon ein gutes Stück voran geschritten war. Beschloss ich kurzer Hand mich in einem kleinen Park in der Stadt so gut es geht zu verstecken und dort ein Paar Stunden voll Schlaf zu bekommen. Dies Glückte mir dann doch recht gut und ich fiel auch erschöpft von diesem Ereignisreichem Tag schnell in das Land der Träume.
Diese Ruhe behielt es aber auch nur bis gegen Mittag als ich dann recht unfreundlich von einer Stadtwache geweckt wurde. Die mir schnell klar machte das es hier kein Platz wäre um zu schlafen und Obdachlose hier so oder so nicht erwünscht seien. Viel blieb mir also nicht über, als aufzustehen und den Platz zu verlassen.

Als ich kurz überprüft hatte ob ich auch noch alles bei mir hatte und feststellte das dies der Fall war, ging ich also weiter. Die Straßen waren voll - sehr voll. Dieses Gefühl behagte mir immer noch nicht. Die Menschenmassen. Nein ich glaube daran werde ich mich niemals gewöhnen können. Geschweige den das ich das will.
Schnell suchte ich mir eine ruhigere Seitengasse, mit einem leichten lächeln auf den Lippen ging ich diese entlang, irgendwie hatte ich die Hoffnung so wieder auf Fynn zu treffen. Also schaute ich mir die Umgebung und auch die Dächer genauer an - keine Spur von ihr. War auch bei Helligen Tag nicht anders zu erwarten wurde mir dann nach einiger Zeit klar. Ihr Geschäft könnte sie nur in der Nacht nachgehen.
Trotzdem waren meine Gedanken weiter auf die letzte Nacht gelegt, es war schließlich mein erstes großes 'Abenteuer' seit ich die Wälder verlassen habe - mein altes Leben.

Es vergingen weitere Stunden und langsam macht sich mein Magen bemerkbar - nicht groß verwunderlich nach dem ich ja auch seit mindestens einem Tag nichts mehr gegessen hatte.
Also bleib mir nicht mehr viel anderes übrig als die Seitengassen zu verlassen und mich wieder auf die Hauptstraße zu machen, wenn auch nur sehr ungern.
Aber diesmal sollte das Glück doch auf meiner Seite sein als ich einige Reisende, die wohl schon öfter in der Stadt waren über ein Gasthaus reden hörte das sich wohl besonders auf Reisende Spezialisiert haben soll - zumindest verstand ich ihr Gespräch so.
Als ich dann meinen ganzen Mut zusammen nahm und die beiden nach dem Weg fragte erklärten sie ihn mir recht freundlich - nicht alle Fremden sind also schlecht, musste ich dann doch leicht verwundert feststellen.
Also machte ich mich auf den Weg zum "Der blaue Eber" wie das Gasthaus genannt wurde.

Nachdem ich mich dann doch wieder verirrt hatte und nochmals jemanden nach dem Weg fragen musste, kam ich schließlich am blauen Eber an. Sichtlich erleichtert rückte ich meine Kleidung noch einmal zurecht. Man weiß ja schließlich nie wie man in so einem Gasthaus auftreten muss. Also rückte ich meinen Schal noch mal gerade über meine Haare, zog meine Handschuhe noch mal fest und rückte mein immer noch leicht kaputtes Oberteil zurecht.
Dann betrat ich das Gasthaus, leise und so unauffällig wie es mir nur Möglich war.
Setze mich dann an einen freien Tisch - wovon es zu meiner Erleichterung einige gab und überblickte erstmal leise und still schweigend die Situation - leichte Angst Seran hier wieder zu treffen verspürte ich dann doch. Meinen Bogen und meinen Köcher legte ich beim hinsetzen neben mich auf die kleine Sitzbank die ich mir als meinen Platz in einer Ecke aussuchte.

