StartseiteStartseite  PortalseitePortalseite  KalenderKalender  SuchenSuchen  FAQFAQ  MitgliederMitglieder  NutzergruppenNutzergruppen  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  






Tritt ein in eine Welt, die durch die Laune mancher Götter ins blanke Chaos gestürzt wurde.
 
Herzlich Willkommen in Idon , an alle Neulinge. Denkt an eure Steckbriefe. Wendet euch bei Fragen immer gern an das Team.
Unsere gemietete URL idon-rpg.com ist abgelaufen. Das Forum ist normal über http://idon-rpg.forumieren.com erreichbar.

Austausch | 
 

 Kleine Marktgasse

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Liam
Mensch
avatar


BeitragThema: Kleine Marktgasse   Fr Nov 07, 2014 3:16 pm

„Ich geh auf den Markt und kaufe dort ein! Etwas hiervon, etwas davon… Das kommt alles in den Trank hinein! Was wird er wohl bewirken, was wird er wohl tun? Nun ich werde es nie erfahren, lass ich die Arbeit ruhen!“ Aufgeregt wie ein kleines Kind stolzierte ich über die Straßen. Dabei ignorierte ich gekonnt die schiefen Blicke der Menschen, die mir entgegen kamen. Sie verstanden mich ja sowieso nicht, warum mein Verhalten also erklären? Laut meinem Meister soll es hier Kräuter geben, die ich für meine Tränke gebrauchen könnte. Nun konnte ich natürlich kaum an mir halten, hatte sogar meinen Meister abgehängt vor lauter Aufregung. Schlitternd kam ich vor einer alten Holzbude zum Stehen. Die Verkäuferin musterte mich kurz abschätzig, dann nickte sie mir kurz zu. „Gu… Guten Tag. Ich bräuchte… ein paar Kräuter. Mir wurde gesagt, hier könnte ich welche finden.“ Meine Stimme war sehr leise, so wiederstrebte es mir doch immer wieder, fremde Leute einfach ansprechen zu müssen. Wieder nickte die alte, trotte davon und brachte wenig später eine Kiste mit. Sie stellte mir jene vor die Nase und nahm den Deckel ab. „Frische Lieferung aus Galan ‚Den.“ Ihre Stimme klang rau, als hätte sie ein Reibeisen geschluckt.

Ehrfürchtig griff ich in die Kiste und zog ein paar Blätter und Beeren des Nachtschatten Gewächses heraus. Diese Pflanze war giftig, aber man musste nicht zwangsweise daran sterben. Ich hatte einst einen Trank damit gebraut und ein lähmendes Gift hergestellt. Leider waren die Nebenwirkungen alles andere als angenehm, so hatte mein Testobjekt Atemwegsprobleme und leichte Halluzinationen bekommen… um nur ein paar davon aufzuzählen. Apropos unangenehm… Durch das lange stehen auf einem Fleck hat sich Schnee durch das Loch in meinem linken Schuh gekämpft, ist dort nun geschmolzen und jetzt frieren meine kleinen Zehen... Warte, wo war ich? Achja, das Testobjekt! Es starb schließlich an einer Überdosis, die sein gesamtes Nervenzentrum lahmlegte… nicht zuletzt auch die Atmung. Seither hatte ich nicht mehr das Glück, Bestandteile dieses Gewächses in die Finger zu bekommen. Das hier war also ein ganz besonderer Moment für mich! „Diese Blätter sind von einem Nachtschatten! Vorzügliche Qualität, es war ein jungen Strauch… Das hier nehme ich und auch noch etwas von ihren Heilkräutern. Könnten sie mich bei Gelegenheit bitte daran erinnern, dass ich ein Loch im Schuhe habe, welches gestopft werden müsste… meine Füße sind schon ganz nass. Ach, nein vergessen sie das wieder, ich werde es ja auch vergessen. Haben sie noch andere Kräuter aus Khleom vielleicht?“ Sorgfältig suchte ich mir meine Zutaten aus und vergaß völlig die Zeit. Hoffentlich wusste mein Meister wo ich hinwollte und würde nicht böse mit mir sein, weil ich ihm doch weggelaufen war in meiner Freude. Ich war doch ein netter Liam… mit nassen Zehen. „Schwarz wie der Tod, kommst besser nicht aufs Brot…“ Ich kicherte leise in mich hinein und packte begeistert meine Einkäufe zusammen. Das wird noch ein schöner Tag.

Jetzt galt es nur noch meinen Meister zu finden….
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ivanov
Hexer
avatar


BeitragThema: Re: Kleine Marktgasse   So Nov 09, 2014 6:33 pm


Operation: Meerjungfrauschuppen
Ort: Dravik, Hiyallfyn
Liam & Ivan



Mit einem leisen Seufzen blickte er dem Kleinen nach, der durch die Menschenmenge hechtete. Den würde er so schnell nicht einholen, einfach...weil er keine Lust hatte sich zu beeilen, um ganz ehrlich zu sein. Sicherlich würde er den Jungen wiederfinden, irgendwie, aber jetzt sofort war es nicht nötig. Sollte der andere sich seine Kräuter besorgen, hatte Ivan mehr Zeit, sich ein wenig umzusehen. Einerseits benötigte er selbst einig Ingredienzen für das, woran er gerade arbeitete, zum Anderen schaute er sich wieder einmal für potentielle Testsubjekte um.
Es war nicht allzu einfach, sich einen Weg durch die Masse an Wesen zu bahnen, wenn es darum ging, an einen Stand heranzukommen, doch glücklicherweise mangelte es Ivan weder an körperlicher Kraft, sich Schneisen zurechtzuschubsen, noch an autoritärer Aura, um einige Leute allein mit einem fiesen Blick aus der Bahn zu scheuchen. Einkaufen auf Märkten war definitiv eines der Dinge, die Ivan nicht ausstehen konnte. Zu viele Leute, zu viel Lärm... und man musste immer ewig suchen, bis man etwas fand. Denn...auch an diesem Stand hatte er kein Glück.
Natürlich war es nicht unbedingt...einfach, an Meerjungfrauenschuppen zu gelangen, doch man konnte doch wohl vom Markt einer der größten Städte Hiyallfyns verlangen, dass zumindest ein Exot einige auf Vorrat hatte! Aber nein, natürlich nicht. Sirenenschuppen hatte einer, aber das war nicht das selbe. Die waren kleiner und feiner, die wollte er nicht. Hatte er sich auch ziemlich gereizt vernehmen lassen.
Ein weiteres Seufzen, als er an den Blick des Alten dachte. Dann ein Grinsen. Inkompetenz musste nun einmal bestraft werden!
Gerade wanderte Ivan langsam an einer etwas ruhigeren Ecke vorbei, neben einem Weinstand mit kleinen Stehtischen drumherum, wahrscheinlich zum Verkosten, als sich eine kalte, weiche Hand vorsichtig um sein Handgelenk schloss und ihn zum Stillstand brachte
Ivan war noch nie sehr leicht zu erschrecken, so wendete er auch jetzt nur seinen Kopf, darauf ein leicht missbilligender Blick, und starrte direkt in zwei alte, trübe Augen. Sie gehörten zu einer ebenso alten Frau mit langem, schönen weißen Haar, dass sie offen trug. Ihre Kleidung war schlicht, sah sehr abgetragen aus und Ivan schätzte sie als Bettlerin ein, doch dafür roch sie nicht schlecht genug. Ihre Hand war auch nicht rau genug für eine Person, die auf der Straße ein hartes Leben lebte.
In stiller, genervter Erwartung zog Ivan langsam seine Augenbrauen hoch, als Zeichen, dass er ganz Ohr war für das, was sie zu sagen hatte. Gleichzeitig aber sagte sein Gesichtsausdruck mehr als deutlich, dass sein Interesse und die aufgebrachte Aufmerksamkeit mehr als begrenzt waren und sie sich gefälligst beeilen sollte mit was immer ihr Beweggrund war, eine fremde Person einfach so anzutatschen. Sie hingegen begegnete dem Blick mit leichtsinniger Freundlichkeit.
"Möchtest du deine Zukunft erfahren?", fragte sie langsam und sanft und ihre Art zu Sprechen jagte Ivan einen Schauer über den Rücken, der ihn sofort enorm nervte. Wenn das jetzt bei jedem Satz, den sie von sich gab, passierte, würde er sicher wahnsinnig...er werden als er war. Auch wenn er selbst sich definitiv nicht als wahnsinnig einstufen würde.
Er runzelte verärgert die Stirn.
"Ich kenne meine Zukunft bereits.", antwortete er hochnäsig und bestimmt und erwartete, dass die alte Frau sein Handgelenk nun mit einem enttäuschten "Oh" loslassen und ihn ziehen lassen würde. Doch die Alte ließ nicht locker. Ihre zweite Hand gesellte sich zur ersten und drehten Ivans Handfläche in ihre Richtung. Stumm starrte sie auf seine Haut und verzog angestrengt das Gesicht.
Ivan verdrehte die Augen und bewegte seinen Kopf in genervter Manier in die der Alten entgegengesetzten Richtung. Warum, warum musste ihm das jetzt passieren? Tief atmete er durch seinen leicht geöffneten Mund ein, sog den Sauerstoff tief in seine Lungen, damit er irgendetwas zu tun hatte und stieß ihn geräuschvoll aus gleichen wieder aus. Seine freie Hand stemmte er in die Hüfte, die Hand ein wenig zu einer lockeren Faust geballt.
Wenn er hier nun nicht direkt im Freien umringt von Personen wäre, hätte er einfach seine Hand gewaltsam entzogen und wär gegangen... aber es gab zu viele Zeugen.
Sie räusperte sich langsam und ihr Blick wanderte langsam hinauf zu Ivans Gesicht.
"Ich sehe Großes in deiner Zukunft. Dich erwartet eine einmalige Chance." Ivan gähnte leicht und alles Interesse wich aus seinen Gesichtszügen, als er fertig war. Natürlich erwartete ihn Großes. Er würde zum Gott werden... aber das war bei weitem nichts Neues.
"Du verschwendest unser beider Zeit, Alte. Ich kenne meine Zukunft. Ich weiß, was mich erwartet.", knurrte er genervt und versuchte, seine Hand aus ihrem Griff zu befreien, da er vermutete, dass sie nun fertig war. Doch so locker ihr Griff sich auch anfühlte,seine Hand bekam er nicht aus ihren Klauen. Ein wenig trotzig blickte sie ihn an.
"Ich war noch nicht fertig, du ungeduldiger Bursche... Jemand aus deiner Vergangenheit wird dich aufsuchen. Deine Vergangenheit...", sie machte ein überraschtes Gesicht und ihr Blick wanderte wieder zur Hand, stierte wie besessen auf die Handfläche, die sich ihr entgegenstreckte.
Angewidert und empört starrte Ivan die Alte an. Jemand aus seiner Vergangenheit? Das konnte unmöglich wahr sein. Und warum starrte die Hexe so entsetzt auf seine Hand. Was zur Hölle? Dieser Scharlatan sollte bloß nicht so tun als wäre er wirklich in der Lage, das zu tun, was sie hier vorgab zu tun. Jeder wusste, dass Wahrsager so gut wie ausgestorben waren, dann würde so eine seltene Fähigkeit sicher nicht in abgenutzten Klamotten hier auf dem Markt stehen und verzweifelt versuchen, fremden Menschen durch dumme Tricks ihr Geld aus der Tasche zu ziehen. Das konnten nur billige Tricks sein und sie machten Ivan enorm wütend.
"Was hast du getan...?!", fragte die Alte in ungläubigem und anklagenden Ton und Ivans Augen richteten sich direkt auf ihr Gesicht. BITTE?! Mit einem gewaltigen Ruck entfernte er seine Hand aus ihren und funkelte sie an.
"Das geht dich einen feuchten Mäusefurz an, du klapprige Heuchlerin.", fauchte er. Doch innerlich stieg in ihm leichte Panik hoch. Sollten solche Leute nicht immer nur Tragik in der Vergangenheit ihrer leichtgläubigen Opfer sehen und ihnen Mitleid heucheln für eine Gallade mehr? Die Alte konnte doch wohl kaum erwarten, auch nur eine Münze zu bekommen für ihre kleine Horrorshow! Mit zu einer wütenden und gleichzeitig etwas ängstlichen Fratze machte Ivan auf dem Absatz kehrt und versuchte, herauszufinden, wo der Kräuterstand war, zu dem Liam gerannt war, denn momentan hatte Ivan keinen Nerv mehr, noch eine Minute länger auf diesem Markt herumzulaufen, die Alte war ihm definitiv nicht geheuer.
Mit schnellen Schritten bahnte er sich einen Weg durch die Menge und hielt erst inne, als ihm bewusst wurde, dass er keine Ahnung hatte, in welche Richtung er gelaufen war. Also blieb er sehen und sah sich um und...
"Du musst Rechenschaft ablegen! Ich kann dir helfen!", hörte er hinter sich die Stimme der Alten und riss die Augen auf. Ihre Hand streckte sich nach seinem Arm aus und hastig zog er beide Arme weg. Was sollte das? Was wollte die Alte jetzt? Priester spielen?
"Du kriegst von mir kein Geld, du altes Klappergestell. Geh weg! nerv jemand anderen!", kreischte er und machte ein paar Schritte zurück, weswegen er, da er ja keine Augen auf dem Hinterkopf hatte - ganz im Gegensatz zu einem seiner neueren Testobjekte - in jemanden hineinlief. Mit einem Ruck drehte er sich um und äußerte ein genervtes "Verzeihung.", bevor er daran war, an der Person vorbeizugehen, doch jene Person, eine Dame um die 30, starrte ihn mit glänzenden Augen an und begann sehr verstörend zu lächeln. Ivan war sich gar nicht mehr so sicher, was sein gesicht da eigentlich machte, weil er, seit die Alte auf den Plan getreten war, nur noch dabei war, seine Meinung möglichst öffentlich auf dem Gesicht zu präsentieren, um ihr deutlich zu machen, wie sehr sie ihm auf den Wecker fiel. Irgendwo zwischen angewidert und überrascht mussten seine Gesichtzüge umhergleisen, da war er sich sicher.
Nein, es war meine Schuld. D...darf ich Sie als Entschädigung zu einem Kaffee einladen? ...oder gleich zu mir nach Hause? Sie kicherte leicht hinter hervorgehaltener Hand und ihre Wangen wurden etwas rot. "Ach was rede ich da, haha.", ergänzte sie ihre enorm unangebrachte Einladung.
Mit einem Gesicht, das einfach nur noch  Verwirrtheit und Überforderung zeigte, presste sich Ivan an der aufdringlichen Dame mit einem... ziemlich weiten Ausschnitt... vorbei und presste sich in die Menschenmenge. "Halt, warten Sie doch, ich bin Ilsa. Wie heißen Sie? Möchten Sie lieber einen Tee? Ich kann Ihnen auch Wein anbieten, warten Sie!" Zu Ivans Leidwesen wurde die Stimme nicht leiser, sie klang nur etwas gehetzter und als er sich umblickte, lief die Dame ihm direkt hinterher. Panik erfasste ihn und ließ sein Herz heftig in der Brust pumpen. Hinter den großen Brüsten, wie er die Dame im Kopf nur noch nannte, sah er noch die Alte, die ihm anscheinend auch noch weiter folgte und ein ernstes, gehetztes Gesicht machte. Heiliger Bimbam, was wollte die denn noch? Mit Verzweiflung im Blick drehte er sich weg von seinen Verfolgern und suchte alle Stände nach Liam ab. Schwierig, wenn eh alles voller Leute war doch dort hinten... ja, da hinten, das könnte er...
"Nun laufen Sie doch nicht so schnell! Sind Sie etwas schüchtern? " Ivan vernahm ein leichtes Kichern hinter sich und spürte eine Hand an seinem Rock. Panik. Mehr Panik. Große Panik. WO war ihre Hand?! Was...?! Jeder Muskel in seinem Körper spannte sich an und ihm entfloh ein leichtes Quietschen. Er raffte gerade seinen Rock vorn ein wenig hoch, als er hinter sich ein erschöpftes, geschnauftes "Ich kann dir helfen. Du kannst vor der Vergangenheit nicht fliehen, gib dich nicht der Sünde hin!" hörte, bevor er losrannte.
"Liam! LIAM!", rief er laut und rannte auf den Jungen zu, bevor er hechelnd neben ihm zum Stehen kam.
"Hilfe!", japste er und blickte gehetzt hinter sich. Tatsächlich die beiden Weiber waren ihm noch immer auf der Spur.

_________________
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Liam
Mensch
avatar


BeitragThema: Re: Kleine Marktgasse   Mo Nov 10, 2014 12:02 pm

Verunsichert stolperte ich über den Markt und suchte nahezu verzweifelt nach meinem Meister. ‚Das hast du nun von deinem Ungehorsam!‘ Die Stimme meines damaligen Betreuers schoss durch meinen Kopf und sofort huschte ein unbehaglicher Schauer über meinen Rücken. Ich konnte nicht oft behaupten, dass ich Hass gegenüber einer anderen Person empfand… Bei diesem Menschen war dies aber so. Er hatte Schuld an drei Narben an meinem Körper… Eine am Arm und zwei im Rippenbereich. Er war sehr gemein zu mir gewesen. Unschlüssig stand ich in der Mitte des Getümmels, versuchte auf Zehenspitzen einen Blick auf meinen Meister zu erhaschen, jedoch sah ich ihn nirgends. Sicher musste er mich nun suchen und würde später sehr böse mit mir sein. Deprimiert ließ ich den Kopf hängen und schlurfte ziellos durch die kleinen Marktgassen. Ich war so ein ungehorsamer Junge… ein böser Junge. Völlig in Gedanken und Selbsttadel versunken, registrierte ich die Rufe von Ivanov erst gar nicht. Erst als er mir näher kam, drangen diese in mein Bewusstsein. Oh, ich wusste er würde… panisch flüchten?

Schwer keuchend kam er vor mir zum Stehen und würgte ein leises ‚Hilfe‘ heraus. Etwas verstört blickte ich in die Richtung, aus der er gerade gekommen war. Vor welch einem Monstrum er wohl geflüchtet war? Es musste schon etwas extrem Furchterregendes gewesen sein, denn mein Meister ließ sich nicht so einfach aus der Ruhe bringen. Es dauerte noch ein paar Sekunden, bis eine alte Frau mit weißen Haaren und eine jüngere mit viel zu großen Brüsten in einem ähnlichen Tempo auf uns zu kamen. Ja, die beiden waren definitiv zum Fürchten, wobei mich eher die jüngere verstörte… es war einfach zu viel…. Zu viel… Bewegung.

„Lauft Meister! Lauft, ich werde sie aufhalten!“ Verkündete ich Todesmutig und drehte mich wieder in die Richtung der zwei Frauen. Mein Plan war es, die beiden abzufangen und festzuhalten, bis er sich in Sicherheit gebracht hätte. Ohne noch groß nachzudenken setzte ich mich in Bewegung, steuerte genau auf die beiden zu… und übersah gekonnt eine Eisfläche auf dem Boden. Ich konnte mich nach hinten gerade noch abfangen, doch schlussendlich viel ich einfach noch vorne. Nur durch gute Reflexe konnte ich meinen Kopf vor dem Aufprall bewahren, doch war dies nicht mein einziges Problem. Der festgetretene Schnee machte die Straße glatt und rutschig und der anfängliche Schwung sorgte dafür, dass mein Körper nun in beängstigender Geschwindigkeit auf die beiden Weiber zu schlitterte.

Strampelnd versuchte ich mich zu bremsen oder zumindest die Richtung zu ändern, doch es war hoffnungslos. „Tut mir leid!“ Rief ich den beiden entgegen, bevor ich ihnen die Beine wegzog und sie fluchend und schreiend auf dem nassen Boden landeten. Ich schlitterte noch ein paar Meter weiter und krachte schließlich gegen eine kleine Holzhütte. Die Landung war hart und diesmal hatte ich nicht die Möglichkeit meinen Kopf vor einem Aufprall zu bewahren. Zum Glück hatten meine ‚Opfer‘ schon etwas Geschwindigkeit aus dieser Rutschpartie genommen… Leicht benebelt lag ich auf dem Boden, hatte schon die Hoffnung, dass es nun endlich vorbei war und dann… war alles Schwarz.

„Meister! Meister ich bin blind! Ich bin blind!“ Rief ich panisch aus und versuchte nach etwas zu greifen. Doch alles was ich zu fassen bekam war Schnee und so geriet ich leicht in Panik. Wie soll ich jetzt noch ein guter Lehrling sein? Sicher würde er sich nun einen anderen Gehilfen suchen… Jemanden, der zumindest noch etwas sehen konnte. Ich schniefte leise und versuchte eine Träne von meinem Gesicht zu wischen, doch stattdessen griff ich nur wieder in Schnee. Mist… Peinlich berührt wischte ich mir den Schnee aus den Augen und sah in die verwirrten Gesichter der Schaulustigen. Auch die beiden Frauen wurden umstellt, denn jeder versuchte ihnen zu helfen. Geplant war es so nicht, doch es hatte zumindest den gewünschten Effekt. Ich kämpfte mich wieder auf die Beine, versuchte dabei den Schmerz an meinem Kopf und in meinen Armen zu ignorieren. Das würde sicher schöne blaue Flecken geben.

„Bitte entschuldigt Meister, so war das nicht geplant.“ Murmelte ich verlegen und rieb mir den restlichen Schnee aus den Haaren. Es dauerte ein paar Augenblicke, bis ich etwas Warmes an meiner Hand realisierte. Ich hob die Hand in mein Blickfeld und sah frisches Blut daran kleben. „Ich.. Ich blute… ICH BLUTE! Ich muss sterben! Sterben!“ Wieder zog ich die Aufmerksamkeit von herumstehenden Leuten auf mich, doch diesmal war es mir egal. Schließlich war ich gerade in Panik! Erneut. Ich sank dramatisch zu Boden, wartete darauf, dass mein Leben an mir vorbei zog… doch es kam nichts. Die Leute wandten sich von dem Schauspiel ab und kümmerten sich lieber um die anderen Beiden, die sich vor Hilfe gar nicht mehr retten konnten und ließen mich alleine sterben.

……

„Warum lieg ich auf dem Boden?“ Die Frage war an niemanden speziell gerichtet, deshalb erwartete ich auch keine Antwort. Ich stemmte mich wieder auf die Beine und sah mich um, dann trottete ich ohne große Worte zu meinem Meister und lächelte ihn erwartungsvoll an. „Ich habe ganz viel neues Spielzeug, Meister!“ Verkündete ich glücklich und realisierte das Blut, welches mir in einem feinen Rinnsal über die Schläfe floss, gar nicht mehr. Stattdessen wedelte ich aufgeregt mit dem Beutel vor seinem Gesicht herum, um das Gesagte etwas zu untermauern. „Brauchen wir noch etwas?“ Fragte ich schließlich noch. Es wäre ja langweilig, wenn nur ich etwas tolles auf dem Markt gefunden hätte.
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ivanov
Hexer
avatar


BeitragThema: Re: Kleine Marktgasse   Sa Dez 06, 2014 5:36 pm


Operation: Meerjungfrauschuppen
Ort: Dravik, Hiyallfyn
Liam & Ivan


Ivan musste ein paar Mal tief durchatmen, bis er wieder daran denken konnte, sich auf die Situation zu konzentrieren. Sonst war Kondition ja nicht so sein Problem, aber die Aufmerksamkeit der beiden ungewollten Personen schnürte ihm leicht die Kehle ab. Vor allem die Ungewissheit über das, was die Alte da von sich gegeben hatte über Personen aus der Vergangenheit. Wie viel Wahrheit konnte in der Androhnung überhaupt drinstecken? Aber darüber musste er sich weniger den Kopf zerbrechen als über den Fakt, dass sie seine Vergangenheit mit einem entsetzten Unterton angesprochen hatte. Niemand durfte darüber Bescheid wissen. Niemand! Nun... hatte er nicht ein neues Projekt, dass er beginnen wollte und benötigte er dafür nicht noch... Freiwillige? Möglichst viele...? Sein Blick fiel auf Dicke Brüste. Mhh.

Mit einem auffordernden Blick bedachte er Liam, der die Lage um die beiden Verfolger checkte. Doch entgegen dem, was Ivan sich erhofft hatte, kündigte Liam eine Abwehr an. Gut und schön und... NEIN! "Liam halt, wir sollten einfach ver.....schwinden?" Die Hälfte des Satzes wurde in den letzten Silben mehr zu einer Frage, denn der Junge war bereits losgelaufen und Ivan musste ihm Mut und Loyalität zugestehen...auch wenn er bereits wusste, dass Liam beides besaß (und für letzteres auch manchmal recht dankbar war, aber welcher böse Hexer, der einmal Gott werden wollte, gestand schon Dankbarkeit?).

Mit etwas verwirrtem, angespannten Blick sah er dem Jungen nach, ein wenig zweifelnd, dass das, was er da tat, irgendwem helfen würde... aber das Minenspiel war wohl noch nicht vorbei, denn als Liam eine Eispfütze übersehen zu haben schien und nunmehr schlitterte statt rann, wurden die Gesichtszüge des Dunkelhaarigen eher besorgt, gar ein wenig ängstlich...abwartend. Ein leises Kichern entfuhr dem Mann als die beiden Weiber auf ihre Hintern fielen und er konnte auch in der umstehenden Menge ein paar leise Lacher, jedoch auch leichte Empörung und Verwirrtheit hören. Das kam nunmal davon, wenn man ihn verfolgte.

Das Ende von Liams Rutschpartie war schließlich eine Holzwand und er konnte bis zu sich den Aufprall hören, und währenddessen zogen sich in ihm alle Muskel kurz zusammen. Autsch. Langsam setzte er sich in Bewegung, den Jungen nicht aus den Augen lassend, und hoffte, dass ihm auch nichts größeres zugestoßen wäre, das man nicht mit ein paar Handgriffen irgendwie wieder zurechtbiegen konnte.
Als sich im Schnee wieder etwas zu regen begann, atmete er natürlich auf, denn irgendwie hatte er in Liam schon etwas gefunden, dass er für noch ein Weilchen länger an seiner Seite behalten wollte, doch der Aufschrei sorgte schließlich wieder für einen kleinen Adrenalinstoß und einen Hauch von Panik.
Vor dem Jungen blieb er stehen und sah sich das Dilemma an. Schnee. Nix Blind. Einfach nur Schnee. Erst atmete er auf, dann seufzte er und dann wanderte langsam seine Hand zum Gesicht, um es darin zu verbergen. Oh man.
Aber... und das musste er Liam zugestehen, die beiden Nervensägen waren erst einmal umstellt und kamen so schnell nicht aus der kleineren Menschentraube heraus. Wenn sie sich beeilten, kamen sie davon.

Er streckte dem Jungen eine Hand entgegen, um ihm aufzuhelfen, doch anscheinend hatte den schon etwas neues abgelenkt und die Augen des Hexers wanderten mit der Hand des Jungen mit. Rot. Blut. Oha. Das würde er sich genauer an sehen müssen... falls Liam heute nochmal aus dem Schnee aufstand. Und er selbst merkte ja bald, dass es nicht wirklich einen Grund dafür gab, dass er da lag.
"Steh auf jetzt, sonst holst du dir noch eine Lungenentzündung." und als wäre es eine Antwort, so richtete sich der Junge endlich auf. Und wie nicht anders erwartet, war das Blut von vor wenigen Augenblicken schon wieder langweilige Vergangenheit. Ein wenig musste er über diesen Charakterzug des Dunkelhaarigen lächeln. "Das freut mich. Wir bräuchten noch diese ollen Schuppen aber ich befürchte, hier ist kein Verkäufer exotisch genug, um so etwas zu verkaufen. Gehen wir...", antwortete er dem Beutel, der ihm ins Gesicht gehalten wurde und zog ein weißes Tuch aus seiner kleinen Gürteltasche. Ein wenig faltete er es und bedeckte die Kuppen vom Zeige- und Mittelfinger damit, bevor er vorsichtig das feine rote Rinnsal von Liams Stirn wischte. "Wenn wir hier weg sind, kümmern wir uns erstmal um deinen Kopf."

_________________
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Liam
Mensch
avatar


BeitragThema: Re: Kleine Marktgasse   Mo Dez 08, 2014 1:47 pm

Verwirrt blinzelte ich meinen Meister an. Woran sollte ich mir denn eine Lungenentzündung holen? Ich legte den Kopf schräg, hatte den Schnee, der sich an meine Kleidung gehaftet hatte, bereits völlig vergessen. Allerdings drang auch das Gefühl der Kälte nicht zu mir durch, was wohl der Hauptgrund dafür war. Außerdem war der Beutel in meiner Hand definitiv spannender als eine tödliche Krankheit! Und selbst wenn, mein schlaues Buch hätte sicher eine Lösung dafür gefunden. Es wiederstrebte mir zwar, kostbare Kräuter für solche Lappalien zu vergeuden, aber mir was bewusst, dass ein toter Liam ein nutzloser Liam war.

"Schuppen? Wir brauchen einen Schuppen? Aber wofür denn?" Fragte ich verwirrt, schließlich hatten wir doch gar nicht so viel Gepäck und unser Unterschlupf war definitiv gemütlicher. Außerdem war es ziemlich kalt und windig und... ah! "Ach die Fischfrauschuppen!" Jetzt erinnerte ich mich wieder an den eigentlichen Plan... mehr oder weniger zumindest. Der Rest würde mir hoffentlich noch rechtzeitig wieder einfallen. "Warum gehen wir nicht einfach zu einer dieser Fische und fragen ganz lieb, ob wir nicht eine davon bekommen könnten?" Für mich hörte sich diese Lösung ziemlich logisch und einfach an. Warum also das ganze Geld an einen Händler geben, der diese sicher auch nicht anders in seinen Besitz gebracht hatte.

Vor lauter Begeisterung über meinen eigens erdachten, sehr schlauen Plan, hatte ich erst gar nicht realisiert, wie Ivanov ein weißes Tuch hervorzauberte und dieses an meine Schläfe hielt. "Mein Kopf? Was ist mit meinem Kopf? Ist er kaputt?" Fragte ich erschrocken und sah entsetzt meinem Meister in die Augen. Das war schon der zweite Schock des Tages... oder der dritte? Oder... oder... der fünfte? Was war nochmal heute früh?

....

....

"Ich habe vergessen, was ich überlegt habe. Gehen wir!" Voller Vorfreude stürmte ich einfach planlos durch die Masse, wollte einfach nur weg von den zwei Schreckschrauben, die noch immer von der großen Menschenmeute aufgehalten wurden. Der Alten schien es zu missfallen, dass wir uns einfach entfernt hatten. Sie rief uns etwas hinterher... Vergangenheit... einholen... Geister... blahblahblah. Zum Glück konnte sie die Verfolgung nicht aufnehmen, wahrscheinlich hatten ihre alten Knochen den Sturz nicht ganz so gut verkraftet. Aber ganz ehrlich, da war sie selbst schuld. Meinen Meister hatte man nicht zu verfolgen!

Schlussendlich blieb ich auf einer großen Kreuzung stehen und sah erwartungsvoll zu meinem Meister auf. "Wo geht es lang?" Fragte ich strahlend, konnte schon fast nicht mehr still stehen vor Aufregung. Es war immer so spannend, mit Ivanov unterwegs zu sein!
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Ivanov
Hexer
avatar


BeitragThema: Re: Kleine Marktgasse   Fr Dez 12, 2014 4:35 pm


Operation: Meerjungfrauschuppen
Ort: Dravik, Hiyallfyn
Liam & Ivan


Am liebsten hätte Ivan sich an den Kopf gefasst bei der Vergesslichkeit, die Liam begleitete wie ein Schatten. Gute Güte. Zumindest schien er sich ja doch dämmernd noch daran erinnern, dass Ivan auch ein paar Ingredienzen für seine Tränke benötigt und so schenkte er dem Jungen ein leichtes Nicken. "Richtig. Die Schuppen. Ich glaube so einfach, wie du dir das vorstellst, wird das nichts. Immerhin sind die Viecher bissig und sicher nicht allzu sehr davon begeistert, wenn zwei Männer daherkommen und nett bitten, ihnen ein wenig ihrer Haut abschaben zu können. Ich meine, nicht, dass ich etwas dagegen hätte, sie selbst zu fangen und zu entschuppen... aber mit lieb fragen ist da nicht. Die wird dir die Hand abbeißen, noch während du dich ihr vorstellst." Er musste zugeben, ein wenig grauste ihn die Vorstellung, einer dieser Wesen in Person zu begegnen, aber wenn er musste, so würde er bereit sein. Und das Schlimmste erwarten. Die Legenden waren weit verbreitet von kleinen Meeresstämmen, die von hungrigen Meerjungfrauen ausgerottet wurden. Auch wenn sich Ivan manchmal fragte, woher die Geschichten stammten, wenn die Stämme doch vollkommen ausgerottet waren... Augenzeugen? Pah.

"Dein Kopf blutet ein wenig, da du eben einen ziemlich scheppernden Ausflug gegen eine Holzwand gemacht hast. Ich sehe mir das Ganze außerhalb der Stadt an. Es sollte nicht zu schlimm sein, vielleicht eine kleine Gehirnerschütterung, wenn überhaupt." Es sollte keine beeinträchtigenden Schäden hinterlassen haben.", die nicht schon vorher dagewesen sind. Diese Vergesslichkeit schien manchmal schon ein wenig extrem. Hin und wieder fragte sich Ivan, wie der Junge sich überhaupt merken konnte, wie man sich anzog. Aber irgendwie schien das ja wenigstens noch zu funktionieren.

Auf Liams Geheiß hin setzte sich auch Ivan in Bewegung, warf einen kurzen Blick über seine Schulter und prägte sich die Gesichter der beiden Weiber ein. Das würden sie noch bereuen. Alles. Ihn genervt zu haben, ihn zum Rennen gebracht zu haben, seine Einkaufstour behindert zu haben und schließlich, dass Liam nun am Schädel blutete. Leise knurrte er in ihre Richtung, nicht, dass irgendwer das je hören würde, dann wendete er sich in Laufrichtung und marschierte mit großen Schritten hinter Liam her, bis er ihn schließlich an einer Kreuzung einholte.
"Tja." Er schmatzte ein kleines Bisschen beim Überlegen, kratzte sich am Hinterkopf und entschied dann: "Süden. Also links.  Fangen wir uns so eine beschuppte Schreckschraube eben selbst. Auf ans Meer!" Das war seine Verkündung, auch wenn er nicht so wirklich sicher war, wie weit sie damit kommen sollten.

"Aber vorher..." Ivan setzte sich in Bewegung zu einem dicken, alten Baum mit einem Spalt an der Rückseite, die vom Weg abgewandt war. Kurz verschwand er hinter dem Baum und kam einige Augenblicke später wieder zum Vorschein. Seine Sense hatte er dort versteckt. Man konnte so einiges mit auf einen Marktplatz bringen und nicht zu sehr auffallen, aber hätte er solch ein Spielzeug mit sich herumgetragen, wären ihm sicher nicht nur Schreckschraube und Dicke Brüste hinterhergerannt... "Nun können wir!", meinte er und zeigte in die Richtung, in die er wollte, für den Fall, dass Liam es schon wieder vergessen hatte.

_________________
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Liam
Mensch
avatar


BeitragThema: Re: Kleine Marktgasse   Sa Dez 13, 2014 12:40 pm

Ans Meer? Oh, es würde ans Meer gehen!  Natürlich war mir klar, dass ich darin nicht baden konnte. Es war ganz furchtbar kalt da drin. Das hatte ich eigens in einem Selbstversuch getestet! Nur wann war das nochmal? Egal! Es war kalt und mehr war nicht entscheidend. Ich summte glücklich vor mich hin, hätte beinahe vergessen auf meinen Meister zu warten. Ich sah, wie er kurz hinter einem Baum verschwand und dann mit seiner Sense wieder hervor kam. Stimmt ja, er hatte sie abgelegt, bevor wir auf den Marktplatz gingen. Warum das so war, hatte ich ehrlich gesagt schon wieder vergessen… Aber ich hätte auch die Sense dort vergessen.  Zum Glück hatte mein Meister ein so gutes Gedächtnis, das es für uns beide reichte.  

Artig dackelte ich neben meinem Meister eher, der mit seiner Sense die Richtung gewiesen hatte. In diesem Fall hätte ich mir das mit Norden durchaus merken können! Aber wie gesagt, er war es schon so gewöhnt für uns beide zu denken, da machte ich mir nichts draus. Wie liefen eine ganze Weile in eine Richtung, der Trubel nahm deutlich ab und Häuser wurden weniger. Plötzlich blickte ich auf, ein alter Mann hatte sich vor mir aufgebaut. „Hey.. Hey Junge!  Schau mal was ich habe, du magst Tiere doch sicher, oder?“ Fragte er und grinste leicht, sodass man sein halb fauliges Gebiss sehen konnte. Allerdings ließ ich mich von seinem Lächeln nicht beeindrucken und wand meinen Blick seinem Stand zu. Verschiedenste  Rassen waren auf seinem Stand zu finden, die meisten sahen in ihren Käfigen unglücklich und durchgefroren aus. Ganz auf die Tierchen fixiert war es mir völlig entfallen meinen Meister um Erlaubnis zu fragen, ob ich dies überhaupt durfte. Nunja, ich hätte es schon gemerkt, wenn dem nicht so war.

Vor einem kleinen Metallkäfig blieb ich stehen, darin befand sich eine kleine schwarz-weiße Ratte, die sich zitternd gegen die Gitterstäbe presste. Auf dem Boden und den Gittern selbst sah man deutliche Kratzspuren, sie wollte wohl unbedingt nach draußen. Ihr ging es gerade wie mir damals.. naja zumindest war mich nicht kalt… aber raus aus dem Heim wollte ich auch. Außerdem war der Käfig winzig für das Tierchen. Mit Tränen ich den Augen ging ich zu meinem Meister und deute hektisch auf den Käfig. „Darf ich… darf ich? Bitte!“ Bettelte ich ihn an und unterdrückte ein lautes Schniefen. Wichtiger als die Erlaubnis, dass ich das Tierchen mitnehmen durfte war wohl seine Verantwortung mich daran zu erinnern, dass ich es füttern musste. Aber wie ich meinen Meister kannte, war ihm das sowieso schon klar. Um noch etwas dicker aufzutragen, schnappte ich mir den Metallkäfig und hielt ihm das Tier mit den schwarzen Knopfaugen vor die Nase.

„Sie ist so niedlich und ich fühle mich mit ihr verbunden! Sie wartet genau wie ich verzweifelt auf ein neues Zuhause.“ Erklärte ich meine plötzliche Gefühlsduselei und deutete Hektisch auf das Tierchen, dass schon wieder an den Stäben kratzte und nagte. Genau so ging es mir damals auch… nur hatte ich die Wände nicht angefressen…
Nach oben Nach unten
Benutzerprofil anzeigen
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Kleine Marktgasse   

Nach oben Nach unten
 
Kleine Marktgasse
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1
 Ähnliche Themen
-
» kleine schritte
» Kleine Überraschungen
» kleine aufmunterung zwischendurch :-)
» Nala - meine süße, kleine Löwin ^^
» Deutscher Bundestag Drucksache 18/1444 18. Wahlperiode 15.05.2014 Kleine Anfrage der Abgeordneten Katja Kipping, Fraktion DIE LINKE

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
 :: Archiv für alles :: Archiv :: Vergangene Abenteuer :: Hiyallfyn :: Dravik-
Gehe zu: