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 Marktviertel

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BeitragThema: Marktviertel   Mo Mai 27, 2013 3:50 pm

In einer so alten und großen Stadt wie Kuran Khel gibt es nicht einfach nur einen Marktplatz, vielmehr verteilt sich die Unmenge an Läden und Händlern über ein Areal das mehrere Plätze, Straßen und Gassen umspannt. Dieser farbenfrohe Teil der Stadt biete eine Fülle von Geschäften die sich an jede Art von Kunden richtet, vom einfachen Gemüsestand auf einem Holzkarren bis hin zum edlen Juwelier in einem Fachwerkhaus. So ist es kein Wunder das beinahe jeder Bewohner der Stadt mindestens einmal am Tag in diesen Bereich kommt, sei es um einzukaufen oder zu arbeiten. Diese Menge an Menschen zieht allerdings auch weniger gut gesinnte Wesen an und vor allem den reichen Besuchern ist wohlgeraten auf ihre Geldbörsen aufzupassen und sich von den kleineren dunklen Gassen fernzuhalten, den nicht alle Unfälle können von der Stadtwache die des öfteren Präsenz zeigt verhindert werden.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mo Mai 27, 2013 8:43 pm

Pp: Alte Mine
Trotz sämtlicher Bemühungen schaffte es Roye nicht Kuran Khel zu erreichen ohne das die Sonne bereits tief am Horizont stand. Zwar beschleunigte das Wissen das man bis zum erreichen seines Ziels nichts mehr zu trinken bekam die Schritte aber dennoch war der Weg nicht gerade kurz gewesen und die Spitzhacke welche er mit sich schleppte machte es auch nicht einfacher. Abgesehen davon jedoch verlief ihre Reise erstaunlich ereignislos, auch wenn ihm das nach den Erlebnissen in der Mine gerade recht war. Roye sprach während des Trips nicht viel sondern bevorzugte es stattdessen in Ruhe zu laufen und bestenfalls ab und zu die Landschaft zu kommentieren die größtenteils aus Wiesen und Feldern bestand. Unterwegs nahm Roye einen Streifen Trockenfleisch zu sich und bot Sereena dasselbe an, allerdings schien sie dankend abzulehnen.Er konnte es ihr nicht verdenken war diese Art von Reiseproviant doch alles andere als eine kulinarische Köstlichkeit. Dennoch hatte Roye es zu schätzen gelernt und mit der Zeit gewöhnte man sich auch an die Konsistenz …. und den Geschmack.

Es war schon ein beeindruckender Anblick als sie schließlich zu den Stadtmauern gelangten, welche von der Abendsonne goldrot angestrahlt wurden. Roye nickte einem Wächter im vorbeigehen zu, als sie schließlich durch ein kleineres Tor in die Stadt hineingelangten. Er hätte ja ein paar erklärende Worte über die Anlage zu besten gegeben, allerdings schien seine Begleiterin viel zu sehr damit beschäftigt zu sein verträumt jeden einzelnen Ziegelstein anzustarren, daher sparte sich Roye seine Worte. Aus seiner ersten Erfahrung schlau geworden, wählte er diesmal einen Weg in die Stadt hinein welcher nicht etwa durch die Armenviertel führte sondern über die wesentlich saubereren und angenehmeren Märkte. Es herrschte immer noch ein reges Treiben da die meisten Händler mit zusammenpacken beschäftigt waren, oder die letzten Kunden versuchten noch ein Schnäppchen zu erstehen. Roye ignorierte die Geschäfte weitestgehend und Schritt zügig auf den Platz zu, den er als Treffpunkt mit seinem Auftraggeber ausgemacht hatte, nur das er dabei häufig anhalten und auf Sereena warten musste die sich wesentlich weniger zügig von der einen oder anderen Attraktion wegbewegte. Wirklich übel nehmen konnte er es ihr allerdings nicht, im Gegenteil ihre fast schon kindliche Begeisterung hatte etwas ansteckendes.
Während eines dieser Stopps passierte etwas ungewöhnliches, Roye´s Sicht verschwamm für einen Augenblick und ein unscharfes und schwarzweißes Bild mehrere Gitterstäbe tauchte plötzlich vor seinen Augen auf. Noch ehe er in der Lage war darauf zu reagieren zerrte Sereena ihn am Ärmel jedoch bereits weiter und das Bild verschwand genauso schnell wie es gekommen war, ohne das er wirklich zeit gehabt hätte darüber nachzudenken.

Schließlich erreichten sie einen kleineren Platz dessen Mitte von einer bronzenen Statue irgendeiner Gottheit eingenommen war und den Roye als Treffpunkt ausgemacht hatte. Tatsächlich wartete der Mann bereits auf sie und kam ihnen schnurstracks entgegen um seine Spitzhacke in Empfang zu nehmen. Roye setzte nur ein stoisches Lächeln auf als Antwort auf den Dank den die Tat ihm entgegenbrachte und war mehr damit beschäftigt die Münzen zu zählen für die sie beide ihr Leben riskiert hatten anstatt dem Mann sonderliche Beachtung zu schenken.
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Sereena
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Di Mai 28, 2013 10:09 pm

cf: Alte Mine

Mit einer geradezu grenzenlosen Begeisterung lief ich Roye hinterher. Ich wollte weder essen, noch trinken, noch pausieren oder dergleichen. All dies hätte mir zu viel wertvolle Zeit geraubt. Zwar war auch die Landschaft um uns herum sehr ansprechend und selbst die Tierwelt kreuzte ab und an unseren Weg... doch war dies alles nicht mein Ziel und somit auch weniger interessant für mich. Die Mauern erblickten wir erst, als Rycas schon seine letzten Strahlen über diese Welt schickte um Ascardia den Weg zu ebenen.

"Sieh nur! SIEH NUR!" Auch wenn meine Beine schmerzten und drohten einzuknicken, ich beschleunigte mein Tempo und blieb erst kurz vor der Mauer stehen. Gebannt starrte ich mir das Gebilde an. Sie war mindestens... viel größer als ich! Und so etwas wurde mit eigenen Händen gebaut. Das war wirklich eine Glanzleistung und verdiente Respekt in meinen Augen. Wer waren wir Götter? Natürlich haben wir diese Welt erschaffen, doch sicher haben wir sie nicht selbst gebaut. Nicht jeden Klumpen Erde auf Erde geschlichtet um diese Welt zu formen. Wir hatten eine Macht, die uns ausmachte und wenn diese erlischt, dann waren wir auch nur Menschen. Menschen die nichts konnten, weil sie sich all die Jahre darauf verlassen haben, dass sie mächtig, unsterblich und unantastbar waren. Doch darüber wollte ich nun nicht nachdenken.

Zusammen mit Roye betrat ich Kuran Khel und kam aus dem sehen und staunen nicht mehr heraus. Karren, Händler, Läden, alte Gemäuer und Häuser. Natürlich wusste ich, dass es hier am Abend ruhiger zuging, als am Mittag. Aber dennoch war ich jetzt schon überwältigt von dem was ich sah. Stunden hätte ich mir die Waren ansehen können, die manche versuchten mir unterzujubeln. Am liebsten wäre ich wohl in jede Gasse gerannt um zu sehen, was ich dort finden würde. Doch habe ich in meiner Euphorie natürlich nicht völlig vergessen, was er mir über diese Stadt erzählt hatte. Ich versuchte also zumindest in seiner Nähe zu bleiben... was leichter gesagt als getan war. Irgendwie war er viel zu schnell unterwegs, manchmal musste ich ihn sogar ausbremsen oder zurückziehen, damit ich die Chance hatte etwas genauer zu betrachten oder mir etwas von ihm erklären zu lassen. Da ich aber wusste, dass wir hier auch noch etwas zu erledigen hatten, ließ ich mich später etwas ruhiger durch die Straße führen. Aber würde ich diese Orte morgen noch einmal besuchen, dass hatte ich mir vorgenommen.

Vor einer bronzenen Statue - schätzungsweise von Iriria, das würde zumindest die Augenbinde erklären - blieben wir stehen. Ein Mann mittleren Alters kam auf uns zu, sein Blick hing geradezu an der Spitzhacke. Dies war dann wohl also der Auftraggeber. Er nahm sofort die Spitzhacke an sich und drückte Roye einen ledernen Beutel mit Münzen in die Hand. Er bedankte sich artig und dennoch war ich kurz davor ihn zu fragen, warum er für die Spitzhacke so ein Tamtam gemacht hatte. Doch dann besann ich mich eines besseren. Ich wollte hier ja keine Aufmerksamkeit und da war eine unbekannte reisende weniger interessant als eine durchgeknallte Furie. Als er ging, glücklich mit seiner Spitzhacke in der Hand, drehte ich mich wieder zu Roye um.

"Komischer Kauz..." murmelte ich, warf noch einen letzen Blick auf den Spitzhackenbesitzer, bevor ich ihn endgültig aus meinen Gedanken verbannte. "Wie auch immer. Vielen Dank für deine Eskorte und bitte entschuldige mein.. sehr unbeherrschtes auftreten. Da es langsam dunkel wird, werde ich mich wohl in ein Gasthaus einfinden um dort zu nächtigen. Morgen werde ich dann die Stadt genauer erkunden." Ich konnte ein kleines kichern nicht unterdrücken. Ich fühlte mich nach tausenden von Jahren wie das kleine Kind, welches ich nie gewesen war. Und es machte schrecklich viel Spaß. "Du... weißt nicht zufällig wo ich ein solches finden kann?" Fragte ich dann, als mir plötzlich einfiel, dass ich noch keines gesehen hatte und ich auch nicht wusste wohin ich nun gehen sollte.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mi Mai 29, 2013 9:47 pm

Zufrieden mit sich lies Roye den größten Teil der Münzen in seiner Tasche verschwinden und blickte dem Mann eine Weile nach. Warum diese Spitzhacke ihm den ganzen Aufwand wert war blieb für Roye ein Rätsel, allerdings würde er den Mann dafür nicht beurteilen. Irgendwo fand er es sogar verständlich eine gewisse Bindung zu einfachen Objekten aufzubauen, so würde er seinen Mantel wahrscheinlich auch nicht einfach so ersetzten wollen, war es schließlich eines seiner ältesten Besitztümer, das ihn schon eine lange Zeit auf seinen Reisen begleitet hatte. „Seine Bezahlung war jedenfalls nicht schlecht.“ erwiderte Roye mit einem Schulterzucken und grinste ein wenig als Sereena ihm nach einen Gasthaus fragte. So langsam schien auch sie einige Dinge zu realisieren. „Und womit genau hast du vor dein Zimmer zu bezahlen?“ fragte er, bevor er ihr schließlich eine handvoll Münzen in die Hand drückte. „ Irgendwas sagt mir das du nicht vorhast den Rest des Abends mit Tellerwaschen zu verbringen daher nimm sie einfach.“ unterband der junge Mann jedweden Protest den seiner Begleiterin auch vorbringen wollte und sah sich für einen Moment nachdenklich um. Sein Orientierungssinn neigte dazu außerorts besser zu sein und es dauerte ein wenig eher er sich den Weg ins Gedächtnis gerufen hatte. „Wenn du über den nächsten Platz gehst, dann der linken Straße folgst, anschließend auf die Hauptstraße wechselst und dann immer Richtung Stadtmauer läufst, müsstest du an einem Haus mit einem blauen Wildschein als Schild vorbeikommen. Es ist nicht allzu luxuriös, aber die Zimmer sind Rattenfrei.“ erklärte er und wies Sereena damit den Weg zu dem Haus in der er seine letzte Nacht in der Stadt verbracht hatte. „Falls die Wirtin meint das kein Zimmer mehr frei sei, sag ihr einfach das du ein Freund des jungen Herrn bist der ihr bei ihrem Problem mit dem löchrigen Wassereimer ausgeholfen hast.“ fügte Roye hinzu als ihm einfiel das es bei seinem letzten Besuch dort durchaus voll gewesen war und kratzte sich etwas Verlegen am Kopf.

Schließlich raffte er sich zusammen und verabschiedete sich mit einem Lächeln von Sereena unter der Begründung das er noch etwas auf dem Marktplatz zu erledigen hätte. Sie schien zwar etwas überwältigt allerdings traute Roye ihr durchaus zu den Weg alleine zu finden. Außerdem musste er an die fortgeschrittene Stunde denken, wenn er einen Teil seines frisch erworbenen Geldes noch Umsetzten wollte. So drehte er sich noch einmal um und winkte Sereena zu ehe er in der Menge verschwand.
Roye hatte die Hoffnung kurz vor Ladenschluss noch einige übrig gebliebene Dinge günstig zu erstehen, zumal die meisten Händler um diese Zeit eher gewillt waren sich von ihrer Ware zu trennen als zur Mittagszeit wenn man um jede Gallade feilschen musste, etwas das ihm nicht gerade lag. So gelang es ihm tatsächlich einen Streifen Leder günstig zu erstehen von einem Händler der gerade dabei war seine Reste zusammenzupacken. Roye nahm gerade ein paar übrig gebliebene und leicht eingedellte Äpfel einen Stand weiter in Augenschein als ihn ein tierisches Kreischen und einige Laute Rufe aus seinen Gedanken riss. Ein paar Meter weiter kämpfte ein Mann damit ein kleines Tier in einen Käfig zu zwängen, welches sich nach Kräften wehrte. Angelockt von dem Lärm näherte sich Roye und beobachtete ausdruckslos, wie der Händler es schließlich schaffte das Fien zu bändigen, sich dabei allerdings einige blutige Kratzer zuzog. Wirklich Mitleid mit ihm konnte Roye jedoch nicht haben anhand der Flüche die der Mann dabei von sich gab. Viel eher richtete er seine Aufmerksamkeit auf das Rest des Angebots des Händlers der sich scheinbar auf Kleintiere Spezialisiert hatte. Neben den üblichen Meerschweinchen und Valuks die brav in ihren Käfigen saßen, sowie den Fien das weitaus weniger still sein Schicksal beklagte, fiel ihm ein kleines braunes etwas auf, das sich nicht nur in einem Käfig befand, dessen Gitterstäbe Roye seltsam vertraut vorkamen, sondern ebenfalls angekettet war und ausdruckslos auf die Straße hinaus starrte. Für einen Moment kreuzte sein Blick den von Roye, ehe das Tier sich scheinbar lethargisch wieder niederlegte. „Intressiert dich das Anachal?“ fragte ihn eine raue Stimme die Zweifelsohne dem Händler gehörte. Roye nickte stumm und es fiel ihm schwer seinen Blick abzuwenden. „Listige kleine Viecher. Können durch Käfige genauso einfach wie durch Wände gehen, deswegen die Ketten.“ sprach dieser weiter. „Wieviel?“ „Hundert fünfzig Galladen und sie gehört dir“ Roye gab ein Seufzen von sich und wollte bereits weitergehen, da dies eindeutig über seinen Verhältnissen lag, so sehr er das kleine Tier auch aus seiner misslichen Lage befreien wollte. Er hatte bereits Anachal in den Nymphenwäldern herumtollen sehen und diese lebhaften Geschöpfe in guter Erinnerung behalten, dagegen kam ihm dieses Exemplar fast schon traurig vor, soweit von seiner Heimat entfernt und nicht einmal mehr gegen seine Situation ankämpfend. Gerade jedoch als er dabei war sich auf dem Absatz umzudrehen verschwamm seine Sicht erneut und er sah sich plötzlich selbst, nur das er sich dabei aus dem Käfig heraus betrachtete. Langsam realisierend trat er wieder näher heran und streckte einen Finger durch die Gitterstäbe an dem das Tier hoffnungsvoll zu schnuppern schien, sich aber weiter nicht rührte. Roye blickte dem Händler entschlossen in die Augen und was folgte war ein langes Kräftezehrendes Streitgespräch, bei dem die ein oder andere Beleidigung fiel und das schließlich damit endete das ein aufgebrachter Roye dem Händler die Münzen die er mit sich trug ins Gesicht warf, sich den Käfig schnappte und schnellen Schrittes um die nächste Ecke verschwand. Er konnte zwar weitere verärgerte Rufe und Schimpfwörter hinter sich hören, allerdings setzte der Mann nicht zu Verfolgung an sondern machte sich daran die Münzen vom Boden aufzusammeln. Roye schüttelte lediglich den Kopf und machte sich reichlich spät zusammen mit seiner neuen Begleiterin auf den Weg zum Gasthaus.
tbc Zum blauen Eber
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Sereena
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Do Mai 30, 2013 12:30 pm

Wie ich.. mein Zimmer bezahlen sollte? Oh.. daran hatte ich wirklich nicht gedacht. Mit meiner vollen Macht hätte ich einfach dem Wirt einen Tagtraum zukommen lassen, der es mir sicher ermöglichte kostenlos dort zu nächtigen. Aber in meinem jetzigen Zustand würde ich es nicht schaffen. Bevor ich weiter überlegen konnte, drückte er mich schon ein paar Münzen in die Hand. Ich lief Feuerrot an und bedankte mich artig, wenn auch sehr scheu und leise. Es war irgendwie peinlich so macht- und hilflos zu sein. Und ihm dafür etwas geben konnte ich auch nicht. Furchtbar.

Seine Wegbeschreibung war schlüssig und ich glaubte keine Probleme zu haben, das Gasthaus mit dem Wildschwein zu finden. Zusätzlich gab er mir noch den Tipp, dass ich ihn bei der Wirtin erwähnen sollte, wenn sie kein Zimmer frei hätte. Somit war meine Unterkunft im Prinzip schon gesichert.

"Ich weiß gar nicht wie ich dir danken soll. Du hast mich heute schon ein paar mal gerettet und... ich weiß gar nicht wie ich das wieder gut machen kann. Aber ich werde mir etwas einfallen lassen!" Es war ein Versprechen und eine Göttin hielt dieses auch ein, komme was da wolle. Als er sich schließlich von mir verabschiedete um noch ein paar Sachen auf dem Marktplatz zu erstehen, machte ich mich auf dem Weg zu dem beschriebenen Gasthaus. Natürlich schaffte ich es nicht ohne Umschweife dahin zu laufen. Viel zu Neugierig war ich ab und an und besah mir manches genauer. Aber ich trieb mich dennoch zu Eile, so würde die Sonne nicht mehr ewig am Himmel stehen und dann diese Stadt in Dunkelheit tauchen. Am Ende würde ich mich dann wohl doch noch verlaufen.

So folgte ich artig seiner Beschreibung, bis ich letzten Endes vor dem genannten Gasthaus mit dem Wildschwein stand. 'Der blaue Eber' prangte auf einem verwitterten Schild über der Eingangstüre. Darunter sammelten sich ein paar durchreisende Händler oder Reisende, die etwas zusammen tranken. Ihrer Laune nach zu urteilen etwas alkoholisches. Ich schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter und betrat so schnell es mir möglich war das Gasthaus, ohne denen die Chance zu geben mich anzusprechen. Mit Erfolg.

tbc: Malad Lin - Der blaue Eber
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mi Aug 28, 2013 2:10 pm

Nathan & Naim
» and the memory remains like blood on my sleeve
Wie ich es hasste. All die Stände, die Gerüche, all die wunderbaren Angebote. Mit etwas mehr Erfolg im Leben wäre all das nur halb so schlimm, aber in meinem Geldbeutel herrschte wieder einmal gähnende Leere. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich davon ausgehen, dass er vor Hunger schrie wie ein junger Vogel im Nest. Nicht zu vergessen, dass ich ein kleines Kerlchen an der Seite hatte, das Städte nicht gerade mit offenen Armen empfing. Was aber erwartete man von einem Dryaden? Zumindest hätte ich niemals geglaubt, auf einen kriegerischen Dryaden zu treffen. Städte mochte er aber dennoch nicht. Was erwartete ich auch schon? Doch ich schwörte, wenn ich nicht bald ein weiches Bett bekam, würde ich ihn eintauschen. Aber was machte ich mir vor? Niemand wollte so ein aufbrausendes, quengelndes Kind. Naim raubte jeden den letzten Nerv und ich war froh, wenn er dieses Mal keinen Ärger anrichtete. Ich wollte bloß etwas Ruhe. Proviant kaufen, von dem bisschen Geld, dass ich noch hatte und nicht gleich in irgendeinen Ärger hinein geraten. Einen Verbrecher schnappen, das war ein schöner Traum. Wir würden sicher Steckbriefe finden, wenn Naim nur geduldig genug war, es in dieser Stadt auszuhalten. Doch daran zweifelte ich. Ich verstand noch immer nicht wie man einen Ast einem weichen Bett vorziehen konnte. Es war mir ein unlösbares Rätsel.

Während ich meinen Blick über all die Waren schweifen ließ, die die Händler so anzubieten hatten, hoffte ich immer inniger, dass Naim keinen Ärger machen würde. Ich befürchtete schon fast, dass er jeden Augenblick auf einen Stand springen und irgendwas von Gerechtigkeit faseln würde, wenn er bemerkte, wie kleine Tierchen in Käfigen gepfercht zum Verkauf angeboten wurden. Nicht, dass es mir leicht fiel, in die traurigen, überaus niedlichen Knopfaugen eines Valuk zu schauen, aber ich wollte mich schlicht und ergreifend nicht auf unnötigen Stress einlassen. Man musste sich Prioritäten setzen. Und meine Priorität war definitiv kein niedliches Tierchen, sondern Geld. So hielt ich Ausschau nach einem Job, während all die Händler versuchten, den Leuten ihre Waren anzudrehen. Es gab so viele verschiedene Gestalten im Marktviertel, dass ich keinen Augenblick daran zweifelte, dass es mehr als nur einen Händler gab, der es vorziehen würde, mich über den Tisch zu ziehen. Mein Blick fiel auf einen Händler, der mit seinen tiefen Augenringen und dem hämischen Grinsen auf den Lippen alles andere als vertrauenerweckend wirkte. Seine Kleidung ein wenig feiner, seine Wampe offenbar gut gefüllt - nein, diesem Herrn ging es definitiv nicht schlecht. Er wirkte sicher in seinem Handwerk. Dieser Kerl hatte offenbar schon viele über den Tisch gezogen und jene blasse Gestalt, die sich anhörte, was er zu sagen hatte, fiel offensichtlich auf ihn herein.

Schon erwischte ich mich wieder einmal bei dem Gedanken "besser sie, als ich" und schüttelte seufzend den Kopf. Es war nicht meine Schuld, wenn sie sich übers Ohr hauen ließ. »Gibt es irgendwas, was du noch brauchst, Naim?« Abgesehen von Bäumen und Blumen. Ich wandte mich nicht einmal meinem Partner zu, als ich sprach. Stattdessen ließ ich meinen Blick weiter über die verschiedensten Waren schweifen. Kräuter, die heilende Wirkung haben sollten, Töpferwaren aus anderen Teilen der Welt, Schnitzereien und allerlei Krimskrams, den man nicht zwingend benötigte. Wie schafften diese Händler es bloß, ihre Waren erfolgreich zu verkaufen? Und wer bezahlte allen ernstes Geld für so einen Mist? Ich jedenfalls würde meine Galladen dafür nicht verschwenden. Was wollte ich auch mit Schnitzereien? Sie einem Verbrecher an den Kopf werfen, bis dieser heulend zusammenbrach? Dann konnte ich doch gleich das bisschen Geld wegwerfen, das ich besaß - und das kam definitiv nicht in Frage! Manchmal musste der Geiz eben doch gewinnen. Mit etwas anderem als Proviant oder anderen nützlichen Hilfsmitteln würde ich hier nicht weggehen.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Do Aug 29, 2013 5:34 pm

             Naim + Nathan          #1
Offizielles Chaos-Kopfgeldjäger-Kommando!

Wie ich es hasste! Wie ich ihn gerade hasste! WIE ICH EINFACH ALLES IN DIESEM MOMENT ABGRUNDTIEF HASSTE!!! Da hatte man sich gerade auf einen tollen Tag gefreut und wo wurde man dann hingeschleppt? In eine Stadt. Eine verdammte große, gigantische, hässliche, überfüllte Stadt. Nein. Er hatte sich kein kleines Dörfchen zum Einkaufen aussuchen können. Es musste eine Metropole sein! Die Hauptstadt! Der wollte mir doch ein Eichhörnchen aufbinden! Das hatte er garantiert mit Absicht gemacht! Immerhin wusste Mister Neunmalklug Nathan doch immer alles, also garantiert auch wie sehr ich Städte verabscheute. Dafür würde er büßen! Dafür würde ich seinen Hut noch Millionen mal klauen! Er sollte leiden! Er sollte den Zorn des großen, unbesiegbaren Naim zu spüren bekommen! Genau wie auch noch alle anderen bescheuerten Leute hier, vor allem diese bekloppten, verachtenswerten Händler, die hier auf dem Marktplatz ihren Mist verkauften. In mir kochte die Wut, wenn ich mich so umsah! Nicht nur, dass es hier nirgendwo auch nur ein einziges Bäumchen in der Nähe gab, es musste auch noch scheinbar ganz Idon auf den Beinen sein und glücklich durch die Straßen schlendern. Waren die denn alle blind? Sahen diese Volldeppen nicht was hier abging? Das konnte man doch nicht dulden! Am liebsten wäre ich zu jedem einzelnen der Verkäufe gestürmt, hätte ihn am Kragen gepackt und ihm ordentlich die Meinung gegeigt, doch am schnellsten kam ich wohl aus diesem Drecksloch raus, wenn ich nicht allzu viel Aufstand machen würde. Wer weiß? Sonst würde mich Nathan noch zwingen in einem BETT zu schlafen? Das wäre der Untergang, ich sags euch! Trotzdem. Jeder Stand an dem wir vorbeikamen ließ mich vor Wut mehr und mehr brodeln. Was mich so sauer machte? WAS MICH SAUER MACHTE??? Zuerst einmal boten all die Obsthändler hier ihre Lebensmittel als "unglaublich frisch" oder "von bester Qualität" an. Hatten die einen an der Klatsche? Jedes Kind wusste doch, dass Früchte nur gut schmeckten, wenn man sie direkt vom Baum oder Strauch aß und nicht, wenn sie schon tagelang auf irgendeinem Tisch lagen! Aber das größte Übel kam erst noch. Und wenn ich Übel sage, dann meine ich wirklich wirklich übel. So übel, dass mir beim Anblick beinahe das Frühstück hoch kam. Zuerst hörte ich nur Schreie. Hilfesuchende, klägliche, ohrenbetäubende Schreie. Als ich dann erkannte woher sie wirklich stammten, war ich so geschockt, dass ich nur mit weit aufgerissenen Augen und offenem Mund vorbeigehen konnte. Tiere. Hilflose Tiere, brutal in Käfige gestopft und dann wie Kartoffelsäcke verkauft. Wie konnte man so etwas nur tun? Warum zur Kiefer war so etwas Grausames überhaupt erlaubt? Eigentlich müsste nach solchen Leuten mit Steckbrief gesucht werden, dann könnten Nath und ich sie verprügeln, gefangen nehmen und ausliefern, sodass sie ihre gerechte Strafe bekommen würden! Ich konnte nicht dabei zusehen! Ich MUSSTE etwas tun!

Ich hatte bereits die Hände zu Fäusten geballt und war kurz davor auf diesen Unmenschen los zu gehen, als plötzlich mein Partner das Wort erhob. War ja klar! Der Kerl schien sich mal wieder einen Dreck darum zu scheren, was um ihn herum geschah. Hatte er beim Versuch seine Magie zu wirken etwa sein Herz eingefroren, oder vielleicht sein Gehirn, dass er nicht mehr klar denken konnte? Eine bessere Erklärung hatte ich nicht. Doch seine Worten brachten mich nur mehr und mehr zum Kochen. "HALT DOCH DIE KLAPPE DU TROSTLOSER HÄSSLICHER EISBERG!", schrie ich so laut wie möglich, sodass es wahrscheinlich der halbe Marktplatz gehört hatte. Sollten sie doch! Sie konnten ruhig alle wissen was für ein herzloser Kerl mein Partner war! Pah! Der konnte mich mal. Mit einem patzigen Seufzer drehte ich mich symbolisch von ihm weg, hob das Kinn leicht nach oben und verschränkte die Arme vor der Brust. Der brauchte gar nicht versuchen auch nur noch irgendwie mit mir zu reden! Ich ging jetzt Tiere retten, egal was Nathan davon hielt. Naim der Held - Kämpfer der Schwachen! Doch plötzlich, als für einen Moment keine Leute an mir vorbeigingen und ich tatsächlich mal freie Sicht über die nahe gelegenen Stände hatte, war es nicht mehr der Tierquäler, der meine Aufmerksamkeit anzog. Nein. Es war ein ganz anderer Tisch, nur wenige Meter von mir entfernt. Er schien in einem hellen Schimmer zu leuchten, seine Schönheit ließ alles um ihn herum verblassen. Diese Vielfalt an Farben schien wie eine gigantische Welle an Blüten über mir einzubrechen. Es war wie ein kleines Paradies, fast wie eine Oase, nur nicht in der Wüste, sondern in der Stadt. Es war EIN BLUMENVERKÄUFER!!! "WOOOOW!!!", vollkommen überrascht und überwältigt, ließ ich den Anblick noch ein paar Sekunden auf mich wirken. Um mich herum erklang traumhafter Gesang. Die Blumen! Sie sprachen zu mir! Sie sangen mir ein Lied! Komm her, komm her~ Die Worte, diese wunderschöne Melodie! Dass das in einer Stadt überhaupt möglich war! Sofort vergaß ich alles um mich herum. Ich hatte nur noch Augen für mein kleines Paradies. "NA KLAR!!", rief ich den Blumen also als Antwort entgegen, riss die Arme in die Luft und sprintete zum Stand herüber. Dort angekommen machte ich einen großen Satz auf den größten Blumenstrauß zu (und der war wirklich gigantisch! Fast so groß wie ich!) und klammerte mich sofort an sein Vase. Die Arme und Beine fest um das teure, schön verzierte Porzellan geschwungen, tauchte ich mein Gesicht nun tief in die wunderbar duftenden Blüten hinein. Dieser Geruch! Diese Farben! Ich gab mich den Eindrücken einfach hin und ließ mich von ihnen in meinen geliebten Wald zurücktragen, raus aus dieser grässlichen Stadt. Nathan würde es wohl schwer haben mich von der Vase abzukratzen. "Blümchen!", verträumt und verzaubert zugleich sprach ich dieses Wort aus und während ich so in meinem Traumland, meinem Paradies, versank, merkte ich kaum, wie sich die Verkäuferin ziemlich entzürnt an meinen Partner wendete: "Hey! Hey Sie da! Ist das ihr Sohn hier? Nehmen Sie diese freche Göre gefälligst von meinen Blumen weg!!!" Oh ja, sie musste wirklich ziemlich sauer sein. Doch das war egal! So schnell würde ich hier nicht wieder weggehen! Immerhin war das hier... MEINE RETTUNG!
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Do Aug 29, 2013 6:21 pm

Nathan & Naim
» and the memory remains like blood on my sleeve
Wieso hatte ich dieses kleine, quengelnde Etwas noch einmal dabei? Ach ja, wir suchten den gleichen Verbrecher. Doch anstatt auf eine Spur zu gelangen, wurde ich von diesem Kerl bloß wieder angeschrien, wie herzlos ich doch sei. Na warte, dafür würdest du noch dein Fett weg kriegen! So wie mich die Leute schon wieder anstarrten, musste ich einfach Rachepläne schmieden. Ja, vielleicht würde ich ihn zwingen, die Nacht in der Stadt zu verbringen. Ein weiches Bett brauchte ich ohnehin einmal zur Abwechslung. Zunächst aber ignorierte ich meinen Partner gekonnt. Es sollte niemand denken, dieser Kerl gehöre zu mir. Stattdessen blieb ich an einem Stand stehen und betrachtete das Sortiment. Kleinere Fläschchen, die mit verschiedenen Flüssigkeiten gefüllt zu sein schienen. Die alte Dame, die diesen Stand führte unterhielt sich so eben mit einem Interessenten. Zweifelsohne erzählte sie ihm irgendeine Lügengeschichte. Sie erwischte mich dabei, wie ich mehr Interesse an diesen Fläschchen zeigte, als ich eigentlich wollte und grinste mich siegessicher an. Ich sah kein Schild das verriet, worum es sich bei diesen Tinkturen handeln sollte. Parfüm? Dazu sahen die Flüssigkeiten zu eigenartig aus. »Interesse?« krächzte die alte Dame, die mich mit ihrer Knollnase an eine alte Hexe erinnerte. Die Warze auf ihrer Nase tat ihr übriges. Sie sah so aus, wie man sich Hexen in Schauermärchen so vorstellte. Ihr alter, ziemlich heruntergekommen wirkender Umhang machte den Gesamteindruck keinesfalls besser. Viel eher verspürte ich den Drang, mich schleunigst von diesem Stand wegzubewegen. »Nicht wirklich.« Ich log nicht einmal. Sicherlich faszinierten mich diese kleinen Fläschchen, aber ich hatte keinerlei Interesse daran, mein Geld zu verschleudern.

Mein Partner hatte derweil offenbar Blumen für sich entdeckt. Was erwartete ich auch anderes? Kaum hatte ich mich herum gewandt, sah ich ihn schon an einer Vase kleben. Sie wirkte teuer und ich hatte keine Lust, dieses Porzellan ersetzen zu müssen. Wenn sie kaputt ging, würde dieser Teufel sich wünschen, niemals geboren zu sein. Die Situation wurde keinesfalls besser, als mich die Blumenverkäuferin auch noch ansprach, ob das mein Sohn sei. Mein Sohn?! Wirklich?! Ich war bereit meinen Hut tief ins Gesicht zu ziehen, doch anstatt es zu tun, hielt ich ihn einfach nur fest, während die Wut mir ins Gesicht stieg. Mit einem aufgezwungenem Lächeln und von dem Schauspiel abgewandtem Blick, sah ich die Verkäuferin an. »Nicht mein Sohn.« sagte ich knapp, ehe ich entnervt seufzte. Ich wusste nicht so recht, ob ich mir nun alt vorkommen sollte oder ob ich mich beleidigt fühlen sollte, dass man mir so ein Balg als Sohn zumutete. Die Verkäuferin schien mir keine wirkliche Gefahr zu sein, also erübrigte sich eine geheuchelte Antwort. »Ihr könnt ihn aber gerne einem hungrigen Bären zum Fraß vorwerfen. Dann kann er niemandem mehr auf die Nerven gehen und sein Tod war nicht vergebens.« Gemein? Oh ja. Ob ich es ernst meinte? Wer weiß. In manchen Augenblicken war ich mir selbst nicht so sicher, ob ich es ernst meinte oder nur so daher sagte. Im Moment tendierte ich aber wohl eher dazu, es ernst zu meinen.

Dieser Bengel würde nicht einfach von den Blumen weichen. Schon gar nicht hier, in dieser Stadt, wo er sich ohnehin Unwohl fühlte. »Naim.« Ein mahnendes Wort, welches er ohnehin ignorieren würde, wenn ich ihm nicht Nachdruck verlieh. Oh, es gab genügend Grausamkeiten, mit denen ich ihm drohen konnte. Es lag einzig und allein an ihm, ob ich diese Grausamkeiten in die Realität übertragen musste. Ich würde kein Problem damit haben. Da half auch kein Welpenblick und kein Geweine. »Wenn du diese verdammte Vase nicht sofort loslässt und die Blumen Blumen sein lässt, schwöre ich dir, fange ich Schmetterlinge und stopfe sie dir in deine Klamotten, bis du nicht mehr weißt, wie du heißt.« Ich wusste glücklicherweise nur zu gut, dass er von Schmetterlingen nicht sonderlich angetan war. Er sollte besser nicht daran zweifeln, dass ich diese Drohung wahr machte, denn das würde ich tun, wenn er sich nicht bald von diesen elendigen Blumen entfernte. Sollte er meine Geduld besser nicht auf die Probe stellen.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mo Sep 02, 2013 7:23 pm

             Naim + Nathan          #2
Offizielles Chaos-Kopfgeldjäger-Kommando!

Wie wunderbare Dinge es doch immer schafften, sogar an die schlimmsten Orte kleine Lichtblicke zu bringen! Mein Hass war verflogen, meine Wut vergessen. Alles woran ich denken konnte, waren diese perfekten Blumen! Der Geruch schien mich fast zu betäuben, der Gesang wurde immer lauter und lauter in meinen Ohren. Es war, als würde ich auf Blütenblättern hinaus aus der Stadt getrieben werden, immerzu hinein in den Wald, wo ich sicherlich jetzt auch wäre, hätte mich dieser Blödmann nicht hierher geschleppt. Ob diese Blumen irgendeinen besonderen Inhaltsstoff hatten? Irgendetwas, das einen auf Anhieb glücklich werden ließ? Nein. Das konnte nicht sein. Immerhin war ich Naim der Meister-Dryade! Ich kannte jede Blume! Jeden Baum! Jede Pflanze dieser Welt mit all ihren Besonderheiten! Wäre ja gelacht! Und diese Teile hier? Das waren garantiert nur ganz normale Primelzynthen, was anderes konnte es nicht sein! Mich kann man nämlich nicht reinlegen, müsst ihr wissen. Dazu bin ich viel zu scharfsinnig!!! Bei den Dryaden nannte man mich immerhin nicht umsonst "Naim, der Unreinlegbare"! Trotz allem war dieser Geruch irgendwie merkwürdig. Merkwürdig, aber einfach zu wunderschön, um ihn nicht weiter zu genießen. Also tauchte ich meinen Kopf immer weiter in die Vase hinein, bis ich mit den Ohren bereits zwischen den Stängeln der Blumen hing und sich die Öffnung des Gefäßes wie ein Ring um meinen Hals legte. Ganz schön dunkel so eine Blumenvase. Doch auch hier unten schwebte der Duft noch um mich herum und ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen den Kopf wieder hinauszunehmen. Das hier war einfach viel zu klasse! Fast schon so toll wie Kastanienfußball.

Doch ehe ich mich verhörte, sollte dieser Moment auch schon ein Ende finden. Wie? Warum? Durch meinen blöden Partner natürlich! Als wäre es nicht klar gewesen, musste er sich wie immer in meine Angelegenheiten einmischen. Verstand der Kerl nicht, dass ich alt und vor allem reif genug war meine Probleme ALLEIN zu lösen? Hielt der mich etwas für ein Küken, das gerade erst aus seinem Ei geschlüpft ist? Na warte! Dem würde ich zeigen was Sache ist! Doch ich musste zugeben... Seine Drohung war wirklich WIRKLICH heftig. Schmetterlinge. SCHMETTERLINGE!! Warum hatte ich ihm bloß von meiner größten Schwäche erzählt? UND WIE KONNTE ER SO ABGRUNDTIEF BÖSE SEIN, MEINE ANGST EINFACH SCHAMLOS AUSZUNUTZEN? Warum fragte ich mich das eigentlich? Es war Nathan! Er hatte kein Herz! Und deswegen würde er diese Drohung sicherlich wahr machen. Schon allein der Gedanke daran! Diese MONSTER, diese abscheulichen Wesen, in MEINER HOSE?! Das wäre das ENDE!  Mein TOD! Sie würden mich zerfleischen, mich kochen, mich essen, mich mit ihren Fühlern kitzeln!!! Das durfte einfach nicht geschehen!!! Sofort bildeten sich ein ganzer See von Schweißperlen auf meiner Stirn. Ich bekam eine Gänsehaut so rau wie Baumrinde und meine Zähne klapperten ungehindert aufeinander. Ich musste auf ihn hören, sonst hätte meine letzte Stunde geschlagen! Panisch begann ich mich hin und her zu winden. Wenn ich von der Vase wegkam, konnte ich mich retten. Doch was war das? Egal wie sehr ich mich drehte und wendete, mein Kopf! Er wollte einfach nicht mehr aus dieser verdammten, bescheuerten Vase raus! Meine Angst wuchs und wuchs. Verdammter Trollrotz, ich musste hier raus!!! "HEY! HEY!", begann ich hastig zu rufen, "MACHT SCHON WAS! HELFT MIR! ICH KOMM HIER NICHT RAUS!!!" In diesem Moment verlor ich die Kontrolle über die Vase, die immerhin eine stattliche Größe hatte, und fiel zurück auf meinen Hintern. Gerade so schaffte ich es, das teure Porzellan vor einem verheerenden Sturz zu retten, sodass die Vase nun schräg auf meinen Knien lag. Kaltes Wasser klatschte mir mitten ins Gesicht, lief meinen Hals hinunter und tropfte nach unten. Obwohl ich immer noch in der Dunkelheit des Vaseninneren gefangen war (und mein Kopf echt in der dümmsten und schmerzhaftesten Position der Welt war), merkte ich wie ein paar der Blumen neben mir zu Boden fielen. Mit beiden Händen packte ich nun das Gefäß, hob es mit aller Kraft hoch und schaffte es irgendwie auf die Füße zu kommen. Spätestens jetzt hatte ich das gesamte Wasser über mir verteilt und war pitschnass. Doch viel schlimmer: Wegen dem Gewicht der Vase schwankte ich nun gefährlich hin und her, jeden Moment in der Gefahr gleich zu kippen. So stolperte ich umher, drehte mich unkontrolliert und konnte doch für einen Moment mein Gleichgewicht wiederfinden. Obwohl ich nicht wusste, ob ich gerade überhaupt zu ihm sah, begann ich einfach nach Nathan zu schreien: "LOS! BEWEG DICH DU FAULER ORK UND HILF MIR HIER RAAAAUS!! ZIEEH!" Jetzt war wirklich Alarmstufe rot wie Sommerapfel angesagt. Wenn die Vase kaputt gehen würde, endete ich noch in einem ganzen See aus Schmetterlingen!!! Das wäre das Aus des großen, gefährlichen Kopfgeldjägers Naim, dann gäbe es niemanden mehr, der die Welt vor dem Bösen bewahrt! Grausam! GRAUSAM!!!


Zuletzt von Naim am Mo Sep 16, 2013 4:02 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Marktviertel   So Sep 08, 2013 7:41 pm

[FIRST POST]

Der Marktplatz... Kuran Khel... Der Marktplatz... Kuran Khel... Es war hier viel zu laut. Stimmengewirr, Werberufe und laute Schritte. Absolut unpassend. Unpassend, um zu schlafen. Eigentlich. Aber viel Wein konnte dieses Problem schnell beheben, in den meisten Fällen...  An einer eher wenig besuchten Straßenecke, befand sich ein ebenfalls wenig besuchter Stand. Die Verkäuferin war eine alte, sehr kleine Dame, die ruhig auf ihrem Stuhl saß und leer in die Gegend starrte. Das Warenangebot war eher gering. Ein wenig Geflügel, getrocknete Kräuter und etwas Gemüse waren auf dem Tisch. Aber manchmal ging es gar nicht darum, was auf dem Tisch war, sondern, was unter dem Tisch war. Wenn man genau hinhörte, konnte man unter dem Stand hervor ein leises Schnarchen vernehmen. Und wenn man die Tischdecke ein wenig nach oben schieben würde, würde man erkennen, dass Jemand unter dem Stand lag. Ein Fakt, den die alte Dame scheinbar überhaupt nicht bemerkte... oder war es eher so, dass sie es gar nicht bemerkten wollte? Dies konnte man nicht so richtig einschätzen, was man Jedoch sehr gut einschätzen konnte, war, dass die schlafende Person dort nicht hingehörte. Sie rührte sich... und ein lautes Gähnen erfolgte. Die Person schob die Decke ein wenig zur Seite, um auf die Straße blicken zu können. Unter dem Stand schauten nun zwei bernsteinfarbene Augen heraus. Was war das? Oder: Wer war das? Dann kroch die Gestalt langsam ganz hervor. Sie wurde von der Helligkeit des Tages geblendet und musste sich die Augen zu halten. Ihr Gesicht war von glatten, schwarzen Haaren verdeckt. Die Gestalt gehörte zu einer gewissen Göttin... Avinora seufzte leise, als sie auf der Gasse war. Sie hielt sich mit der Hand an ihren Kopf und murmelte für sich selbst: „Ah... Wo in meinem Namen bin ich...?“ Langsam hievte sie sich hoch und strich sich die Strähnen aus dem Gesicht. Dann streckte sie sich und sah sich kurz danach etwas genauer um. Die alte Frau reagierte immer noch nicht, saß genau so da, wie zuvor. „Mein Nacken...“ moserte die Erntegöttin leise. Was war passiert? War sie gestern nicht noch in einem kleinem Dorf, in einer Taverne? Langsam schlurfte die Erntegöttin aus der kleineren Gasse, um die noch viel größere Marktstraße zu erblicken. Überall waren Verkaufsstände mit den unterschiedlichsten Angeboten, die Straße war voll von lautem Treiben und den Gerüchen nach warmen Essen. Essen... Ja... das konnte sie jetzt gut gebrauchen. „Ich bin in Kuran Khel...“ stellte sie fest. Eine recht alte Stadt, aber vor allem eine besonders wohlhabende... Und dem Geruch nach gab es hier eine Menge Essstände! Avinora kramte lächelnd in ihren Taschen... Fand jedoch nur einen leeren Krug vor... und eine Gallade.  „Wa-?! Wo ist mein ganzes Geld hin?! Diebe! Ein Dieb hat mein Geld gestohlen!“ polterte sie laut, erntete jedoch nur skeptische Blicke von Passanten. Sie wusste wohl nicht mehr, dass sie ihre Ersparnisse für Wein ausgegeben hatte...//Eigentlich brauche ich gar kein Geld! Ich bin die ehrwürdige Göttin Avinora! Ich kann alles bekommen!// Mit dieser Haltung ging sie auch zum nächst-besten Stand, der Essbares verkaufte. Dort wurde frisches, gegrilltes Fleisch angeboten... Der appetitliche Geruch zog ihr durch die Nase. „Gib mir all dein Essen!“ forderte sie, während sie mit ihrem Finger auf den Rollbraten deutete. „Den ganzen Rollbraten?“ fragte der Verkäufer ungläubig. „Nein! Alle Rollbraten!“ „S-Sind sie sicher, junge Dame? Können sie das überhaupt bezahlen?“ „Wie unklug von dir, Mensch! Du weißt wohl nicht, wen du hier vor dir hast! Die Ehre meines Besuches ist Bezahlung genug!“ Der Verkäufer kratzte sich am Hinterkopf und war sichtlich verzweifelt. Diese Verrückte vergraulte ihm alle Kunden!
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mo Sep 09, 2013 11:33 pm

Nathan & Naim + Avinora
» and the memory remains like blood on my sleeve
Natürlich schaffte diese lächerliche Vorstellung eines Dryaden nicht, alleine aus einer Vase herauszukommen. Wie beschränkt musste man gleich nochmal sein, um seinen Kopf überhaupt in so ein Ding zu stecken? Dann wiederum: Wir sprachen von Naim. Wenn es möglich wäre wohl der Meister der Dummheit. Und dann schrie er auch noch wie am Spieß, weil er die Suppe, die er sich selbst eingebrockt hatte, nicht auslöffeln konnte. Glaubte er wirklich, ich würde ihm helfen, wenn er mich beschimpfte? Nein. Ich sah lieber tatenlos dabei zu, wie er sich hier vor allen Leuten zum Affen machte und in seiner teuren Kopfdekoration von einer Stelle zur nächsten taumelte. Ich muss zugeben, den Kleinen klitschnass zu sehen - eine gerechte Strafe, wie ich fand - amüsierte mich wirklich. Er hatte es ganz einfach verdient. Also würde ich nun mit Sicherheit keinen Finger rühren, um ihm daraus zu helfen. Ich grinste vor mich hin und beobachtete ihn dabei, wie er umher taumelte. »Beeil dich, Naim. Ich helfe dir da bestimmt nicht raus.« kündigte ich ihm an und wandte mich zum Gehen herum. Ich blickte über meine Schulter zu ihm, um ihm vollkommen amüsiert noch etwas mitzuteilen. »Wenn du das Ding kaputt machst, kommst übrigens allein du dafür auf. Dann ist es mir auch egal, ob sie dir Sklavenarbeit aufhalsen.« Doch wie das Leben nun einmal so spielte, rächte sich jedes Wort früher oder später. In diesem Fall früher. Denn kaum hatte ich mich in Bewegung gesetzt, stieß ich gegen eine massive Wand. Zumindest hatte ich das Gefühl, es wäre eine. Kaum aber blickte ich hoch, starrte ich in das monströse Gesicht eines Geschöpfes undefinierbaren Geschlechts. Die ganze Gestalt maskulin, obwohl ich glaubte, dass es eine Frau darstellen sollte. Muskelbepackt mit einem Gesicht, vor dem man schreiend wegrennen wollte. Sie - oder es - wirkte unglaublich gefährlich. Ich war mir wirklich nicht so sicher, ob dieses Etwas nicht eine eigene, geschlechtslose Spezies bildete. Jedenfalls war es groß, muskelbepackt und hatte ein... spezielles Gesicht mit krummer Nase. »Ich suche mein Tutzi!« Ich stockte, als ich die doch recht feminine Stimme hörte, die von diesem Monstrum ausging. Dann jedoch fragte ich mich bloß noch, wer oder was "Tutzi" sein sollte. Vielleicht irgendein Akzent oder so...

»Ich suche mein Valuk Tutzi!« ergänzte das große Etwas. Schön, was hatte ich damit zu tun? Hatte ich etwa Zeit, irgendein kleines Vieh zu suchen, das auf den bescheuerten Namen Tutzi hörte? »Dafür habe ich lei-« Oh Gott! Diese gruseligen Augen! Sie starrte mich an und wirkte wie ein blutrünstiges, menschenfressendes Monstrum! Abrupt beendete ich meinen Satz, blickte nervös in diese blutrünstigen Augen. »Eine Dame in Not braucht Hilfe.« Wurde ich verrückt oder war ihre Stimme tatsächlich tiefer geworden? So bedrohlich. Und ließ sie tatsächlich ihre Muskeln tanzen? Dame sonst wo! Das war keine Dame. Das war ein Monster! In Tutzis Haut wäre ich auch davon gelaufen! »Tutzi müsste irgendwo außerhalb der Stadt sein. Sie hat sich bestimmt irgendwo versteckt. Sie ist schneeweiß, also werdet ihr sie sicher nicht verwechseln.« sagte sie, während ihr Blick zu meinem kleinen Freund in der Vase wanderte. War es so offensichtlich, dass wir zusammen gehörten? »A-Also, eigentlich haben wir keine Zeit, um nach einem Valuk Ausschau zu halten...« begann ich leise. Ihr Blick durchbohrte mich förmlich. Ob sie mich gleich fressen würde? Ich zog mir fast schon reflexartig den Hut vom Kopf und hielt ihn vor die Brust, als wollte ich ihn als Schutzschild missbrauchen. Einen Schild konnte ich wirklich gebrauchen. »A-Aber wir werden die Zeit schon finden, Ma'am!« Ich fühlte mich wie ein kleiner Junge, der von seiner Mutter ausgeschimpft wurde, weil er einen Keks geklaut hatte. Eigentlich wollte ich nicht einmal nach diesem dämlichen Vieh suchen! »Vielen Dank! Ich werde euch auch gut entlohnen, wenn ihr mir Tutzi unbeschadet zurück bringt.« Na, wenigstens etwas. Wobei ich glaubte, wenn dem Vieh auch nur ein Haar fehlte, würden mir bald sämtliche Knochen fehlen. Es war noch nicht Zeit zu sterben! Schon gar nicht, wegen so einem dummen Valuk!
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mo Sep 16, 2013 4:02 pm

Naim + Nathan + Avinora #3
Offizielles Chaos-Kopfgeldjäger-Kommando!

MEINTE DIESER HÄSSLICHE MEGATROLL DAS ERNST? WOLLTE DER MICH VERARSCHEN? Ganz im Ernst! Wenn ich damals gewusst hätte, dass dieser Kerl so ein hinterlistiger, mieser Eisklotz ist, hätte ich ihn niemals zu meinem Partner gemacht. Das war ja nicht zu fassen! Ließ der mich einfach hängen! War das der Dank dafür, dass ich ihm schon so oft aus der Patsche geholfen habe? Wie damals, als die fleischfressende Pflanze- Oh. Stimmt. Die hatte ich ja auf ihn gefeuert. Aber egal! Dass er mich so im Stich lassen würde, hatte ich nun echt nicht erwartet. Dafür würde er bezahlen. Sowas unfaires. Doch nun gab es weiterhin die Mission zu erfüllen. Ich musste meinen verdammten Kopf endlich aus dieser blöden Vase herausbekommen, ohne sie kaputt zu machen. Sonst wäre ich dran. Dann erwartet mich nämlich nicht nur Sklavenarbeit, sondern auch noch eine Schmetterlingsarmee, wie ich sie mir in meinen schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen konnte. Der Geruch der Pflanzen schwirrte mir immer noch um die Nase herum. Überall tropfte das Wasser hinab und alles was ich sah war Schwarz. Trotz allem durfte ich jetzt nicht aufgeben! Ich brauchte mein Geld für etwas anderes, viel wichtigeres! Ich durfte es nicht wegen irgendwelchem nutzlosen Porzellan verlieren! Also nahm ich noch mal alle meine Kraft zusammen und schaffte es tatsächlich für einen Moment Halt zu finden. Doch dann wurde das Gewicht auf meinen Schulten zu stark und die Vase wurde, mitsamt meines Oberkörpers zu Boden gezogen. „NEEEIN!“, schrie ich panisch, als die Vase mit einem dumpfen Knall aufschlug. Doch damit war es auch schon vorbei. Kein Knacken, kein Klirren. Das Teil war wirklich ganz geblieben! Iriria stand mir bei, ich konnte es kaum fassen! Nun war nicht mehr viel zu tun. Dank der Tatsache, dass ich mittlerweile klitschnass war, musste ich mich nur auf die Füße hieven und einmal kräftigen ziehen, da war mein Kopf auch schon wieder befreit. GESCHAFFT! Erleichtert und überglücklich, nahm ich einen tiefen Atemzug von der Marktluft und schüttelte mir dann das Wasser aus den Haaren. Als ich dann mit einem triumphierenden Grinsen die Augen öffnete, bemerkte ich, dass ich mich auf der anderen Seite des Blumenstandes befand. Die Blumen, die davor noch ordentlich zu einem Strauß gebunden waren, lagen nun kreuz und quer auf dem Boden verteilt. Meine Mütze hing klitschnass über der Vase. Ich beachtete meinen Verräter-Partner gar nicht. Stattdessen griff ich einfach nur nach meiner Kopfbedeckung, wrang sie aus und platzierte sie wieder auf meinem Kopf, dort wo sie eben hingehörte. Doch was war jetzt los? Gerade als ich mich aufmachen wollte, um die Blumen wieder zusammen zu sammeln, merkte ich wie sich alles um mich herum zu drehen begann. Meine Beine fühlten sich an, als hätte man zwei fette Orks daran festgebunden. Die Farbenvielfalt des Standes verschwamm langsam vor meinen Augen. Es war, als würde ich fliegen – Einfach geradewegs durch ein buntes Blumenmeer. War das der Dryadenhimmel? Wie in Trance riss ich die Arme in die Luft und begann hin und her zu taumeln. „WHUUI! WHUUI!“, rief ich voller Elan, begann mich im Kreis zu drehen und klang bestimmt schon wie einer der Besoffenen, die drüben am Weinstand hingen. Doch das war mir egal. Ich hatte gerade das Paradies gefunden! Und aus all dem Wirrwarr heraus entstand nun ein neues Bild. Ich hielt sofort inne als ich sah, was da nun vor mit auftauchte. Riesig, schwarz-weiß und flauschig! W-War das etwa ein Pandabär??? Ja! Ja! Ganz sicher! Ein Panda! Direkt vor meiner Nase! Und der Panda sprach mit Nathan!!! Überglücklich machte ich einen Hüpfer und sprang dann auf das Wesen zu. „PANDAAAA!“ Ohne weiter nachzudenken, klammerte ich mich an ein flauschiges Bein, drückte mein Gesicht an das weiche Fell und sprach im Singsang: „Hallo großer Pandabär, lass uns Freunde sein!“ Heilige Sonnenblume! Das musste wirklich der Himmel sein. Blumen und Pandas! Was wollte ich mehr? So besessen von dem Bären, hörte ich kaum wie die Blumenverkäuferin sich ziemlich aufgebracht an Nathan wendete: „Tja! Das haben Sie nun von ihrer miserablen Erziehung! Ihr kleiner Rotzlöffel da hat wohl zu viel von dem Duft der Sidera-Blume eingeatmet, jetzt halluziniert er. Die Pollen haben eine betörende Wirkung, mein Herr! Zeigen Sie ein bisschen Verantwortung und lassen Sie ihr Kind nicht damit alleine! Gut nur, dass die Wirkung schnell nachlässt. Passen Sie aber gefälligst besser auf das Balg auf! Und den Strauß bezahlen Sie. HABEN WIR UNS VERSTANDEN?“
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mo Sep 16, 2013 5:53 pm

Während die Göttin immer noch angeregt mit dem Fleischer 'diskutierte', passierten in ihrer Nähe die seltsamsten Dinge. Dinge, die erst jetzt ihre Aufmerksamkeit erregten. Auf halbem Ort bekam sie mit, wie Jemand Hilfe dabei brauchte, ein entlaufenes Valuk wieder zu finden. Eine ganz normale Menschenfrau, die irgendeinen dubiosen Kerl dafür anheuerte. Avinora stutzte etwas und ließ, vollkommen abgelenkt, von dem Fleischstand ab. Der arme Verkäufer, der schon ganz blass um die Nase geworden war, seufzte erleichtert, als die Göttin endlich weg trat... Was war das für ein Typ? So blass und finster, er erinnerte Avinora an einen Vampir oder so etwas... An einen ziemlich nervösen Vampir. Er schien unter dem Blick der hilfesuchenden Dame wahrlich zu erzittern. Die Göttin, die die große Frau etwas irritiert musterte, verstand nicht, wieso er so große Angst hatte. Sie sah doch aus, wie jeder andere Mensch auch? - In Vergleich zu ihr, natürlich. Lachhaft! Sie fand wohl Niemanden, der etwas kompetenter war? „NEIN!“ Ertönte es plötzlich und Avinora blickte ein wenig weiter auf den Boden. Was war das denn? Irgendeine Art von Zwerg hatte sich doch tatsächlich mit seinem Kopf in einer Vase fest gefahren! Und wie es aussah, wollte sein Partner, der Finster-Typ mit dem Zylinder, ihm nicht helfen. Oder konnte er es vielleicht auch gar nicht? Er war ja auch irgendwie stark damit beschäftigt, vollkommen über zu reagieren. Avinora grinste breit und fuhr sich durch die Haare. Nun, so einen albernen Haufen hatte sie nicht oft gesehen! Valuk finden? Die würden nicht einmal ein knallrotes Fyreon in Mitten dieser Straße finden! Die Göttin, die ihrer Belustigung Ausdruck verleihen wollte, bewegte sich langsam auf die kleine Gruppe zu. Doch plötzlich hielt sie kurz inne, denn ein Geistesblitz erfasste sie, wie ein Schlag. Hatte die Auftraggeberin nicht etwas von Belohnung gesagt? Und diese Beiden... Hohohoho.. Sie konnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen! Wenn sie den Beiden helfen würde, dann würde sie nicht nur eine Belohnung erhalten, nein, sie würde vielleicht wieder vor den oberen Göttern in einem besseren Licht stehen! Sie half immerhin bedürftigen Menschen! … Und die Beiden waren mehr als nur bedürftig. Als sich diese Idee in dem Köpfchen der Erntegöttin eingenistet hatte, grinste sie ein wenig, so, als hätte sie einen besonders ausgefuchsten Plan entwickelt...

Das Spektakel ging indes weiter. Tatsächlich schaffte es der Zwerg, sich zu befreien, doch wie sich heraus stellte, hatte er die Pollen der Sidera-Blume eingeatmet. Oh je, damals, als sich Avinora mit dem Naturgott über diese Pflanze unterhalten hatte, hatte sie bereits angemerkt, dass die Wirkung der Pollen keine so gute Idee war. Aber wollte er auf sie hören? Auf die Expertin der Pflanzen? Nein, natürlich nicht, und nun klammerte sich der Wicht an das Bein der Auftraggeberin! Das Chaos war perfekt, doch wer sagte, dass man nicht noch einen drauf setzen konnte? Avinora stürzte sich in die Menge und sprang auf einen Holztisch direkt vor der groß-gewachsenen Panda-Dame... und ihren zwei Arbeitnehmern. Sie hielt ihre Hand leicht vor den Mund und fing an, zu lachen. „Ho-ho-ho-ho-ho-ho-ho!“ … Ein lautes, schrilles Gelächter ... “Seht nur, diese Narren! Ihnen schenkt ihr euer Vertrauen? Aber sorgt euch nicht, Mensch!“ verkündete sie laut. “Ich, die einmalige, die wundervolle und die gutherzige Erntegöttin werde ihnen helfen!“
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mo Sep 23, 2013 4:16 pm

Nathan & Naim + Avinora
» and the memory remains like blood on my sleeve
Oh, er würde ein wunderschönes Schmetterlingsbad genießen dürfen. Ein wunder, wunderschönes Bad in herrlichen Schmetterlingen! Glücklicherweise überlebte die Vase, aber die Blumen lagen verstreut am Boden herum und als wäre das nicht genug, bezeichnete mich diese zickige Blumenverkäuferin erneut als Naims Vater. Was bildete sich diese minderbemittelte Frau eigentlich ein?! Sah ich so alt aus?! Niemals würde ich für diesen Schaden aufkommen! Das würde Naim aus eigener Tasche bezahlen, aber sowas von. Ich wandte mich überaus genervt an diese Verkäuferin und starrte sie fast schon nieder. Nein, sie war keine Bedrohung. »Wie ich bereits sagte, ist dieses Balg nicht mein Sohn! Okay? Ja? Verstanden? Geht das in Eure Birne? Er ist mein Partner, ja? Ja? Verstanden?« Wie ich es doch hasste, wenn man glaubte, dieser Kerl sei mein Sohn. Was sollte das bitte aussagen? 'Hey, du siehst voll alt aus und bist ein beschissener Vater'? Ich fühlte mich dazu genötigt, mich mehrfach danach zu erkundigen, ob diese Matschbirne von Verkäuferin es endlich in ihren Schädel bekam. »Das ist eine Beleidigung! Ein absoluter Frevel!« beschwerte ich mich lautstark. Der Wut Luft verschaffen, ja, das hatte ich jetzt bitter nötig. Ich schnaubte, um wenigstens ein bisschen herunterzukommen und fixierte sie mit wütendem Blick. »Falls Ihr das nun endlich verstanden haben solltet, dann wendet Euch mit Eurer Forderung an ihn!« Ich deutete auf meinen etwas verwirrten Partner, der mit Sicherheit noch ein wenig brauchen würde, um wieder zur Vernunft zu kommen. »Er ist nicht mein Sohn, ich bin nicht für ihn verantwortlich, also wird er dafür aufkommen.« versuchte ich der Frau klar zu machen und seufzte entnervt. Hoffentlich hatte sie es endlich verstanden. Ich bat darum. Naim würde dafür aufkommen. Basta. So oder so würde er sich dafür noch verantworten müssen.

Da glaubte ich endlich, wieder Ruhe zu bekommen, um dieses verdammte Valuk zu suchen und schon trat der nächste Vollpfosten auf den Plan, der wohl nichts besseres zu tun hatte, als auf einen Tisch zu springen und den Helden zu markieren. Dabei hatte diese Frau eine so schrille Lache, das ich glaubte, mir würden jeden Augenblick die Ohren abfallen. Zumindest wünschte ich, sie täten es. Wo zur Hölle war ich hier eigentlich?! Im Zirkus?! Das Schild "Vorsicht! Zirkus!" war mir aber leider entgangen. Genervt zog ich mir meinen Hut ins Gesicht, um irgendwelche Flüche auszusprechen, die ohnehin keinen Effekt hätten. Oh, wie sehr ich mir wünschte, dass sie Erfolg hätten. Es würde mir einiges ersparen. Schließlich rückte ich den Hut wieder zurecht und blickte zu der Frau mit der nervigen Lache hinauf. So ungern ich die Belohnung auch teilen wollte, etwas Hilfe konnte nicht schaden. Vielleicht bot mir das ja die Möglichkeit, ein wenig Ruhe zu finden, während die beiden dieses dämliche Valuk jagten. »Pass bloß auf, dass du dir beim Valuk einfangen keinen Nagel abbrichst.« Wobei, nein, sollte es ruhig passieren. Ich war gespannt, wie sie reagieren würde. Schließlich packte ich Naim am Kragen, um ihn von der Gorillafrau loszureißen. »Und wenn du noch mehr Ärger einbrockst, badest du ganz sicher in Schmetterlingen. In vielen, vielen Schmetterlingen.«
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mi Feb 12, 2014 8:09 pm

[cf: Tempelanlage]

Hier war ich nun also. Mit einem Keuchen stützte ich mich mit meinen Händen auf meine Knie und rang nach Luft. Durch einen schnellen Sprint hatte ich es gerade noch geschafft, mich aus der panischen Masse zu befreien und mich in eine der etwas weniger belebten Nebengassen des Marktviertels zu flüchten. Oh, wie grausam die Welt der Sterblichen doch war... mir ging das alles, schlicht ausgedrückt, allmählich auf den Keks. Wenn ich noch ein vollwertiger Gott wäre, dann hätte ich sie allesamt mit einem Schlag zur Strafe auslöschen lassen! Als Gott aus einem Tempel geworfen zu werden war im Grunde doch einfach nur ironisch und versetzte meinem Wertgefühl einen gewaltigen Stich. Stöhnend lehnte ich mich schließlich an eine Wand und ließ mich auf den Boden sinken. Es war kaum auszuhalten, wie unglaublich schlecht konditioniert dieser Körper doch war. Na ja, es war mein Körper, ich musste damit klarkommen.

Schließlich stand ich wieder auf und sah gen Himmel. "Ihr seid doch so grausam...", murmelte ich leise und spürte, wie allmählich die Frustration in mir hochkam, woraufhin ich meinen Blick wieder senken musste und die Hände zur Faust ballte, "Mich hier versauern zu lassen ändert doch gar nichts..." Schließlich wandte ich mich um und war im Begriff, diesen Ort zu verlassen. Man munkelte, dass sich in den Nebengassen öfters Verbrecher herumtrieben, von solch einem erwischt zu werden, würde für mich garantiert nichts Gutes bedeuten.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mi Feb 12, 2014 9:10 pm

Eine kleine, einfache Harmonie perlte durch die Gasse. Keine komplexe Tonfolge wie manch anderer Musiker sie spielte, aber anrühren und rein wie ein Kinderlied. Dass Vhadek mit seiner ausgesprochen exzentrischen Kleidung und der weißen Laute in dieser dunklen Gasse ungefähr so unpassend wirkte wie eine weiße Taube in einem Morast war ihm bewusst und er schätzte diesen Kontrast sehr. Die androgyne Schönheit des wandernden Barden wirkte doch am besten, wenn es einen möglichst harten Kontrast zu ihr gab. Und diesen bildete die schmutzige Gasse hervorragend. Angst, ausgeraubt zu werden hatte er indes nicht. Die Gefahren seiner Reisen waren schon oft viel schlimmer und realer gewesen als die Möglichkeit, dass jemand ihm Geld oder Leben nehmen wollte. Irgendwann begann man einfach, nicht mehr darüber nach zu denken. Vielleicht nicht die gesündeste Einstellung, aber sie gab einem wenigstens eine gewisse Freiheit. Die Melodie, die Vhadek spielte, ging in eine Andere über, diese war ein wenig komplexer, aber immer noch fröhlich und beschwingt."Mhhh~ Als ich des nachts nach Hause kam und nicht wie sonst mein Weib vernahm~"

Der Gesang des Barden wurde jäh unterbrochen, als er vor sich jemanden sah. Für einen winzigen Moment flackerte sein Auge auf, doch dann entspannte er sich wieder. Kein Dieb, kein Schwerenöter, nur ein junger, bebrillter Mann, seiner mitgenommenen Kleidung und seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen war ihm übel mitgespielt worden. Kein schöner Anblick. "Einen schönen guten Abend", lächelte Vhadek freundlich. Wie üblich ließ er seiner höflichen Begrüßung einen einfachen Akkord folgen. "Du siehst aus, als hättest du schon bessere Tage erlebt, Freund. Möchtest du mir davon erzählen?" So banal es klang, aber Vhadek hatte festgestellt, dass viele Leute einfach nur jemanden brauchten, der ihnen zuhörte. Und wenn sonst niemand in der Nähe war, dann spielte Vhadek diese Person nur zu gerne. Aus jedem Schicksal ließen sich Lieder machen, auch wenn er beim Anblick dieses jungen Mannes schon jetzt das Gefühl hatte, dass er nicht gerade für ein Scherzlied taugen würde, um es einmal so zu formulieren.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mi Feb 12, 2014 9:51 pm

cf: Tempelanlage

Ächzend rettete ich mich aus dieser Maße von Menschen. Es war unglaublich, wie viel Kraft so ein Mob aufbringen konnte. Knurrend ließ ich meine Schulter kreisen und hörte schon kurz darauf das knacken von Knochen. Noch etwas mehr und sie hätten mir den Arm ausgerissen, diese Irren! Erst sorgen sie dafür, dass ich meine Neugierde nicht befriedigen konnte und dann auch noch Körperverletzung betreiben...

Ich rettete mich in das Gewirr von Seitenstraßen, die nicht ganz so belebt waren. Zuerst lief ich nur planlos umher, wie ein aufgescheuchtes Huhn, dann aber vernahmen meine Ohren ein eher ungewöhnliches Geräusch. Wieder kam die Neugierde zum Vorschein und beförderte mich ohne Umschweife direkt zu der Quelle dieser seltsamen Klänge.

Zuerst sah ich nur den Rücken einer mir unbekannten Person und den Kopf eines Instrumentes, welches ich nicht benennen konnte. Als ich dann aber näher kam, entdeckte ich auch den braunhaarigen wieder. Die Götter wollten mich also nicht dumm sterben lassen! "Ah hey, du hast die Massenpanik also auch überstanden." Begrüßte ich ihn leichthin und warf dann einen Blick auf sein Gegenüber. Nein, gesehen hatte ich den Typen noch nie, aber er sah irgendwie sympathisch aus.

"Warst du auch in diesem wilden Haufen von Menschen?" fragte ich und brachte ein mitleidiges Lächeln zustande. Also für den Fall, dass er ja sagen würde und so. "Und du... Wolltest du mir nicht noch irgendwas mitteilen?" Wand ich mich dann an den braunhaarigen, konnte meine Neugierde einfach nicht länger zügeln und ließ ihr nun freien Lauf. Sicher würde ich gleich wieder diesen 'Das weiß doch wirklich jeder du Idiot'-Blick ernten, aber das war mir in diesem Fall nun egal. Ich wollte es WISSEN!
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Sa Feb 15, 2014 7:56 pm

Ich hielt inne, als eine Melodie meine Ohren erreichte. Wer spielte denn an diesem Ort auf einem Instrument? Fragend sah ich mich um, doch im nächsten Moment schüttelte ich darüber meinen Kopf. Ich sollte wohl besser keine Zeit verlieren. Schließlich wurde ich jedoch von der Person angesprochen, von der anscheinend die Melodie gekommen war. Ein jung wirkender Blondschopf, vermutlich Barde. "Guten Abend.", erwiderte ich monoton seine Begrüßung und wartete ab, was er mir zu sagen hatte. So oft kam es nicht vor, dass ich plötzlich auf der Straße angesprochen wurde. Hm, und dann fragte er doch tatsächlich, ob ich ihm nicht erzählen wolle, was mir wiederfahren war. Mit einem ermüdeten Seufzen rückte ich an meiner Brille. Sah ich wirklich so interessant aus? Nun, ich WAR ganz sicher interessant, das ließe sich nicht leugnen, aber bis man dahinter kommmen würde, da musste man sich schon etwas anstrengend.

Es machte sich eine Art von erdrückendem Gefühl in meiner Brust breit, diese Art von Emotion, die nur wirklich schwer zu ertragen war. Ich konnte sicher niemandem etwas vormachen, mir ging es miserabel. Seit meine Zeit auf Idon begonnen hatte, war ich dazu gezwungen nichts weiteres als Erniedrigung zu erfahren. Bedrückt sah ich zu Boden. Ich war einfach so furchtbar alleine, aber... Nun, für gewöhnlich hätte ich ein kurzes "Das geht niemanden etwas an." von mir gegeben und wäre einfach meines Weges gegangen, doch die Frustration in mir zwang mich regelrecht dazu, hierzubleiben und mit einem bedrückten Unterton anzusetzen: "Nun... ich wurde aus meinem eigenen zu Hause verbannt..." Ich hielt inne, um gegen das zu kämpfen, was mir gerade in die Augen stieg. Oh, Kosmas, so reiß dich doch endlich zusammen! Es war einfach grausam, ich war mit dem Verstand eines Weisen gesegnet und mit der emotionalen Instabilität eines Jugendlichen "beglückt" worden. Was hatte man mir denn damit angetan, als ich geboren wurde? Schließlich schüttelte ich betrübt den Kopf. "Na ja...", war das Einzige, was mir noch über die Lippen kam, ehe mich wieder eine bekannte Stimme erreichte.

Schnell hob ich meine Brille und wischte mir mit dem Ärmel über die Augen, ehe ich dem Jungen von eben wieder in die Augen sah. "So wie es aussieht bist du wohl auch so gut wie unversehrt da rausgekommen.", entgegnete ich auf seine Aussage und verschränkte mit einem selbstgefälligen Läheln eine Arme. Die Trauer von eben versuchte ich dabei so gut es ging unter dieser Fassade zu verbergen. Schließlich wandte er sich noch kurz zu dem Blondhaarigen, ehe er sich wieder an mich wandte. Ob ich ihm noch etwas mitteilen wollte? Ach ja... "Ah, du meinst, ich soll wieder dort ansetzen, wo wir unterbrochen wurden?", hakte ich sicherheitshalber noch einmal nach und rückte wieder an meiner Brille, "Das geisterhafte Mädchen von eben war eine der Seelen aus Uruhas Kelch. Heute ist der Tag, an dem er mal Gnade walten lässt und sie freilässt, um vielleicht noch Dinge mit den Sterblichen zu klären.", erläuterte ich knapp und seufzte, "Mal im Ernst, ich frage mich manchmal, was er sich dabei denkt. Tot ist tot, am Ende verletzt er damit doch nur mehr Personen, als er hilft." Vielleicht ließ ich meinen Gedanken darüber zu viel Freiraum, doch der Nutzen einer solchen Aktion war einfach unabsehbar. Ich drückte auf diese Weise nicht etwa Mitgefühl für die Sterblichen aus, nein... es war einfach... ach, egal. Am besten, ich hielt nun mein viel zu besserwisserisches Mundwerk, ansonsten sagte ich letzten Endes vielleicht noch etwas, das mir unangenehm werden könnte.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Di Feb 18, 2014 6:04 pm

Eine traurige Geschichte also... Vhadek spitzte die Ohren. Nicht dass das nötig gewesen wäre, er hörte gut und auch spitz genug waren sie von sich aus. Doch noch ehe der bebrillte junge Mann seine Geschichte ganz beginnen konnte wurden sie von einer anderen Person unterbrochen, die den jungen Mann zu kennen schien und mit ihm sprach. Nach dem, was Vhadek verstand, waren die beiden vorhin bei einer Massenpanik getrennt worden und fanden sich jetzt durch Zufall hier wieder. Nachdenklich hörte er den Beiden zu, während er ohne es wirklich zu merken ein paar leichte, perlende Akkorde spielte. Er konnte seine Finger einfach nicht still halten, wenn darin ein Musikinstrument lag.
"Uruha lässt Tote frei?", fragte er unwillkürlich, als das Gespräch auf dieses Thema kam. Er schluckte. Für einen kurzen Moment erinnerte er sich an seinen Bruder und dass er ihn seitdem nie wieder gesehen hatte.. doch dann fing er sich wieder. Das gehörte nicht hierher. Es war vergangen und nur weil der Gott der Toten es manchmal tat hieß das nicht, dass jeder darum bitten konnte. Schon garnicht jemand wie er. "Das ist sehr großzügig von ihm, schätze ich. Aber wie du sagtest, Freund, bei manchen mag er damit mehr Schaden als Nutzen anrichten. Doch ist es nicht Fluch und Segen zugleich, Gott zu sein? All diese Macht und all das Wissen um für die Sterblichen so wichtigen Belange.. und all die Verantwortung, die damit kommt." Nachdenklich klimperte der Barde weiter, wobei sein Blick ein wenig in die Ferne schweifte. Er dachte oft über diese Dinge nach und hatte sogar ganze Lieder darüber geschrieben, die diese Fragen besangen. Immer nur über verlorene Liebe oder gefundene Liebe zu singen wurde auf Dauer langweilig.

"Aber vielleicht sollten wir uns erst einmal einander vorstellen, wenn wir schon so miteinander reden", sagte er dann plötzlich, als fiele es ihm gerade erst ein. Was, zugegebenermaßen, auch der Wahrheit entsprach. "Mein Name ist Vhadek von Taubenau, meines Zeichens wandernder Barde. Sehr erfreut." Wieder ein Akkord. "Und Ihr seid...?"
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mi Feb 19, 2014 8:31 pm

Endlich, ja endlich! Ich bekam meine gewünschte Antwort! Doch diese war einfach so seltsam, dass ich zuerst glaubte, er würde mich anlügen. Nur hatte er keinen Grund dies zu tun und es wirkte auch nicht, als würde er sich diese Geschichte aus den Fingern saugen. Kurz dachte ich darüber nach, dass ich auch plötzlich meinen Großeltern über den Weg laufen könnte. Sicher wären sie schrecklich enttäuscht von ihrem einzigen Enkel, der Khleom den Rücken gekehrt hatte um der Tyrannei zu entfliehen. Aber sicher ließ dieser Gott nicht alle seine Toten über Idon herfallen... das wären wohl zu viele verwirrte Seelen auf einmal. Vielleicht müssen diese ja bei dem Gott einen Antrag stellen.. oder um Audienz beten... wie auch immer man sich das nun vorstellen soll.

"Also bei mir kann er nur Schaden anrichten, wenn er mir meine Toten Verwandten auf den Hals hetzt. Bin schon froh, dass es kaum mehr lebende davon gibt." Um genau zu sein gab es ja nur noch meine Eltern und da ich ihr einziges Kind war, auch keine Geschwister oder ähnliches. "Eine Gottheit sein ist sicher nicht schlecht... aber ganz ehrlich, ich würde keine sein wollen. All die vielen Jahre, in denen sich alles so schrecklich langsam vor sich hin bewegt. All die vielen Jahre in denen du immer die selben Gesichter siehst und die selben Tätigkeiten tust. Irgendwann kommen dir die Tage sicher wie Jahre vor, wenn du so viel Zeit hast. Die Verantwortung ist dann noch eine zusätzliche Last, die ich nicht stemmen könnte. Dazu bin ich zu chaotisch.... Oh es sei denn es gäbe die Gottheit des Chaos, dafür wäre ich wie gemacht!" Ein Lachen verließ meine Kehle und schallte zusammen mit den leisen Akorden des Barden durch die Seitenstraße. Nebenbei waren meine Augen damit beschäftigt, die Gesichter der Leute suchen, die an uns vorbei huschten. Sicher gab es noch mehr dieser wandernden Seelen auf Idon und sie waren mir bisher nur nicht aufgefallen. Wozu auch? Normalerweise war ich der, den sie alle anstarrten wie einen Geist!

"Ich bin Rauly und nein, ich mag es nicht wenn man meinen Namen mit Rau abkürzt. Ich bin ein sehr sanftmütiges Geschöpf.... okay meistens jedenfalls." Stellte ich mich nach dem Barden vor und verneigte leicht meinen Kopf, sodass mir meine Haare noch mehr ins Gesicht fielen als eh schon. Mit einem eleganten pusten hatte ich aber gleich wieder freie Sicht auf die beiden Herren vor mir. "Seid ihr auch auf der Durchreise, oder was hat euch in diese riesige Stadt getrieben?" Bei dem Brillenträger konnte ich mir schon vorstellen, dass er dort in einer Bibliothek arbeitete.. aber ein Barde? Die waren doch immer auf dem Sprung und blieben nie lange irgendwo. Sie reisten durch die Dörfer und trällerten ihre Hymnen und Geschichten über Helden, Liebe und was sonst so gerade passiert.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Do Feb 20, 2014 8:41 pm

Okay... nun... das kam vielleicht doch etwas unerwartet. Aber gleichzeitig auch nicht. So war es doch immer, wenn man sich unter den Sterblichen aufhielt. Aus der Diskussion, die sie über das Gott-sein begannen, hielt ich mich lieber raus. Wenn sie doch nur wüssten, wer nun eigentlich neben ihnen stand! Aber sollte ich es ihnen wirklich sagen? Ich hatte knapp über hundert von ihnen auf dem Gewissen. Aber ob sie den Grund für meine Verbannung wirklich kannten? Hoffentlich nicht. Bedrückt sah ich zu Boden und scharrte mit meinem rechten Fuß ein wenig im Dreck. Irgendwann würde meine Zeit wieder kommen... dann wäre ich wieder oben... dann hätte all das sein Ende... alles nur eine Frage der Geduld, nur eine Frage der Geduld...

Ich seufzte. Das war doch lächerlich. Letzten Endes lief ich doch nur im Kreis, völlig ohne Anhaltspunkte. Und am Ende würde ich hier nur erbärmlich vor mich hinrotten und dann zu Grunde gehen. "Fluch und Segen zugleich...", wiederholte ich noch einmal die Worte des Blondhaarigen von eben. Mein loses Mundwerk konnte auch nicht einmal geschlossen bleiben. Es half nichts, ich war redebedürftig, da konnte auch noch nicht mal mein Verstand etwas daran ändern. Wie ich so etwas doch hasste! Normalerweise sollte man vor dem Reden denken und ich dachte und redete trotzdem. Das war einfach verdammt ärgerlich, aber ich konnte nichts dagegen machen... Mit einem weiteren Seufzen verschränkte ich meine Arme und ließ meinen Blick wieder sinken. "Ja... ich schätze... das ist eine ziemlich einseitige Tätigkeit...", pflichtete ich nuschelnd dem Jungen, den ich aus dem Tempel kannte, bei. Erneut kam wieder diese Frustration in mir auf. Ich musste mich zusammenreißen... dieser Wunsch, der in mir aufkeimte, war doch einfach nur erbärmlich! Mich an irgendeiner Schulter ausheulen? Tse, als ob ich irgendeinem sterblichen Wesen auch nur im Ansatz meine Sorgen anvertrauen könnte, das würde völlig im Kontrast zu dem stehen, wofür ich bisher gestanden habe. Ich war ein Gott, verdammt! Ich brauchte diese sozialen Interaktionen nicht! Ich kam gut alleine zurecht...!

Als es schließlich zur gegenseitigen Vorstellung kam, weiteten sich meine Augen leicht. Oh nein, was sollte ich jetzt machen? Lügen? Nein, das war eine Sache für Zexion. Der Name des Blonden war also Vhadek, während der Junge sich als Rauly entpuppte. Und er wollte also auch wissen, was sie in diese Stadt getrieben hatte? Ach herrje... ich legte mir meine Hand an die Stirn und dachte nach. Vielleicht kannten sie mich ja nicht so gut... ich war der Gott, der eher den Gelehrten ein Begriff war, ansonsten... ein Versuch war es wert. Wenn sie nachfragen würden, dann könnte ich mir sicher eine gute Ausrede einfallen lassen. Alles eine Frage der Einstellung. Außerdem... warum sollte sich denn eine Persönlichkeit wie ich verstecken müssen? Hahaha... "Mein Name... ist Kosmas.", antwortete ich knapp und rückte an meiner Brille, vermied es dabei aber tunlichst den beiden in die Augen zu sehen. "Ich bin lediglich ein reisender Alchemist.", war meine Antwort auf die zweite Frage. Ich versuchte, meinen Redebedarf auf das minimalste zu beschränken, hoffentlich fragten sie nicht nach... aber insgeheim hoffte ich es doch. Ach, ich wusste auch nicht mehr, was ich wollte! Das war einfach viel zu... viel zu... ich wollte einfach Aufmerksamkeit. Das war es. Aber ich hielt des Selbstschutzes wegen lieber meine Klappe. Sollte doch kommen, was wollte... schon wieder musste ich seufzen.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Mo Feb 24, 2014 9:49 pm

Rauly und Kosmas also. Ein Wesen mit widerspenstigem Haar und ein Alchemist. Beides Dinge, über die man lange Epen singen konnte, aber Vhadek hatte bereits gelernt, dass jedes Lebewesen irgendeine interessante Geschichte hatte. Man musste sie nur entdecken. Und bei aller Bescheidenheit war er darin über die letzten Jahre wirklich gut geworden. Und gerade Kosmas' Reaktion auf seine These zu den Göttern war.. interessant. Womöglich ein Philosoph oder dergleichen. Nach dem was der Barde so über diese weit verzweigte und komplizierte Wissenschaft wusste war sie sehr eng mit der Philosophie verwandt, um nicht zu sagen nahezu ihr Bettgefährte. Da blieben Abenteuer dieser Art für einen Alchemisten wohl nicht aus. Nun ja, gedankliche Abenteuer jedenfalls. Er zupfte an den Saiten seiner Laute.
"Mich führt die alte Wanderlust hierher", antwortete der Barde auf Raulys Frage. "Um ehrlich zu sein habe ich nichts, was mich konkret in diese Stadt zieht außer dass ich hier noch nie war. Neue Länder, neue Leute, neue Geschichten, eine der Vorteile der Wanderschaft."

Natürlich war Vhadek aufgefallen, dass Kosmas wegen irgendetwas sehr bedrückt schien. Schon während seiner Ausführung über die Götter hatte der bebrillte Junge Mann betreten geschwiegen und so gewirkt als wäre er lieber woanders. Vhadek mochte einäugig sein, aber er war doch nicht blind. "Nennt mich einen Träumer, aber ich denke es war Schicksal, dass wir uns hier getroffen haben." Die Akkorde, die Vhadek anschlug, wurden ein wenig lauter. Zuversicht war ein rares Gut und er liebte es, dieses zu säen. Und wie es schien hatte Kosmas diese Saat dringend nötig. "So wie überhaupt alles Schicksal ist. Auch die schlechten Dinge." Er schenkte sowohl Rauly wie auch Kosmas ein Lächeln, das die meisten Damenherzen zum Schmelzen gebracht hätte und begann gleichzeitig, seine ganz eigene Art von Magie zu wirken.
Magie, das war nicht nur etwas für trockene Schreiberlinge in ihren Stuben oder für ewig brütende Theoretiker. Magie war wie ein zweites Blut, das durch den Körper floss und daher auch über Leidenschaft, Liebe oder auch Wut angetrieben werden konnte. Und diesem emotionalen Aspekt der Magie hatte Vhadek sich auf seine Weise genähert: Mit Musik. Er konnte Klänge zu einfachen Zaubern verweben und einer dieser Zauber war es, die Moral seiner Zuhörer zu heben. Er konnte einem Verzweifelten neuen Mut einflößen oder Passivität in Tatendrang umwandeln. Natürlich nicht für lange, sollte der Grund tiefliegender sein, aber es war durchaus möglich, dass er mit diesem kurzen Moment der Freude einen Zundfunken schlug, der großes nach sich ziehen konnte.
"Je dunkler die Nacht desto heller der Morgen, je tiefer der Tal desto höher der Berg. Je größer das Ziel desto größer die Sorgen, je größer der Lohn, desto größer der Schmerz..." hob er an und spielte nun so laut er konnte, was wohl die Blicke einiger Passanten auf sich ziehen mochte. Und warum auch nicht? Er war immerhin nicht hier, um unerkannt wieder abzureisen. Je mehr Leute seinem Gesang lauschten, desto besser.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Di Feb 25, 2014 9:46 pm

Natürlich bemerkte ich die doch eher kargen Antworten des braunhaarigen jungen Mannes neben mir, ging allerdings eher weniger darauf ein. Meines Wissens, ja auch ich hatte mehr als heiße Luft zwischen den Ohren, waren Alchemisten eher so die Bücherwälzer.... Oft vertieft in Studien und Experimenten. Das er da nicht der redseligste war, schien mir in diesem Zusammenhang ganz gewöhnlich. Sein Name allerdings nicht, aber hier durfte ich einfach die Klappe nicht zu weit aufreisen. Mein Name war ebenfalls eine Rarität und das zog bei einigen Leuten wirklich Misstrauen auf den Plan. Unglaublich oder? Aber es war einfach so. Alles unbekannte wird automatisch auf die Liste 'Kenn ich nicht, mag ich nicht... Es sei denn es ist tot!' gesetzt. Schon komisch manche Leute...

"Schicksal? Ich weiß ja nicht. Ich glaube nicht, dass jede einzelne Begegnung vom Schicksal oder der Göttin bestimmt wird." Sicher war ich mir allerdings nicht. Wer wusste schon, was an der Geschichten über Iriria wahr und was gelogen war? Wieder ein Thema, über das man stundenlang diskutieren könnte.. die Betonung liegt hier dezent auf das Wort 'KÖNNTE'. Auf sein Lächeln hin, erwiderte ich seine Geste.

Und plötzlich geschah etwas seltsames. Die Laute aus dem Instrument drangen an mein Ohr... aber auch durch meinen Körper. Sie erfüllten ihn mit einem Gefühl, dass so plötzlich in mir aufkeimte wie Jähzorn. Doch konnte man das Gefühl nicht mit Wut oder etwas negativem verbinden. Es war ein beflügelndes Gefühl, dass mir Mut und Zuversicht schenkte, auch wenn ich nicht wusste wieso. Für einen kurzen Augenblick verstummte ich komplett und versuchte die Quelle des Gefühls zu ermitteln. Warum nur? Wo kam plötzlich dieser Wandel her? Lag es an dem Lied, dessen Töne eine so freudige Stimmung erzeugten.. oder war es doch etwas anderes? Soweit ich mich erinnern konnte, hatte Musik aber nie so eine Wirkung auf mich gehabt. Und ich habe wirklich schon vielen Liedern und Barden gelauscht.

"Was tust du da?" Die Frage stellte ich an den Barden, allerdings nicht direkt auf meinen Verdacht bezogen. Vielleicht merkte er anhand meiner Stimmlage, dass ich etwas verwirrt und gerade wenig begeistert war. Das mir etwas aufgezwungen wurde, konnte ich noch nie leiden. "Spürst du das nicht auch?" Diese Frage wand ich an den Braunhaarigen, da ich mir nicht sicher war, ob nur ich das fühlte oder auch er davon betroffen war. Das Gefühl bereitete mir langsam ziemliches unbehagen, denn los wurde ich es auch nicht. Auch wenn ich es versuchte.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Fr März 07, 2014 5:28 pm

Sie fragten nicht nach. Gut, Oder vielleicht auch nicht. Ein stechen durchbohrte meine Brust. Das hieß... dass ihnen MEIN Name nichts sagte?! Immerhin war ich nicht mit diesem Namen geboren worden, die Sterblichen hatten ihn mir im Laufe ihrer Entwicklung einfach anvertraut. Ich hätte mir selbst natürlich jeden x-beliebigen Namen geben können und sie dazu zwingen können, mich so zu nennen, aber ich war einfach nach ihrer Wahl gegangen. Und eigentlich hatte sie mich sogar ein wenig mit Stolz erfüllt. Doch so war das irgendwie... ach, egal. Wenigstens wurde ich dadurch nicht als gefallener Gott entlarvt. Das wäre sicher umso unangenehmer gewesen. Alles hatte seine guten und schlechten Seiten, nur ganz ruhig bleiben, tief durchatmen...

Bei beiden schien es sich zumindest um Leute auf Wanderschaft zu handeln. Genau wie bei mir. Interessant, dass ich bisher mehr mit Leuten ins Gespräch gekommen bin, die keinen festen Wohnsitz besaßen. Als der Barde schließlich behauptete, dass die heutige Begegnung Schicksal sei verfinsterte sich mein Blick unwillkürlich. Schicksal, wie? Nun, zumindest irgendjemand da oben musste sehen, was die hinabgestoßenen Götter trieben... aber ob es ausgerechnet jene Göttin war? Auch Rauly schien es anzuzweifeln.  So viel geschah auf Idon, noch nicht mal ein Gott konnte seine Augen überall haben. Ich musste es wissen, ich hatte zu meiner Zeit Gehilfen benötigt. Aber noch nicht einmal ich wusste alles über die großen Fünf... ja, ausgerechnet sie mussten dafür sorgen, dass sich meine ausgiebigen Recherchen nur auf das unter mir beschränkte, selbst zu meinen Zeiten als vollwertiger Gott. Aber wer mochte schon gern, dass man alles über einen in Erfahrung brachte, wenn man das verhindern konnte? Aber das Weltbild Vhadeks beeindruckte mich, ich hatte mal gelernt, dass ein instabiles geistiges Weltbild damit einherging, dass man glaubte, alles auf der Welt würde "grundlos" oder "nur durch Zufall" geschehen. Das brachte mich dann doch ins Schmunzeln. Als ich jedoch das Lächeln des Blonden sah, verschwand dieser emotionale Ausdruck gleich wieder. Ich wusste nie so recht, wie ich darauf reagieren sollte. Ein Schauer lief mir den Rücken runter und ich wandte meinen Blick leicht zur Seite. Dieses Lächeln war mir nicht ganz geheuer.

Und diese misstrauische Eingebung meinerseits bestätigte sich sogleich, als der Barde ein Lied zu spielen begann. Allerdings fühlte es sich nicht an wie jedes andere Lied, es durchdrang nicht nur die Ohren sondern den gesamten Körper, als würde es irgendwelche Emotionen wecken wollen. Ich musste zugeben, es besaß wirklich eine hebende Wirkung, doch ich konnte auf diese Erkenntnis hin nur irritiert eine Augenbraue heben. Rauly schien nicht weniger verwirrt zu seine als ich, kurz darauf gab ich ein Stöhnen von mir. Das war leichtsinnig von dem Blonden, einfach mitten in der Konversation sowas zu tun. Auf die Frage des Jungen hin rückte ich an meiner Brille und gab lediglich ein kurzes "Mhm." von mir. Ich mochte meine Gefühle nicht und was ich noch weniger ausstehen konnte war die Tatsache, dazu gezwungen zu werden irgendetwas zu empfinden. Ich war mir zwar unsicher, ob es nun tatsächlich an der Musik des Barden lag, aber was sollte es denn sonst sein? "Könntest du... bitte damit aufhören? Was auch immer du gerade machst...", meinte ich noch leicht zurückhaltend zu Vhadek, aber man konnte am Klang meiner Stimme vernehmen, dass ich nicht gerade begeistert war. Wieder fühlte ich dieses erdrückende Gefühl, doch dieses Mal mischte es sich mit diesem falschen Mut, der mir durch das Lied vermittelt wurde. Emotionen... mir wurde übel, ich sollte mich hinlegen. Diese Welt war grausam, hätte ich nicht diesen innigen Drang zu leben, hätte ich mir sicher schon längst den Gnadenstoß gegeben. Ein sehr tiefes Seufzen entwich mir. So etwas sollte ich noch nicht einmal annähernd denken. Aber ich hatte es gerade getan. Welch Ironie.
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BeitragThema: Re: Marktviertel   Do Apr 03, 2014 1:03 pm

[OT: Da Vadhek nun schon länger nicht mehr online war erdreiste ich mich mal ihn zu überposten. Er kann ja jederzeit wieder dazustoßen. Die Gruppe kommt einfach, damit Vhadek nicht nur sinnlos iwo rumsteht und nichts tut.]

Er spürte es also auch. Ich sah ihm sein Unbehagen an, er fühlte sich sicher ähnlich wie ich. Sicher war diese seltsame Magie ganz praktisch um entmutigte Truppen im Kampf wieder aufzubauen, oder um eine Massenpanik wie die vorhin im Tempel zu beschwichtigen.. aber ich konnte mich mit diesen plötzlichen Gefühlen nicht anfreunden. Es wirkte wie ein... Gefühlszwang? Ja, es klang seltsam aber treffend. Dabei schätzte ich doch nichts mehr als meine Freiheit und das galt für alles was mich betraf.

Aber scheinbar dachten nicht alle so. Um den Barden scharte sich schon alsbald eine kleine Gruppe, die sich von den Gefühlen mitreisen ließen und um mehr baten.. nein man konnte schon fast betteln sagen. "Versteh einer diese Menschen..." Schmunzelte ich und beobachtete das Szenario. Sicher hatte er nun erstmal alle Hände voll zu tun. Vielleicht war die Musik auch dafür ganz gut den Menschen hier Mut und Hoffnung zu schenken. Man hörte ja, was alles so passiert und da war ein bisschen was von beidem sicher nicht schlecht für die armen Seelen. Ihnen schien es jedenfalls zu gefallen.

"Hast du soetwas schonmal gesehen?" fragte ich dann schließlich den Braunhaarigen, als ich sicher war, dass der Barde uns nicht mehr beachtete. Natürlich war ich nun Misstrauisch, wer wusste was er einem noch so für Gefühle aufzwingen konnte. Ich wollte es ja gerne wissen, aber irgendwie fürchtete ich mich ein bisschen vor der Antwort. Manchmal war es wohl besser, wenn man weiterhin naiv durch die Welt laufen konnte, ohne gleich hinter jeder Ecke einen Feind zu erwarten.

"Ich habe noch keinen Magier mit solchen Kräften gesehen und auch von keinem Instrument gehört, dass Leute verzaubern kann. Das ist alles sehr suspekt." Murmelte ich leise vor mich hin und ließ den blondhaarigen nicht aus den Augen. Er machte keinen bedrohlichen Eindruck, aber seine Magie machte mich einfach nervös. Aus diesem Grund fragte ich mich auch gar nicht, ob der braunhaarige neben mir nicht auch Magie beherrschte.
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