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 Platz der Ruhe

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BeitragThema: Platz der Ruhe   Fr Mai 30, 2014 4:25 pm

Kuran Kehl ist die größte Stadt in Malad' Lin, womit auch eine große Bevölkerung einhergeht, die wiederum viel Wasser braucht. Aus diesem Grund gibt es in der Stadt Orte wie den Platz der Ruhe, die im Zentrum über einen Brunnen verfügen, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Der Platz der Ruhe ist dabei ein besonderer Ort an dem sich vor allem Jene wiederfinden, die sich Zeit zum Nachdenken oder ein Gespräch unter vier Augen wünschen. Rundherum gibt es Buchgeschäfte, Schneider, Schuster und andere kleine Geschäfte, die nur wenig Kundschaft anlocken und dem Ort somit seinen Namen einbrachten.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Fr Mai 30, 2014 4:30 pm

Kalt? Nein, Ashabellana hatte wirklich keinen Grund, um der jungen Dame im blauen Kleid zuzustimmen. Es war eine lauwarme Nacht und kein Windchen rührte sich. Es war, als sei alles müde und träge geworden, nachdem der Tag unerbittlich jeden einzelnen Stein der Straße erhitzt hatte. Nein, diese junge Frau hatte nur eines im Sinn, und zwar ihren etwas tölpelhaften Begleiter auf die Sprünge zu helfen. Ashabell beobachtete die beiden schon seit einer gefühlten Ewigkeit und es war noch immer nichts zwischen ihnen passiert. Die Diebin seufzte schwer.
„Nun mach schon!... Wenn das mal keine Aufforderung war...“ murmelte sie in den schützenden Stoff hinein und schüttelte dabei verständnislos den Kopf. Ashabell befand sich in sicherem Abstand zu den beiden. Hoch oben auf einem Dach nahe des kleinen Platzes, hatte sie es sich hinter einem Schornstein gemütlich gemacht. Eigentlich hätte sie nun auf Beutezug gehen sollen, doch dann war diese bemerkenswert elegante Frau auf den kreisrunden Platz getreten und hatte angefangen mit ihrem bemerkenswert einfältigen Partner über gewisse Dinge zu sprechen, die Asha innehalten ließen. Es ging dabei nicht nur um den Reichtum eines Händlers, der für die Diebin interessant werden könnte, sondern auch um eine gewisse Romantik, die nach und nach den Platz erfüllte. Es war praktisch wie die Szene eines Theaters, nur noch viel spannender und das ließ das Herz der sonst so bodenständigen Diebin höher schlagen.
„Oh... eh.... sollen wir dann wieder reingehen?“ Der junge Mann kratzte sich am Kopf. Schlecht sah er ja nicht aus, ganz und gar nicht, aber ein wenig mehr Grips hätte ihm wirklich nicht geschadet.
Das dachte sich zumindest die Vermummte, die still und leis ihre Hand zur Faust ballte und weiterhin angestrengt dem Gespräch lauschte. Außer ihnen gab es niemanden den Ashabellana hätte beobachten können. Sie waren allein in der dunklen Nacht, umso leidenschaftlicher konnte Asha sich also dieser Liebesgeschichte hingeben, die nur langsam Fortschritte machte. „Leg doch endlich deinen Arm um sie! Meine Güte, was ist denn daran so schwer?“
Plötzlich war ein Poltern und Krachen zu hören. Die Gasse zur Linken der Diebin offenbarte einen Betrunkenen, der grölend und lallend in Richtung des Brunnens stolperte, an dem sich das Pärchen befand.“Oh nein.... doch nicht jetzt!“ Ashas Augen weiteten sich gespannt.
Das „beinahe-Pärchen“ verstummte, als es den schmuddelig aussehenden Burschen sah und musterte ihn misstrauisch, bis er sich ihnen so sehr genähert hatte, dass er eine nach Alkohol und Rauch stinkende Frage an sie richten konnte. „Nnaaa ihrhübschschhhhen,...*hick*... ha...haaaaabtihr vileischtnooch nschluck...*hick* für mich?“
Ohne dem Betrunkenen eine Antwort zu geben, flüchteten die beiden in die entgegen gesetzte Richtung und ließen den Mann allein. Diesen schien dies nicht weiter zu kümmern, denn er torkelte  zum Brunnenrand und … übergab sich in diesen.
„Ih...gitt....“ entwich es der Diebin angewidert während sie sich hinter dem großen, eckigen Schornstein etwas kleiner machte. Aus diesem Brunnen würde sie sich gewiss nicht mehr bedienen, doch wo blieben die Ordnungshüter, wenn es Rüpeln wie diesem dort einfiel, öffentliche Wasserversorgungen zu verschmutzen? Asha hatte diesen Ort ausgesucht, weil es hier wirklich nicht viele Gesetzeshüter gab. Doch warum dem so war, konnte sie nicht sagen.
Verärgert musste Ashabell jedenfalls feststellen, dass sie das Ende dieser Geschichte wohl nie erfahren sollte. Würden die beiden nun zusammen kommen, oder nicht?
„Warum hat er sich so viel Zeit gelassen... dieser Trottel...“ murmelte sie genervt, ohne den Betrunkenen dabei aus den Augen zu lassen. Er wäre ein vorzügliches Opfer für ihre Habgier, doch würde sie bei ihm wirklich etwas finden? Aufmerksam musterte sie die Kleidung des Mannes konnte aber keinen Anhaltspunkt finden, der ihr kleptomanisches Interesse hätte wecken können. Nein, dieser Mann war definitiv uninteressant und darüber hinaus auch noch so widerwärtig, dass sie mit Freuden den großen Abstand zu ihm behielt.
Das bedeutete aber auch, dass sie sich langsam in Bewegung setzen musste, denn von Nichts kam schließlich auch Nichts und Ashabell war schon immer ein fleißiges Bienchen gewesen. Diese Einstellung würde sie weder heute noch an irgendeinem anderen Tag ablegen, einzig und allein das Ziel ihrer kriminellen Triebe war noch nicht beschlossen. In der letzten Zeit hatte sie in jeder Nacht mindestens einen Raub begangen. Natürlich hatte sie dabei sorgsam darauf geachtet jeden Stadtteil mindestens einmal mit ihrer Anwesenheit zu beglücken, doch dieses Gebiet war noch neu für sie und damit angefüllt mit allen möglichen Schmuckkästchen und anderen Kostbarkeiten, die demnächst in ihre Tasche wandern würden. Vorfreude machte sich in ihr breit und ein Grinsen stahl sich auf ihr Gesicht. Das Geschehen auf dem Platz war nicht länger interessant für sie, da der Betrunkene sich lallend gegen den Brunnenrand gelehnt hatte und anfing obszöne Liedchen zum Besten zu geben. Aus diesem Grund wandte sie sich ab und lehnte sich ihrerseits gegen den breiten Schornstein, um nachdenklich in den Himmel zu blicken. So lange schon war sie auf der Suche nach einem Ort, den sie „Zuhause“ nennen konnte. Doch bis dahin war es noch ein weiter Weg, schließlich....
Ein weiteres Krachen ließ die junge Frau zusammenzucken. Innerlich fluchte sie, denn sie hatte nicht aufgepasst, aber da das Geräusch aus eben jener Gasse zu kommen schien, aus der auch der Betrunkene heraus getorkelt war, machte sie sich keine Gedanken darum, dass man sie nun entdecken könnte. Dennoch interessierte sie die Quelle des Geräuschs, also krabbelte sie vorsichtig an den Rand des Daches und schaute hinab in das tiefe Dunkel, was nach Liebe und Exkrementen stank.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Fr Mai 30, 2014 10:26 pm

Wie lange ich schon Unterwegs bin, das weiß ich eigentlich gar nicht mehr so genau, sind es nun 2 Wochen oder doch eher 3 Monate? Aufjedenfall weiß ich das ich noch nicht viel von der Welt gesehen habe. Was fest steht ist, das es zu lange her ist, die grünen Wälder Galan 'Dens gesehen zu haben. Ich vermisse sie. Natürlich sind hier auch Bäume, manches könnte man sogar als kleinen Wald bezeichnen. Aber es ist doch irgendwie nicht das selbe. Es waren eben diese Gedanken die mich schon seit meinem Aufbruch und dem damit verbundenem verlassen der Wälder von Galan 'Den beschäftigen. War es also wirklich die richtige Entscheidung die Welt zu bereisen? War es wirklich richtig den Schutz meines kleinen Dorfes zu verlassen? Ich weiß es nicht.

Aufjedenfall kann ich sagen, das ich mittlerweile schon einige Zeit durch diesen, mir doch gänzlich fremden Kontinent wandere, Malad Lin, nennen die Einheimischen ihn, zumindest ist es das was ich aufgeschnappt habe, als ich vor einiger Zeit ein kleineres Dorf passierte. Den geredet habe ich mit niemanden. Wie sollte ich auch? Einfach mit ihnen zu reden, sie sind doch alle Fremde, Menschen oder auch anderes, die ich noch nie gesehen habe. Jedenfalls treibt mich meine Reise weiter, weiter ins Innere des Kontinents. Bis vor die Tore von Kuran Khel. Die Hauptstadt, sofern ich das vernehmen konnte. Aufjedenfall wirkt sie riesig, schier Endlos. Will ich wirklich dort hin? Ehrlich gesagt, macht mir der Gedanke, Tausende von Menschen innerhalb zu sehen, Angst. Aber meine Neugierde befiehlt mir schon fast, den Schritt in die Stadt zu wagen.

So betrete ich die sich schier Endlos erstreckende Stadt. Ich habe wohl eine schlechte Wahl getroffen, bei meiner Entscheidung wie ich die Stadt betrete. Das hier wirkt wie die Hauptroute die alle benutzen. Zumindest würde ich das aufgrund des regen Treibens hier so bezeichnen.
Um nicht weiter aufzufallen scheint es mir wohl das beste zu sein, nicht erkannt zu werden, auch wenn mich hier niemanden kennt. Sollte das auch vorerst besser sein. Schnell lege ich mir meinen Schal über die Haare und verstecke damit auch einen Teil meines Gesichtes. Obwohl ich sehr gut weiß das der Bogen, der mir schräg über den Rücken ragt, nicht gerade für Unauffällig steht und mit dem Anblick meines Köchers, mit einigen Pfeilen, auch nicht den Eindruck erweckt, ich wäre ein einfaches Bauernmädchen.

Als ich weiter gehe, erreiche ich einen Platz, viele Menschen kommen hier zusammen. Deutlich zuviel für meinen Geschmack, der Gedanke der Gefahr macht sich schnell in mir breit, durchfließt mich wie Blut meine Adern. Jeder hier könnte ein Potenzieller Feind sein. Bin ich zu nicht zu übervorsichtig? Nein eher nicht. Man sollte niemanden trauen. Vor allem niemanden den man nicht kennt. Allerdings geh ich vorerst weiter, schaue mich aber weiter aufmerksam um. Aber die Leute scheinen mich kaum zu beachten. Bin ich also doch nicht so auffällig wie ich dachte? Oder sind die Leute, Gestalten wie mich, einfach nur gewöhnt? Was es auch ist, soll mir recht sein. So wird jedenfalls niemand versuchen sich mir zu nähern und mich in ein Gespräch zu verwickeln. Aber eine ruhigere Gegend wäre mir doch am liebsten.

So sehe ich mich um, auf der Suche nach einer kleinen Nebenstraße, die mich hoffentlich an einen ruhigeren Ort führt. Den langsam fühle ich mich doch immer unbehaglicher Hier. Und sieh an, dort drüben führt eine kleine Straße entlang, wo sie mich wohl hinführen wird? Immerhin scheint es dort ruhiger zu sein als hier. Und ruhig und friedlich, ist doch dann eher meins. Also gibt es für mich keinen anderen Weg als diesen. Doch gerade als ich mich in diese Richtung bewege, berührt eine fremde Hand meine Schulter. Ein Gefühl was ich nicht recht beschreiben kann, durch fließt mich. Wer dieser Fremde oder diese Fremde auch immer ist, was er oder sie von mir will. Das interessiert mich nicht und ich fange an in Richtung der kleinen Straße zu rennen.

In dieser kleinen Straße endlich angekommen, schaue ich kurz zurück doch dort ist niemand. Als ich mich kurz ausruhte, kam dieses Gefühl in mir hoch. War es Wut? Jawohl auf mich selber, mehr als auf die Person die mich anfasste. Immerhin wollte ich doch was erleben. Wenn ich jedem der mich ansprechen will einfach ignoriere oder davonlaufe, so werde ich wohl nie was erleben. So trat ich einfach einen neben mir liegenden Eimer um. Vielleicht nicht die beste Idee, aber es verschaffte mir ein wenig das Gefühl von Befreiung. Als ich mir nun also diese Straße genauer ansah. Schien sie eher eine Art Gasse zu sein. Naja soll mir auch recht sein. Immerhin ist es hier ruhig, wenn auch nicht wirklich der Anblick, den ich mir erhofft hatte und riechen tut es hier auch nicht so, als wenn man hier gerne Leben würde. Fürs erste aber folgte ich dem verlauf der Gasse, wohin sie mich wohl führen wird? Ein wenig aufgeregt, vielleicht bald etwas zu erleben, beachtete ich die Umgebung nicht genauer, was soll mir auch schon passieren hier?
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Sa Mai 31, 2014 12:32 am

Die grünen Augen der Diebin fanden schließlich den Verursacher des Lärms, was einen erheiterten Ausdruck auf ihren Zügen hinterließ. Eine junge Frau von zierlicher Gestalt und leichter Bekleidung, die mit Köcher und Bogen durch die Gasse tappste, schien geradewegs auf dem Weg zum Platz der Ruhe zu sein. Sie trug eine Kapuze, schützte ihren Rücken aber mit keinem weiteren Stoff was offenkundig der leichteren Beweglichkeit diente. Eine Jägerin? schoss es Asha durch den Kopf, nur um sich im nächsten Moment in Gedanken selbst zu bestätigen. Die nächste Frage war nur, ob es sich lohnen würde, sie zu überwältigen. Führte sie Geld oder wertvollen Schmuck bei sich? Ashabellana bediente sich einfach mal den altbekannten Klischees und vermutete, dass ein Jäger sich vermutlich eher wenig mit materiellen Gütern wie Schmuck umgab. Jäger waren gern im Wald, erlegten Wild und ernährten sich dadurch selbst und andere. Sie liebten die Natur und verhielten sich dementsprechend etwas eigenbrötlerisch und verabscheuten die Zivilisation. Dies sagte zumindest das Vorurteil-Register Ashabellanas.
Nein, sie würde also nicht das nächste Opfer der Diebin werden. Allerdings fragte sich die Schwarzhaarige schon, was eine Jägerin zu dieser späten Stunde in dieser Gegend machte.
Vermutlich geht sie gerade nach Hause was so ziemlich der vernünftigste Gedanke war, der ihr dazu einfiel. Natürlich, sie hatte genug gejagt und war nun auf dem Weg zu ihrer bescheidenen Behausung, die ganz bestimmt bescheiden war, denn laut Ashas Vorurteilen waren Jäger nicht gerade reich. „Ach... zu dumm...“ murmelte sie daher und beobachtete weiterhin, wie sich die Dame dem Platz näherte auf welchem sie dem sympatischen Betrunkenen begegnen würde. Doch dann grübelte Ashabellana noch ein wenig, bemerkte den unsicheren Gang der Kapuzenfrau und die neugierigen Blicke nach links und rechts. Diese Frau konnte doch unmöglich vergessen haben wo sie wohnte, oder? Vielleicht war sie aber auch auf der Durchreise und suchte nun nach einer geeigneten Bleibe? Asha nickte bestätigend. So musste es sein.
Aber warum verschwendete sie denn so viele Gedanken an eine Fremde? Hatte sie nicht noch etwas vor? Richtig, irgendwo in dieser Gegend wartete eine Geldbörse darauf von ihren behutsamen Händen gestreichelt zu werden und da sie Goldmünzen nur ungerne warten ließ, musste sie sich nun aufmachen und dem Ruf des Geldes entgegen eilen.
Aber halt, was war das?
Ashabell blickte erneut zur Gasse hinab, durch die die Jägerin zuvor noch hindurch gewandert war.
Roter Stoff zog die Aufmerksamkeit der Diebin auf sich, roter Stoff, der sich um breite Schultern schmiegte, die wiederum einen dunkelhaarigen Kopf mit ebenso dunklem Bart trugen. Es war ein Mann von stolzer Haltung und ebenmäßigen Zügen, das konnte Ashabell anhand des Fackelscheins erkennen, der kurz über sein Gesicht strich, als er an diesem vorbei ging. Er war ein wirklich hübscher junger Mann, der eine Art rote Baskenmütze trug, die sehr gut zu seinem dunkelroten, samtigen Umhang passte. Darüber hinaus war er dunkel gekleidet und schien eine Art Schwert an seiner Seite zu führen. Ashabellanas Herz machte einen Freudensprung, denn hier sah sie nicht nur eine elegante Mütze, die gut in ihre Kleidersammlung passen würde – eigentlich hatte sie noch keine Sammlung, aber sie plante definitiv eine Kleidersammlung anzulegen – sondern einen vermutlich prallen Geldbeutel und andere Schmuckstückchen, die ihr das Leben versüßen könnten. Allerdings fragte sie sich schon, was diesen Edelmann in diese Gegend verschlug. Natürlich schien das Pärchen von vorhin auch nicht gerade arm gewesen zu sein, der Platz lockte also häufig wohlhabendere Personen an, aber... er war allein und eine Wache schien er auch nicht zu sein, dazu fehlte ihm die Rüstung und der unaufmerksame, leicht desinteressierte Blick. Doch dann wanderte der Blick Ashas zur Jägerin in leichter Bekleidung. War er vielleicht doch nicht allein?
Der Abstand zwischen den Beiden war nicht wirklich groß, er wurde sogar immer kleiner, da der Edelmann langsam immer mehr aufholte. Erst jetzt bemerkte die Diebin, dass es den jungen Mann wohl zu der Jägerin zog, die sich unwissend immer weiter dem Platz näherte. Gespannt hoppste Ashas Blick vom Edelmann zur Jägerin und wieder zurück. Wollte er sie etwa ansprechen, weil sie ein so hübsches Ding war? War er ihr Liebhaber, der sie die ganze Zeit über gesucht hatte? Ein Mann, der vom Krieg nach Hause gekommen war, um seine Angebetete zu begrüßen, die wiederum verwirrt in der Heimatstadt umherwanderte und verzweifelt nach einem Lebenszeichen von ihm suchte? Ashabell hielt in ihren Gedanken inne, um sich selbst zu ermahnen. Das waren wirklich abstruse Gedanken, auch wenn sie irgendwie spannend klangen, so war keine Idee davon so spannend wie die Realität. Vielleicht würde die Schwarzhaarige also doch noch eine Romanze miterleben dürfen, das durfte sie sich natürlich nicht entgehen lassen und so wartete sie geduldig bis der Bemützte, die Jägerin einholte und...

„Entschuldigung?“ Wieder wurde Ayliya von einer fremden Hand an der Schulter berührt. Ob es die gleiche war wie vorhin, blieb unklar, doch auch dieses Mal war es eine recht kurze Berührung.
„Keine Angst, Ich will dir nichts Böses.“ Seine Stimme klang sanft und endete in einem leisen Lachen. „Ich dachte mir nur, dass ich eine so reizende junge Dame, nicht einfach allein weiter ziehen lassen sollte.Du wirkst so verloren.“
Sein Gesicht war kaum zu erkennen, auch als er einen Schritt näher kam und eine leichte Verbeugung andeutete, um sich selbst vorzustellen. „Mein Name ist Seran Aledyn, aber bitte nenn mich einfach Seran.“ Wieder kam er etwas näher sodass die beiden nur noch eine Handbreit voneinander entfernt standen. Erst jetzt waren glasklare, blaue Augen zu erkennen, die aus neugierigen Augen äußerst interessiert aufblitzten und das Gesicht der Jägerin musterten. "Und wie lautet dein Name?"

„Oh man... ist das aufregend...“ freute sich Ashabell, wie ein kleines Mädchen zu ihrem Geburtstag.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Sa Mai 31, 2014 1:06 am

Ich hab also nen Eimer um getreten, bin in einer dunklen Gasse, naja das sie dunkel ist, finde ich nun weniger schlimm und wie geht es nun weiter? Eigentlich hatte ich ja nicht mal wirkliche eine Idee was ich in der Stadt machen möchte, aber den Platz von eben. Das waren zu viele Menschen und das obwohl dort sicher mehr los wäre, wenn wir mitten am Tag hätten. Aber vielleicht verbirgt sich in dieser Gasse ja auch eines dieser Abenteuer. Obwohl das eher unwahrscheinlich ist. Dreckig ist es hier definitiv, aber wenn interessiert schon eine bloße Seitengasse. In meinem Dorf gab es ja nicht mal Straßen. Woher soll ich also schon wissen wie die Menschen von Städten mit ihrem Dreck umgehen.

Also zog ich weiter durch die Gasse, ungewöhnlich unaufmerksam, alles ist eu für mich. Wenn auch nicht schön so ist es hier doch immerhin Neu. Allerdings, habe ich dieses seltsame Gefühl in mir das dies keine normale ruhige Nacht werden soll. Warum kann ich mir selber nicht erklären, aber wahrscheinlich ist das auch nur Einbildung. Als ich also langsam weiterlaufe, erkenne ich langsam ein Ende der Gasse, ein größerer Platz scheint dort zu sein. Interessant, vielleicht zumindest, oder besser - ich hoffe es.

Je wurde ich aus diesen Gedanken gerissen, als mich plötzlich wieder eine Hand von hinten an der Schulter berührt. Für eine Sekunde scheint für mich die Zeit still zu stehen. Verfolgte mich nun wirklich jemand? Ich wusste doch das es gefährlich wird die Stadt zu betreten. Hier bin ich vollkommen ungeschützt. Was soll ich tun, wenn mich nun jemand überfällt? Wehrlos bin ich nun alle mal. Die Distanz kann ich hier nicht aufbauen, die ich für meinen Bogen bräuchte. Würde auch zuviel Zeit kosten. Da vernahm ich eine fremde Stimme, sie schien freundlich zu sein, definitiv von einem Mann. Der sich...Entschuldigt?! Wofür? War das sein Eimer? Hab ich etwas kaputt gemacht? Was soll ich nun tun?

Die Situation ging weiter, bevor ich auch nur ein Wort sagen konnte. Er will also nichts böses? Ja ist klar, das sagt er bestimmt nur um mich in Sicherheit zu wiegen. Ausrauben kann er mich zumindest nicht, hab ja eh kaum was dabei was es Wert wäre zu stehlen.
Dann fuhr er auch schon fort mit seinem Geschwafel. Was will der Mann den bitte von mir? Ich soll also reizend sein? Allein reisen das tue ich schon seit Monaten - glaub ich zumindest. Also wieso sollte ich das jetzt ändern? Und warum mit dir? Ich kenne dich ja nicht mal.
Erstmals drehte ich mich um. Stattlich war der Mann der hinter mir Stand schon mal. Das konnte man ihm definitiv nicht absprechen. Aber Interesse hatte ich momentan sowieso nicht am anderen Geschlecht. Mein Vater wollte auch immer das ich Heirate und Kinder bekomme. Eine eigene Familie gründe. Dafür hab ich noch lange keinen Kopf.
Und verloren soll ich auch noch sein? Obwohl - das stimmt, so wirklich komm ich in der Stadt nicht zu recht, das einfach nicht mein Element.

Ich versuchte den Mann vor mir weiter zu Mustern, ein wenig mehr von ihm zu erkennen. Schwer fiel mir das nicht, seine Blauen Augen strahlten mich ja förmlich an. Seran, war also sein Name ja? Nun wünscht er also meinen zu wissen? Sollte ich Ihm das sagen? Würde man das in dieser Situation? Ich denke schaden kann es nicht. Aber wie?
Ich zerbrach mir noch einige Zeit den Kopf, Seran seinerseits schaute mich mittlerweile fragend an - hatte er etwas falsch gemacht? Sicher nicht, Ich wusste nur einfach nicht wie ich antworten soll.

Schließlich brachte ich es übers Herz - gefühlte 10 Minuten hat es gedauert - "Ayliya" flüsterte ich schon fast. Er schien darüber aber sichtlich erfreut. Hatte er nun doch noch den Namen der jungen Frau vor ihm herausbekommen. Ich wurde dabei leicht rot, war es mir doch ein unangenehm.
Das sollte aber nicht lange verweilen und er fing wieder an zu reden. Der hört auch nicht auf oder? "Was führt dich den hierher, zu dieser Stunde, Ayliya?" er schien sich ein wenig sorgen um mich zu machen. Zumindest dachte ich es. Oder steckte etwas anderes dahinter? "Ich mag die Nacht" antwortete ich nun etwas lauter.
Was er wohl im Schilde führt? Aber ich glaube das werde ich noch früh genug erfahren.


Zuletzt von Ayliya am Sa Mai 31, 2014 8:29 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Sa Mai 31, 2014 7:09 pm

Die Stimmen der beiden waren das einzige, was Ashabell derzeit hören konnte. Gut, da gab es noch das entfernte Lallen und Grölen des Betrunkenen, der da irgendwo auf dem Platz herumlungerte, doch diesen schaltete sie gekonnt aus, um dem Gespräch zwischen dem Edelmann und der Jägerin zu lauschen. Sie wagte kaum zu atmen, so gespannt war die Diebin auf das, was als nächstes folgen würde. Nachdem der Mann erste Annäherungsversuche gemacht hatte, stellten die beiden sich kurzerhand vor. Seran und Ayliya. Wobei Ashabell den Namen der Jägerin nur vernehmen konnte, da dieser von Seran in seiner nächsten Frage wiederholt wurde. Es waren beides Namen, die Ashabell vorher noch nicht gehört hatte. Irgendwie klangen sie fremdländisch andererseits hatte die junge Frau schon häufig sehr originelle Namen vernommen, die es teilweise nur ein einziges Mal in ihrer Heimatstadt gab. Ungewöhnlich waren sie demnach nicht, dies hieß aber auch, dass sie die beiden nicht weiter einordnen konnte.

„So so?“ Seran hob belustigt eine Augenbraue, denn mit ihrer Antwort hatte er nicht wirklich gerechnet. Eigentlich war sie ihm wie eine unschuldige Frau vorgekommen, die sich hoffnungslos in den Winkeln der Stadt verirrt hatte. Wie sich bereits in den ersten Zügen ihrer Konversation feststellen ließ, war sie offenkundig sogar ein recht schüchternes Ding und damit genau das wonach Seran gesucht hatte. „Es gibt nicht viele Frauen, die sich des Nachts in diese Gegend trauen. Ziemlich mutig von dir, Ayliya.“ Ihr Name kam nur noch wie ein sanfter Hauch über seine Lippen, denn nun wollte er es wissen: war sie wirklich das harmlose Mauerblümchen, was sie ihm vorspielte? Wenn ja, würde sich diese Nacht als besonders interessant entpuppen, wenn nicht, musste er andere Mittel und Wege finden, um sein Ziel zu erreichen. Glücklicherweise hatte er gewisse Mittel, die er heute Mittag für dieses Vorhaben ergattert hatte. Ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht, während er unauffällig den Dolch an seiner Seite befühlte.

Scheinbar kannten sich die beiden nicht. Es war also eine Begegnung zweier Fremder, die sich unter klarem Himmelszelt trafen und einander kennen lernten. Ayliya schien dabei eine wortkarge Rolle zu übernehmen, die unsicher wirkte und scheinbar nicht wirklich wusste, wie ihr geschah.
„Wie süß...“ schwärmte Ashabell und stellte den Kopf schräg. Ein hübsches Mädchen, was selten Komplimente bekommt und deswegen nicht weiß, was sie sagen soll. Das sind mir die liebsten Geschichten! Ein leiser Seufzer entwich ihren Lippen und verstummte bereits im Schutze des Stoffes. Bei ihrer Liebe für Romantik fiel ihr nicht auf, dass der vermeintliche Edelmann auch noch einen Dolch parat hatte, der jederzeit zur Tat schreiten könnte. Viel eher stellte sie sich vor, wie die beiden sich näher kamen und er sie vielleicht zum Essen einladen würde. Danach  würde er sie sicher nach Hause bringen und sich dann vielleicht schamlos einen Kuss ergaunern bevor er von dannen zog. Für einen kurzen Moment überlegte Ashabellana ihren heutigen Raubzug zu verschieben und stattdessen diesen beiden Gestalten zu folgen, aber wirklich entscheiden konnte sie sich nicht. Am besten würde es wohl sein, wenn sie zunächst abwarten und den Verlauf dieser Geschichte beobachten würde. Andererseits hätte sie nun den Überraschungseffekt auf ihrer Seite und könnte so spielend leicht Mantel und Hut des Mannes stibitzen. Nachdenklich kräuselten sich ihre Lippen. Geschichte oder Beute, Geschichte oder Beute? Ihre Augen blickten nachdenklich zu den Sternen, doch auch dort konnte sie keine Antwort auf diese Frage finden. So blickte sie wieder zu dem Pärchen dort unten und sperrte die Lauscher auf.

„Dürfte ich dich vielleicht begleiten? Du scheinst mir eine interessante Gesprächspartnerin zu sein zumal auch ich die Nacht sehr zu schätzen weiß.“ Bei genauerer Betrachtung könnte einem nun das gierige Blitzen in Serans Augen auffallen. Das leichte, schiefe Grinsen in seinem Gesicht verstärkte diesen Ausdruck nur, hielt aber nicht lange an. Kurz darauf, es schien nur ein Sekundenbruchteil zu sein, lächelte er wieder freundlich und hilfsbereit, als sei er der netteste Mensch der Welt.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Sa Mai 31, 2014 8:34 pm

So ging dieses Gespräch also weiter, scheinbar war ich ihm doch nicht uninteressant genug. Oder liegt das ganze eher daran, das ich so wortkarg bin? Macht micht das für ihn interessant? Ehrlich gesagt, will ich das gar nicht wissen, ein wenig unheimlich ist mir der Fremde vor mir doch. Immerhin hat er mir ja auch noch gar nicht gesagt was er überhaupt mit dieser Konversation erreichen will.
Dann fuhr er auch schon fort. Es gibt also nicht viele die sich in diese Gegend trauen - besonders Frauen. Das es hier Nachts gefährlicher sein soll, halte ich doch für ein Gerücht. Immerhin schlafen die meisten und so gibt es hier keine Menschenmassen die Gefahr bedeuten.

Kurze Zeit überlegte ich ob ich ihm eine Antwort geben sollte. Aber welche? Ich bin ja nicht hier weil ich Mutig bin oder sonst etwas. Eher weil ich Angst hatte und der Gefahr der offeneren Plätze aus dem Weg gehen wollte. Gleichzeitig bin ich auch immer noch nicht sicher ob ich ihm überhaupt vertrauen sollte. Immerhin weiß ich das ich ihm wohl im Nahkampf hoffnungslos unterlegen bin. Meinen Dolch bräuchte ich gar nicht erst rausholen. Würde eh nichts bringen. Für den Bogen - keine Distanz.

Um eine Antwort auf meine Fragen zu finden und mich wieder ein wenig zu beruhigen, schaute ich hinauf, hinauf zu den Sternen. Sie waren klar im Nachthimmel zu erkennen - eine schöne Nacht. Auch wenn der Himmel durch die enge Gasse kaum in seiner ganzen Pracht vor mir erscheinen konnte. So beruhigte es mich doch. Als ich so in den Himmel schaute, erkannte ich in der Dunkelheit der Dächer eine Umrandung - einen Schatten. Was war das? Gehörte es auch zum Bild der Stadt? Ich weiß es nicht und auch soll das momentan nicht meine Sorge sein. Dieser Mann vor mir ist es viel eher.

In meinen Gedanken versunken, bemerkte ich den Fremden, der sich Seran schimpft nicht weiter - für eine weile. Den er konnte ja nicht einfach gehen und ruhig sein. Nein er redet weiter. Fragt mich ob er mich begleiten darf. Aber immerhin scheint er die Nacht auch zu mögen wie ich. Und wenn ich mich jetzt nicht traue Gesellschaft anzunehmen, werde ich vielleicht nie lernen meine Soziale Unbeholfenheit abzulegen. "Ja, wenn du möchtest. Ich habe aber kein Ziel. Also kann ich dir eher folgen, als das du mich begleitest." antwortet ich ihm schließlich. Ja ich denke er könnte mir was von der Stadt zeigen. Das ist meine Chance endlich etwas zu erleben.

Seran brachte wieder dieses Lächeln auf, welches er auch vorher schon hatte. Dieses beunruhigende. Doch ich nahm es wie beim ersten Mal nicht war. "Gut, dann lass uns doch erstmal diese Gasse verlassen. Das hier ist nun wirklich kein Ort für eine Dame wie dich." brachte er mir dann schließlich entgegen und ging dann langsam in Richtung des Brunnens. Erst jetzt nahm ich die leise Stimme war die von dort kam. Wirklich zuordnen konnte ich sie allerdings nicht. Ich folgte ihm ohne groß darüber nachzudenken. Was mir verborgen blieb war, das er sich schon am Ziel seines Planes fühlt.

So gelangen wir nun also zum Platz. Die Gasse endlich hinter uns gelassen, erkenne ich nun auch den Ursprung dieses merkwürdigen Geräusches. Ein betrunkener Mann. Ihm schenkte ich aber keine weitere Beachtung - wohl das beste. Seran hingegen schien der Mann doch sehr zu stören "Ey du. Hier ist eine Dame anwesend. Dir sollte wirklich mal jemand benehmen beibringen." Er brüllte es dem armen Mann schon fast entgegen und auch mir macht diese Seite an ihm doch Angst. War er nun doch nicht der Gute Mann für den ich ihn nun kurzzeitig hielt? War er nun doch nicht die Richtige Begleitung? War das hier ein riesen Fehler und ich sollte lieber weglaufen? Also schaute ich mich um - nach einem Ausweg.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Sa Mai 31, 2014 11:39 pm

Gefährlich? Besonders für Frauen? Nein, auch dieser Mann schien eine Lüge zu benutzen, um sich dem anderen Geschlecht anzunähern, Ashabell konnte über diese Aussage nur schmunzeln.
Er hat es also wirklich auf dieses junge Reh abgesehen. Bleibt nur zu hoffen, dass sie zueinander finden und... Jetzt wurde es der Diebin doch ein wenig zu albern. Wer sagte denn, dass dieser Edelmann nicht doch etwas Schlimmes im Schilde führte? Aller Romantik zum Trotz wusste Asha nur zu gut, auf was manche Männer aus waren, und besonders Abends kamen diese Individuen zum Vorschein. Es wäre vielleicht eine schöne Geschichte geworden, aber meist sah die Realität anders aus, dass musste sie leider berücksichtigen. Das heißt aber nicht, dass ich alle Hoffnung fahren lassen muss... vielleicht...
Ashabellanas Gedanken gefroren. Der Blick der Jägerin wanderte nach oben! Zu ihr! Direkt in ihre Augen schien sie zu starren, als suchte sie dort nach irgendetwas oder nach irgendwem. Vor Schreck blieb die Diebin regungslos und formte die Augen zu Schlitzen. Vielleicht hatte sie sie bei dieser Dunkelheit nicht bemerkt, doch kam Ashabellana nicht umhin das Gegenteil zu vermuten. Es vergingen Sekunden, Minuten, vielleicht sogar Stunden, ehe sich die Jägerin wieder ihrem Gegenüber zu wandte und ihm anbot mit ihm zu gehen. Asha hingegen krabbelte vorsichtig weg vom Rand und atmete tief ein und wieder aus. Sie wurde also doch nicht bemerkt. Das war gut, riss sie aber aus ihren Träumen und ließ ihr Herz eifrig pumpen. Einige Male blinzelte sie, dann schüttelte sie ihren Kopf und strich sich mit der Hand über die Kapuze. Sie hatte für einen Moment nicht aufgepasst und schon wäre sie fast entdeckt worden. Ashas Hand wanderte zu ihrer Brust, um den Herzschlag zu erfühlen, fast so als wolle sie überprüfen ob sie vor lauter Schreck nicht doch gestorben war. Eigentlich war diese Geste kaum nötig, schließlich spürte sie ihren Puls nun in ihrem ganzen Körper, aber es brachte sie auch ein wenig zur Ruhe und darauf kam es jetzt an. Sie hatte keine Zeit mehr sich ihren Träumereien hinzugeben, denn die Nacht würde nicht ewig währen und die Geldbeutel blieben nicht lange unbeaufsichtigt. Aber dieser Hut... ich will diesen Hut! Und diesen Umhang! Es wäre riskant das Pärchen weiterhin zu beobachten. Noch mochte sie unbemerkt geblieben sein, aber die Jägerin schien aufmerksamer zu sein, als gedacht. Nun, eigentlich wäre dies zu erwarten gewesen, schließlich war sie eine Jägerin und MUSSTE daher aufmerksam sein, aber das war jetzt eine Nebensächlichkeit.
Vorsichtig näherte sich Ashabell wieder dem Rand des Daches. Wenn sie fortan konzentriert blieb, könnte sie es sogar schaffen den Mann auszurauben, aber was machte sie dann mit seiner Begleitung? Ausschalten? Betäuben? Sie zum Essen einladen und sie höflichst darum bitten, niemandem von diesem Raubüberfall zu erzählen?
Genervt schüttelte sie diese albernen Gedanken aus ihrem Kopf und beobachtete weiterhin die Szenerie. Die beiden hatten sich mittlerweile in Bewegung gesetzt. Sie gingen in Richtung Brunnen und entwichen dabei Ashas Handlungsradius. Auf dem Platz würde sie die beiden niemals unbemerkt erreichen und darüber hinaus war dort noch ein dritter Zeuge, der sie hätte verraten können. Gut, er war betrunken, aber auf das Glück, dass er am nächsten Tag alles vergessen haben würde, wollte sie nicht setzen.
„So ein Mist!“ Entwich es hier leise, die Hand ballte sich zum zweiten Mal an diesem Abend zur Faust. In der heutigen Nacht wollte wohl keine Geschichte so ausgehen, wie sie es sich erhoffte.
Trotzdem wollte sich die Diebin nicht unterkriegen lassen. Die Sterne standen noch nicht lange am Himmel, sie würde sich also einfach ein anderes Opfer suchen und ihre Beute ergattern.
Glücklicherweise schienen die Leute auf dem Platz abgelenkt zu sein. Der Edelmann beschwerte sich lautstark über das Benehmen des Betrunkenen, dieser lallte hingegen noch viel lauter sein Lied und versuchte seinen Widersacher dadurch zu übertrumpfen. Gespannt haftete Ashas Blick auf dieser Szene, während sie sich vorsichtig erhob und auf leisen Sohlen von Dachziegel zu Dachziegel stieg. Langsam aber stetig wollte sie so den Ort verlassen aber dann machte ihr das Schicksal einen Strich durch die Rechnung. Mit einem heftigen Ruck, rutschte ihr Fuß ab und brach in das Dach unter ihr ein. Erschrocken entwich ihr ein leiser Aufschrei, doch da die Personen am Brunnen laut miteinander stritten, hörte dies zum Glück niemand.

„Nun Verzieh dich endlich! Oder soll ich wirklich ungemütlich werden?“ Seran hatte sich mittlerweile in Rage geredet. Dieser Betrunkene nervte ihn so sehr, dass er am liebsten handgreiflich geworden wäre, doch wollte er das Messer noch nicht ziehen. Der Betrunkene hingegen schwieg auf einmal und erhob sich aus seiner hockenden Position. „Heeey, immerssssssschön ruhig bleibenich, * hick * ich gehja scssssschon.“ Erstaunlich einsichtig für einen Mann in seinem Zustand, aber Seran begrüßte diese Wendung der Ereignisse und ließ ihn ziehen. Es dauerte lange, bis der Betrunkene aus ihrer Sichtweite getorkelt war und noch viel länger, bis man seinen lallenden Gesang nicht mehr vernahm. Seran hingegen schien sich durch das Verschwinden des Fremden wieder einmal völlig zu wandeln und setzte seine freundliche Miene auf, die in Anbetracht der vorangegangenen Geschehnisse äußerst unheimlich wirkte.
„Tut mir leid, falls ich dich erschreckt haben sollte. Ich habe sehr ungemütliche Erfahrungen mit derlei Pack gemacht und bin daher nicht sonderlich gut auf sie zu sprechen, weißt du.“ Er klang versöhnlich. Scheinbar tat es ihm leid, die Stimme so erhoben zu haben. Doch in seinen Hintergedanken war von Reue nichts zu sehen.
„Du bist also neu in dieser Stadt, stimmt' s?“ Er lehnte sich gegen den Brunnen und verschränkte  dabei die Arme. „Dies ist der Platz der Ruhe. Ein Ort den ich häufiger aufsuche, denn wie der Name schon sagt, wird man hier vor jeglichem Lärm bewahrt. Zumindest normalerweise.“ Er hob die Schultern und lächelte. „Aber sag mir, Ayliya...“, und mit diesen Worten stieß er sich vom Brunnen ab. „...wenn du kein Ziel hast.“ Er ging auf sie zu, Schritt für Schritt. „....wohin hätten dich deine Beine denn dann getragen...“ Nun standen sie sich so nah gegenüber, dass nur noch eine Hand zwischen sie gepasst hätte. „..wenn du mir nicht begegnet wärst?“ Seine Worte wurden immer leiser je näher er ihr kam, letztendlich waren sie nur noch ein warmer Hauch auf nackter Haut.
Er ging aber noch ein Schritt weiter, berührte ihr Kinn und hob es an, damit sie seinem Blick nicht ausweichen konnte.

Ashabellana hielt die Luft an. Trotz ihrer misslichen Lage, blieb ihr nichts anderes übrig als mit offenem Mund auf die Szenerie zu starren und gebannt in ihrer derzeitigen Position zu verharren. Ihr Fuß steckte noch immer im Dach fest, aber das war der Diebin herzlich egal, denn dort auf dem Platz geschah gerade vielleicht wirklich eine Liebesgeschichte und sie war nicht nah genug dran um alle delikaten Einzelheiten mit anzuhören. Alles was ihr blieb, war ein aufmerksamer Blick und den würde sie ausnutzen.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   So Jun 01, 2014 12:26 am

Seran kann also doch anders, als ich erst dachte. Lag ich also doch richtig? Immerhin wirkt er gerade nicht wie ein Edelmann, sein gegenüber scheint kaum eine Bedrohung zu sein und er schreit ihn wahllos an. Bedroht ihn sogar. Also ich für meinen Geschmack stelle mir eine ruhige Nacht anders vor. Aber nun gut. Keine Zeit für Reue, ich hab mir das hier nun ja immerhin selber ausgesucht. Hätte ja nicht mit gehen müssen - selber schuld Ayliya.
So ging die Szene am Brunnen dann auch noch einige Zeit weiter, wobei ich mir sicher war das das ganze sicher nicht friedlich Enden wird - ich sollte mich irren.
Der Betrunkene zeigte sich ungewöhnlich Intelligent, soweit ich so einen Zustand des berauscht sein beurteilen kann. Wirklich Erfahrung hab ich damit nicht.

Kaum war der Betrunkene weg, wurde Seran wieder der freundliche Retter in der Not der er vorher auch war. Verwirrend dieser Mann. Definitiv nicht der Edelmann der er zu sein scheint. Das hat diese Szene aufjedenfall gezeigt. Aber Seran verbannte diese Gedanken schnell wieder. Reumütig kam er wieder an. Entschuldigte sich für sein Verhalten und erklärte sich. Es klang plausibel - ja ich hatte sogar ein wenig Verständnis für die Situation, wäre ich doch auch nicht anders mit einem Brandstifter oder Wilderer umgegangen. Ich hätte sie wohl sogar getötet. Auch wenn ich Gewalt verabscheue. So ist sie manchmal leider der einzige Weg das zu Schützen was ich liebe.
Meine Gedanken konnte ich jedoch nicht lange weiter führen - alleine sein hatte diesbezüglich sicherlich Vorteile. Den Seran stellte mir schon wieder eine Frage. Ich neu in der Stadt? Ist das nicht schnell erkannt? Ein leises "Ja" entfloh meinen Lippen. Schon erklärte Seran mir freundlich an welchem Ort wir uns befinden. Die Ruhe die dieser Ort versprechen soll - fand ich hier bisher nicht.

Seran kam näher - sehr viel näher. Die Worte die er mir entgegenbrachte verstand ich kaum. Den die Situation wurde mir zunehmen unangenehm. Als ich meinen Kopf wegdrehen wollte, ergriff seine Hand plötzlich mein Kinn und stand nun beängstigend Nah vor mir. War ich ihm nun hilflos ausgeliefert? Was soll ich nun tun? Weglaufen ist wohl keine Option mehr - gut gemacht Ayliya. Meine Augen suchten, schon fast panisch einen Ausweg aus der Situation. Fanden jedoch keinen.

Seran fing ganz leicht an zu grinsen. Jedoch war es nicht länger das Freundliche. Ein düstereres. Den Ayliya war nun gefangen. Wie die Fliege in einem Spinnennetz. "So meine Süße. Ich bin die Spielchen langsam leid. Wir sind allein. Niemand sieht uns hier. Und ich hab mich nun auch lang genug mit dir Geduldet. Dein Schönes Gesicht und dein Körper müssen für diese Quälerei schon was bieten. Aber da mach ich mir weniger Sorgen." und er fing an mich von oben bis unten zu begut achten. Kein schönes Gefühl. Aber was soll ich gerade dagegen tun? Ich habe Körperlich keine Chance gegen ihn. Soviel weiß selbst ich. Also was nun? Das ganze ertragen? Nach Hilfe rufen? Wird sicherlich keinen Interessieren. Außerdem bezweifel ich das jemand kommen würde.

Seran schubste mich in Richtung des Brunnens. Drückte mich dagegen. Nun gab es wirklich kein Entkommen mehr. Was soll ich bloß tun? Ich hätte niemals aus meinem Dorf weggehen sollen. Äußerlich wirkte ich immer noch ruhig und gelassen. Als wenn mir die ganze Situation nicht zusetzen würde. Innerlich geriet ich aber in Panik. Ich hab einen riesen Fehler begangen und muss nun wohl dafür bezahlen.
Seran hielt mich mit der einen Hand am Arm fest, meinem Linken. Er drückte fest zu. Sollte mir wohl Signalisieren das ich nicht mal versuchen sollte zu Entkommen.
"Was soll das Seran? Ich hab dir doch nichts getan. Wieso?" waren die einzigen Worte die mir in dieser Situation entflohen. Was sollte ich auch schon groß sagen? Es würde seine Meinung wohl eh nicht ändern.
Er schwieg. Hatte wohl andere Gedanken als mir nun zuzuhören oder zu reden. Während seine rechte Hand weiter meine Arm festhielt. Wanderte seine linke Hand langsam über mein Gesicht und warf mir schließlich den Schal vom Kopf.
Fuhr mir dann durch meinen Zopf. Und dann wanderte seine Hand langsam weiter Richtung meines linken Armes. Bis sie meine Schulter erreichte.

So komme mir doch jemand zur Hilfe. Beende jemand diesen Alptraum. Das ist nicht wofür ich in die Welt gezogen bin.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   So Jun 01, 2014 1:40 am

„Komm schon... Komm schon....“
Nein, Ashabellana versuchte nicht gerade ihren Fuß aus dem Loch im Dach zu befreien. Viel eher begutachtete sie das Drama auf dem Platz und drückte die Daumen, dass sie endlich die Romantik zu sehen bekommen würde, die sie sich die ganze Zeit gewünscht hatte. Die Chancen standen so gut! Nachdem sich der Betrunkene aus dem Staub gemacht hatte, waren die beiden endlich allein und konnten über wichtigere Dinge reden, die Ashabellana zwar nicht verstehen konnte,
die aber Handlungen nach sich zogen, die sie durchaus beobachten konnte. Plötzlich kam der Mann im roten Umhang nämlich näher heran, eigentlich zu nahe für jemanden den man erst vor ein paar Minuten kennen gelernt hatte, aber das war Asha derzeit gleichgültig.
Dann nahm er ihr Kinn zwischen seine Finger, schaute in ihre Augen und schien etwas zu sagen.
Natürlich konnte sie dies auf die Entfernung nicht erkennen, doch es musste so sein, denn die beiden bewegten sich für eine Weile keinen Millimeter. Ewigkeiten schienen zu vergehen, und Ashabellana geriet so sehr ins Starren, dass alles andere in ihrem Blickfeld verblasste. Sie sah nur noch dieses Pärchen was sich soeben gefunden hatte. Es fehlte nur noch der erlösende Höhepunkt, auf den die Diebin so lange gewartet hatte. Sie atmete ein und aus, ein und aus. Wann würde er sie denn endlich küssen? Doch das komplette Gegenteil passierte.
Ashas Stirn legte sich in Falten, denn plötzlich bewegten sich die Gestalten ruckartig und beinahe widerwillig. „Was zur...“ Der Edelmann schubste das Mädchen zum Brunnen, drückte sie dagegen und hielt sie mit Gewalt fest. Das was Asha nun zu sehen bekam, war alles andere als eine romantische Geschichte. Nein, hier war die grausame Realität am Werk, die sich da ihr eigenes Portrait von einer Liebesgeschichte pinselte und das ging der Diebin gehörig gegen den Strich.
„Oh nein, nein nein!“
Mit einem Ruck, zog sie das Bein aus dem Loch und platzierte es vorsichtig neben ihren anderen, ganz darauf bedacht, das Gleichgewicht auf dem schrägen Dach zu halten. „Er wird doch wohl nicht...“ Schon fast sorgenvoll kommentierte sie das Schicksal ihrer Protagonistin, ihre Augen wurden dabei immer größer und größer.

Tatsächlich hielt Seran es nicht länger aus. Seine Triebe wollten endlich Genugtuung und das ewige Gequatsche ging ihm dabei schon fast auf die Nerven. Nein, in dieser Nacht war er nicht sonderlich geduldig, dies lag aber auch daran, dass er lange nicht mehr zum Zug gekommen war und das Äußere der Jägerin ihn äußerst reizte. Unschuld und Hilflosigkeit in den Augen einer Frau gefielen ihm sehr und trotz dass in Ayliyas Zügen auch eine gewisse Stärke zu finden war, gaben auch ihre Züge eine äußerst attraktive Erscheinung für ihn ab. Doch jetzt war keine Zeit weitere Gedanken daran zu verschwenden. Viel eher umklammerte er Ayliyas linken Arm und entblößte mit der anderen ihren langen, schwarzen Haarschopf. Wie Seide glitten die Strähnen durch seine Finger, während er mit diesen über ihren Kopf strich. Danach wanderte seine Hand zu ihrer Schulter, die er hingegen sachte streichelte. Ihre Haut war genauso weich und warm, wie er es erwartet hatte, doch nicht lange währte dieser fast schon zärtliche Moment. Er zückte seinen Dolch und hielt ihr diesen an den Hals. „Wenn du dich nicht fügst, werde ich dein Leben hier und jetzt beenden, Süße.“ Hauchte er in ihr Ohr, nur um dann ein kehliges Lachen verlauten zu lassen. „Wir werden eine Menge Spaß zusammen haben...“ und mit diesen Worten löste sich der Dolch von ihrem Hals, nur um sich anschließend an ihrem Oberteil zu schaffen zu machen, welches er langsam aber sicher mit der Klinge aufschnitt. „Kannst du es auch kaum noch erwarten?“ Ein weiteres fast irres Lachen folgte, begleitet von der sanften Berührung seiner Hand, die über ihre Brüste strich. Sein Körper drängte sich mittlerweile verlangend an den Ihren und trotz der ungemütlichen Stellung, in der sie sich gerade befanden verging ihm die Lust keineswegs.
Doch das Schicksal hatte einen anderen Plan mit Ayliya. Eine Flasche knallte und Scherben flogen durch die Luft. Serans Augen verdrehten sich, ehe sein Körper kraftlos zu Boden sank und Ayliya endlich wieder frei gab.

Ashabellana schnaubte verächtlich und schleuderte die zerbrochene Flasche ins Dunkel der Nacht. Ihre Augen zuckten genervt, ehe sie noch einmal kräftig in Serans Magengegend trat. „Bastard.“ entwich es ihr. Dann machte sie sich auch schon daran seine Sachen zu durchsuchen. Der Mantel war einfach zu entfernen, der Hut ebenso. Nachdem sie die beiden Kleidungsstücke in ihre Beutetasche gestopft hatte, durchsuchte sie seine Taschen und Beutel. War der Dolch nicht auch irgendetwas wert?
Ayliya beachtete sie derzeit nicht. Sie war sich sicher, dass die junge Frau nach dieser verstörenden Erfahrung weder nach Hilfe rufen noch einen Gedanken daran verschwenden würde, dass ihre vermeintliche Retterin sich als gewöhnliche Diebin entpuppte. Die Jägerin würde ihr einfach so dankbar sein, dass sie Asha nicht verpetzen würde. Darauf baute die Kriminelle zumindest und abgesehen davon, hatte sie ihr gerade wirklich das Leben gerettet! Sie hatte sich diesen Raubzug also quasi irgendwie verdient. Das beruhigte sogar ihr Gewissen.
Und so konnte Ashabellana seelenruhig Geldbeutel, Dolch und andere Kostbarkeiten in ihre Beutetasche schieben, ohne Reue zu zeigen. Da macht man sich Hoffnungen, dass diese Geschichte mit einem Happy End ausgeht und dann sowas! Du Dreckskerl, du widerliche Missgeburt, das hast du nun davon meine Protagonis... eh ich meine eine unschuldige junge Frau  vergewaltigen zu wollen. Am liebsten würd ich dich kastrieren und deine... Nein, diesen Gedanken führte sie dann doch nicht zuende. Stattdessen drehte sie den Bewusstlosen grob herum und durchsuchte seine weiteren Taschen.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   So Jun 01, 2014 2:18 am

Als er meine Haare durchstreifte, gefror mein Blut fast. Es fühlte sich aufjedenfall so an. Seine Hand dann allerdings meine Schulter entlang gleiten zu spühren. Es wurde sicher nicht besser. Was ich von der ganzen Sache halten sollte. Aber irgendwie wunderte ich mich gleichzeitig über mich selbst. Wieso blieb ich so ruhig? Ich sollte schreien und um mein Leben betteln.
Dieser Gedanke zerriss sich als bald ich die Klinge seines Dolches an meiner Kehle fühlte. Kalt wie mein Blut.
Er forderte mich auf mich zu fügen. Aber tat ich das nicht schon? Was also wollte er noch mehr von mir? Ob er mein Leben nun beendet - vielleicht wäre das besser als das alles jetzt über sich ergehen zu lassen.
Sein Klinge wich von meiner Kehle. Nur damit ich sie wieder an meinem Körper spüren darf. Er schnitt dabei ein Stück meiner Kleidung kaputt. Nun war mein Blut Entgültig gefroren. Ich fühlte nichts mehr. Ich faste keinen klaren Gedanken mehr. Hoffte nur das das alles schnell vorbei ist.

Dementsprechend, kann ich auch nicht wirklich sagen was danach passiert ist. Nur das Seran mitmal am Boden lag. Es schien nicht wirklich mehr etwas passiert zu sein. Schnell faste ich mir an die Brust. Ein tiefes durchatmen. Mein Oberteil war nicht so schlimm beschädigt wie ich dachte. Es war nichts was man nicht mit ein bisschen Können wieder herrichten könnte. Hätte schlimmer sein können. Doch war das nun wirklich die Zeit sich über so etwas Sorgen zu machen? Und wieso hat er mit mal von mir abgelassen? Ich verschaffte mir erstmal einen Überblick über die Situation.

Erst jetzt bemerkte ich die Gestalt die vor mir saß - über Seran. Der Bewusstlos am Boden lag. Oder war er gar tot? Schwer zu sagen von meinem Standpunkt aus und auf die schnelle. Als ich mir die Fremde näher anschaute war ich mir sicher. Es muss eine Frau sein. Hatte sie mich gerettet? Wer war sie? Wo kam sie so schnell her? Und wie hat sie ihn so schnell ausgeschaltet? Wieder schoss es mir in den Kopf. Was Seran mit mir vorhatte. Wie Ahnungslos ich ihm in die Falle ging. Daran sollte ich denken. Nicht an die die Fremde vor mir.

Definitiv stand jetzt schon fest. Das hier war schon mehr als ich mir von der Welt erwartet hatte. So soll die Welt hier draußen also sein? Wenn das alles wäre - wäre ich doch lieber zuhause geblieben. Der Wald und die Tiere. Sie würden so etwas nie tun. Sie sind nicht hinterlistig. Tragen keine falschen Gedanken in sich.

Was mir wohl grade fehlt ist eine klare Struktur meiner Gedanken. Alles wirkt so verworren in mir. Mir schießt der eine Gedanke nachdem anderen durch den Kopf. Alles ist so Zusammenhang los. Ich sollte mich erstmal auf die Frau vor mir konzentrieren. Die Seran gerade offensichtlich um sein Habe erleichtert. Sie war also meine Retterin. Das ist erstmal was zählt. Zumindest ging ich davon aus das sie meine Retterin ist. Was sonst hätte den Mann zu Boden bringen sollen? Obwohl stark wirkte sie nun wirklich nicht. Vermummt war sie. Kaum zu erkennen. Perfekt getarnt in der Nacht. Doch nun so Offensichtlich abgelenkt und mich gar nicht beachtend. Sollte ich ihr danken? Oder will sie lieber in Ruhe gelassen werden und wir alle vergessen diesen Vorfall? Wäre mir eh am liebsten. Das hier soll keine der Erfahrungen sein die ich eines Tages meinen Eltern erzählen will. Sie hatten es mir schließlich gleich gesagt - die Welt ist voll des Bösen.
Doch sind die Grenzen wirklich so einfach? Weiß und Schwarz? Schon wieder verlor ich mich in Gedanken. Wahrscheinlich eine Reaktion das ganze hier zu verdrängen. Besser so.

Aber ich sollte ihr danken. Ohne sie wäre ich tot. Dazu entschloss ich mich. Ja das ist das richtige das muss ich tun. Ob sie will oder nicht.
"Danke, Fremde." mehr brauchte es nicht - meiner Meinung nach. Damit war alles gesagt, für den Moment. Ich drehte mich um. Und fing an mir das Gesicht zu waschen. Klares kaltes Wasser. Das tat mir gut und ich fing mich wieder. Meine Gedanken kamen langsam wieder zur Ruhe.
Ich setze mir wieder meinen Schal über - versteckte damit wieder meine Haare und einen Teil meines Gesichts. Ich überprüfte ob sonst alles in Ordnung war. "Passt. Bis auf diesen Riss an der Brust." murmelte ich dann vor mich hin.

Spielte ich nun nur die ruhige? War ich wirklich so eiskalt das mich das geschehen Kalt lässt? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Es bestärkt mich aufjedenfall in meiner Annahme das Fremde gefährlich sind. So schnell werde ich niemanden mehr vertrauen. Außer vielleicht ihr. Sie hat mich immer hin gerettet. Wenn sie ein schlechter Mensch wäre, hätte sie dies sicher nicht getan. Immerhin brachte sie sich damit selber in Gefahr.
Ich drehte mich also um und ging einen Schritt auf die Fremde zu. Blieb dann kurz hinter ihr stehen. Mein Blick wanderte über Seran. Ein schauer läuft mir über den Rücken. Ich verschrenke die Arme vor meiner Brust. Nein das will ich nicht wieder erleben.

Es tropfen immer noch einige Wassertropfen mein Gesicht hinunter. Oder war es mehr als nur das Wasser welches ich mir ins Gesicht schüttete? Ja es waren Tränen. Ich brach zusammen. Fiel auf die Knie. Erst jetzt realisierte ich was hier wirklich passierte. Was mir hätte passieren können. Ich umarmte mich so gut ich konnte selbst - klammerte. Und meine Tränen flossen. Trotz dessen ich sonst ein ruhiger Mensch bin. Der auch in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt. Nein das hier konnte selbst ich nicht ertragen. Ich musste es rauslassen.
Es war vorbei bevor etwas passiert ist. Den Göttern sei dank. Oder lieber - ihr sei dank. Der Fremden. Meiner Heldin.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Mo Jun 02, 2014 6:11 pm

Ein Geldbeutel voller silberner Galladen, ein Umhang, eine Mütze und ein fein gearbeiteter Dolch. Eine recht erfolgreiche Ausbeute, zumal sie nicht damit gerechnet hatte überhaupt unbemerkt an die beiden heran zu kommen. Trotzdem hatte sie es geschafft eine Straftat zu verhindern  und gleichzeitig eine Straftat zu begehen.  

Nachdem sie ihren Fuß aus dem Dach befreit hatte und die Situation auf dem Platz langsam eskalierte, war sie geschwind zur Hausseite geschlichen und hatte sich dort von einer Fahnenstange zum nächsten Baldachin sinken lassen, bis sie schließlich auf leisen Sohlen auf der Straße gelandet war, auf dem Boden der Tatsachen. Endlich hatte sie sich nicht mehr ihren Fantastereien hingegeben sondern den Ernst der Lage erkannt. Doch seit wann kümmerten sie die Probleme anderer? Seit wann eilte sie anderen zur Hilfe, die sie nicht einmal kannte? Selbst Freunde konnten nicht wirklich auf sie zählen, da sie schließlich ein feiges Miststück war. Andererseits begab sie sich hierbei ja nicht selbst in Gefahr. Nein, die Situation konnte nur zu ihrem Gunsten ablaufen, da niemand sie bisher bemerkt hatte und außerdem weit und breit niemand zu sehen war, der dieses Schauspiel hätte ansehen können. Die Fenster der Häuser blieben schwarz, niemand interessierte sich für das Schicksal dieser Frau und nur Ashabell konnte sie vor dieser unwürdigen Schmach und diesen Qualen befreien. Vielleicht war es auch einfach eine Handlung aus ihrem weiblichen Stolz heraus. Frauen mussten doch schließlich zusammen halten, besonders in diesen harten Zeiten, oder?
Vielleicht war sie aber auch einfach nur viel zu gierig, um die schönen Stoffe Serans links liegen zu lassen. Unkraut vergeht nicht. Letztendlich zuckte Ashabellana die Schultern, denn schließlich war es egal warum sie es tat, Hauptsache sie bekam was sie wollte.
Anschließend hatte sie sich nach einer Waffe umgesehen, mit dem sie Seran ausschalten konnte. Die Gasse bot dabei nur wenige Möglichkeiten, schließlich ging hier vermutlich selten jemand vorbei, doch dann sah sie die Flasche und fühlte sich bereits wie ein Sieger. Natürlich hätte sie ihre eigenen Waffen benutzen können. Nicht umsonst hatte sie ihren alten Freund Svenjor damit beauftragt messerscharfe Sichelklingen zu schmieden. Sie wollte Seran aber nicht töten sondern nur in die Bewusstlosigkeit katapultieren und da kam diese schwere Flasche wie gerufen. Der Rest verlief ziemlich schnell. Mit leisen Schritten war sie an die beiden herangeschlichen, dann  hatte sie ausgeholt und KRACH war die Flasche am Kopf des Lustmolchs zersprungen. Einfacher hätte man es der Diebin kaum machen können.

Nun, in Anbetracht ihrer Heldentat, konnte sie nicht anders als zu grinsen. Natürlich konnte das niemand sehen, aber in ihren Augen spiegelte sich eine solche Freude wieder, dass sie am liebsten die gesamte Welt umarmt hätte. Ob der Ausbeute oder der Rettung, konnte sie zwar nicht sagen, aber vermutlich war es eine Mischung aus beidem. Endlich konnte sie glücklich von einem Beutezug wiederkehren ohne diesen bitteren Beigeschmack der Schuld schmecken zu müssen. Das war zur Abwechslung mal ein äußerst beglückendes Gefühl und das hätte man ihr nun auch deutlich ansehen können, wenn sie es denn zugelassen hätte. Sie stand auf und spürte das befriedigende Gefühl einer gut gefüllten Beutetasche auf ihren Schultern. Das würde zwar nicht alles sein für diese Nacht, ein wenig mehr Nervenkitzel konnte Asha gut und gerne noch vertragen, aber sie würde zumindest nicht mehr allzu viel stehlen müssen, denn vermutlich würden nur noch wenige  Kostbarkeiten in die Tasche passen. Selbstzufrieden stand sie auf und schenkte Seran noch einen letzten verachtenden Blick. Am liebsten hätte sie jetzt auf ihn gespuckt, aber da eine richtige Dame anwesend war, ganz im Gegensatz zu ihr selbst, ließ sie diese Tat lieber bleiben.

Plötzlich hörte sie die Jägerin hinter sich, was Ashabellana dazu brachte sich fragend umzusehen. Danke? Das hatte sie bisher immer nur in ihrem Laden gehört. Des Nachts konnte und durfte man kein Danke erwarten, von nichts und niemandem. Allerdings wunderte sich Ashabellana nicht darüber. Es klang zwar ungewohnt aber in Anbetracht dieser besonderen Umstände, wusste sie bereits, dass die Jägerin dankbar sein würde.
„Nicht der Rede wert. Du hättest das selbe für mich getan. Schätze ich.“
Ihre Worte klangen abgehackt. Wenn die Jägerin nur wüsste, was Asha eigentlich für ein schlechter Mensch war, dann hätte sie vermutlich sofort reißaus genommen, umso unwohler fühlte sich die Diebin eine längere Konversation mit ihr zu führen. Es war ihr fast schon peinlich vor Ayliyas Augen einen anderen Mann beraubt zu haben.
...
Aber nur fast.

Die Jägerin war ziemlich mitgenommen, das konnte Asha sich nicht nur vorstellen, nein das sah man der Frau auch an. Sie war völlig blass und ihre Augen wirkten völlig verloren. Dass sie sich erst einmal das Gesicht waschen wollte, konnte die Diebin also völlig nachvollziehen. Sie hingegen würde die Chance nutzen und einfach wieder verschwinden, so wie immer. Andererseits wollte sie noch einmal das Gesicht der Jägerin mustern. Sie konnte es in der Dunkelheit zwar nicht gut sehen, im nächsten Moment hatte eben jene sich wieder den Schal umgebunden, der nun den größten Teil ihres Kopfes bedeckte, aber die Augenpartie war doch noch gut zu erkennen und so prägte sich die Diebin eben diese gut ein. Vielleicht würde sie ihr irgendwann wieder begegnen... dann vielleicht als Schneiderin?
Ashabellanas Gedanken verstummten, als Ayliya etwas unverständliches murmelte. Gleichzeitig begutachtete diese ihre Brust und schien an irgendetwas herum zu fummeln, ehe sie sich wieder umdrehte. Bei genauerer Betrachtung konnte Asha sehen, dass der gute Seran wohl versucht hatte  ihr das Oberteil vom Leib zu schneiden, was ihm glücklicherweise nicht geglückt war. Allerdings war ein kleiner Riss übrig geblieben, der das Kleidungsstück ganz schön verunzierte. Ashabellana konnte so etwas nicht sehen. Sie hatte solche Makel noch nie sehen können, denn schließlich war sie eine Schneiderin und größte Freundin von Schönheit. Zum Glück hatte sie sich bereits kurze Zeit nach dem Brand neue Nadeln und einige Fäden besorgt, um ihre eigene Kleidung instand halten zu können. Es wäre also ein leichtes für sie den Schaden direkt hier und jetzt zu reparieren, doch noch ehe sie ein diesbezügliches Wort an die Jägerin sprechen konnte, kam diese auf sie zu und ging einen Schritt um Seran herum, nur um ihn dann noch einmal zu mustern.
Bisher war die Jägerin recht beherrscht geblieben. Wortkarg zwar, aber Asha hatte weder eine zittrige Hand noch eine Träne auf ihrer Wange erkennen können. War es vielleicht der Schock, der ihren Körper noch in seiner Umarmung hielt? Ashabellana hatte selbst noch nie eine solche Erfahrung durchleben müssen und auch hatte sie nie erlebt wie es einer anderen Frau passiert war. Folglich hatte sie keine Ahnung, wie man sich als Opfer danach benahm, geschweige denn wie man sie als Retter benehmen musste. Aber irgendwie musste man doch reagieren, oder? Wie würde sie denn selbst reagieren? Die Diebin wusste keine Antwort darauf.
Und dann brach Ayliya plötzlich zusammen. Noch ehe Asha sie auffangen konnte, sank die Jägerin in die Knie und umklammerte sich selbst wie ein verängstigtes kleines Kind. Erschrocken riss die Diebin die Augen auf, so etwas hatte sie als letztes im Heim gesehen. Da waren auch ab und an kleine Kinder zusammen gebrochen. Genau so. Nur jetzt konnte die Diebin verstehen, warum.
„Alles in Ordnung?“ Welch dumme Frage. Natürlich war es das nicht. Es war aber das erste, was Ashabellana als erstes eingefallen war. Eilig trat sie an die Frau heran, kniete sich neben sie und... umarmte sie. Vorsichtig strich sie der Jägerin über den Kopf und über ihren Rücken. Dabei achtete sie sorgsam auf die Reaktion ihres neuen Schützlings, wenn diese sich nämlich dagegen wehren sollte, würde Asha sofort aufhören und gehörigen Abstand nehmen.
„Alles ist gut, dieser Mistkerl wird dir nichts mehr anhaben können.“ murmelte sie, in der Hoffnung Ayliya dadurch beruhigen zu können.
„Ich hau ihm einfach nochmal auf den Schädel, falls er wach werden sollte und wenn du willst, noch ein weiteres Mal.“
Eine Pause folgte.
„Und dann ein weiteres Mal, weil es mir so gut gefällt.“
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Mo Jun 02, 2014 8:19 pm

Ich vernahm die Frage der Fremden. Sie wollte wissen wie es mir geht? Sieht man mir das nicht an? Ehrlich gesagt weiß ich es aber nicht. Ich kenne keine Antwort auf die Frage wie es mir geht. Den ich habe noch nie in meinem Leben so eine Leere in mir gespürt. Es ist einfach alles - als wäre dort nichts.
Plötzlich griffen mich zwei Arme. Dünn aber doch mit einer gewissen Stärke. Es war die Fremde die sich neben mich kniete und mich umarmte. Mir sanft über den Kopf und über den Rücken streichelt. Es war ein beruhigendes Gefühl. Ich lockerte meine Arme. Lies von mir selber ab. Nur um im selben Moment die Diebin in den Arm zu nehmen. Sie war da für mich als niemand sonst da war.

Sie selber brachte sich in Gefahr um mich zu retten. Das wurde mir plötzlich bewusst. Warum? Hätte ich das selbe für sie getan? Ich weiß es nicht. Ich verabscheue Gewalt. Aber in diesem Fall war sie unausweichlich und unumgänglich sie war einfach notwendig. Doch beantwortet nichts davon meine Frage. Wieso hat sie mich gerettet? Es wäre doch ein leichtes gewesen mich meinem Schicksal zu überlassen. Ungefährlicher für sie. Seran hätte auch sie überwältigen können und dann hätten wir hier Zwei Opfer gehabt. Oder steckt hinter der Maskierten Fremden doch mehr als sich auf den ersten Blick, auch wenn es nur ein oberflächlicher war, zu erkennen ließ?

Sie fing an mich zu sprechen. Es sollten wohl Worte sein um mich zu beruhigen. Oder um überhaupt etwas zu sagen. Das konnte ich nicht nicht wirklich beurteilen. Aber es gab mir ein beruhigendes Gefühl - ein Gefühl der Geborgenheit. Ich war froh das sie da war. Sehr sogar. Nicht nur aus Dankbarkeit. Nein auch weil sie in dieser Zeit für mich da ist. Sie hätte auch nach der Rettung verschwinden können. Immerhin kennt sie mich nicht - ich könnte ihr egal sein. Aber all das scheint nicht der Realität zu entsprechen, den sie ist da. Genau in dem Moment wo ich sie am meisten brauche - wie eine Freundin.

Der Satz den die Fremde dann von sich gab, brachte mich ein wenig zum lachen, wenn auch nur leise. Sie wollte Seran also wieder und wieder umhauen nur um mich zu beruhigen? Damit hätte ich kein Problem. Dieser Mann hat nichts anderes verdient. Er ist ein Untier. Nur die Götter wissen bei wie vielen Frauen er dies schon versucht hat - geschweige den Erfolg hatte.
Immer noch umarmte ich die Fremde, als würde ich sie schon Jahre oder gar Jahrzehnte kennen. Eigentlich wollte ich sie auch nicht mehr los lassen. Doch ich beruhigte mich langsam. Zwar war das ganze eine schreckliche Erfahrung, aber scheinbar habe ich durch diese nicht nur eine wertvolle Lektion gelernt. Sondern auch jemanden gefunden auf den ich mich bei meiner Reise vielleicht verlassen kann. Zumindest wünsche ich mir das.

"Ich bin dir dankbar. Sehr sogar, ich weiß auch nicht wie ich dir das was du heute für mich getan hast, jemals zurück zahlen kann. Ich dachte ich wäre verloren, das nichts mich mehr retten könnte. Dabei wünsche ich mir doch nur diese Welt zu sehen." brachte ich meiner Heldin dann schließlich entgegen. Ihren Name kannte ich noch nicht. Hoffte aber diesen bald zu erfahren und auch das ich womöglich nicht mehr lange alleine Reisen werde. Langsam löste ich meine Umarmung von ihr und stand auf. Reichte ihr dann eine Hand um ihr aufzuhelfen. Es war das mindeste was ich für sie tun konnte. "Ich bin Ayliya, wie du sicher gemerkt hast, neu hier." stellte ich mich ihr dann vor.

Doch dieses kennen lernen sollte je unterbunden werden durch das erwachen von Seran, der aber nur sehr langsam zu sich kam. Mein blick eilte sofort an ihr vorbei. Immerhin stand sie momentan mit dem Rücken zu Seran gedreht. Und wäre ich nun also schutzlos ausgeliefert und das war etwas was ich nicht zulassen könnte. Auch wenn er in seiner Verfassung keinerlei Gefahr für sie darstellen dürfte. Die Kopfschmerzen dürften ihn fast umbringen. Bei diesem Gedanken musste ich lächeln.
In dem moment als Seran beginnt aufzustehen ziehe ich meinen Bogen und lege einen Pfeil in die Sehne und beginne auf ihn zu Zielen. Nicht länger will ich wehrlos sein. Zwar mag mein Bogen auf diese Distanz nicht nützlich sein, aber besser als Unbewaffnet ist es immerhin. Allerdings war ich mir auch sehr sicher das er sobald er uns beide sehen wird schnell das weite sucht. Eine weitere Schmach wird er sich nicht geben. Dafür kam er mir zu eingebildet und selbstsicher vor - soweit ich in der Lage bin so etwas zu beurteilen.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Mo Jun 02, 2014 10:14 pm

Eine gewaltige Gänsehaut jagte über Ashabellanas Körper, als die Jägerin ihre Umarmung erwiderte. Es war, als würde ihr Körper beben, innerlich, kaum merklich. Das ganze war so ungewohnt, dass Asha kurz davor war die Umarmung zu lösen, doch irgendetwas hielt sie auf.
Ja richtig, es war ihr schon immer ein Anliegen gewesen für andere wie ein Engel dazustehen. Sie nicht im Stich zu lassen und so zumindest den scheinbaren Eindruck zu erwecken, dass sie ein guter Mensch war.
Doch irgendwas war daran verkehrt. Vielleicht die Tatsache, dass sie als Diebin herum lief? In dieser Aufmachung war sie doch ganz die triebgesteuerte junge Frau, die sich einen Dreck um andere scherte. Nein, eigentlich war sie das immer. Oder nicht? Oder doch...
Tatsache war doch, dass Asha auch ihre guten Seiten hatte. Sie war nicht immer schlecht, das war ihr bewusst und jetzt war sie eben ein wenig gut. Was war also so schlimm daran? Es fühlte sich nicht schlecht an, als Schneiderin war sie doch auch immer hilfsbereit und...
Das war es. Natürlich konnte sie lieb sein, aber wenn sie als Diebin Freunde gewann, dann durften diese unter keinen Umständen ihre wahre Identität erfahren. Deswegen fühlte sie langsam die Angst in sich aufsteigen. Wenn sie Ayliya mochte, und das würde sich demnächst gewiss herausstellen, dann durfte sie die wahre Ashabellana niemals kennen lernen. Ein schmerzhafter Gedanke, aber so war es eben. Die Diebin und die Schneiderin durften nicht zusammen gebracht werden.
Ein leiser Seufzer entwich ihr.

Der Körper unter ihren Händen fing langsam an sich zu beruhigen. Sie bebte nicht mehr so stark und auch die krampfhafte Umklammerung ihres eigenen Körpers hatte nachgelassen. Doch je ruhiger Ayliya wurde, umso unruhiger wurde die Diebin. Sie musste jetzt wirklich gehen. Am besten auf der Stelle! Aber sie konnte noch nicht, wollte noch nicht. Warum musste die Welt immer nur so kompliziert sein? Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen setzte die Jägerin zu einer kleinen Dankesrede an, die Ashabellana zwar unsagbar rührte, andererseits aber ziemlich verlegen und unentschlossen machte. Das hatte noch nie jemand zu ihr gesagt. Nun gut, sie hatte auch noch nie jemanden vor irgendeiner Gefahr gerettet. Aber hier ging es ja auch um die Beute! Das war keine reine selbstlose Tat sondern nur ein … Nebenprodukt. Ein erfreuliches Nebenprodukt, ja, aber noch immer ein Nebenprodukt und...
Langsam löste sich die Umarmung und eine Hand streckte sich nach ihr aus. Es war, als seien  die Rollen der beiden Frauen getauscht. Asha traute sich kaum aufzustehen, doch dann nahm sie die helfende Hand doch an und... stand schließlich.
Etwas verlegen kratzte sich die Diebin am Hinterkopf. „Das... war wirklich...“ stammelte sie und wurde plötzlich wieder mit einer Hand konfrontiert. Diesmal war es eine Begrüßung. Eine Offizielle. Mit Namensnennung und dem traditionellen Händeschütteln und allem anderen was so dazu gehörte. Das bedeutete aber auch, dass sie antworten, ihren Namen nennen musste. Fast schon geräuschvoll schluckte die Diebin und trat einen Schritt zurück. Sie wollte keine Freundschaft auf dieser falschen Basis anfangen. Jetzt hatte sie noch die Möglichkeit abzuhauen, aber irgendwie.... gelang es ihr nicht. „Ich eh... bin …. Fynn.“ fing sie an zu murmeln und streckte auch ihrerseits die Hand aus. Momente vergingen in denen die Diebin wie gebannt auf ihre eigene Hand starrte und abwartete, dass diese geschüttelt werden würde. Jedoch geschah nichts. Wie unerwünscht schwebte ihre Linke in der Höhe.
Unsicher hob Ashabell den Blick, nur um dann anhand Ayliyas Ausdruck zu erkennen, dass etwas nicht stimmte. Abrupt drehte sich die Kriminelle um, zückte ihre Sicheln und ging in Angriffsposition. Ein reiner Reflex.
Der am Boden liegende begann wieder zu erwachen war aber natürlich keine Gefahr. Sein Schädel dröhnte vermutlich, zumindest war dies vom schmerzverzerrten Stöhnen zu entnehmen, den er kurz darauf von sich gab. Er rieb sich den Kopf und sammelte sich, um gleich darauf aufzustehen doch in diesem Moment rührte sich etwas hinter Ashabell und ein Pfeil ragte plötzlich in ihr Sichtfeld. Mit aufgerissenen Augen schielte, sie zur Pfeilspitze, ehe der Kopf dieser Richtung folgte.
„Okay... das … kam jetzt wirklich etwas unerwartet.“ Sie konnte nur noch ungläubig blinzeln.
Auch Seran schien von der Waffe beeindruckt, selbst wenn diese erst auf Distanz wirklich gefährlich wurde, so machte sie auf einen völlig wirren Kopf vermutlich einen ganz anderen Eindruck. „Woa, Moment... Sekunde. Bitte nicht schießen!“ Plötzlich war es Seran, der hilflos in der Falle saß und eingedenk dessen unterwürfig die Hände hob. „Was wollt ihr? Ich geb euch alles was ihr wollt, nur lasst mich ziehen und wir vergessen das Ganze!“
„Alles was wir wollen?“ Ashabellana steckte ihre Waffen weg, Ayliya hatte hierbei wohl schließlich alles im Griff. Doch die Diebin geriet ins Grübeln, wenn sie ihm nun unter die Nase rieb, dass sie ihm alle Sachen genommen hatte, dann... würde er sie verpetzen. Dann wäre bekannt, dass eine Diebin in der Stadt ihr Unwesen trieb!

Als wenn es davon nicht genug in der Stadt gäbe.
Ein Grinsen zeichnete sich auf Ashas Zügen ab, dann fing sie an zu lachen. „Ich glaub du kannst uns nichts mehr geben.“ Und erst da fiel der Groschen. Seran bemerkte, dass seine Mütze fehlte. Er drehte sich um, blickte überall um sich, suchte den Boden mit seinem Blick ab und erkannte dann, dass sein Hut fehlte. Aber auch sein Umhang war nicht mehr dort wo er sein sollte, dann suchte er seine Taschen ab und … erbleichte. „Ihr habt mich... ausgeraubt?“ Wenn Blicke töten konnten, dann wäre Ashabellana im nächsten Moment  vermutlich gestorben. Mit tiefgezogenen Augenbrauen starrte erst von Ayliya auf Asha und dann wieder zurück, nur um dann mit einer Beleidigung auf den Lippen auf die Diebin zuzusteuern. Doch da hatte er die Rechnung nicht mit der Jägerin und deren Bogen gemacht.
Asha ihrerseits holte ebenfalls wieder ihre Sichelklingen heraus, da sie mit einem leichten Schrecken bemerkt hatte, dass sie völlig vergessen hatte, dem Bewusstlosen sein Schwert abzunehmen. Ach er wird schon keine allzu große Gefahr darstellen... Sein Kopf müsste schließlich immer noch schmerzen! Doch ganz so sicher war sie sich dabei nicht. Bei ihrem Glück hatten sie es hier mit einem äußerst harten Brocken zu tun und dann hatten sie möglicherweise ein kleines Problem.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Mo Jun 02, 2014 11:20 pm

Fynn ist also der Name der Frau die mich rettet und der ich wohl möglich mein Leben zu verdanken habe? Aber warum zögerte sie dabei? Hat das eine tiefere Bedeutung? Vermutlich nicht, liegt wahrscheinlich eher an der Szene die sich hier abspielte. Sie muss schließlich auch nervös sein. Die Hand die Fynn mir entgegenstreckte - welche Bedeutung hat es? Ich hab diese Geste zwar schon öfter auf meinem Weg hierher gesehen, ihren sinn allerdings nicht verstanden.
Ist scheinbar eine Art Ritual - wofür dieses auch immer stehen mag. Irgendwann werde ich es sicher verstehen.

Diese Gedanken konnte ich mir allerdings nicht mehr lange machen, den schon war Seran wieder wach. Wacher als ich es vermutet hatte als ich ihn langsam zu sich kommen sah. Er scheint also doch ein härterer Brocken zu sein als ich mir das gewünscht habe. Mein Pfeil sollte ihn zwar auf diese Distanz verletzten. Aber ich will ihn mit diesem doch lieber abschrecken. Es gab hier schon genug unnötige Gewalt. Es muss einen Weg geben das ganze friedlich zu lösen - wenn mir das auch nicht gefällt. Immerhin wollte er unaussprechliches mit mir anstellen.
Als bald fing er dann an seine Taschen und seine Kleidung zu durchsuchen. Es fehlte etwas. Erst jetzt wurde mir klar das Fynn Seran nicht nur für kurze Zeit außer Gefecht setzte sondern das sie ihn auch ausraubte. Also war sie keine einfache Helferin in der Not? Eine Diebin die mich nur gerettet hatte um leichter an ihre Beute zu kommen? Aber wozu half sie mir dann? Sie hätte ihn ja ausrauben können und gehen können. Und ich hätte das wohl nicht mal mitbekommen. Also scheint sich kein schlechter Mensch zu sein. Vielleicht ist sie auch aus einer Notlage Diebin geworden - so muss es sein.

Des weilen fuhren die beiden mit dem Gespräch fort was darin endete das Seran mitmal auf meine neue Freundin Fynn zu maschierte, wenn auch torkelnt. Also ist er doch eine Gefahr! "Bleib sofort stehen Seran. Oder du wirst diesen Pfeil aus einem viel näherem Winkel betrachten können - sofern du dazu noch in der Lage bist." drohte ich ihm. Ja ich hatte mich endlich wieder gefangen und war wieder die Alte. Hoffe aber inständig das er auf meine Drohung eingehen wird. "Geh zurück. Geh auf Abstand zu uns. Oder ich werde dich diese Nacht noch mehr bereuen lassen." füge ich hinzu.

Und tatsächlich Seran geht einige Schritte zurück. Ein kleiner Abstand. Immerhin ein Anfang wenn auch noch nicht so ganz wie ich mir das erhofft hatte. Wo wir gerade dabei sind. Hat Fynn Seran eigentlich entwaffnet? Oder hat er seinen Dolch noch immer? Ich kann ihn nicht sehen. Was für uns eine Gefahr darstellen könnte. Da ich mir nicht sicher sein kann, ob er noch immer bewaffnet ist oder nicht beginne ich auf sein rechtes Bein zu Zielen. Fynn ist scheinbar auch Kampf bereit - gut. Zu zweit wird er es mit uns nicht aufnehmen können. Egal wie Stark er ist. Oder irre ich mich dabei? Wird er es können? Nein ich muss nun zuversichtlich bleiben. Bleib ruhig Ayliya. Es ist wie auf der Jagd, erinnere dich an damals. Der Wolf. Ja Seran ist der Wolf. Für einen kurzen Augenblick schaue ich zu meiner Narbe auf der linken Schulter. Ja errinne dich daran. Nie wieder begehst du diesen Fehler.

"Verschwinde einfach von hier, Seran. Wir haben nur einen Ausgleich dafür bekommen was du mir an tuen wolltest. Also lauf du Abschaum und vergesse diese Nacht für immer." mein Blick wird ernster. Ich will keinen Kampf. Aber er wird wohl unausweichlich sein - schade. Ein gut gesetzter Schuss und er wird niemals mehr jemanden etwas an tuen. Aber ich bin keine Mörderin und ich werde keine werden. Nicht wegen IHM.
Ich schaue mit einem kurzen Blick zu Fynn. Sie scheint auch nicht unbedingt scharf auf einen Kampf mit Seran zu sein. Wieso? Ihre Waffen sehen aus als wenn sie damit mit Leichtigkeit jemanden umbringen könnte. Verabscheut sie Gewalt so wie ich? Es wäre schön.

Seran schien lange zu überlegen was er tun soll. So kommt es mir zumindest vor. Aber dann - urplötzlich. "Ihr holden Damen. Diese Nacht. Keiner von uns wird sie vergessen doch wird sie niemals passiert sein." sagt er und dreht sich um. Gut für ihn. Langsamen Schrittes entfernt sich Seran vom Platz. Man sieht ihm an, er ist nicht in der Lage zu Kämpfen. Ein harter Treffer den Fynn setzte. Bei dem Gedanken musste ich anfangen zu lachen, leise und auch nur kurz. Aber es war ein lachen.
Als Seran schließlich vom Platz verschwunden war und ich mir sicher war er wird nicht wieder zurück kommen, legte ich den Pfeil wieder zurück in den Köcher. Den Bogen lege ich neben mich auf den Brunnen auf den ich mich so eben setze und schaue zu Fynn herüber.
"Den Göttern sei dank ist er friedlich gegangen. Ich brauche nicht noch mehr unnötige Gewalt heute Nacht." bei diesen Worten wende ich meinen Blick in den Nachthimmel. Er war klar. War er das schon die ganze Zeit? Ich weiß es nicht. Ein schöner Anblick, ließ mich fast vergessen was passiert ist.

"Die Nacht ist schön. Schade das sie von diesem finsteren Vorfall überschattet wird. Dabei mag ich dich Nacht doch so. Im Wald war es immer ruhiger Nachts. Ein Gedanke mit dem ich mich noch anfreunden muss. ich spreche die Worte vor mich hin, fast so als wenn sie kein Teil eines Gespräches wären. Als wenn es nur ausgesprochen Gedanken sind.
"Fynn, ist ein schöner Name. Aber gestatte mir eine Frage. Wieso hast du mich gerettet? Ich bin dir dankbar, versteh mich nicht falsch. Aber nachdem was ich nun gesehen habe, wäre dein Ziel anders doch vielleicht leichter zu erreichen gewesen. Oder formulieren wir es um. Wieso hast du dich um mich gekümmert nachdem du mich gerettet hast? Aber sei dir sicher Fynn, dein Geheimnis ist bei mir sicher. Ich verrate niemanden bei dem ich in der Schuld stehe. richte ich mich schließlich an mein Gegenüber. Ich möchte ein Gespräch beginnen schon allein um herauszufinden wie ich meine Schuld begleichen kann.
Ich mag vielleicht nicht begnadet im Umgang mit anderen sein. Aber ein Ehrgefühl habe auch ich.
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Di Jun 03, 2014 7:01 pm

Wie erwartet, nutzte Ayliya ihre Waffe gekonnt, um Seran in Schach zu halten. Sie drohte ihm sogar, was Ashabellana ihr in ihrem jetzigen Zustand eigentlich nicht zugetraut hätte. Doch sie benahm sich wie ausgewechselt und schaffte es mit ihrem starken Auftritt sogar, Seran zurückweichen zu lassen. Verwundert musterte Ashabell die Züge der Jägerin, indem sie kurz zu ihr hinüber schielte. Tatsächlich wirkte sie ernst und entschlossen. Sehr gut, sie schien sich also bereits wieder gefangen zu haben!
Ayliyas weiteren Worten hatte Asha nichts weiteres mehr hinzuzufügen. Im Normalfall war sie zwar darauf bedacht, keine Zeugen zu hinterlassen, aber in diesem Fall war sie sich sicher, dass ihr Opfer kein Wort reden würde. Schließlich schien er selbst nicht auf gutem Fuß mit dem Gesetz zu stehen. Wenn er sich also fügte, würde die Diebin ihn wirklich gehen lassen, ohne hinterhältige Tricks.

Wie erwartet gab Seran klein bei. In Anbetracht seiner Lage war dies auch völlig verständlich. Er wurde nicht nur seiner Habe erleichtert, ihm schmerzte auch noch der Schädel und dann sollte er allein gegen zwei bewaffnete Frauen antreten? Er hatte sein Schwert zwar noch aber ebenso auch einen noch gut funktionierenden Verstand. Hier hatte der Lüstling einfach keine Chance. Als er ihnen den Rücken kehrte und torkelnd von dannen zog, kamen der Diebin jedoch erste Zweifel. Das letzte Mal als sie ein wenig unachtsam war, wurde sie mit einer unschönen Brandnarbe und einer abfackelnden Schneiderei bestraft. Seran würde diesen Zwischenfall sicher auch nicht vergessen, zumal sie ihm so wertvolle Habseligkeiten abgenommen hatte. Vielleicht würde er morgen bereits eine Schar Anhänger um sich gesammelt haben, um sich bitter an Ayliya und Ash zu rächen.
Andererseits würde Ashabellana nach dieser Nacht die Stadt verlassen. Da konnte er so viele Schergen sammeln und Rachepläne schmieden wie er wollte.

Beruhigt steckte die Diebin ihre Waffen weg und sah dem Humpelnden nach, bis er in irgendeiner Gasse verschwunden war.  Auf einmal begann Ayliya zu lachen, woraufhin Ash fragend die Augenbraue hob. Was war denn so lustig? Zumindest hatte sie ihren Mut wiedergefunden. Das war doch schon mal etwas. Doch würde auch Ashabellana ihren Mut wiederfinden und nun endlich verschwinden können? Unsicher blickte die Diebin zur Jägerin hinüber, welche sich scheinbar sehr darüber freute den Konflikt gewaltlos beendet zu haben. Die Vermummte nickte daraufhin nur und blickte an die Stelle, wo sie Seran als letztes gesehen hatte. Nein, auch sie war an solche Ereignisse nicht gewöhnt, zum Glück. Ayliya blickte in den Himmel und bedauerte den Zwischenfall zutiefst. Im Wald solle es Nachts ruhiger sein und sie müsse sich noch daran gewöhnen, dass es in der Stadt anders war. Sie kam also aus dem Wald? War sie vielleicht eine Art Dryade oder so etwas in der Art? Ashabellana blickte fasziniert auf ihren Körper, um irgendeinen Anhaltspunkt zu finden, der ihre Vermutung bestätigte, andererseits wusste sie nicht einmal was eine Dryade genau auszeichnete. Kopfschüttelnd tadelte sie sich für ihre eigenen Gedanken. Sie war schließlich nicht hier um freundlich zu plaudern oder um über die Herkunft fremder Leute zu fachsimpeln. Sie musste weiter, immer weiter und solange stehlen, bis sie endlich genügend Geld für eine eigene kleine Schneiderei beisammen hatte.
Die junge Frau ballte die Hand zur Faust, blickte gebannt auf die Straße. Sie musste sich jetzt endlich verabschieden. Doch dann sprach Ayliya ihren falschen Namen aus und fragte sie nach dem Grund ihrer Heldentat. Ash schluckte und wich ihrem Blick zunächst aus. „Ja, ich … hätte auch einfach verschwinden können, nachdem ich ihn ausgeraubt hatte.“ Begann sie schließlich, nicht ganz wissend ob das was sie sagte richtig war. „Aber das erschien mir falsch. Ich hatte keinen Grund wegzulaufen, also blieb ich, um dich zu beruhigen. Solange niemand mein Leben bedroht, muss ich auch nicht weglaufen.“ Eine weitere Stille setzte ein, in der Ashabell überlegte, was sie noch sagen wollte und konnte. „Wenn du dich in meiner Schuld siehst, dann verrate mich nicht. Das ist alles was ich von dir will.“ Vielleicht klangen diese Worte ein wenig hart und abweisend, aber sie hatte nun wirklich vor zu verschwinden und in Verabschiedungen war sie bisher nie sonderlich gut gewesen. „Du bist bestimmt eine nette Person, Ayliya, aber sei gewarnt, nicht jeder hier ist so freundlich wie du.“
Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging auf die nächstbeste Gasse zu.

Das war es also. Wieder einmal ein Abschied. Doch dieses Mal hatte sie sich besonders trottelig angestellt. Hätte sie nicht zumindest Lebewohl sagen können? Oder vielleicht ein „Auf wiedersehen“? Nun gut, was passiert war, war passiert. Sie hatte noch die ganze Nacht Zeit, um sich darüber zu ärgern wie unfähig sie manchmal sein konnte. Aber das waren Nebensächlichkeiten, die sie gerne auf später verschob.

(Nein, das bedeutet jetzt nicht, dass wir uns als Postpartner trennen müssen. Außer natürlich du möchtest das. ^^ Aber ich musste sie jetzt so ausspielen, denn... na ja so hab ich sie geschaffen XD)

Tbc: Der Blaue Eber


Zuletzt von Ashabellana am Mi Jun 04, 2014 10:14 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Di Jun 03, 2014 8:17 pm

Es reicht ihr also das ich sie nicht verraten werde? Nicht gerade was ich mir als Gegenleistung für mein Leben vorgestellt habe. Vor allem nicht da ich so oder so nicht vor hatte sie bei dem Gesetz zu verraten. Ich wüsste auch nicht wie. Sollte ich dort hin und eine Wache ansprechen und sie fragen ob sie so freundlichen wären eine Diebin die gerade mein Leben vor einem Lüstling gerettet hat festzunehmen? Nein so hätte ich es egal welches Ende das Gespräch nimmt niemals kommen lassen.

Aber meine Gedanken wurden je unterbrochen als Fynn eine Warnung in meine Richtung aussprach. Ich soll also nett sein? Nun ja das kann sein. Habe ich noch nie groß drüber nachgedacht. Ich bin aufjedenfall kein schlechter Mensch - wenn man das von sich selber behaupten kann. Bevor ich ihr überhaupt antworten konnte drehte sie sich auch schon um und ging in eine Gasse. Ich bin überrascht das sie diese plötzliche Entscheidung getroffen hat. Immerhin dachte ich das wir nun ein, zumindest kurzes Gespräch führen würden. Aber andererseits kann Fynn ja auch noch andere Geschäfte zu erledigen haben. Ein Raubzug? Ein alter Freund der die eben erbeuteten Waren kaufen würde? Wilde Fantasien über das aufregende Leben der Diebin schießen mir in den Kopf. Ich war mir sicher das Fynn viel zu erzählen hat über diese Welt - über die Stadt.

Sollte ich ihr nun nachlaufen oder hier warten? Warten darauf das sich für mich die nächste Gelegenheit ergibt jemanden kennen zulernen. Dabei kenne ich sie ja noch gar nicht und sie ebenso wenig mich. Auch wenn sie scheinbar denkt mich einschätzen zu können. So bin ich doch weder ein Guter noch ein Schlechter Mensch. Ich bin einfach ich und mache das was mir und meiner Überzeugung. Oder eher wünschen entspricht und mir dabei weiter hilft.
"Fynn!" rief ich ihr nach. "wenn du wirklich gehen willst. Dann hoffe ich das wir uns eines Tages wiedersehen. Aber ich würde mich auch freuen wenn ich dir, was auch immer das sein mag, zu helfen. Ich denke das wir uns beide in gewisser weise helfen können." genau genommen wusste ich nicht wobei ich ihr helfen kann, aber das würde sich sicher noch ergeben. Sie würde mir aufjedenfall zeigen können wie diese Welt wirklich funktioniert - so schien es mir.

Allerdings war ich auch nicht wirklich davon überzeugt sie umstimmen zu können, sie ging ja auch ohne sich zu verabschieden. Also nahm ich meinen Bogen auf, sprang leicht vom Brunnen weg und Schwung meinen Bogen wieder auf meinen Rücken. Schaute Fynn noch einmal hinter her. "Auf wiedersehen, auf das wir uns eines Tages vielleicht wieder treffen und wirklich Freunde werden können." sprach ich dann leise vor mich hin. Ziemlich sicher davon das sie das nicht hören können wird. Danach drehte ich mich um und ging in die andere Richtung. Ja ich würde mich freuen wenn sie nun sagen würde ich könne sie begleiten. Aber niemals würde ich sie dazu auffordern. Nein - ich will keine Last sein.

Ziemlich planlos und auch ohne wirkliches Ziel schlenderte ich dann in Richtung einer anderen Gasse. Eine kurze Begegnung aber eine doch am Ende sehr positive. Die leider ein zu jähes Ende nahm. Oder lag ich mit diesem Gedanken am Ende doch falsch und mein Abenteuer mit Fynn steht erst kurz vor seinem Beginn? Oder bleibe ich weiterhin die einsame Reisende, die sich erhofft die Welt zu sehen? Das wird die Zukunft mir zeigen.

TBC: Der blaue Eber

(OOC: Ja kann ich nachvollziehen. Naja ich überlass das nun mal deinem Charakter wie der nun damit umgeht. Würde mich zwar freuen weiter zu schreiben. Aber wäre auch nicht schlimm wenn es nen ende nimmt. Wird ja vllt iwann nen Wiedersehen dann geben xD)
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Miranda
Feuermagier
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   So Nov 30, 2014 7:36 pm

FIRST POST

Ich mochte diesen Ort sehr. Es war wunderbar ruhig und man konnte sich ein wenig gehen lassen... einfach herrlich. Meine Beine trugen mich über den Platz und ich sah mich um. Es war tatsächlich sehr ruhig hier dafür, dass dies DIE Hauptstadt der Welt war... es war einfach herrlich. Ich setzte mich auf eine Bank und beobachtete die Wolken, welche langsam und träge vor sich hin zogen. Ich wusste nicht mehr, wie lange ich mittlerweile weg war, doch ih wusste, dass es sehr lange war. Und auch sehr lange war ich einsam gewesen... ich seufzte und schloss meine Augen. Die Sonne fiel auf mein Gesicht und wärmte es, ich liebte dieses Gefühl. Es war warm und fühlte sich ein wenig an, als wäre ich nicht alleine.
Doch nach einer Weile fühlte ich mich beobachtet und sah mich daher um. Natürlich, hier waren einige Leute, aber ich konnte niemanden finden, der mich ansah. Seltsam. Dennoch fühlte ich mich etwas unwohl und bewegte mich dann mit einem schnellen Blick über die Schulter wieder vorwärts. Wo zum Teufel war diese Person? Ich atmete tief durch und stellte mich in die Nähe einer Menschengruppe, die betete. Dort nahm ich dann ein Buch heraus und fing an, zu lesen. Natürlich tat ich dies nur halb, denn ich kannte die Seiten und wusste, wann ich umblättern musste. Währenddessen sah ich mich um, denn noch immer fühlte ich mich unwohl. Was zum Teufel war das?
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Sordan
Leirak
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BeitragThema: Re: Platz der Ruhe   Do Jan 08, 2015 9:45 am

Die Begegnung mit dem Schwarzmagier hatte sich zu damaliger Zeit als ein gutes Mittel herausgestellt, um sich weiter zu entwickeln und dem eigenen Ziel endlich näher zu kommen. Sordan, der nichts anderes mehr kannte, als die krankhafte Verehrung der Schwarzmagie, hatte sich damals jedoch recht schnell wieder von besagtem Magier getrennt. Die beiden waren nicht dazu bestimmt, miteinander zu reisen, auch wenn der Leirake vom Fremden viele wichtige Tipps erhalten hatte. So machte Sordan sich also auf, weiterhin die Welt zu bereisen und zu suchen, was er wahrscheinlich niemals finden würde. Sein Weg führte ihn letztendlich zum heutigen Tage in die Stadt Kuran Khel, nach Malad Lin also. Lieber war ihm stets die Kälte Hiyallfyns gewesen, aber dort hatte er bisher noch nicht gefunden, was ihn am Leben hielt, also gab es auch keinen besonderen Grund, weiterhin dort zu bleiben. Angenehmes Klima hin oder her, es war nichts mehr von Nutzen für ihn.

Sordan hörte, dass es in der Stat eine Menge Aufgaben zu erledigen gab, insbesondere welche, die reich belohnt wurden. Etwas, was der Leirake durchaus für gut heißen musste, denn er war ein mal mehr knapp bei Kasse. Zwar war es für den geübten Alleingänger keine große Herausforderung, alleine zu leben, jedoch benötigte er ab und zu einige Galladen, um auch weiterhin den übernommenen Körper gesund zu halten. So viel Selbstachtung war dann doch noch geblieben. Der abstoßend wirkende Mann wollte gerade einen Ort überqueren, der sich Platz der Ruhe nannte, als er plötzlich wie eingefroren stehen blieb. Sein abruptes Anhalten ließ die zwei Frauen, die gerade hinter ihm gingen und nicht damit rechneten, in den unbewegten Fels hinein laufen, woraufhin sie erschrocken zur Seite huschten und an ihm mit verwunderten Blicken vorbei huschten. Aber die Waschweiber interessierten Sordan eher weniger, hatte er sie doch kaum bemerkt, denn seine Aufmerksamkeit war gerade auf etwas ganz anderes gerichtet. Ja gerade schon krampfhaft fixiert. Mitten auf diesem idyllischen Platz erkannte er einen Menschen, eine junge Frau mit hellem Haar und bekannter Statur wieder. Das kann nicht sein. stellte er erschrocken fest und nachdem er sie nun schon einige Minuten von hinten angestarrt hatte, ertappte er sich dabei, wie offensichtlich sein Verhalten doch war. Also wanderte der gerade in gewisser weise feminin wirkende Schrank weiter zur Seite und versteckte sich hinter einer der zahlreichen, gepflegten Hecken. Durch die Blätter hindurch konnte er sie nun aus dem Profil erkennen. "Absolut unmöglich." stieß er unbewusst hervor und erkannte in der jungen Frau seine eigene Schwester wieder. Miranda. Noch vor seinem Tod war Sordan eine Frau gewesen, die sich Tarina nannte. Die leibliche Schwester dieser Frau dort drüben. Niemals hätte Sordan es für möglich gehalten, seine Schwester aus einem früheren Leben wieder zu sehen ... und dann begegnete er ihn einfach so auf einem unbedeutenden Stück Erde in einer Stadt wie dieser. Was machte sie hier? Wie ging es ihr? Was geschah mit der Familie? Es war unweigerlich, dass unendlich viele Fragen, die er so lange zurückgehalten hatte, nun in seinen Gedanken herum spukten. Offenbar war es Miranda nicht entgangen, dass jemand sie so exzessiv beobachtete, sodass sie sich irgendwann beunruhigt umdrehte, aufstand und den Platz verließ, an dem sie unbekümmert in die Wolken gestarrt hatte. Sie war schon früher sensibel wie ein Fuchs gewesen ... Sordan, der sich in seinem Versteck nach wie vor sicher fühlte, beobachtete sie weiterhin, während sie sich zu einer Gruppe betender Menschen stellte und ein Buch hervor holte. Das Verlangen, sich nicht weiter vor der Begegnung zu drücken wuchs und weil die Fragen im Kopfe des Mannes immer lauter nach einer Antwort schrien, blieb ihm nichts anderes, als sich zu zeigen. Nicht als der bekennende Beobachter, sondern als Partner.
Der folgte dem Weg, der hinter der Hecke entlang führte, bog links ein und kam hinter den Betenden hervor, sodass er Miranda von hinten ansprechen konnte. "Ein interessantes Buch, welches Ihr lest." sprach er ganz untypisch für sein neues Ich. Im Normalfall vermied er es zu sprechen, aber nun schien er vergessen zu haben, was sein neues Leben für ihn bedeutete.
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Platz der Ruhe
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