Als mein Blick über die Gestalten die sich im Gasthaus befinden wanderte, befand sich Seran nicht unter ihnen - zu meiner sichtlichen Erleichterung. Bis auf einen betrunkenen, einem weiterem Fremden, vermutlich ebenfalls auf der durchreise und derjenigen die hier allen Anschein nach Arbeitenden Frau, fiel mein Blick auf die Frau die sich am Tresen befand. Sie passte hier auf irgendeine Weise nicht herein. Sie wirkte wie eine reiche Frau - zumindest stellte ich mir so reiche Frauen vor. Was wollte sie hier? Wartete sie auf ihren Ehemann der von einer langen Reise zurückkommt?
Es war definitiv ein schöner Anblick, wenn ich an Seran denken würde, würde er sie mir wohl deutlich vorziehen. Dann hätte ich die Probleme letzte Nacht nicht gehabt. Schnell verwarf ich diesen Gedanken wieder, nein ich wünschte niemanden diese Erfahrung.

Schließlich wendete ich meinen, so weit es mir möglich war, unauffälligem Blick wieder ab von der Frau, den die Schankmaid war zu mir gekommen und ich legte meine wenigen Galladen auf den Tisch und fragte was ich dafür bekommen würde. Die Schankmaid verdrehte leicht die Augen - sie schien sich wohl mehr von mir erhofft zu haben für ihr Geschäft. Am Ende sollte ich einen Laib Brot und einen Krug Wasser bekommen - nicht viel, aber besser als nichts.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Do Jun 05, 2014 3:31 pm

Ein weiterer Schluck und das Glas war leer. Ein Gefühl der Freude überkam die Schneiderin, als sie das Glas wieder abstellte und sich auf ihr Essen freute. Lange schon hatte sie nicht mehr so viel Geld in der Tasche gehabt. Da musste sie sich doch auch mal etwas gönnen. Natürlich sparte sie einen Teil auf, für ihr eigenes kleines Schneiderstübchen, doch bis dahin würde noch viel Zeit verstreichen. Zeit in der sie ziellos umherwandern, die Welt sehen und noch mehr Geld heranschaffen würde. Irgendwo bedauerte sie es aber doch Mütze und Mantel des vermeintlichen Edelmannes verkauft zu haben. Was für wunderbare Kleider hätte sie damit nähen können? Und diese Mütze hätte sicher gut zu ihrem Teint gepasst. Nun gut, es würde andere geben. Vielleicht schneiderte sie sich irgendwann einfach eine eigene Baskenmütze. Genug Erfahrung und Geschick hatte sie schließlich.

Und da kam auch schon der reich gedeckte Teller mit frischem Fleisch und zartem Käse. Dazu gab es sogar Salat und Asha ließ es sich nicht nehmen, sich noch ein kleines Glässchen Wein zu bestellen. Lächelnd bejahte die junge Frau und schenkte der Schneiderin sogleich ein wenig ein. Zu dieser Stunde gab es schließlich nicht viel zu tun. Lange warten musste sie da nicht.
Ihr Magen hatte davon den größten Vorteil, denn beim Anblick dieser Köstlichkeiten grummelte er bereits erwartungsvoll. „Schnauze da unten. Es geht ja gleich los.“ schimpfte sie gespielt mit ihrem leeren Bauch und lächelte anschließend der Schankmaid entgegen, die eben jenes kichernd erwiderte. „Jeden Tag der gleiche Ärger, was?“ kommentierte die junge Frau. „Speis und Trank hält nun mal Leib und Seele beisammen. Aber ich habe wirklich nichts dagegen, solange es nur ordentlich schmeckt!“, war Ashabells Antwort darauf. Beide grinsten sich noch einmal freundlich an dann konnte sich die Schneiderin ihrem Essen widmen.
Es schmeckte wirklich köstlich, der Käse hatte einen sehr kräftigen Geschmack, während das Fleisch gut gewürzt und zart wie Streichbutter war. Der Salat war hingegen knackig und rundete das Essen gut ab. Ein Schluck aus dem Weinglas bestätigten Ashabells Hoffnungen, denn auch dieser traf genau ihren Geschmack. „Hervorragend.“ lobte sie die Schankmaid, ehe sie weiter aß. Mit jedem Bissen wurde die Schneiderin zufriedener, sie freute sich darüber, dieses schöne Kleid gekauft zu haben, sie freute sich über das schöne Wetter und über das leckere Essen. In der Tat konnte sie von sich behaupten vollends zufrieden zu sein und das genoss sie nun in vollen Zügen.

Bei ihrer ganzen Schlemmerei fiel der jungen Frau aber nicht auf, dass sich unbeholfen und leise ein weiterer Gast in die Taverne schlich, der ihr durchaus bekannt war. Sie blickte nicht einmal auf, sondern stierte gedankenverloren in ihr Essen und dachte darüber nach, was sie wohl als nächstes machen würde. Sie könnte natürlich ein wenig den Stadtteil erkunden und nach reichen Persönlichkeiten Ausschau halten, die ein wenig zu viel Geld in den Taschen hatten. Dabei könnte sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn sie hatte ohnehin vor, das schöne Wetter zu genießen und ein wenig mehr von der Stadt zu sehen. Vielleicht würde sie auf diesem Stadtbummel ja auch endlich ihrem Traumprinzen begegnen? Das würde ihren guten Tag wirklich komplettieren! Aber sie wollte sich nicht allzu viele Hoffnungen machen, denn dadurch würde sie nur enttäuscht werden. Ein weiterer schmackhafter Happen verschwand in ihrem Mund, ehe sie bemerkte, dass dies auch ihr letzter Happen auf dem Teller war. Erstaunt darüber, wie schnell sie essen konnte starrte sie noch ein wenig auf ihren Teller und bemerkte, dass sie noch nicht wirklich zufrieden war.
Ob sie hier auch Apfelmus anboten?
Um dieser Frage nachzugehen, drehte sich Ashabellana um und hielt nach der Schankmaid Ausschau, doch noch ehe sich wirklich umgesehen hatte, fiel ihr Blick auf die zierliche Gestalt der Jägerin, die nur einige Meter von ihr entfernt an einem Tisch saß und ihr eigenes Essen verputzte.
Abrupt drehte sich Ash wieder um und spürte nervöse Hitze in sich aufsteigen. Ihr Gesicht musste rot wie eine Tomate sein, so heiß wurde ihr auf ein mal.
Sie, hier? Das glaube ich ja jetzt nicht! Das gibt es doch nicht. Welch ein Zufall! Aber beruhige dich Ash, sie kann dich schließlich nicht erkennen, du bist doch nicht „Fynn“.
Es war schon verwunderlich wie schnell man sich durch rationale Gedanken wieder beruhigen konnte. Mit einem kühleren Kopf ließ sich auch gleich besser denken. Was sollte sie jetzt tun? Sie freute sich natürlich gewaltig, die Jägerin wiedergefunden zu haben. Oder besser: Sie freute sich darüber, gefunden worden zu sein. Trotzdem konnte sie nicht einfach aufstehen und zu ihr hinüber gehen. Das hätte nur einen seltsamen Eindruck gemacht. Andererseits hatte es doch sicher schon einen seltsamen Eindruck gemacht, dass sie sich plötzlich wieder umgedreht hatte, oder nicht?
Ein Grinsen tauchte auf ihren Zügen auf, denn da war plötzlich die Idee, die sie gebraucht hatte.
Langsam drehte sie sich wieder um und blickte dieses Mal wirklich in Ayliyas Richtung. Waren ihre Züge zuvor noch angespannt, so atmete sie im nächsten Moment geräuschvoll aus und hielt sich die flache Hand auf die Brust. Ganz darauf bedacht, die Aufmerksamkeit der Jägerin zu erhaschen.
„Ach du meine Güte. Tut mir leid, wenn ich Euch gestört haben sollte, aber ich habe Euch eben mit jemand anderem verwechselt. Ich wollte Euch nicht mit meinen Blicken durchbohren.“
Sie lächelte. „Oh, und wisst Ihr wo die Schankmaid gerade ist? Ist sie hinten? Ich bräuchte nämlich noch einen Nachtisch. Mein Magen lässt sich heute nicht so leicht besänftigen.“ Womit sie bestätigend ihren Bauch rieb und ein nervöses Lachen hervorbrachte. Tatsächlich befand sich die Dame wirklich hinten, aber Ashabellana hatte bei all ihrer Glückseligkeit nicht bemerkt, dass sie dorthin verschwunden war. Und da es gerade um Glückseligkeit ging: Ashabellanas Freude darüber, Ayliya doch noch wiedergefunden zu haben, ließ sie beinahe Freudentänze veranstalten. Allerdings gab es keine Musik und da machte das Tanzen nur wenig Spaß.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Do Jun 05, 2014 4:02 pm

Als ich langsam anfing mein Essen zu verspeisen - was durchaus kein Problem für mich darstellen sollte, bei der geringen Menge und dem Loch in meinem Mage, die Stadt verlassen und jagen gehen wäre wohl auch keine schlechte Idee. Natürlich würde ich dies nur aus dem Grund für mein eigenes Überleben tuen. So leid es mir auch tut.
Schnell war mein Brot und auch das Wasser geleert. Ich hätte mir in der Vergangenheit doch mehr aus Galladen machen sollen - immerhin hätte ich dann nun mehr zum Essen gehabt.

Dann bemerkte ich das die Frau über die ich eben noch verwunderlich Musterte, was sie wohl hier tuen würde sich auch umschaute und ihr Blick auf mich fiel. Als sie mich anschaute und sofort wieder Wegschaute, war ich ehrlich gesagt leicht verwundert. Machte ich ihr Angst? Hatte sie meine Beobachtung von eben doch bemerkt und wollte diese nun auch unbemerkt erwidern und ich kam ihr dazwischen? Oder gab es einen anderen Grund dafür? Wirklich eine Antwort konnte ich auf meine Fragen nicht finden. Wie sollte ich auch.

Also machte ich mir weiter Gedanken daran, was ich mit diesem Tag anfangen sollte. Die Stadt weiter erkunden? Nein das musste ich nicht unbedingt haben. Zu viele Menschen - zu viel Gefahr. Also wieder ausziehen in die weite Welt und nach einer neuen Möglichkeit für ein Abenteuer suchen? Ja das scheint mir die beste Wahl zu sein um meinen nächsten Schritt zu planen. Zumal ich auch nicht unbedingt scharf darauf bin in der nächsten Nacht vielleicht wieder auf Seran zu treffen. Doch dann schaute mich die geheimnisvolle Fremde wieder an. Diesmal schien ihr mein erwiderter Blick nichts auszumachen. Was sich wohl an ihrer Einstellung verändert hat? Oder gehört sowas sich unter Fremden? Ist es eine Art Gruß? Sicher war ihr meine Aufmerksamkeit nun aufjedenfall.

Dann sprach sie mich an. Sie entschuldigte sich bei mir und erklärte mir sie habe mich verwechselt. Was mich doch recht wunderte. Gab es hier in der Stadt also doch öfter Menschen die ein auftreten wie ich hatten? Aussahen wie ich? Bis jetzt ist mir das eher weniger bis gar nicht aufgefallen. Natürlich habe ich Jäger hier und da gesehen. Aber waren es doch Jäger deren Auftreten gänzlich von meinem zu Unterscheiden war.
Doch schon ging die Unterhaltung weiter, wo die Schankmaid ist? Ich war mir ziemlich sicher gesehen zu haben wie sie in ein anderes Zimmer ging. Welchen Teil das von dem Gasthaus ausmacht, wusste ich nicht. "Ich glaube sie ging nach hinten." gab ich dann als antwort auf die Frage. Nachtisch wollte die reiche Frau also. Sie schien also wirklich deutlich mehr Galladen wie ich zu besitzen. Den ich würde mir nie im Leben einen Nachtisch leisten können - davon war ich überzeugt. Allerdings war ich immmernoch leicht verwundert darüber das sie ausgerechnet mich angesprochen hat. So war doch gerade sie hier die auffälligste Person und schien auch vorher keinerlei Notzi von uns allen zu machen, also die wenigen die hier noch so waren.

Als ich für mich dann entschied die Frage zur genüge beantwortet zu haben war das Gespräch für mich auch beendet. Was sollte sie schließlich noch von mir wollen? Ich kann mir das bei bestem willen nicht vorstellen. Den selbst Fynn wollte nach den gemeinsamen Erlebnissen kein Gespräch mit mir führen. Wieso also eine noch weitaus Fremdere Person die nur nach der Schankmaid sucht?
Also machte ich mich in meinen Gedanken wieder daran meinen Plan für die nächste Zeit auszuarbeiten.
Aber als ich dann noch einmal zur Frau schaute. Kam es mir so vor, als wenn mehr hinter ihr steckte als sich auf den ersten Blick erahnen ließ. Ich wusste nicht woher ich dieses Gefühl hatte oder womit ich es begründen könnte. Aber es war da. Wahrscheinlich war es reine Einbildung und es steckte wirklich nicht mehr hinter ihr und sie war nur eine gewöhnliche Frau die auch ihren Ehemann wartet - wie ich es zuvor auch schon vermutete.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Do Jun 05, 2014 5:30 pm

Das Gespräch blieb ernüchternd kurz. Kaum war die Frage ausgesprochen folgte die Antwort auf dem Fuße und das war es dann auch schon. „Dankeschön“ erwiderte Ashabellana freundlich und drehte sich dann wieder um, schließlich hatte sie wirklich Hunger auf Apfelmus und musste zudem ihre Tarnung wahren. Doch, was „tarnte“ sie eigentlich? Ashabellana war schließlich ihre wahre Identität und nicht Fynn. Dummerweise hatte sie aber als Diebin die Jägerin kennen gelernt und musste daher unter allen Umständen vermeiden, dass diese sie mit der Kriminellen irgendwie in Verbindung brachte. Wenn sie es aber nicht einmal schaffte ein Gespräch mit ihr anzufangen... hatte das ganze dann überhaupt einen Zweck?
Ashabellana negierte diesen Gedanken sofort wieder, denn sie war wirklich interessiert an der Jägerin. Auf der einen Seite schien sie gut zu wissen was sie tat. Sie hatte Mut und Selbstbewusstsein, aber auf der anderen Seite wirkte sie so unsicher und unbeholfen, dass man fast meinen könnte, sie würde vor lauter Schreck gleich aufspringen und davon laufen. Ash würde nur zu gerne wissen warum dies so war, ob es damit zu tun hatte, dass sie diese Stadt schlicht und ergreifend noch nicht kannte? Sie hatte gestern Nacht schließlich etwas davon erzählt, dass die Wälder deutlich ruhiger waren. Vielleicht also doch eine Dryade?

Bald darauf kam die Schankmaid aus dem Hinterraum und Ash beanspruchte deren Aufmerksamkeit daraufhin für sich. „Entschuldigung? Ich würde gerne noch einen Nachtisch haben, die Dame hinter mir soll auch eine Portion bekommen. Haben sie Apfelmus?“ Die Schankmaid bejahte, schon bald würde sie ihren Nachtisch erhalten. Das Wasser lief der Schneiderin bereits jetzt im Munde zusammen. Doch zunächst stand sie auf und setzte sich schamlos an den Tisch Ayliyas.
„Darf ich mich zu Euch setzen?“ fragte sie lächelnd als sie bereits saß und die Beine überschlug. Höflich war dieses Auftreten vermutlich nicht, geschweige denn vernünftig. Doch heute hatte die Schneiderin ihren guten Tag, warum also ernsthaft bleiben?  
„Ich hoffe Ihr mögt Apfelmus, da wird nämlich gleich eine Portion für Euch kommen. Versteht mich bitte nicht falsch, ich will mich nicht aufdrängen, aber heute bin ich ziemlich spendabel und da Eure Speisen eher karg aussahen, dachte ich mir, dass es Euch auch irgendwie nach einem Nachtisch gelüstet?“ Eigentlich eine völlig untypische Verhaltensweise von Ash. Normalerweise spendierte sie niemandem etwas, doch in diesem Fall war sie nicht nur besonders gut gelaunt sondern sah in dieser Handlung auch die Chance endlich ein richtiges Gespräch mit Ayliya anfangen zu können. Zu diesem Angebot musste sie schließlich etwas sagen, da blieb ihr keine andere Wahl.

Innerlich atmete die Diebin zumindest auf. Die Jägerin war heil davon gekommen. Wo und wie sie ihre Nacht verbracht hatte konnte die Schneiderin zwar nicht sagen, aber offenkundig ging es ihr gut, weswegen ihr gestern wachgewordener Beschützerinstinkt sich beruhigt zurücklehnen konnte.
Irgendwie war diese Situation schon zu komisch, da trafen sich zwei Frauen inmitten einer gigantischen Stadt innerhalb von zwölf Stunden gleich zwei mal. Schlecht wäre es hingegen wenn noch der Dritte im Bunde, Seran, auch noch auftauchen würde, doch da dieser scheinbar sehr kriminelle Züge hatte, würde er sich vermutlich nicht in das hiesige Gasthaus wagen. Ashabellana konnte also beruhigt sein.

Kurz darauf kam die Schankmaid mit zwei Portionen der Süßspeise vorbei und platzierte die Teller vor die Nasen der jungen Damen. Voller Vorfreude bedankte sich Ash, packte ihre Gabel, wünschte noch einen guten Hunger und begann genüsslich das Muß zu essen.
„Hmmmm köstlich.“ Ihre Augen strahlten richtig, das war etwas was sie wirklich nie unterdrücken konnte, denn ihre Leibspeise schmeckte nicht nur besonders gut sondern heiterte ihr Gemüt auch immer wieder auf. Es war wie ein Zaubermuß nur mit Apfelgeschmack, was ihre Sinne betörte und ihren Geist mit seinem Aroma verzauberte. Ja, für dieses Muß würde sie einiges tun. Teilen würde sie es aber unter keinen Umständen. Deswegen bekam Ayliya ihre eigene Portion.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Der blaue Eber   Fr Jun 06, 2014 2:00 am

Das sich kein Gespräch aufgrund meiner kurzen Antwort ergeben wird hatte ich schon abgesehen. Ob ich dies nun weiter schlimm finden würde, wusste ich nicht. Den zwar habe ich mit Fynn eine Fremde getroffen an die ich mich sehr gerne Erinnere aber mit Seran auch jemanden den ich am besten aus meinem Gedächtnis löschen würde.
Viel Zeit blieb mir für meine Überlegung allerdings nicht, als die Dame nicht nur sich einen Nachtisch bestellte sondern für mich gleich mit eine Portion orderte. Womit hatte ich das verdient? So ganz verstehen wollte ich dieses Angebot nicht - sah ich einfach so erbärmlich aus das sie dachte sie würde damit eine gute Tat für den Tag vollbringen?
Ablehnen würde ich dieses Geschenk dennoch nicht, immerhin war es essen und davon konnte ich noch etwas gebrauchen.
Der nächste Schreck für mich folgte auf den Fuß als sie sich neben mich setzte und sich gleichzeitig noch selber Einlud. Welche Antwort sollte ich nun geben? Ein Nein wäre unter den Umständen nicht nur unnötig sondern auch äußert unhöflich.
"Gerne doch, jemanden der mir etwas ausgibt - würde ich niemals abweisen." antwortete ich schließlich mit einem lächeln auf den Lippen.

Also Apfelmus war die Wahl für den Nachtisch, den sie für uns beide geordert hatte. Nicht das ich nicht schon mal gegessen hatte, allerdings lag das lange zurück und so recht konnte ich mich an den Geschmack auch nicht mehr erinnern. Die Erklärung für ihre Entscheidung eine Portion für mich mit zu bestellen erhielt ich dann auch. Also sah es doch erbärmlich aus und sie hat Mitleid mit mir.
"Ich bin leider nicht mit vielen Galladen gesegnet gewesen um mir ein reiches Mahl zu bestellen. Also danke ich euch sehr, das ich mir ein so großzügiges Angebot macht. Und aufdringlich finde ich euch bei bestem Willen nicht - niemand der ein so selbstloses Angebot einer Fremden gegenüber macht, kann aufdringlich sein." gab ich der jungen Dame dann zu verstehen und lächelte dabei wieder. Ich war wirklich froh, nach Fynn traf ich nun scheinbar die nächste freundliche Person. Das mit Seran muss dann wohl doch eine Ausnahme gewesen sein - leider musste es mich treffen.

Alsbald tauchte auch schon die Schankmaid auf und brachte die beiden Portionen Apfelmus. Es roch wirklich lecker und mein Magen verlangte auch nach einem Nachtisch, weshalb ich mich bei der Schankmaid freundlich bedankte und auch der jungen Dame neben mir noch ein dankbares lächeln und nicken schenkte, bevor ich mich langsam an mein Essen machte.
Meine Spenderin schien Apfelmus wirklich zu lieben, nach dem ersten bissen entfloss ihr nicht nur ein langgezogenes 'Hmm köstlich' sondern auch ihre ganze Aura veränderte sich. Sie wurde mit einmal wirklich fröhlich und schien vollkommen zufrieden mit sich und der Welt zu sein.
War dieses Apfelmus wirklich so gut oder lag es nur daran das sie es so liebte?
Ich nahm nun endlich auch einen bissen und muss gestehen es schmeckt wirklich gut - aber bei mir machten sich keine Freudensprünge bemerkbar.

"Ihr scheint diesen Nachtisch wirklich sehr gerne zu haben - ihr wirkt...so befreit möchte man schon fast meinen." versuchte ich dann langsam ein Gespräch aufzubauen und gleichzeitig auch meiner Verwunderung über ihre Reaktion eine Antwort zu geben.
Für mich ist ihre Situation schon fast unvorstellbar. Habe ich mich jemals so über etwas so simples und einfaches gefreut? Wenn ja ist es sehr lange her. Wenn ich mir diesen Gedanken noch einmal vors Auge führe - lebe ich mein Leben zu ernst? Aber anders kann ich mein Ziel nicht erreichen. Ich muss stets weiter darauf gerichtet sein und auch meine Reise durch die Welt - sie dient nicht nur meiner Neugierde, auch wenn jene mich erst zu ihr bewegten.
"Was ich euch fragen wollte und verzeiht bitte falls dieses unangebracht ist. Aber ich habe euch schon ein wenig beobachtet muss ich zu meiner Schande gestehen. Ihr wirkt auf mich wie eine junge, wohlhabende Frau - zumindest aus meiner Sicht. Wartet ihr hier auf euren Ehemann?" wie immer wusste ich nicht wirklich, wie ich meine Frage richtig hätte stellen müssen und gab so wohl eine eher abschreckende Aussage von mir. Wahrscheinlich würde diese die Dame sogar verschrecken und zum flüchten bewegen.

Fürs erste behielt ich es mir dann vor das Apfelmus aufzuessen und auf die Reaktion der Dame zu warten. Vielleicht war es doch alles nicht so schlimm und ich mache mir nur wieder zu viele Gedanken um etwas was so überhaupt nicht nötig gewesen wäre. Ja wahrscheinlich würde sie mein Anliegen und auch meine Absicht schon verstehen. Immerhin wirke ich nicht wie jemand der junge, wohlhabende Damen ausrauben würde - hoffe ich zumindest.
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Der blaue Eber   

Nach oben Nach unten
 
Der blaue Eber
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 2Gehe zu Seite : 1, 2  Weiter
 Ähnliche Themen
-
» Consaya- Göttliches Erbe
» Hierarchie
» Superhelden Akademie
» Liste der Tribemitglieder
» Cats Maker 2

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
 :: Archiv für alles :: Archiv :: Vergangene Abenteuer :: Malad Lin :: Kuran Khel-
Gehe zu: