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 Marktviertel

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BeitragThema: Re: Marktviertel   Sa Mai 17, 2014 7:40 pm

Die Manipulation von Gefühlen war eine ziemlich heikle Angelegenheit. Gefühle waren es, die das Herz der Sterblichen bewegen konnten und sie meist zu den absurdesten Taten drängten, war es nun das Verlangen nach Rache oder die Liebe zu einem anderen Individuum. Aber was gingen mich denn solche Dinge an? Ich verstand es nicht recht. Besser war es wohl auch, wenn ich mir nicht allzu viele Gedanken darum machte. Ha! Emotionen, wer brauchte so ein Gedöns schon? Ich war ein Gott. Freude? Trauer? Pfft, diese Dinge, die waren mir doch sowas von egal. Hahaha... haha...
Doch wie erwartet sahen die Sterblichen dies anders, denn sogleich scharte sich eine Traube von Passanten um den Blonden, denen die stimulierende Wirkung des Liedes wohl zu gefallen schien. Doch dieser Anblick hatte auch etwas erbärmliches an sich, wie sie nach diesem Energieschub regelrecht lechzten... wieder schauderte es mir. Diese Dinge waren es teils, die mich dazu veranlasst hatten, meinen unkontrollierten Zorn auf dieses Volk zu richten. Sie baten und baten und baten, bekamen den Hals nicht voll und wenn man sich ihnen einmal erbarmte waren sie nie zufrieden. Sie wollten mehr. Gut, dieses Streben nach Wissen war für mich lobenswert und auch der Grund, weshalb ich überhaupt existierte, aber meine Güte konnte die Begierde der Sterblichen manchmal überhand nehmen. Sie war es doch auch, die all das Schlechte in diese Welt getragen hatte. Auf Raulys Aussage hin konnte ich nur nicken. Ich verstand es, um ehrlich zu sein, auch nicht. Wenn man sein Glück nicht durch Taten hervorrufen konnte, so tat man dies eben durch stimulierende Mittel. Doch diese waren es, die einen nur noch mehr in den Abgrund stießen. Und aus der Gier wird Sucht. Welch schrecklicher Teufelskreis.

Als der junge Mann mich schließlich fragte, ob ich so etwas schon einmal gesehen hätte, hätte ich eigentlich am liebsten den Kopf geschüttelt. Aber wir wollten ja ehrlich bleiben, zumindest im Moment. Deshalb konnte ich nicht anders, als einfach betreten zu nicken. "Ja... ja... schon oft genug.", meinte ich leise und sah zu Boden. All die unzählbaren Jahre, die ich bereits existierte... ich hatte schon zu viel mitbekommen. Na ja. So war meine Existenz eben. Es war doch irgendwie bedrückend.
...verdammt! Schlug ich mich gerade wirklich mit dieser... dieser... wie sagte man noch gleich? "Melancholie"? Schlug ich mich nun doch tatsächlich damit herum? Leicht schüttelte ichmeinen Kopf. Klar, ich war ohne Schutz und Obdach, kam gerade so über die Runden, wenn es nicht für meinen Platz da oben wäre, dann...!
Eine weitere Anmerkung Raulys riss mich wieder aus meinem Gedankengang. Er hatte von dieser Art von Magie noch nie etwas gehört, wie? "Nun, die Kraft der Magie ist eben vielfältig.", entgegnete ich ihm und verschränkte meine Arme, "aber im Grunde... ach, ich weiß auch nicht. Diese Sache ist einfach zu verwirrend." Wieder seufzte ich und bemerkte, dass der junge Mann etwas angespannt schien. Sollte... sollte ich vielleicht etwas sagen? Etwas, das die Situation vielleicht lockern könnte? Aber was? Ich war sehr schlecht, wenn es um so etwas ging. Und eigentlich konnte mir dieser Rauly ja auch egal sein. Irgendwie. Doch gleichzeitig war da schon wieder diese nagende Einsamkeit... nein, ich ertrug das einfach nicht mehr! Plötzlich spürte ich, wie mir ein emotionaler Stich durch die Brust ging. Mit einem Schniefen wischte ich mit meiner Hand unter der Brille über meine Augen, um möglichst unauffällig das zu stoppen, was da allmählich in mir hochkam. Nein! Nein! Mir war da nur plötzlich etwas ins Auge geflogen, ganz sicher...! "Hm, sag mal, Rauly...", setzte ich unsere Konversation wieder an und versuchte mit aller Kraft dieses leichte Beben in meiner Stimme zu unterdrücken, "was meinst du? Wenn man wirklich keinen Ausweg mehr sieht und... und... nun ja..." Es ging nicht. Aus irgendeinem Grund blieben mir die Worte im Halse stecken. Was für ein Idiot ich doch war! "also, wenn man in der Klemme steckt, wäre es eine Schande, andere um Hilfe zu bitten?" Okay, das war wohl sehr ungeschickt ausgedrückt, darunter konnte man sich wohl alles mögliche vorstellen! Aber ich hatte keine Ahnung, was ich sonst... ich sollte einfach auf seine Antwort warten. Ich hatte wirklich keine Ahnung mehr, was ich tun sollte. Wahrscheinlich war es auch dumm, eine Person um Rat zu bitten, die man erst seit knapp einer Stunde kannte. Pfft, der Gott des Wissens brauchte tatsächlich Rat. Ein nervig keifendes Stimmchen in meinem Hinterkopf machte sich über mich lustig. Jaja. Welch Ironie.
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Rauly
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BeitragThema: Re: Marktviertel   So Mai 18, 2014 10:16 pm

Ja, er hatte recht. Das war alles sehr verwirrend und ich wollte mir auch gar nicht die Mühe machen, irgendwas davon zu verstehen. Es überstieg meinen Horizont und ich hatte keinen Bedarf es zu leugnen. Schließlich konnte auch ich Magie wirken, wusste aber gar nicht so richtig wie oder warum. Ich sah aus wie ein ganz gewöhnlicher Mensch, bestand aus Fleisch und Blut und konnte Feuer tanzen lassen wie eine Marionette.. nur ohne Fäden. Wie war das möglich? Ich glaube niemand hatte bisher eine Erklärung dafür, wussten lediglich, dass es ein Segen der Götter war. Nun… ob jedes Element ein Segen war, war wiederum fraglich. Sicher waren Luft, Erde und Wasser ganz praktisch und konnten Leben schaffen. Eis und Feuer hingegen konnten nur zerstören und töten. Natürlich musste etwas sterben und Platz für neues zu schaffen, so war schließlich der Kreislauf. Aber… Ach egal! Ich bemerkte gerade noch rechtzeitig, dass ich mich Hals über Kopf in eine Selbstdiskussion verstricken wollte, die so schnell sicher nicht enden würde.

Kurz schreckte ich innerlich zusammen, als das erste Mal mein Name über seine Lippen kam.  Ich hatte eigentlich fast damit gerechnet, dass er ihn sofort wieder vergessen hatte. Aber nein, er überraschte mich.  Er sprach weiter, ihm schien irgendetwas auf der Seele zu liegen und scheinbar quälte es ihn sosehr, dass er einem Wildfremden dies anvertrauen musste. Ich unterdrückte ein Seufzen, denn das kannte ich zu gut. Als ich aus Khleom verschwand, ging es mir eine ganze Weile ziemlich ähnlich. Wahrscheinlich hatte ich im Suff viele Leute mit unschönen Details belästigt, die diese gar nicht hören wollten. Fast musste ich Grinsen, doch ich beherrschte mich letzten Augenblick.  Er schien sowieso schon Probleme zu haben, sein Anliegen in Worte zu fassen,  da konnte man solch ein bescheuertes Grinsen doch eher als Verhöhnung auffassen.

Was er dann tatsächlich wollte, musste ich erstmal begreifen. Für mich war es eigentlich selbstverständlich anderen zu helfen, wenn sie Hilfe brauchten und ja, ich wusste auch, dass diese Einstellung nicht alle Menschen teilten. ABER! Eigentlich war es für mich nur logisch andere um Hilfe zu bitten, denn nicht alles war alleine schaffbar. Die Göttertempel würden bis heute nicht stehen, wenn nur ein armer Bauer daran rumgetüfftelt hätte. „Natürlich ist es nicht falsch, andere Leute um Hilfe zu bitten, wenn du welche brauchst. Manchmal.. kann es nur passieren, dass du ein Problem hast, wo dir keiner so recht mit Taten zur Seite stehen kann, aber vielleicht dann eben auf psychischer Ebene.“ Ich verschwieg bewusst, dass es auch einige Zeitgenossen gab, die man besser nicht um Hilfe bat, aber sicher würde er nicht gleich zum nächstbesten Schläger oder Kopfgeldjäger rennen. Zumindest hoffte ich das inständig.

„Hast du wohl derzeit ein Problem, wo du Hilfe gebrauchen könntest?“ Die Frage quoll schon aus meinem Mund, ohne dass ich die Chance hatte sie zu überdenken. Konnte die normale Gesellschaft ja doch als relativ dreist auffassen, wenn man so viele Infos einholte. Aber ich war nunmal  hilfsbereit.. okay nein, nicht nur…. eigentlich schätzte ich mehr die Aufmerksamkeit und Gesellschaft. Doch wen kümmert es, welche Motive der andere zum handeln hat, besonders wenn sie kostenfrei waren? Ich hob gespannt eine Augenbraue und beobachtet nebenher, wie der Barde die Menschenmasse unterhielt. Sie hingen noch immer hechelnd vor ihm und lauschten seiner Musik. Es war für mich kaum zu begreifen, so hatte ich doch viel eher diese Aufmerksamkeit verdient…. Durch meine Einzigartigkeit! „Vielleicht sollten wir uns aber ein bisschen von dem Auflauf hier entfernen...“ Meinte ich schließlich und schlurfte tiefer in die Gassen, erst als ich die Musik kaum mehr hören konnte blieb ich stehen.

Ich drehte mich um und musste feststellen, dass Kosmas mir nicht gefolgt war. Oder war er das und er hatte mich einfach durch die dichte Menschenmasse verloren? Ich lief wieder ein paar Schritte zurück, stellte mich auf Zehenspitzen und versuchte seinen braunen Schopf in der Menge zu erkennen... ohne Erfolg. Er war weg. "Mist... Ich hätte nicht so einfach weglaufen sollen." tadelte ich mich selbst und entfernte mich seufzend wieder aus der Masse. Vielleicht würde er mich ja auch suchen, also beschloss ich noch etwas zu warten. Ich setzte mich auf eine alte Kiste, die ihre besten Jahre schon hinter sich hatte und beobachtete einfach die Menschen, die an mir vorbei zogen. Innerlich meckerte ich mich noch immer selbst an... war schon blöd.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Do Aug 28, 2014 12:53 pm

[Einstiegspost]

Nun wo war sie jetzt? Auf einem Marktplatz in Kuran Khel in Malad Lin. Sie seufzte und strich sich mit einer Hand ein paar weiße Haarsträhnen aus ihrem Gesicht. Seit einer ganzen Weile nun wandelte sie ein wenig unsicher, ja schon fast traumwandlerisch durch die Lande und die Natur Malad Lins und der angrenzenden Länder. Auch war sie schon an vielen anderen Orten dieser Welt gewesen und dies hier war jetzt nicht ihr erster Besuch in dieser großen Handelsstadt. Zum Beispiel jetzt an diesem Punkt wo sie stand, besser gesacht zehn Meter weiter weg von ihr hatte sie vor ein paar Jahrhunderten einem Wachoffizier der gerade ein paar Schurken hinterher gewesen war eine Eingebung geschenkt, was letztendlich zu einer kleinen Revolte innerhalb der Stadtwache führte und dem korrupten Kommandanten der Stadtwache sowie dem Verbrecherfürsten mit dem er unter einer Decke steckte ihre Ämter und Köpfe kostete....wie lang war das noch einmal her? Spielte im Prinzip auch keine Rolle. Jetzt war sie schon wieder hier und hatte nicht so wirklich eine Ahnung was sie hier wollte.

Sie war einfach ihren Füßen gefolgt und das tat sie seit ihrer Verbannung nur noch. Sie folgte nur noch dem Weg den ihre Füße gingen, fast so als hätte sie ein Ziel, aber...sie hatte keines oder besser gesagt sie wusste von keinem Ziel das sie hatte, doch bisher hatten sie ihre Füße immer wieder an ganz interessante Orte und Schauplätze gebracht wo sie ihrer Natur nachgehen und Rätsel lösen konnte. Das letzte lag etwa eine Woche zurück, es war ein kleines Bauerndorf etwa 6 Tagesreisen von Kuran Khel entfernt. Da hatte sie ein wirklich interessantes und skurriles Rätsel lösen können in welchem es um einen Bauern mit seinem Pferdegespann, einer Ziege und 6 Hühnern ging....nun im grunde war niemand zu schaden gekommen, aber ein spannendes und forderndes Rätsel war es schon gewesen, sie hatte knapp zwei Tage gebraucht bis sie dahinter gekommen war.

Nun aber war sie 6 Tage weiter weg von diesem Dorf und sah sich auf dem Marktplatz um und stach in ihren leicht staubbedeckten edlen Reise-Kleidern doch schon aus der Menge hervor, zumindest stach sie so lange hervor bis sie nicht von irgendjemand fremden mit voller Wucht angerempelt und in den Staub der Straße gestoßen wurde. Sowas hatte sie noch nie erlebt! Ihr Gesicht verzog sich zu einer zornigen Grimasse als hätte sie auf eine Zitrone gebissen.

"Können Sie nicht ein bisschen mehr aufpassen!", rief sie und konnte denjenigen schon in der Menge nicht mehr ausmachen. Sie richtete sich wieder auf und klopfte sich den Staub von ihrer Kleidung.
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Rauly
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mi Sep 03, 2014 12:17 pm

Ich wartete nun schon einige Minuten und noch immer konnte ich Kosmas nicht in der Menge ausmachen. Zumindest schien der Barde sein Konzert beendet zu haben, denn die Maße wandelte sich langsam aber sicher zu einem fließen Strom von Menschen. Bald würde die Gasse wieder leerer sein und ich könnte noch ein letztes Mal nach dem braunhaarigen suchen. Und dann? Vielleicht ein paar Blumen anzünden, mal sehen was sich ergibt. Durch eine aufgeregte Stimme wurde ich plötzlich aus meinen Gedanken gerissen. Ich blinzelte mehrmals, dann sah ich mich um. Eine junge Frau klopfte sich gerade den Staub aus den edlen Kleidern und wirkte ziemlich angefressen. Ich erhob mich von meinem Sitzplatz und trat an die junge Dame heran. „Furchtbar, diese geldgierigen Händler! Haben nur ihren Profit im Kopf und kein Auge für anderen Dinge im Leben.“ Ich musterte sie kurz, sie schien nicht verletzt zu sein… nur wütend. Sie war ziemlich hübsch, wohl in meinem Alter und viel zu elegant gekleidet um kein Geld zu haben. Mich wunderte es ja, dass diese Hyänen von Händlern nicht den Boden küssten, auf dem sie lief. Stattdessen liefen sie sie lieber um….

„Ich hoffe ihr habt euch nicht verletzt meine Dame. Anderweitig würde ich mich verpflichtet fühlen, euch zu einem Arzt zu eskortieren.“ Ich bemühte mich um eine gehobene Ausdrucksweise, auch wenn ich nur noch Bruchstücke der eingedrillten Etikette aufweisen konnte. Aber egal wie geschwollen meine Wortwahl auch ausgefallen war, der eigentliche Inhalt entsprach der Wahrheit. Sollte sie sich verletzt haben, würde ich sie zum nächsten Arzt schleifen, ob sie nun wollte oder nicht. Mein Helferdrang kam schon wieder zum Vorschein und auch wenn dieser manchmal etwas abschreckend wirken mochte, so wollte ich doch nur das Beste für die betroffenen Personen.

„Oh, wie unhöflich von meiner Wenigkeit. Ich kenne noch nicht einmal euren Namen und trage euch gedanklich schon zum nächsten Arzt. Ich höre auf den Namen Rauly und bin sehr erfreut eure Bekanntschaft zu machen.“ Fügte ich hinzu, bevor sie überhaupt auf meine erste Frage reagieren konnte. Manchmal war ich wohl etwas vorschnell und dachte zu wenig über mein Handeln nach. Ich warf ihr ein freundliches, aber auch entschuldigendes Lächeln zu und hoffte einfach, dass sie mich nun nicht für komplett verrückt hielt. Aber das würde ich ja spätestens dann merken, wenn sie nun gleich die Flucht ergirff. Und tatsächlich, als ich mich zu ihr umdrehte, war sie einfach verschwunden. Entweder sie wurde von der Menge mitgetrieben.. oder ich wurde ihr zu persönlich. Pah, soll sie doch alleine zum Arzt gehen. Leise murrend machte ich kehrt und schlenderte in die andere Richtung davon.

Mir kamen viele Menschen entgegen, die meisten furchtbar in Eile. Ständig wurde ich angerempelt, warum nur machten sie so eine Hektik? Es war mir unbegreiflich. Leise seufzend, irgendwie war es mir heute nicht gegönnt einen Gesprächspartner zu finden, der nicht gleich die Flucht ergriff, schlurfte ich weiter. Völlig in Gedanken versunken und mit der Annahme, dass mich schon keiner umlaufen wurde, richtete ich meine Aufmerksamkeit auf den Boden. Flugblätter, ein paar Münzen, ein altes Stofftier... Irgendwie schien dies alles keiner außer mir wahrzunehmen, weil jeder nur damit beschäftigt war von A nach B zu rasen. Die Welt würde irgendwann an dieser Ignoranz zu Grun... "Woah!"

Völlig unerwartet wurde ich von den Füßen gerissen, war scheinbar doch in jemanden hin eingelaufen, der vielleicht auch dem Boden mehr Aufmerksamkeit schenkte als dem ganzen Trubel hier. "Mist! Tut mir echt leid Kumpel!" Diese Sätze schossen sofort aus meinen Mund, dabei hatte ich noch nicht einmal gesehen, wen ich umgerannt hatte.
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Mikado
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Di Dez 09, 2014 8:04 pm

Mikado achtete nicht sonderlich darauf, wer ihm entgegen kam und wer an ihm vorbei ging, er war es gewohnt, dass man ihm ganz von selbst auswich oder spätestens, wenn man seine Haut berührte, die eine konstante Temperatur von 0 Grad aufwies, meistens reichte es allerdings ihn zu sehen. Selbst war es ihm eigentlich egal, wie andere auf ihn reagierten oder was sie dachten, solange man ihm nicht auf die Nerven fiel blieb er auch recht umgänglich. Vorausgesetzt er war gerade nicht dabei, einen Auftragsmord auszuführen. Und derzeit war er mehr mit der Flucht beschäftigt. Nirgends konnte er sich niederlassen, ohne dass irgendjemand ihn erkannte. Nicht länger als einige Monate jedenfalls. Diese Gedanken riefen allerdings schon lange keine Gefühlsregung mehr in ihm hervor, vielleicht war sein Herz auch einfach eingefroren, damals vor zehn Jahren.

Um so mehr überraschte es ihn, als er plötzlich auf Widerstand stieß und einen Schritt zurück machen musste, um nicht hinzufallen. In einer reflexartigen Reaktion griff er nach der Person ihm gegenüber, damit diese nicht hinfiel, ließ den jungen Mann aber ebenso schnell wieder los, er wäre ja doch bloß zurückgezuckt. Ohne sichtbare Gefühlsregung musterte er den Fremden. Seine Kleidung wirkte, als verstecke er etwas, ganz im Gegenteil zu Mikado selbst, der trotz des vergleichsweise kühlen Wetters das dunkelblaue Hemd, sowie die schwarze Jacke mit Fellrand an Kragen und Saum offen trug und auch das weiße Hemd darunter nur zur Hälfte zugeknöpft hatte, sodass ein Teil der Narbe, die sich quer über seinen Bauch zog sichtbar war. Die Krawatte lag locker um seinen Hals und er legte jetzt eine Hand in seinen Nacken, als er den Fremden mit schiefgelegtem Kopf und entschuldigendem Lächeln ansah, während dieser sich entschuldigte. Früher hätte er lachen müssen, jetzt ließ ihn das vollkommen halt.

"Kein Grund sich zu entschuldigen, ich habe nicht richtig aufgepasst", erwiderte er und machte mit der freien Hand eine abwinkende Bewegung, ehe er diese auf dem Griff seines Rapiers ruhen ließ, wie es inzwischen Gewohnheit geworden war. Sein gold-orangener Blick ruhte noch immer aufmerksam, fast schon neugierig, auf dem Fremden mit den blauen Augen. "Ich habe dich nicht schon einmal irgendwo gesehen oder?", fragte er plötzlich. Er glaubte es nicht, aber trotzdem kam ihm diese Person irgendwie bekannt vor und so viele Typen mit zweifarbigen Haaren liefen ihm dann doch nicht über den weg, schon gar nicht mit blau und grün. Vielleicht hatte aber auch nur Shiva einmal von jemandem wie ihm erzählt, bevor der Kontakt zu seiner Schwester abgebrochen war versteht sich. Nachdenklich strich er sich durch die ohnehin zerzausten, goldblonden Haare und zog die Mundwinkel jetzt doch zu einem - wenn auch gespielen - schiefen Grinsen nach oben. Eigentlich freute er sich fast ein bisschen, dass er diesen komischen Vogel getroffen hatte, sonst wäre dieser Tag doch viel zu langweilig geworden und er hätte sich jemanden suchen müssen, der sich verführen ließ, was viel zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte. Trotzdem wusste er nicht wirklich, was er von seinem Gegenüber halten sollte. Er wirkte schwer einzuschätzen und verwirrte den blonden Auftragskiller auf eine eigenartige Weise.


Zuletzt von Mikado am Fr Dez 19, 2014 4:54 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Rauly
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mi Dez 10, 2014 12:32 pm

Noch etwas benommen von dem harten Aufschlag hob ich den Kopf und besah den Jungen vor mir. Oha, aus welchem Verlies ist der denn gekrochen? Er sah so aus, als hätte er schon seit Jahren die Sonne nicht mehr gesehen. Zugegeben, das Wetter wurde langsam kühler, aber so schnell sämtliche Bräune zu verlieren war fast ein Talent. Ich verkniff mir allerdings jeden Kommentar, so sah ich doch ganz genau wo seine Hand nun ruhte. Nettes Messerchen. Soll es bloß da bleiben, wo es momentan war... Genauere Bekanntschaften wollte ich tunlichst vermeiden. Ich erhob mich also vom harten Boden - es wunderte mich ja, dass ich unter dieser Herde ignoranter Händlerochsen noch nicht platt gewalzt wurde - und klopfte mir den Staub von den Klamotten. Zum Glück hatte es nicht geregnet, Schlamm wäre durchaus hartnäckiger gewesen. Seine Frage ließ mich in meiner momentanen Tätigkeit allerdings inne halten.

"Naja, wenn du öfters hier bist kann das schon sein. Ich komme hier manchmal her um etwas Geld zu verdienen." Erwiderte ich wahrheitsgemäß und musterte den Jungen vor mir nochmal kurz. Blondes Haar,  goldene Augen und ein Teint der dem eines Toten glich. Nö, völlig unbekannt. "Naja vielleicht hast du ein paar Gerüchte über mich aufgeschnappt..." Das Wort 'Gerüchte' betonte ich dabei extra. Es war schon ziemlich unfair, wie manche Leute einen kleinen Unfall so extrem aufbauschen konnten. Und da ich keine Lust auf einen zweiten wütenden Mob mit Wassereimer hatte - oh ich frage mich, warum letztens die Fackeln aus blieben - versuchte ich die ganze Situation so schnell es ging bei jedem Außenstehenden zu besänftigen. Ein paar Verbündete, oder zumindest Leute die einen nicht sofort umbringen wollten, zu haben, war immer vom Vorteil! Allerdings hatte ich keine Lust weiter auf diese Sache mit den 'Gerüchten' einzugehen.. Was dein Gegenüber nicht weiß, macht es nicht heiß! Ha, schon wieder so eine schlechte Anspielung auf mein Element... Ich könnte das beruflich machen. Mit einem lauten innerlichen Seufzen wechselte ich also gekonnt und völlig unauffällig das Thema.

"Aber wo bleiben meine Manieren!" Rief ich gespielt geschockt und fuchtelte wild mit einem Arm herum, bevor ich mich leicht verbeugte. "Mein Name ist Rauly." Fügte ich hinzu und hob dann wieder mein Haupt mit einem grinsen im Gesicht. Vielleicht hatte ich ja diesmal Glück und er würde nicht sofort die Flucht ergreifen. Anderweitig würde ich mir wohl einen Spiegel suchen müssen... wenigstens ich selbst konnte vor mir nicht davon laufen! Aaaaber soweit wollte ich ja noch gar nicht denken. Benimm dich Raurau! Oh, und hör auf dir selbst selten dämliche Spitznamen zu geben, die sonst von einem Kleinkind kommen könnten.... "Darf ich auch erfahren, wie du heißt?" Fragte ich in einem interessierten und zugleich höflichen Tonfall. Unglaublich, dass meine verbockte Erziehung doch manchmal ihre positiven Seiten hatte...
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Mikado
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mi Dez 10, 2014 6:06 pm

Mikado nahm irgendwann die Hand vor seiner Waffe, der Fremde wirkte nicht so, als stelle er für ihn eine große Gefahr da. Natürlich konnte der Schein trügerisch sein, wie einige diese Erfahrung bei ihm selbst machen mussten, aber irgendetwas an diesem - rein körperlich älteren - jungen Mann wirkte unbedarft. War unbedarft das richtige Wort? Eigentlich nicht, denn wirklich einfältig konnte er auch nicht sein, dazu verhielt er sich nicht naiv genug. Trotzdem wollte dem Blonden einfach kein anderes, auch nur halbwegs passendes, Wort einfallen, dabei war sein Vokabular doch recht ausgeprägt. Er beließ es schließlich dabei, dass er den Blauäugigen nicht als großen Gegner einschätzte - im Notfall rechnete er einfach damit, dass seine Bewegungen schneller waren und ansonsten gab es da ja noch den Frostkuss, wenn wirklich nichts mehr half - und wandte sich wieder dem Gespräch zu, das sich hoffentlich entwickeln würde.

"Hm, nein, ich bin zum ersten Mal hier", erwiderte er schulterzuckend und fügte gedanklich ein 'und wohl auch zum letzten Mal' hinzu. Bisher hatte er nicht viele Städte wiederholt besucht, wobei es sich hier um eine ziemlich große Stadt handelte, in der es sicherlich einiges zu entdecken gab. Und hier fiel man wohl auch nicht ganz so schnell auf, immerhin herrschte ein ziemliches Durcheinander, wohin man auch blickte. Ihm fiel die Betonung auf dem Wort 'Gerüchte' im zweiten Satz seines Gegenüber auf, er ging allerdings nicht weiter darauf ein. Wenn er davon ausging, hatte Shiva sicherlich eines besagter Gerüchte aufgeschnappt und an ihren jüngeren Bruder weitergetragen. Was seine Schwester wohl gerade machte? Vermutlich war sie noch immer wohl behütet in Hiyallfyn und ließ sich von den Jungen anhimmeln und von den Mädchen beneiden. Typisch für seine gesamte Familie. Vielleicher vermisste er sie genau darum nicht: Sie waren so fürchterlich vorhersehbar und unveränderlich, ganz im Gegensatz zu Mikado selbst. Indem er seine Körperhaltung veränderte und sich entspannte - wann hatte er die Muskeln angespannt? - verscheuchte er diese Überlegungen in den hintersten Winkel seines Kopfes, darin war er mittlerweile ziemlich gut. Darin, ungewollte Dinge einfach zu verdrängen und zu vergessen, musste er ja auch. Arjan hatte es ihm lange genug eingebläut.

Mittlerweile hatte sich dieser ziemlich bunte Kerl als Rauly vorgestellt - damit geschickt und ziemlich 'unauffällig' das Thema gewechselt - und sich leicht verbeugt. Ein Punkt, den Mikado seiner Analyse hinzufügen konnte. Er war also entweder ziemlich spöttisch veranlagt oder hatte eine gehobene Gesellschaft genossen, als er ein Kind war. Der Blonde tippte eher auf letzteres, da Rauly sich zu gewählt ausdrückte für jemanden, der einfach gern übertrieb. Wobei er nicht ausschloss, dass seine Bekanntschaft einen recht chaotischen Charakter hatte, der auch gern mal zu Übertreibungen neigte. Vielleicht. Sicher war er sich nicht. Automatisch veränderte auch er sien Verhalten, verneigte sich höflich und stellte sich vor, langsam interessierte ihn dieser immer noch ziemlich befremdliche Paradisvogel - ein anderes Wort wollte ihm beim besten Willen nicht einfallen. "Mikado mein Name. Ich bin erfreut deine Bekanntschaft machen zu dürfen." Er war selbst verblüfft, dass er diese Worte noch so leicht sagen konnte, sonderlich oft stellte er sich in den letzten zehn Jahren ja nicht vor - allein schon, weil ihm nur wenige interessant genug erschienen. Die Meisten denen er begegnete waren doch ziemlich langweilige Zeitgenossen.

"Du stammst anscheinend nicht aus einer einfachen Bäcker- oder Handwerkerfamilie, nicht wahr?", fragte er nach ohne sich wirklich darum zu kümmern, ob das Rauly nun stören würde oder nicht. Was interessierten ihn die Empfindungen und Gedanken der Anderen? Arjan und Shiva waren da eine Ausnahme, aber eigentlich konnte es ihm ziemlich egal sein. Er begleitete ja doch niemanden lange genug, als dass es größere Auswirkungen haben könnte. Noch dazu schätzte der Blonde Direktheit. Es brachte in seinen Augen niemanden etwas, lange um etwas herumzureden und am Ende doch nie auf den Punkt zu kommen. Es war einzig und allein Zeitverschwendung, nur dazu da, unangenehmes möglichst lange hinauszuzögern. Trotzdem gebot es wohl die Höflichkeit, sich zu entschuldigen, an dieser Stelle. "Antworte einfach nicht, wenn ich dir zu nahe trete oder zu direkt bin." Das musste genügen, alles wichtige war doch gesagt.


Zuletzt von Mikado am Fr Dez 19, 2014 4:53 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Rauly
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Sa Dez 13, 2014 12:12 pm

Mikado? Ein seltsamer Name, aber wer im Glashaus sitzt, der sollte bekanntlich nicht mit Steinen werfen. Scheinbar waren seine Eltern auch auf einen Exklusiven Namen erpicht gewesen, damit die Einzigartigkeit des Kindes noch deutlicher zum Vorschein kam. Aber kommt schon, mal ehrlich... Wer zum Teufel nannte sein Kind schon Rauly? Das klang... ... Man konnte nicht mal einen anständigen Spitznamen daraus ziehen! Aus Mikado konnte man noch immer Mika machen... Er hatte es also sogar besser als ich! Ich seufzte innerlich, dann wand ich meine Aufmerksamkeit wieder meinem Gegenüber zu. Oh er war erfreut? Hmh, mal sehen wie lange....

Als er die Vermutung zu meiner Familie äußerte, durchzuckte mich ein kleiner Schauer. Ich schaffte es zum Glück ihn zu unterdrücken und ein lächeln auf mein Gesicht zu zaubern. Komm runter, es war eine einfach Frage. Das du aus diesen Kreisen nicht kommst, kann jeder ziemlich leicht erkennen. du riechst nicht über und über nach Backwaren, oder hast überall Mehl hängen und deine Hände sehen auch nicht aus, als hättest du schon seit Jahren einen Hammer oder eine Spitzhacke in der Hand gehabt! Mein Unterbewusstsein war mal wieder ziemlich gemein zu mir, aber wo es recht hatte, hatte es recht. "Ja, es stimmt schon." Antwortete ich, trotz das er meinte ich müsse nicht Antworten, wenn mir die Frage zu persönlich wäre. Hey, er hatte ja nicht gefragt, wer meine Eltern sind oder wo ich eigentlich herkommen. "Ich komme aus etwas höheren Kreisen, wenn man das so nennen möchte. Ich habe eine strenge Erziehung genossen, die mich leider etwas mehr geprägt hatte, als es mir lieb war." Beim letzen Satz konnte ich ein demonstratives Augenrollen kaum verkneifen. Wie ich diese alte verkniffen Zicke eines Hausmädchens gehasst hatte... 'Die Ellenbogen beim Essen nicht auf den Tisch!' - 'Nicht in den Gängen rennen oder auf dem Bett herumspringen!' - 'Man zündet verdammt nochmal nicht die Haare der Nachbarin an!!' ... Ganz ehrlich, ich weiß bis heute nicht wo ihr Problem lag.

"Aber hey, scheint bei dir ja nicht anders zu sein... Ich bin erfreut deine Bekanntschaft zu machen, sagen auch die wenigsten." Ein Leidensgenosse? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Muss ja nicht jeder so n versnobtes Aufpasserweibchen um sich rumrennen haben wie ich. Vielleicht hatte er gute Eltern, die sich um ihn kümmerten und selbst erzogen... Vielleicht auch nicht. Nein Rauly, man fragt nicht beim ersten Treffen nach den Eltern.. Das ist wirklich sehr direkt. Mein Unterbewusstsein meldete sich mal wieder und seufzend musste ich zustimmen.

"Tja, also was führt dich her nach Kuran Khel? Hast dir keine gute Jahreszeit gesucht, die Händler versuchen jetzt ihre Waren an den Mann zu bringen, haben selbst keine Lust sich bei schlechtem Wetter vor die Tür zu stellen. Wahrscheinlich ist deshalb auch so ein Trubel." Ich war schon etwas neugierig auf den Fremden und vielleicht verriet mir sein Zeil etwas mehr über ihn. Natürlich war es mir nicht entgangen, dass er sich durchaus gewählt ausdrückte... Wahrscheinlich nur so viele Informationen rausrückte, sodass sein Gegenüber es gerade noch als Antwort durchgehen lassen musste und nicht weiter fragen konnte. Argh, diese Spekulationen trieben mich noch in den Wahnsinn! Der Trubel um uns herum machte es auch nicht besser. Allerdings wollte ich noch nicht mit einem Ortswechsel herausplatzen, auch wenn ich ein gutes Gasthaus kannte, welches wirklich sehr gemütlich war und man sich gut und entspannt unterhalten konnte... Aber ich wusste ja noch immer nicht, was er hier machte. Vielleicht hielt ich ihn ja gerade nur auf und er musste ganz dringend weiter? Schon wieder ein vielleicht.. schon wieder ein innerliches Seufzen.
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Mikado
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Fr Dez 19, 2014 4:52 pm

Mikado beobachtete die Reaktion seines Gegenüber genau, jede Bewegung, wo er hinsah, alles. Natürlich war es offensichtlich gewesen, was er festgestellt hatte, doch genau darum machten so viele einen Fehler und wurden nervös, wenn sie etwas zu verbergen hatten. Doch das einzige was er beobachten konnte war ein Lächeln. Er bezweifelte, dass der Blauäugige über ihn lächelte, es wirkte auf ihn zu nervös - er konnte sich natürlich irren, aber vielleicht hatte er einen wunden Punkt getroffen, etwas bei dem er nicht weiter nachforschen sollte, ginge es nach Rauly. Er beschloss also vorsichtiger zu sein. Dann antwortete er und zum großen Verblüffen des Blonden antwortete er genau so, dass seine Frage beantwortet war, er aber nicht mehr wusste als unbedingt nötig. Schlauer Bursche, das musste man ihm lassen. Besonders da er kaum mehr Lebenserfahrung haben konnte als der Killer selbst und dieser hatte noch den Vorteil eines recht zerstörten Lebens und einer erbarmungslosen Ausbildung, wodurch er seine Naivität vielleicht noch etwas schneller abgelegt hätte, als es sonst der Fall gewese wäre. Allmählich begann er Gefallen an Rauly zu finden, vielleicht konnte er noch ein bisschen mehr aus ihm herauskriegen, auch wenn er dafür vielleicht selbst einen Schritt auf ihn zugehen musste. Zu viel wollte er nicht über sich und seine Vergangenheit verraten, zu groß war die Gefahr, er könnte erkannt werden. Sagte er allerdings nichts, würde er Misstrauen erwecken - natürlich nur sofern Rauly auch nachfragte. Über den letzten Satz seines Gesprächspartners musste er schmunzeln und er war sich ziemlich sicher, dass der Junge vor ihm gern die Augen verdreht hätte, es aber unterließ.

Die Feststellung, bei ihm schiene es nicht anders gewesen zu sein, war ein Treffer ins Schwarze. Einer, der erstaunlich weh tat, weshalb Mikado's Finger leicht zuckten, mehr ließ er sich aber nicht anmerken. Und selbst dafür hätte er sich schon ohrfeigen mögen - dafür und dafür, dass er in seine alte Gewohnheit verfallen war, als er sich vorstellte. Ihm war es lieber, wenn man ihn als Jungen aus der Unterschicht sah, das wäre wenigstens eine einfache Erklärung für seinen Lebensweg, leider war dem nun einmal nicht so, weshalb es zu viel Preis gäbe, wenn Rauly herausbekäme, was seine Arbeit war. Um seine kurze, unbedachte Reaktion zu überspielen, lachte er leicht und machte eine abwinkende Bewegung mit der Hand. "Sagen wir, auch meine Erziehung war recht prägend", meinte er noch dazu und ließ es so unbeschwert klingen, wie es bei seiner inneren Spannung nur möglich war. Keinen Fehler durfte er sich jetzt mehr erlauben, nicht ein unbedachtes Wort.

Die nächste Frage Raulys war wesentlich einfacher. Bei seiner Ausführung über die schlechte Jahreszeit sah er kurz nach oben zum derzeit leicht bewölkten Himmel, nichts gegen die Frostzeit in Hiyallfyn, so viel stand fest. Selbst wenn er die Temperaturen gespürt hätte, bei dieser Überlegung sah er an sich herunter. Das er nicht fror war offensichtlich, seine Jacke war immerhin offen, ebenso sein blaues Hemd und das weiße war auch nur halb zugeknöpft, weshalb er nun an einem Knopf spielen konnte, er sich sonst ungefähr auf Höhe der Rippen befand. "Sagen wir, ich versuche vor meiner Vergangenheit zu fliehen und gleichzeitig jemaden zu finden", meinte er und sah mit einem schiefen Lächeln zu Rauly auf, der doch noch ein Stückchen größer war als er selbst. An Hand der Einschätzung, die er bsiher von seinem Gegenüber hatte, hatte dieser ihn mittlerweile wohl durchaus so eingeschätzt, dass er nicht mehr Antwort als nötig gab. Einerseits musste er dies zerstreuen, um undurchschaubar zu bleiben, andererseits durfte er auch nicht zu viel sagen. Das war zum verrückt werden. "Der Trubel macht mir nichts aus, im Gegenteil, so ist es leichter unauffällig zu bleiben, nur zum Unterhalten ist es auf der Straße vielleicht zu laut - wir stehen im Weg", letzteres stellte er fest, als er einem Passanten ausgewichen war, den er mit einer Hand elegant an sich vorbei schob und ihn damit zum Stolpern brachte. Letzteres war zwar unbeabsichtigt, aber das hieß ja nicht, dass er es bereute. Schade nur, dass der Mann nicht gleich noch hingefallen war. Obwohl, er wollte ja unauffällig bleiben. Innerlich seufzte er, nicht einmal Spaß haben konnte er in seiner derzeitigen Situation.

"Und was ist mit dir? Du kommst aus höheren Kreisen und vermutlich ebenso wenig aus Kuran Khel wie ich. Was ist dein Grund zu dieser unseglichen Jahreszeit hier zu sein?" Er konnte bedenkenlos seine Gegenfrage stellen und mit seiner Vermutung Rauly käme genauso wenig von hier wie er selbst konnte er auch dies vielleicht herausfinden, solche indirekte Fragen waren doch immer wieder schön. Manchmal bemerkte man nicht einmal, dass man auf eine geantwortet hatte, weil es eben keine Frage gewesen war, die auch als solche formuliert war, sondern nur eine gewagte auf sich selbst bezogene Feststellung. Arjan wäre stolz auf seinen Schüler, wenn er wüsste, dass er noch lebte. Außer Shiva dürfte das jedem unbekannt sein, darum hatte er Hiyallfyn ja auch so schnell wie möglich verlassen. Wie es ihr wohl ging? Seit zehn Jahren hatten sie keinen Kontakt mehr, sie musste inzwischen geheiratet haben, vielleicht hatte sie bereits ein Kind und er wusste nichts von einer Nichte oder seinem Neffen. Mikado selbst hätte sich eine Nichte gewünscht. Aber Shiva hatte immer einen Sohn gewollt und da ihr Bruder niemals ein Kind würde haben können - bereits bevor er ein Shevae wurde, damals lag es noch an seiner Art sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen - hatten sie öfter darüber gestritten, denn es war immer klar gewesen, dass er für seine Nichte oder seinen Neffen ein zweiter Vater sein würde. Und gleichzeitig ein Onkel, der ihr oder ihm viel mehr durchgehen ließ, als es die Eltern sonst zulassen würden. Ja, so hatte er sich sein Leben gewünscht, aber es war nun einmal alles anders gekommen. ob Rauly sich wohl solch ein Leben gewünscht hätte? Oder war er ganz und gar anders, wollte nicht einmal Familie haben? Was dachte er da? Seit wann war er so weich geworden? Rasch schüttelte er diese Gedanken ab, es war schädlich für ihn so warmherzig zu sein - das hatte ihm Arjan ein ums andere Mal ein gebläut und auch sein Rivale hatte es ihm auf jede erdenkliche Weise beigebracht.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Sa Jan 03, 2015 2:53 pm

Er suchte also jemanden und floh vor etwas. Nun letzeres konnte ich zumindest nachvollziehen. Fliehen zu müssen vor den Schatten der eigenen Vergangenheit war ein hartes Schicksal. Aber es ereilte leider sehr vielen. Sie flohen vor Krieg und Gewalt, mussten dafür alles zurücklassen, was ihnen Lieb und Teuer ist. Genau wie du... Ich unterdrückte in letzter Sekunden ein lautes Seufzen. Er sollte nicht wissen, dass es mir ähnlich erging. Es gab immer so unangenehme Fragen, wenn man etwas in die Richtung erwähnte. "Tut mir echt leid, das Leben scheint dir wirklich übel mitgespielt zu haben, mein Freund." Ich setzte einen mitfühlenden Blick auf, ich war schon immer schlecht in Aufmuntern und solche Geschichten gewesen. Zu meinem Glück schien er das auch gar nicht zu brauchen, der er wechselte sogleich das Thema. Sehr geschickt und ... Glück für mich!

Ich nickte also auf seine Anmerkung hin, dass wir im Weg standen. Ja, das taten wir allerdings. Irgendwie fand ich es ja lustig, wie genervt einen die Passanten anblickten und leise etwas vor sich hin brummten, wenn sie an uns vorbei zogen. Aber immerhin waren wir noch immer besser als die 'Ich laufe gerade noch schnellen Schrittes und bleibe schließlich grundlos mitten im Weg stehen, damit auch ja schön viele Leute in mich hinein laufen'-Menschen. Die konnte ich ja selbst nicht besonders leiden... Wir aber standen ja schon die ganze Zeit und damit hatten wir... ähm.. Standrecht? Gab es sowas? Falls nein, sollte dies dringend eingeführt werden! Ich hatte nur die Befürchtung, dass der Hohe Rat dafür kein Interesse hegte. Sie hatten wohl wichtigeres zu tun, jetzt wo der Krieg jede Sekunde ausbrechen könnte. Lieber unauffällig bleiben und abwarten.

"Nun wie ich schon erwähnt hatte, Arbeite ich hier und dort mal. Nur weil man aus höheren Kreisen kommt, heißt das nicht, dass man die Füße hochlegen kann. Besonders wenn die Alten recht geizig sind." Ich lachte kurz auf, allerdings eher freudlos. Eigentlich sollte ich mich nicht über meinen momentanen Lebensstand lustig machen. Es wurde immer Kälter und ich musste zusehen, dass ich endlich ein Dach über den Kopf bekam. Es war doch mein Ziel, dieses Jahr noch in meine eigenen vier Wände zu ziehen. Es musste nichts großes sein... aber eben ein Eigenheim. Ich wollte meinen Eltern beweisen, dass ich auch alleine Leben konnte. Natürlich, sie würden es nie erfahren und ich war auch nicht so töricht ihnen einen Brief zu senden. Aber allein die Tatsache, dass ich es wusste, reichte mir. Ein kurzes anrempeln war mich wieder in die Gegenwart, perfekte Überleitung!

"Hey, pass doch auf!" Blaffte ich den Passanten an, der ebenfalls ein paar unfreundliche Worte zurück knurrte. Allerdings war es so schnell wieder im Gedränge verschwunden, dass ich nichteinmal sein Gesicht sehen konnte. Schlimm war das heute. "Wir sind hier wirklich nur im Weg." Ich hob meine Hand und deutete nach Westen. "Dort ist ein Gasthaus, dass sich 'Der blaue Eber' nennt. Es ist ein kleiner Familienbetrieb und wirklich gemütlich. Ebenfalls ist es eine beliebte Unterkunft für Reisenden... Wenn die Person die du suchst in Kuran Khel war, dann könnte sie dort untergekommen sein. Vielleicht kann sich die Wirtin ja erinnern. Damit hätten wir einen ruhigen Ort ohne Gedränge und vielleicht hast du einen neuen Anhaltspunkt." Schlug ich Mikado vor und grinste leicht. Diesmal war es ehrlich und nicht von Betrübnis geprägt. Ich half gerne Menschen, besonders, wenn sie jemanden suchten, den sie vermissten. Gut okay... vielleicht half ich hier auch gerade einem Kopfgeldjäger sein Opfer zu finden... aber hey, ein Kopfgeld wurde selten ohne Grund verhängt. Ich redete mir also fleißig ein, das richtige zu tun und wartete auf seine Antwort zu meinem Vorschlag.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mo Jan 12, 2015 1:46 am

Mikado dachte eine Weile darüber nach wie Rauly seine Aussage wohl deuten würde, dass er floh und zugleich jemanden suchte. Er hatte viel Spielraum gelassen. Vielleicht floh er vor dem was er selbst in seiner Vergangenheit getan hatte. Vielleicht floh er auch davor was andere ihm antaten. Oder er floh davor, was er sah, auch wenn es ihn selbst nicht betraf. Es war nicht sicher wen oder was er suchte. Einen Freund, ein Familienmitglied, seine Geliebte oder seinen Geliebten, eventuell suchte er aber auch nur nach jemandem, auf den ein Kopfgeld ausgesetzt war. So genau konnte sein Gegenüber das unmöglich sagen und das allein ordnete er als genialen Schachzug ein. Auch wenn es auf den ersten Blick schien, als habe er viel über sich verraten, wusste Rauly doch im Endeffekt kaum mehr als zuvor. Noch immer sollte es unmöglich sein ihn wirklich einzuschätzen, das gefiel ihm. Ihm gefiel dieses Gefühl der Überlegenheit und das Gefühl die Schritte des anderen vorhersehen und einschätzen zu können, wärend er selbst sich im Nebel bewegte - dieses Gefühl der vollendeten Macht. Das Gefühl des Wissens. Der berechtigten Selbstsicherheit. Nicht dass er jemals verunsichert wäre, aber in solchen Situationen war es noch stärker als sonst. Zugleich aber schien auch sein Gegenüber ein guter Spieler zu sein, er hatte seine Mimik nahezu perfekt unter Kontrolle, dem blonden Auftragskiller fiel es schwer etwas aus den kaum sichtbaren Regungen zu lesen. So schwer, dass er ehrliche Bewunderung und ehrlichen Respekt eingestehen musste. Er hatte selten eine so interessante und disziplinierte Person getroffen. Ja er fand zusehens gefallen an dem Jungen, obwohl dieser auf den ersten Blick und auch nach einigem Hinsehen etwas befremdlichen und auffällig wirkte, vielleicht war er genau darum relativ unbemerkt. Fragen über Fragen. Und mit jeder Sekunde kamen Überlegungen hinzu, die er sich nicht beantworten konnte und umso länger das Gespräch andauerte, desto weniger Antworten würde er wohl finden. Dennoch hatte er nicht vor die Konversation vorzeitig zu unterbrechen, das würde sich noch ganz von allein ergeben. Die Äußerung, dass es ihm das Leben übel mitgespielt zu haben schien und den mitleidigen Blick übersah Mikado gekonnt und reagierte darauf nur mit einer abwertenden Bewegung mit der Hand und einem selbstsicheren, leicht sarkastischen Lächeln, wenn das überhaupt eine Reaktion darauf darstellte.

Rauly ging auf den Themawechsel ein. Er berichtete, dass er mal hier und mal dort arbeitete und dass man, nur weil man aus höheren Kreisen kam nicht die Füße hochlegen konnte. Sein kurzes, eher freudloses Lachen unterstrich zudem den letzten Anhang, dass dies besonders so sei, wenn die Alten geizig waren. Er sprach nicht respektvoll von seinen Eltern und nicht liebevoll. Also dürfte das Verhältnis innerhalb seiner Familie recht angespannt sein, wer weiß? Vielleicht war er sogar von zu Hause abgehauen. Das würde zumindest seine gerade ausreichenden, teils fast vorsichtigen Antworten erklären, besonders wenn er aus einer wohlhabenden Familie stammte und seinen Eltern etwas an ihm lag wäre es gar nicht abwegig, dass man nach ihm suchen ließ. Mikado selbst ginge es vermutlich nicht anders, wäre er nicht angeblich tot. Er hatte sich schon lange mit seiner derzeitigen Existenz angefreundet und gelernt seine Vorteile daraus zu ziehen, aber es gab eben auch Nachteile und besonders der Körper eines 15jährigen störte ihn enorm. Schließlich war er in den letzten zehn Jahren schlichtweg nicht gealtert, zumindest nicht körperlich. Sicherlich, man konnte leicht merken, dass er älter war als es schien, schon daran wie er auftrat, wie er sich verhielt. Aber es störte ihn trotzdem. "Du scheinst deine Familie nicht sonderlich zu schätzen, versteh mich nicht falsch, meine interessiert es nicht was mit mir geschehen ist oder geschehen wird. Und ich muss dich geradezu bewundern, es ist nicht immer einfach wenn man seine eigenen Weg wählt." Das 'geradezu' hatte den Beiklang von 'fast' trotzdem waren die Worte nicht gelogen wie sonst so oft. Der Blonde konnte ein Lied davon singen, wie schwierig es sein konnte. Lange Zeit hatten seine Eltern nicht von seiner Ausbildung und seinen Machenschaften gewusst, als sie es herausfanden, interessierte es sie nicht immerhin war er nie das perfekte Kind dass sie wollten. Und Shiva, seine Schwester machte sich unglaubliche Sorgen um ihn, versuchte ihn abzuhalten und er hatte keine Wahl als sie zu verletzen, um seinen Willen zu bekommen - damals hatte ihn das noch interessiert.

er wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen, die unauffällig gewesen waren, da sich sein Gesichtsausdruck nicht veränderte, als Rauly angerempelt wurde und einen kurzen verbalen Schlagabtauch mit dem Passanten vorführte. Er hatte wohl nur auf einen solchen Übergang gewartet, denn er hob eine Hand und deutete gen Westen, während er von einem Gasthaus erzählte. Einem kleinen Familienbetrieb der sich 'Der blaue Eber' nannte und der wohl recht beliebt bei Reisenden war. Wenn die Person die er suchte in Kuran Khel gewesen war, dann wäre sie eventuell dort gewesen. Hatte Rauly eine Ahnung, dass er vielleicht einem Kopfgeldjäger half? Soweit wäre das gar nicht gefehlt. Immerhin war er Auftragskiller, auch wenn er in diesem Falle nicht sicher war, ob er die gesuchte Person umbringen wollte. Rache nehmen aufjedenfall, aber es wäre zu einfach seinen Rivalen gleich zu töten. Er wollte ihn leiden sehen. Also wie vereinbarte der Blauäugige es mit seinem Gewissen, dass er vielleicht einem Killer half sein Opfer zu finden? Verdrängte er es einfach? Oder redete er sich irgendetws ein? Mikado konnte es sich nicht erschließen, auch wenn es ihn interessierte. Nur direkt danach fragen könnte er wohl kaum. Das wäre zu auffällig und so dumm war er dann doch nicht.
Den Vorschlag quittierte der Blonde mit einem Nicken und einem eleganten Deut in westliche Richtung, wobei er die schlanken, mädchenhaften Finger leicht anwinkelte und nur den Zeigefinger vollständig ausgestreckt ließ. "Nun denn Rauly, ich überlasse dir die Führung, ich kenne Kuran Khel noch nicht und habe wenig Lust mich noch zu verlaufen", wies er dem äußerlich älteren mit einem charmanten Lächeln die Führung zu.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Do Jan 22, 2015 9:48 pm

(Sorry, dass ich so lange gebraucht habe und etz nur so was winziges kommt x.x Aba zum umposten is mir leider nicht mehr eingefallen >.< Der nächste wird wieder länger! D:)

Kaum hörbar sog ich die Luft ein, als er auf meine Eltern zu sprechen kam. Oh, komm schon Rauly, versuch doch wenigstens für ein paar Minuten deinen Hass auf diese Gestalten zu dämmen. Ich mein.. sie haben es doch schon schwer genug im Leben, mit dir als Sohn. Außerdem musste doch nicht jeder von den ausgearteten Differenzen wissen. Um meinen Ärger etwas zu dämmen, ging ich gar nicht groß auf seine Aussage ein. Tat mir zwar irgendwie leid, aber ich würde irgendwann wirklich einen Zustand bekommen, wenn ich noch weiter darüber nachdachte. Ich würde mich geradezu in Rage denken.... Minimal peinlich. Aber nur minimal.

"Ach verlaufen kann man sich hier doch so gut wie gar nicht." Der Sarkasmus troff nahezu aus jedem Buchstaben. Ich dachte an meine erste 'Expedition' in dieser Stadt zurück. Das war wirklich ein verdammtes Abenteuer, auch wenn es nicht als solches geplant war. Immerhin hatte ich an einem Tag die halbe Stadt gesehen. "Und selbst wenn, so gibt es doch immer ein paar nette Passanten, die nichts lieber tun als einem verirrten Reisenden den Weg zu weisen." Dabei deutete ich auf einen Händler, der gerade bemerkt hatte, dass er um ein paar Münzen betrogen wurde. Die ersten Schaulustigen hatten sich auch schon um die beiden versammelt und schlossen sicher schon Wetten ab. Ich würde auf den Händler tippen. Allerdings hatte ich nicht vor dem Spektakel bei zu wohnen und deutete mit einer kurzen Kopfbewegung in die Richtung, in die wir mussten.

"Lass dich einfach vom Strom treiben, ich sag dir, wann du dich aus der Meute retten musst." Erklärte ich kichernd und ordnete mich in ein. Ich hatte keine Lust auf Streitigkeiten, die ich allerdings unweigerlich provozieren würde, wenn ich im 'Gegenverkehr' lief. Wie eine Herde Rinder trieben wir also durch die Gassen, angeführt von einem imaginären Leittier und ohne wirklich etwas von der Umgebung mit zu bekommen. Es war einfach zu viel Trubel um einen herum. Zudem musste man ja auch noch aufpassen, dass ein Straßenkind nicht die Gunst nutzte und die Geldbörse oder etwas anderes stahl.


tbc: Malad Lin -> Kuran Khel -> Gasthaus Blauer Eber
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